Im Rahmen dieser Arbeit wird die bestehende Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen in den deutschen Top-200-Unternehmen und DAX-30-Unternehmen untersucht. Da sich die Forderung nach einer stärkeren Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen insbesondere auf das Top-Management bezieht, wird in dieser Arbeit eine Analyse der Aufsichtsräte und Vorstände der deutschen Top-200 und DAX-30-Unternehmen vorgenommen. Im Fokus dieser Ursachenanalyse stehen die Individuen, das heißt die Frauen selbst, sowie die Unternehmen und die Gesellschaft.
Das Ziel ist es, einen Überblick über die in der Literatur vorhandenen theoretischen Erklärungsansätze zur Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen zu geben und diese hinsichtlich ihrer Relevanz zu analysieren. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet somit: Welche Ursachen lassen sich für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen in deutschen Unternehmen herausstellen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Motivation und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Einordnung des Begriffs „Führung“
2.2 Frauen und Arbeit
2.3 Frauen und Führung
2.3.1 Vergangenheit
2.3.2 Gegenwart
3. Erklärungsmodell der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen
3.1 Hindernisse auf individueller Ebene
3.2 Hindernisse auf betrieblicher Ebene
3.3 Hindernisse auf gesellschaftlicher Ebene
4. Analyse der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen
4.1 Hindernisse auf individueller Ebene
4.2 Hindernisse auf betrieblicher Ebene
4.3 Hindernisse auf gesellschaftlicher Ebene
5. Handlungsmaßnahmen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen deutscher Top-200- und DAX-30-Unternehmen. Ziel ist es, theoretische Erklärungsansätze zu systematisieren und die Ursachen auf individueller, betrieblicher sowie gesellschaftlicher Ebene zu identifizieren, um Handlungsempfehlungen für Politik und Wirtschaft abzuleiten.
- Strukturelle und ideologische Barrieren für Frauen
- Theoretische Erklärungsmodelle der Unterrepräsentanz
- Analyse der Repräsentanz von Frauen in Aufsichtsräten und Vorständen
- Wirksamkeit politischer Maßnahmen (FüPoG)
Auszug aus dem Buch
Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen
Wenn es in diesem Tempo weitergeht, dauert es bis zur Geschlechterparität in Deutschlands Vorständen noch über 30 Jahre. Chancengleichheit und Gleichberechtigung sind tief in unseren Gesetzen und Werten verankert. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Grundprinzip der Europäischen Union, wobei die Gleichstellung von Frauen und Männern in Führungspositionen eines der prioritären Ziele darstellt. Nach Grundgesetz sind die Geschlechter gleichberechtigt. Darüber hinaus fördert der Staat die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Dass diese Gleichberechtigung und Chancengleichheit auf dem Papier in der Realität noch lange nicht erreicht werden konnte und auch weiterhin nur kleine Fortschritte verzeichnet, ist allerdings nach wie vor eine Tatsache.
Das Thema Frauen und Führung ist eines der wichtigsten Gegenstände in der Gleichstellungspolitik, weswegen die geschlechtsspezifische Arbeitsmarktsegregation im Fokus der Ungleichheit im Geschlechterverhältnis steht. Das heißt, die Ungleichstellung von Frauen und Männern im Erwerbsleben sowie eine fehlende Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen ist ein immer präsenter werdendes Anliegen für Wirtschaft und Politik. Nicht bloß aufgrund des offensichtlichen Motivs der Gerechtigkeit und Fairness, sondern insbesondere aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Motivation sowie die Problemstellung der Arbeit und definiert die Forschungsfrage sowie den Aufbau.
2. Theoretische Grundlagen: Hier erfolgt die Begriffsdefinition von Führung sowie eine historische Einordnung der Entwicklung von Frauen in der Arbeitswelt.
3. Erklärungsmodell der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen: In diesem Kapitel werden theoretische Hindernisse auf individueller, betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene modellhaft skizziert.
4. Analyse der Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen: Das theoretische Modell aus Kapitel 3 wird hier angewendet, um die tatsächlichen Gründe der Unterrepräsentanz in Unternehmen zu untersuchen.
5. Handlungsmaßnahmen: Dieses Kapitel präsentiert Strategien und Empfehlungen für Wirtschaft und Politik, um der Unterrepräsentanz entgegenzuwirken.
6. Fazit und Ausblick: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst und kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter
Frauen in Führungspositionen, Gleichberechtigung, Unterrepräsentanz, Führungskräfte, Top-Management, DAX-30, Geschlechterparität, Gleichstellungspolitik, Erwerbsleben, Karrierehindernisse, Geschlechterstereotypen, Führungspositionsgesetz, Aufsichtsrat, Vorstand, Diversität.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Gründe für die geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen innerhalb großer deutscher Unternehmen.
Welche Ebenen betrachtet die Autorin bei der Analyse?
Die Analyse erfolgt in drei Kategorien: auf individueller Ebene (Frauen selbst), betrieblicher Ebene (Unternehmen) und gesellschaftlicher Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, vorhandene theoretische Erklärungsansätze für die Unterrepräsentanz zu systematisieren und die relevanten Ursachen in der Praxis zu identifizieren.
Welche methodische Vorgehensweise liegt zugrunde?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die durch die Auswertung empirischer Daten zur Frauenquote in DAX- und Top-200-Unternehmen ergänzt wird.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit Hindernissen wie Stereotypen, Unternehmenskulturen ("Think-Manager-Think-Male") und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Wie lässt sich die Arbeit anhand ihrer Keywords beschreiben?
Die Arbeit vereint Begriffe der Gleichstellungspolitik mit betriebswirtschaftlichen Themen wie Personalmanagement und Karrierewegen.
Welche Bedeutung hat das Führungspositionsgesetz (FüPoG) in dieser Arbeit?
Das Gesetz wird als politisches Instrument zur Steigerung des Frauenanteils kritisch bewertet – es zeigt positive Tendenzen, stößt jedoch an kulturelle und strukturelle Grenzen.
Was ist mit dem "Think-Manager-Think-Male"-Phänomen gemeint?
Dies beschreibt die Assoziation von Führungskompetenzen mit männlichen Attributen, wodurch Frauen oft als weniger passend für diese Rollen wahrgenommen werden.
Zeigen sich in DAX-Unternehmen andere Ergebnisse als im Marktdurchschnitt?
Ja, laut der Analyse in Kapitel 4 erweisen sich DAX-Unternehmen teilweise als Vorreiter, wobei die Fortschritte jedoch sehr langsam verlaufen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zu Mentoring-Programmen?
Mentoring wird als förderlich angesehen, darf aber nicht dazu führen, dass nur die Frauen "repariert" werden, statt die strukturellen Barrieren im System abzubauen.
- Quote paper
- Josephine Lusch (Author), 2021, Die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen. Ursachen und Erklärungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353299