Douglas (1998) fand heraus, dass Kinder im Alter von 12 Jahren zwischen ungesunden und gesunden Lebensmitteln unterscheiden können. Daher soll in dieser Arbeit untersucht werden, ob Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren zwischen einzelnen Warengruppen wie Obst und Süßigkeiten unterscheiden können oder ob Kinder ihren spontanen Kaufwunsch im Supermarkt allein vom Design der Verpackung abhängig machen. Außerdem möchte sie herausfinden, ob die Beeinflussung des Designs auf die Kaufentscheidung zwischen Obst und Gemüse und Süßigkeiten nach Altersgruppe unterschiedlich ist. Das heißt, ob jüngere Kinder beispielsweise auf das Verpackungsdesign und die Werbefiguren schauen und sich ältere Kinder eher auf den Inhalt konzentrieren. Außerdem stellt sich die Frage, inwieweit Eltern ebenfalls indirekt oder direkt durch das Verpackungsdesign beeinflusst werden und welchen Wert sie Lebensmitteln unabhängig, ob Obst und Gemüse oder Süßigkeiten, geben. Geben Eltern beispielsweise einem quengelnden Kind eher nach, wenn es sich um ein Lebensmittel als um ein Spielzeug handelt. Auch der Aspekt, ob Eltern den Kaufwünschen ihrer Kinder nachgehen, wenn sie nicht direkt anwesend sind, das heißt, Lebensmittel mit einer für Kinder designten Verpackung kaufen, soll in dieser Arbeit untersucht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand und Zielsetzung
1.2 Verpackungen als Werbefläche
2. Definitionen und Eingrenzungen
2.1 Marketing für Kinder
2.2 Verpackungsdesign
2.3 Point of Sale
2.4 Lebensmittel
3. Kindermarketing
3.1 Kinder als Marktsegment
3.1.1 Small Kids
3.1.2 Pre-school-kids
3.1.3 Schoolkids
3.1.4 Pre-Teens
3.2.1 Kinder als Kaufentscheider
3.2.2 Kinder als Kaufbeeinflusser
3.2.3 Kaufverhalten von Eltern
4. Werbegesetze
4.1 Werbegesetze für Kinder
4.2 Gesetze zur Verpackung
4.3 Freiwillige Maßnahmen
5. Ethische Grundsätze
5.1 Kritik zu Kindermarketing
6. Gesundheitliche Entwicklung von Kindern
7. Verpackung
7.2 Verpackungsdesign für Kinder
7.3 Werbefiguren
7.4 Möglichkeiten von Verpackungsdesign
8. Point of Sale
8.1 Konsumverhalten am PoS
8.2 Kinder am PoS
9. Empirische Studie
9.1 Forschungsdesign
9.3 Aufbau des Fragebogens
9.4 Auswertung
9.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
10. Persönliche Schlussfolgerung
10.1 Chancen
10.2 Risiken
11. Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Verpackungsdesign auf Kinder am Point of Sale. Ziel ist es herauszufinden, ob Kinder zwischen verschiedenen Produktgruppen wie Obst und Süßigkeiten unterscheiden können oder ob ihr spontaner Kaufwunsch primär durch die Gestaltung der Verpackung beeinflusst wird. Zudem wird beleuchtet, inwieweit Eltern durch ihre Kinder bei der Kaufentscheidung beeinflusst werden.
- Einfluss von Verpackungsdesign auf Kaufentscheidungen von Kindern
- Differenzierung des Konsumverhaltens in verschiedenen Altersstufen
- Kindermarketing und ethische Aspekte
- Die Rolle der Eltern als Kaufbeeinflusser
- Relevanz von Werbefiguren auf Verpackungen
Auszug aus dem Buch
1.2 Verpackungen als Werbefläche
Bevor einzelne Begriffe erläutert werden, ist es wichtig, die Bedeutung der Verpackung hervorzuheben. Experten schreiben der Verpackung eine starke Verkaufskraft zu, welche Werbetreibende ausnutzen (Krieg, 2004, S. 7). Das Design ist eine Marketingmaßnahme und gehört zur Unternehmenskommunikation. Es repräsentiert die Marke am Point of Sale und versucht dort emotionale Reize zu erzeugen (Witte, 2013, S. 1). Um eine Verpackung passend zu gestalten braucht es geschulte Designer, die sich mit der gewünschten Wirkung auskennen. Diese gestalten die Verpackung mit entsprechenden Designelementen, sodass diese strategisch ihre Zielgruppe erreicht (Schröder, 2010, S. 1).
Das Verpackungsdesign spielt für den Point of Sale eine große Rolle, da dieses sich genau dort von der Konkurrenz abheben soll und es einen großen Einfluss auf den Erfolg eines entsprechenden Produktes hat (Schröder, 2010, S. 8–9). Dies ist in der heutigen Zeit, in der alle Menschen von Informationsüberlastung umgeben sind, nicht einfach. Daher ist es für Unternehmen umso wichtiger, dass ihr Produkt zwischen allen anderen heraussticht (Witte, 2013, S. 1), besonders wenn man den Aspekt betrachtet, dass knapp 70 Prozent der Kaufentscheidungen direkt am Point of Sale getroffen werden (Frey, 2011, S.11-13). Dabei darf nicht vergessen werden, dass Verpackungen trotz ihrer Werbefunktion auch platzsparend sein müssen, um möglichst viele Produkte in den Verkaufsregalen platzieren zu können (Witte, 2013, S. 6–9). Menschen nehmen Verpackungen und deren Botschaften über ihre Sinnesorgane wahr. Je mehr Reize gemeinsam aktiviert werden, desto größer ist die Wirkung auf die Sinneseindrücke.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Verpackungsdesigns von Lebensmitteln für Kinder ein und legt das wissenschaftliche Interesse der Arbeit dar.
2. Definitionen und Eingrenzungen: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Kindermarketing, Verpackungsdesign, PoS und die untersuchten Altersgruppen definiert und eingegrenzt.
3. Kindermarketing: Dieses Kapitel analysiert Kinder als Zielgruppe, unterteilt in verschiedene Entwicklungsstadien und Altersklassen, und deren Rolle als Kaufentscheider.
4. Werbegesetze: Hier werden rechtliche Rahmenbedingungen und freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie für Werbung gegenüber Kindern und Jugendlichen diskutiert.
5. Ethische Grundsätze: Das Kapitel befasst sich mit der ethischen Kritik am Kindermarketing und stellt zentrale Forderungen für einen verantwortungsvolleren Umgang auf.
6. Gesundheitliche Entwicklung von Kindern: Hier werden die gesundheitlichen Aspekte der Kinderernährung sowie die Risiken von Übergewicht und Adipositas thematisiert.
7. Verpackung: In diesem Teil werden die Funktionen von Verpackungen sowie spezielle Designstrategien für Produkte, die kindliche Zielgruppen erreichen sollen, untersucht.
8. Point of Sale: Hier werden das allgemeine Konsumverhalten im Supermarkt sowie das spezifische Auftreten von Kindern am Point of Sale analysiert.
9. Empirische Studie: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau, die Durchführung und die statistische Auswertung der quantitativen Befragung von Eltern zum Kaufverhalten ihrer Kinder.
10. Persönliche Schlussfolgerung: Die Autorin zieht eine kritische Bilanz zum Thema Kindermarketing und diskutiert Chancen und Risiken ihrer Untersuchungsergebnisse.
11. Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen der Studie zusammen und leitet daraus notwendige weiterführende Forschungsschritte ab.
Schlüsselwörter
Kindermarketing, Verpackungsdesign, Point of Sale, Konsumverhalten, Kaufentscheidung, Kinder, Lebensmittel, Werbefiguren, Übergewicht, Ernährung, Ethik, Zielgruppenanalyse, Marketinginstrument, Erziehungsaspekte, Marktforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Bachelorarbeit untersucht den Einfluss, den das Design von Lebensmittelverpackungen auf das Kaufverhalten von Kindern im Supermarkt ausübt.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Felder sind Kindermarketing, die psychologischen Entwicklungsstufen von Kindern, Werberecht, Ernährungsrisiken und die Rolle der Eltern beim Einkauf.
Was ist die Forschungsfrage der empirischen Untersuchung?
Es wird untersucht, ob Kinder zwischen verschiedenen Produktgruppen unterscheiden und inwieweit Verpackungsdesign und Werbefiguren ihre Kaufpräferenzen beeinflussen.
Welche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin führt eine quantitative empirische Studie durch, bei der 95 Eltern von Kindern im Alter zwischen 2 und 12 Jahren befragt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Marketing, Gesetze, Ethik, Psychologie) und einen empirischen Teil zur Auswertung der Fragebogendaten.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselbegriffen gehören Kindermarketing, Point of Sale (PoS), Verpackungsdesign, Konsumverhalten und Beeinflussung.
Warum spielt die Rolle der Eltern eine wichtige Rolle in der Studie?
Da Kinder ihre Wünsche nicht immer eigenständig umsetzen können, fungieren Eltern als Kaufentscheider, die durch quengelnde Kinder oder spezielle Verpackungen indirekt beeinflusst werden.
Wie unterscheidet sich die Verpackungswahrnehmung nach dem Alter der Kinder?
Die Studie zeigt, dass jüngere Kinder stärker auf emotionales Design und Werbefiguren reagieren, während mit zunehmendem Alter das Interesse an anderen Kaufoptionen steigt.
- Arbeit zitieren
- Prof. Dr. Dr. h.c. Rainer Janz (Herausgeber:in), Gesa Schnieder (Autor:in), 2019, Verpackungsdesign als Marketinginstrument. Die Wirkung von Verpackungsdesign auf Kinder am Point of Sale, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353290