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Hannah Arendts Politikbegriff in "Vita Activa". Deutungsmöglichkeiten und Problematisierung

Titel: Hannah Arendts Politikbegriff in "Vita Activa". Deutungsmöglichkeiten und Problematisierung

Hausarbeit , 2018 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Tom Brünner (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Gegenwart
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit unternimmt den Versuch einer Annäherung an Hannah Arendts Verständnis von Politik, so, wie es sich auf Grundlage ihres philosophischen Hauptwerks „Vita activa“ herleiten lässt. Aufgrund der mannigfaltigen begrifflichen und historischen Verstrickungen, die sich in diesem Buch zeigen, wird dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Vielmehr soll es um die Ausarbeitung von Grundzügen ihres Politikbegriffs gehen.

Der erste Teil der Arbeit setzt sich mit grundlegenden Rahmenbedingungen und Ankerpunkten ihrer Theorie auseinander und unternimmt dann eine an Arendts historischen Analysen orientierte Rekonstruktion der Tätigkeiten des Arbeitens und Herstellens, um dadurch den Kontext für ihr Politikverständnis zu erweitern. Schließlich verweist der erste Teil der Arbeit auf Arendts Hauptkritikpunkte, sowohl an der philosophischen Tradition in Bezug auf die Stellung der politisch bedeutsamen Tätigkeit des Handelns und Sprechens, als auch hinsichtlich der politischen Lage ihrer Gegenwart. Wobei besonderes Augenmerk auf die Konformismus-These, und weiterhin auf die Vorrangstellung des Arbeitens in der Moderne gelegt wird.

Dieser erst Teil der Hausarbeit versteht sich als Kontext gebend. So wird davon ausgegangen, dass seine Inhalte ein hinreichendes Fundament für die Ausarbeitung von Arendts Begriff von Politik abgeben. Im zweiten Teil sollen zunächst in vergleichender Weise, das heißt mit Hinblick auf die Tätigkeiten des Arbeitens und Herstellens, grundsätzliche Eigenheiten des Politikbegriffs aufgezeigt werden. Alsdann, wird der Begriff der Natalität als das wesentlich Zusammenhang stiftende Element zwischen Personalität und Politik expliziert. Im Verlaufe dieser Untersuchungen wird auf anthropologische und normative Annahmen, die diesem Verständnis zugrunde liegen, eingegangen. Vor diesem Hintergrund wird das Politikverständnis Arendts weiter erhellt, um anschließend gedeutet und kritisch diskutiert zu werden. Schließlich fassen die „Schlussbemerkungen“ wesentliche Kerngedanken zusammen und bemühen sich um eine Würdigung Arendts, als einer Denkerin, die durch ihre umfangreiche Kritik moderner Gesellschaften und die Entwicklung einer speziellen politischen Theorie für die öffentliche Geltung des Einzelnen gekämpft hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Teil - Kontextsetzung -

1.1 Kontext gebende Vorbemerkungen

1.2 Arbeiten und Herstellen

1.2.1 Die Unterscheidung zwischen Arbeiten und Herstellen

1.2.2 Problematisierung des Verhältnisses von Arbeiten und Herstellen

1.3 Die kritischen Aufhänger des Politikverständnis von Hannah Arendt

1.3.1 Umreißung der Kritik an der philosophischen Tradition

1.3.2 Umreißung der Kritik an der gegenwärtigen politischen Lage

1.4 Abschluss des ersten Teils – Zwischenbemerkung

Zweiter Teil - Hannah Arendts Politikbegriff -

2.1 Grundsätzliches zum Politikbegriff und vergleichende Bezüge zum Arbeiten und Herstellen

2.2 Der Zusammenhang von Personalität und Politik: Natalität

2.3 Weiterführende Bemerkungen zu Arendts Politikverständnis

2.4 Deutungsmöglichkeiten und Problematisierung des Arendtschen Politikbegriffs

2.5 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch einer Annäherung an das Politikverständnis von Hannah Arendt, basierend auf ihrem Hauptwerk „Vita activa“. Dabei werden die Grundzüge ihres Politikbegriffs herausgearbeitet und in den Kontext ihrer anthropologischen und normativen Annahmen sowie ihrer Kritik an modernen Gesellschaften gestellt.

  • Historische Rekonstruktion und kritische Analyse der Tätigkeiten des Arbeitens und Herstellens.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Personalität, Natalität und politischem Handeln.
  • Kritik an der zeitgenössischen politischen Lage und der Konformismus-Problematik.
  • Darstellung der antiken Polis als idealtypischem Bezugspunkt für Freiheit und politisches Handeln.
  • Reflexion über das Verhältnis von privatem Bereich und öffentlicher politischer Sphäre.

Auszug aus dem Buch

1.1 Kontext gebende Vorbemerkungen

Bevor der näheren Betrachtung der Tätigkeiten des Arbeitens und Herstellens nachgegangen wird, um damit ein Fundament für die Frage nach Arendts Politikverständnis zu geben, soll hier erst einmal ein grober Rahmen abgesteckt werden, in dem sich Hannah Arendts Untersuchungen bewegen.

Einleitend in ihr philosophisches Hauptwerk zeichnet sie naturwissenschaftliche Entwicklungen der Moderne nach, um dabei eine Zukunft zu antizipieren, die der Mensch womöglich gar nicht wollen kann. So benennt sie hier beispielsweise die Erfindung des Raumschiffs als ein Indiz dafür, dass sich der Mensch den Bedingungen seines Lebens entledigen, von der Erde in den Weltall steigen will. Weiterhin geht sie auf die faktisch gegebene Zerstörbarkeit der Erde durch die Erfindung der Atombombe ein, und verweist auf den Selbstoptimierungsdrang des Menschen. „Das Bestreben, >>dem Gefängnis der Erde<< und damit den Bedingungen zu entrinnen, unter denen die Menschen das Leben empfangen haben, ist am Werk in den Versuchen, Leben in der Retorte zu erzeugen oder durch künstliche Befruchtung Übermenschen zu züchten oder Mutationen zustande zu bringen, in denen menschliche Gestalt und Funktion radikal >>verbessert<< werden würden [...].“ Das Problem, auf dem Hannah Arendt hierbei insistiert, besteht in einer Art Verselbstständigung der Naturwissenschaften, und zwar auch in der Weise, dass ihre formelle Sprache sich immer mehr dem Zugriff des Menschen, und somit der Entscheidbarkeit entzieht: „Die Frage kann nur sein, ob wir unsere neue wissenschaftliche Erkenntnis und unsere ungeheuren technischen Fähigkeiten in dieser Richtung zu bestätigen wünschen [...]“, und Arendt nennt dies eine „[...] politische Frage ersten Ranges [...]“.

Eine andere Schwierigkeit der Moderne sieht sie in der Ausbreitung der Automation in Arbeitsprozessen: Diese erweckt nach Arendt zwar zunächst den Schein, als handele es sich dabei um die seit Menschengedenken ersehnte Befreiung des Menschen von den Notwendigkeiten des Lebens. Allerdings ist sie ein Phänomen innerhalb der Arbeitsgesellschaft der Neuzeit, welche auf einer >>Verherrlichung der Arbeit<< gegründet ist, und daher keineswegs zur Befreiung des Menschen einen Beitrag leistet. Denn „[...] diese Gesellschaft kennt kaum noch vom Hörensagen die höheren und sinnvolleren Tätigkeiten, um deretwillen die Befreiung sich lohnen würde.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in die Zielsetzung ein, Hannah Arendts Politikbegriff durch eine historische und philosophische Kontextualisierung ihrer Tätigkeitsbegriffe in der „Vita activa“ zu erschließen.

1.1 Kontext gebende Vorbemerkungen: Dieses Kapitel skizziert die moderne Problemlage, insbesondere durch technologische Entwicklungen und die Ausbreitung der Automation, welche Arendts Kritik an der Arbeitsgesellschaft begründen.

1.2 Arbeiten und Herstellen: Es wird der Fokus auf die Unterscheidung zwischen Arbeiten und Herstellen gelegt, wobei die problematische "Verherrlichung der Arbeit" in der Neuzeit kritisch beleuchtet wird.

1.3 Die kritischen Aufhänger des Politikverständnis von Hannah Arendt: Dieses Kapitel analysiert Arendts Kritik an der philosophischen Tradition, die Politik gegenüber der Kontemplation abgewertet hat, sowie ihre Diagnose der aktuellen politischen Konformität.

1.4 Abschluss des ersten Teils – Zwischenbemerkung: Ein Resümee der bisherigen Ausführungen, das den Übergang zur detaillierten Untersuchung des Politikbegriffs im zweiten Teil vorbereitet.

2.1 Grundsätzliches zum Politikbegriff und vergleichende Bezüge zum Arbeiten und Herstellen: Hier wird die antike Polis als Maßstab für den politischen Raum eingeführt und vom privaten Haushalt abgegrenzt.

2.2 Der Zusammenhang von Personalität und Politik: Natalität: Dieses Kapitel entfaltet den Begriff der Natalität als elementare Bedingung für politisches Handeln und die Einzigartigkeit des Menschen.

2.3 Weiterführende Bemerkungen zu Arendts Politikverständnis: Vertiefung der anthropologischen Begründung menschlichen Handelns und dessen Verankerung in einer politischen Öffentlichkeit.

2.4 Deutungsmöglichkeiten und Problematisierung des Arendtschen Politikbegriffs: Kritische Reflexion über die Anwendbarkeit von Arendts Theorie auf moderne demokratische Strukturen und die Differenzierung politischer Handlungsfelder.

2.5 Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der Kernthesen der Arbeit sowie die Einordnung Arendts als Kritikerin moderner Gesellschaften, die an der Bedeutung des Einzelnen festhält.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Vita activa, Politikbegriff, Arbeiten, Herstellen, Handeln, Pluralität, Natalität, moderne Arbeitsgesellschaft, politische Öffentlichkeit, Konformismus, Freiheit, Personalität, antike Polis, menschliche Existenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der grundlegenden Herleitung und Ausarbeitung des Politikbegriffs von Hannah Arendt, insbesondere im Kontext ihres Hauptwerks „Vita activa“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die menschlichen Tätigkeiten des Arbeitens, Herstellens und Handelns, die Bedeutung der antiken Polis, die Kritik an modernen, konformistischen Gesellschaften sowie die philosophische Verankerung politischer Freiheit.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, durch eine historische Kontextualisierung und eine Analyse der Tätigkeitsbegriffe Arendts ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, was „Politik“ bei ihr bedeutet und wie diese Einzigartigkeit den Menschen definiert.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutische und kritisch-analytische Methode, welche Arendts philosophische Texte mit historischer Kritik und phänomenologischen Ansätzen in Bezug setzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Bedingungen des Arbeitens und Herstellens beleuchtet, Arendts Kritik an der philosophischen Tradition diskutiert und anschließend ihr eigener Politikbegriff durch die Konzepte der Natalität und Pluralität unterfüttert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Vita activa, Natalität, Pluralität, politisches Handeln, moderne Arbeitsgesellschaft und die Einzigartigkeit des Individuums.

Wie unterscheidet Arendt zwischen Arbeiten und Herstellen?

Das Arbeiten ist nach Arendt an den reproduktiven Lebensprozess gebunden, während das Herstellen künstliche Gegenstände erschafft, die dem Menschen eine beständige Welt und ein Zuhause bieten.

Was bedeutet die „Natalität“ für das Politikverständnis?

Natalität bezeichnet die menschliche Eigenschaft, durch Geburt einen Anfang in die Welt zu bringen; sie ist die anthropologische Basis dafür, dass Menschen handeln können und fähig sind, Neues zu erschaffen.

Inwieweit lässt sich Arendts Politikbegriff auf die Gegenwart anwenden?

Die Arbeit problematisiert die Konformität in modernen Gesellschaften und zeigt auf, dass Arendts Fokus auf die „Bühne der Welt“ und politisches Handeln einen bewussten Gegenentwurf zur Verwaltung von Interessen darstellt.

Warum spielt die antike Polis eine so wichtige Rolle für Arendt?

Die antike Polis dient Arendt als idealtypischer Ort, an dem politisches Handeln und Sprechen unabhängig von materiellen Notwendigkeiten als Ausdruck von Freiheit und Einzigartigkeit stattfinden können.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hannah Arendts Politikbegriff in "Vita Activa". Deutungsmöglichkeiten und Problematisierung
Hochschule
Universität Kassel  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Arendt: "Vita activa" und "Das Denken"
Note
1,0
Autor
Tom Brünner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
30
Katalognummer
V1353383
ISBN (PDF)
9783346862273
ISBN (Buch)
9783346862280
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hannah Arendt Politische Philosophie Politische Theorie Politikbegriff Philosophie des 20. Jahrhunderts Vita activa Vom tätigen Leben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Brünner (Autor:in), 2018, Hannah Arendts Politikbegriff in "Vita Activa". Deutungsmöglichkeiten und Problematisierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353383
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Leseprobe aus  30  Seiten
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