Eine der durch das nationalsozialistische Regime betroffenen Institutionen war das Pressewesen. Ein zentraler Begriff in der Betrachtung der deutschen Medien im Dritten Reich war die „Gleichschaltung“ (auf der rechtlich-institutionellen, wirtschaftlichen und inhaltlichen Ebene). Die Presse im Dritten Reich wurde instrumentalisiert und verbreitete die menschenverachtenden Inhalte des Regimes um Adolf Hitler. Aus nationalsozialistischer Sicht war sie ein Propagandainstrument von überragender Bedeutung, dessen möglichst weit reichende Verbreitung im Interesse von Staat und Partei lag. Die Journalisten sah man nur noch als „Empfänger, Ausführer und Überbringer [...] der ihnen servierten Gedanken“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Pressewesen im nationalsozialistischen Regime
3. Presse als ein Massenbeeinflussungsmittel
4. Anweisungen des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Rolle der Presse als zentrales Instrument der nationalsozialistischen Propaganda und analysiert, wie das Regime durch gezielte Steuerung der Medien und sprachliche Manipulation die öffentliche Meinung im Sinne seiner Ideologie beeinflusste.
- Die systematische Gleichschaltung der deutschen Medienlandschaft.
- Die Funktion der Presse als Massenbeeinflussungsmittel.
- Der Einfluss des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda auf die Nachrichtengebung.
- Die manipulative Wirkung von Sprache als Mittel der Verhaltenssteuerung.
- Der Übergang zur Information als Waffe im sogenannten Informationskrieg.
Auszug aus dem Buch
3. Presse als ein Massenbeeinflussungsmittel
Die Presse sollte nicht nur informieren, sondern auch instruieren. Goebbels betonte immer wieder, die öffentliche Meinung sei das Ergebnis einer willensmäßigen Beeinflussung, die Presse sei ein bedeutsames Massenbeeinflussungsmittel, dessen sich die Regierung in ihrer verantwortlichen Arbeit bediene, sozusagen ein Klavier, auf dem die Regierung spielen könne. Anders gesagt lag die sprachliche Funktion der Presse nicht darin, Eigenes zu prägen, sondern Vorgeformtes zu verbreiten. Deshalb sei sie als „die langen Arme“ der Politiker zu betrachten. Ganz offensichtlich wollte der Propagandaminister mit Unterstützung der Presse das Bewusstsein zahlreicher Bürger manipulieren. Ihr Verhalten sollte mittels der entsprechenden sprachlichen Werkzeuge auf Hass, Angst u. Ä. umgestimmt werden, damit sie zum einen die Machttaten des Regimes anerkennen, und zum anderen ein gewisses Zusammengehörigkeitsgefühl finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Einschnitt des Nationalsozialismus in die Geschichte der deutschen Presse und definiert die Zielsetzung, die Presse als Instrument der Indoktrination zu betrachten.
2. Das Pressewesen im nationalsozialistischen Regime: Dieses Kapitel erläutert die "Gleichschaltung" als zentralen Mechanismus und beschreibt die vollständige Kontrolle über die Medien durch das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda.
3. Presse als ein Massenbeeinflussungsmittel: Hier wird analysiert, wie die Regierung die Presse zur Manipulation des öffentlichen Bewusstseins und zur Steuerung des Bürgerverhaltens einsetzte.
4. Anweisungen des Ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda: Dieses Kapitel thematisiert die Zensurpraxis und die strikten Vorgaben des Ministeriums bezüglich des "Was" und "Wie" der journalistischen Berichterstattung.
5. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass das NS-Regime die Medien zur Kriegswaffe umfunktionierte und einen neuen "Informationskrieg" etablierte.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Pressewesen, Gleichschaltung, Propaganda, Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, Joseph Goebbels, Medienmanipulation, Massenbeeinflussung, Indoktrination, Informationskrieg, Zensur, Pressefreiheit, Sprachlenkung, Zweiter Weltkrieg, Dritte Reich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Funktion und Instrumentalisierung der Presse durch das nationalsozialistische Regime zwischen 1933 und 1945.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themen umfassen die Gleichschaltung der Medien, die Rolle von Joseph Goebbels, die Zensur sowie die gezielte sprachliche Manipulation zur Steuerung der öffentlichen Wahrnehmung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie das NS-Regime die Presse als Propagandainstrument nutzte, um die Bevölkerung ideologisch auszurichten und militärische Ziele zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der historische Dokumente und fachwissenschaftliche Studien zum Thema NS-Presse ausgewertet werden.
Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Kontrolle der Presse durch staatliche Institutionen, der Propagandatätigkeit und der Bedeutung der Sprache als Manipulationswerkzeug.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Kern der Analyse?
Zentrale Begriffe sind Gleichschaltung, Propaganda, Instrumentalisierung, Manipulation und Informationskrieg.
Welche Rolle spielte das "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" konkret?
Das Ministerium fungierte als zentraler Filter, der durch Anweisungen, Zensur und die Berliner Pressekonferenz die Nachrichtengebung im gesamten Deutschen Reich steuerte.
Wie definiert der Autor das Konzept des "Informationskrieges" im Kontext der NS-Zeit?
Der Begriff beschreibt den Übergang der Medienberichterstattung von der reinen Information hin zur strategischen Verbreitung von Desinformation, um das öffentliche Meinungsbild aktiv zu manipulieren.
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- Radoslaw Lis (Author), 2009, Presse als Mittel nationalsozialistischer Propaganda, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135380