Die „Krakauer Zeitung“ hatte zweierlei Aufgaben zu erfüllen: „Einmal als Ausdruck der deutschen Macht und Führung im polnischen Volkstum, zum anderen in ihrem Wert als tägliches Sprachohr für alle Deutschen, die hier schaffen und wirken“. Mit anderen Worten: Dem nationalsozialistischen Regime ging es in erster Linie darum, deutsche Stärke, Totalität und Überlegenheit auch im Pressesektor zu demonstrieren und die deutsche Herrschaft zu legitimieren. Sie soll ein „steter und eindringlicher Mahner sein für jene, die einmal in die Gefahr geraten sollten, weich zu werden und über die Nöte eines zu beherrschenden Volkes die Lebensnotwendigkeiten der eigenen Nation zu vergessen.“ Ihre endgültige Aufgabe bestand darin, „ein Spiegelbild des Lebens zu liefern, das nun im Zeichen der deutschen Führung zum Vorschein kommt“.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Charakteristik der „Krakauer Zeitung“
2. Form der „Krakauer Zeitung“
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die „Krakauer Zeitung“ als zentrales Propagandainstrument der nationalsozialistischen Besatzungsmacht im Generalgouvernement zwischen 1939 und 1945, wobei die strukturelle Beschaffenheit, die publizistische Zielsetzung sowie die ideologische Ausrichtung des Blattes untersucht werden.
- Historische Einordnung der „Krakauer Zeitung“ als deutschsprachiges Tagesblatt.
- Analyse der Zielgruppen und der propagandistischen Funktion des Mediums.
- Untersuchung der inhaltlichen Gewichtung und Darstellungsformen (Nachrichten, Leitartikel, Fotos).
- Bewertung der publizistischen Strategien zur Festigung deutscher Herrschaftsansprüche.
- Darstellung des Verhältnisses zwischen der Zeitung und der einheimischen Bevölkerung.
Auszug aus dem Buch
1. Allgemeine Charakteristik der „Krakauer Zeitung“
„Krakauer Zeitung“ war ein 1939 von den nationalsozialistischen Besatzern im Generalgouvernement gegründetes Tagesblatt. Bereits zwei Monate nach dem deutschen Überfall auf Polen nahmen die Pläne zur Einrichtung einer deutschsprachigen Tageszeitung im Generalgouvernement ganz konkrete Formen an. Zum ersten Mal erschien sie am zwölften November 1939, und die letzte Nummer der Tageszeitung wurde am siebzehnten Januar 1945 veröffentlicht. Sie war im ganzen Krakauer Distrikt von Dienstag bis Sonntag mit Ausnahme von Feiertagen zu erreichen. Der Umfang der „Krakauer Zeitung“ war unterschiedlich und schwankte zwischen vier und zwanzig Seiten. Die Gesamtauflage betrug zwischen 50 000 und 160 000 Exemplaren täglich.
Im allgemeinen lässt sich feststellen, dass sich die Zeitungsredakteure auf ganz bestimmte Themen beschränkten, zu denen Kultur, Unterhaltung, Wirtschaft, Sport, vor allem aber Politik gehörten. Einen wesentlichen Teil der Zeitung bildeten auch Werbung und Bekanntmachungen. Überdies sorgte die „Krakauer Zeitung“ auch für propagandistisch gefärbte aktuelle Nachrichten aus der ganzen Welt. Wenn es um die Zielgruppe der Herausgeber der „Krakauer Zeitung“ geht, müssen hier hauptsächlich Soldaten und zur Besatzungsverwaltung aus dem gesamten „Großdeutschen Reich“ delegierte Angestellte erwähnt werden. Als Leser kamen noch Angehörige der SS- und Polizeitruppen, der Besatzungsbehörden und deutscher Unternehmen im Generalgouvernement in Frage, aber auch einheimische Deutsche sowie Polen mit Deutschkenntnissen. Mit Blick auf die polnische Bevölkerung gingen die Propagandisten allerdings davon aus, dass ziemlich viele mangels einer anspruchsvollen muttersprachlichen Tagespresse zu deutschen Blättern greifen werden und zwar vor allem zur „Krakauer Zeitung“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Charakteristik der „Krakauer Zeitung“: Dieses Kapitel erläutert die Gründungsgeschichte, den Erscheinungszeitraum, die Zielgruppen und die ideologische Hauptaufgabe der Zeitung als Propagandainstrument im besetzten Polen.
2. Form der „Krakauer Zeitung“: Dieser Abschnitt beschreibt den formalen Aufbau des Blattes, die dominierenden Darstellungsformen sowie die thematische Gewichtung der Inhalte im Kontext der nationalsozialistischen Pressepraxis.
Schlüsselwörter
Krakauer Zeitung, Generalgouvernement, Nationalsozialismus, Besatzungspresse, Propaganda, NS-Besatzung, Kriegführung, deutsche Herrschaft, Publizistik, Medienanalyse, politische Berichterstattung, 1939-1945.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Charakteristik und der Rolle der „Krakauer Zeitung“ während der deutschen Besatzung Polens im Zweiten Weltkrieg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Entstehung der Zeitung, ihre propagandistische Funktion, ihren formalen Aufbau und ihre Bedeutung für die nationalsozialistische „geistige Kriegführung“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Blatt als Instrument der Machtdemonstration und der Beeinflussung des fremdvölkischen Elements durch die Besatzer eingesetzt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur zur NS-Besatzungspresse basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die allgemeine Charakterisierung des Blattes inklusive seiner Zielgruppen sowie eine detaillierte Analyse der Form, der Darstellungsstile und der inhaltlichen Prioritäten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Krakauer Zeitung, Generalgouvernement, Propaganda, NS-Besatzungspresse und politische Instrumentalisierung der Medien.
Warum war die „Krakauer Zeitung“ für die Besatzer so wichtig?
Das Blatt diente als Symbol deutscher Kraft und als zentrales Sprachrohr zur Legitimierung der deutschen Herrschaft gegenüber dem Besatzungsapparat und der Bevölkerung.
Welche Rolle spielten Fotografien in der Zeitung?
Neben dekorativen Aspekten hatten Fotografien primär eine appellative, propagandistische Funktion, um das Kriegsgeschehen im Sinne der deutschen Führung darzustellen.
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- Radoslaw Lis (Autor), 2009, Die „Krakauer Zeitung“ – Charakteristik der deutschsprachigen Presse im besetzten Polen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135377