Dieses Essay beschäftigt sich mit dem "Interview" als Forschungsgegenstand. Es zeigt auf, welche Punkte bei der Erstellung eines Interviewleitfadens oder eines Fragebogens wichtig sind und reflektiert zudem mein eigenes Vorgehen bei der Erstellung meines Interviewleitfadens.
Das Interview wird sehr oft von Sozialwissenschaftlern, Psychologen und vielen anderen Disziplinen in der Praxis und der Lehre für Forschungszwecke verwendet. Es ist für viele das zentrale Werkzeug und wird darum sehr häufig verwendet (. Aus diesem Grund wird von der interviewenden Person erwartet, dass er oder sie ein geeignetes Interviewleitfaden oder einen geeigneten Fragebogen konstruiert und verwendet. Oftmals ist es viel schwieriger als man denkt. Man muss nämlich viele verschiedene Faktoren beachten. Vor allem die Formulierung der Fragen stellt oft ein Problem dar, welches viele Forscher/innen zu Beginn nicht bedenken. Diese müssen nämlich passend formuliert sein, sodass die interviewte Person möglichst optimal darauf antwortet. Denn nicht alle Formulierungen eignen sich für Interviews und Fragebögen. Bestimmte Formulierungsarten könnten das Antwortverhalten der interviewten Person verändern oder sogar verfälschen. Aus diesem Grund sollte man sich bei der Formulierung der Fragen für einen Leitfaden viel Zeit lassen und sich Gedanken machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Idealfall
3. Mein Leitfaden – Reflexion
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Dieses Essay hat das Ziel, die zentralen Herausforderungen und Qualitätskriterien bei der Formulierung von Interviewfragen und Fragen für Fragebögen zu beleuchten sowie das eigene methodische Vorgehen bei der Erstellung eines Interviewleitfadens kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen der Frageformulierung für Forschungsinstrumente
- Unterscheidung und Anwendung von offenen und geschlossenen Fragen
- Kriterien für Verständlichkeit und syntaktische Struktur
- Vermeidung von Suggestivfragen und Doppelfragen
- Selbstreflexion des eigenen Leitfaden-Designs
Auszug aus dem Buch
2. Idealfall
Es ist vor allem sehr wichtig, die Fragen an die Aufgabenstellung und Fragestellung anzupassen (Thielsch, Lenzner & Melles, 2012). Recherchen zu bereits vorhandener Forschung und Leitfäden kann dabei behilflich sein. Auch Ziele und Zielgruppen sollten dabei beachtet werden.
Besonders wichtig ist es, die Fragen nach dem Verständnisniveau der Interviewten zu gestalten. Die Sprache und Schwierigkeit der Fragen sollen demnach an das Sprach- und Bildungsniveau der Befragten angepasst werden. Es soll vermieden werden, dass die Probanden die Fragen falsch verstehen oder sie aufgrund von Verständnisproblemen gar nicht beantworten können. Außerdem sollte man versuchen, an die Erfahrungen der Probanden anzuknüpfen. Denn so ist es einfacher für die interviewte Person von einer bestimmten Erfahrungssituation zu berichten als allgemein über ein Thema zu erzählen.
Zudem sollte man auch in Betracht nehmen ob es mehr Sinn macht geschlossene oder offene Fragen zu formulieren. In Fragebögen bietet es sich an, geschlossene Fragen zu verwenden. Wohingegen man bei qualitativen Interviews oftmals darauf achten sollte, die Fragen so offen wie möglich zu formulieren. Dadurch kann sich der Befragte offen äußern. Dies hängt aber natürlich auch von der Fragestellung ab. In manchen Fällen bietet es sich sogar eher an geschlossene Fragen zu formulieren. In Explorationsphasen jedoch bietet es sich eher an, offene Fragen zu formulieren. So hat der Befragte keine Antworten vorgegeben und erzählt ohne Vorgaben mit eigenen Worten. Denn durch Antwortvorgaben könnte es dazu kommen, dass nicht das ganze Antwortspektrum erfasst wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Relevanz von Interviews für wissenschaftliche Zwecke und benennt die Problematik einer präzisen Frageformulierung als zentrale Hürde für Forschende.
2. Idealfall: In diesem Kapitel werden theoretische Qualitätskriterien für die Konstruktion von Fragebögen und Leitfäden erläutert, darunter Sprachniveau, Fragetypen und strukturelle Anforderungen.
3. Mein Leitfaden – Reflexion: Der Autor reflektiert das eigene Vorgehen bei der Erstellung eines Interviewleitfadens und identifiziert kritische Fehler bei der Anwendung der zuvor genannten Kriterien.
4. Schluss: Dieses Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont den Lerneffekt durch die praktische Fehlerreflexion für zukünftige Forschungsvorhaben.
Schlüsselwörter
Interviewleitfaden, Fragebogen, Frageformulierung, qualitative Interviews, offene Fragen, geschlossene Fragen, Suggestivfragen, Doppelfragen, verständliche Sprache, Forschungsdesign, Interviewqualität, Reflexion, Methodenlehre, Antwortverhalten, Befragung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Anforderungen und praktischen Schwierigkeiten bei der Erstellung von Interviewleitfäden und Fragebögen zur Datenerhebung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die sprachliche Gestaltung von Fragen, die Auswahl zwischen offenen und geschlossenen Formaten sowie strukturelle Empfehlungen zur Vermeidung von Antwortfehlern.
Was ist das primäre Ziel des Essays?
Das primäre Ziel ist es, die Kriterien für eine gute Frageformulierung darzulegen und diese anhand einer persönlichen Erfahrung bei der Erstellung eines Leitfadens zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoriegeleitete Reflexion der eigenen Forschungspraxis unter Einbeziehung relevanter sozialwissenschaftlicher Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie Fragen an die Zielgruppe angepasst werden, wie man Verzerrungen durch Suggestiv- oder Doppelfragen vermeidet und wie die Strukturierung zum Erfolg der Befragung beiträgt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Interviewleitfaden, Frageformulierung, qualitative Forschung, Reflektion der Befragungspraxis und methodische Fehlervermeidung.
Warum spielt die persönliche Reflexion des Autors eine so wichtige Rolle?
Die Reflexion zeigt auf, dass der Transfer von theoretischem Wissen in die praktische Anwendung oft Hürden birgt, die selbst erfahrenen Forschenden zu Beginn begegnen.
Welche konkreten Konsequenzen zieht der Autor aus der Reflexion?
Der Autor plant, bei zukünftigen Arbeiten die Fragestellung systematischer vom Allgemeinen zum Speziellen aufzubauen und verstärkt auf die Vermeidung von Doppelfragen und Verständnisbarrieren zu achten.
- Arbeit zitieren
- Nesrin Bilgili (Autor:in), 2020, Formulierung von Interviewfragen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353713