F&E-Tätigkeiten sind sowohl zeit- als auch kostenintensiv. Um diese Herausforderungen überwinden zu können, ist “Outsourcing” eine der möglichen Lösungen. Einige Firmen, die “Outsourcing” gemacht haben, sind zum Beispiel Microsoft, Acer, IBM und Toyota.
Diese Methode hat ihre Vor- und Nachteile beziehungsweise Potenziale und Probleme, zum Beispiel sie ermöglicht den Outsourcing-Auftraggebern Rund-Um-Die-Uhr-Arbeiten, Zugang auf neue Wissensquellen und die schnellere Entwicklung neuer Produkte aber sie kann auch die Outsourcing-Auftraggeber durch Aneignung-Risiko, Informationsasymmetrie sowie gescheiterte Integration der “outsourced” Bereiche gefährden.
Um die guten Potenziale auszuschöpfen und gleichzeitig die schädlichen Wirkungen zu vermeiden, sollen F&E-Tätigkeiten gut gesteuert werden, unter anderem durch das richtige Entscheidung-Treffen, welche Bereiche zu Hause entwickelt werden sollen und welche als Outsourcing-Aufträge an Dritten gegeben werden sollen, das Kombinieren von internen und externen F&E-Aktivitäten und trotz Outsourcing tiefgreifende-Kenntnisse in den "outsourced" Bereichen zu behalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorteile bzw. Potenziale von Outsourcing
3. Nachteile bzw. Probleme beim Outsourcing
4. Maßnahmen zum Umgang mit Outsourcing
5. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die strategische Relevanz von Outsourcing-Prozessen im Bereich Forschung und Entwicklung (F&E). Dabei werden einerseits die Potenziale zur Effizienzsteigerung und Wissenserweiterung analysiert, andererseits wird kritisch beleuchtet, welche Risiken hinsichtlich Kontrollverlust und Wissensabfluss bestehen, um daraus konkrete Steuerungsempfehlungen abzuleiten.
- Definition und Abgrenzung von F&E-Aktivitäten
- Strategische Vorteile von Outsourcing in der Technologieentwicklung
- Identifikation und Analyse der Risiken beim F&E-Outsourcing
- Strategien und Entscheidungshilfen für ein erfolgreiches F&E-Outsourcing-Management
Auszug aus dem Buch
3. Nachteile bzw. Probleme beim Outsourcing
In der Realität laufen F&E-Outsourcing-Bemühungen nicht einwandfrei. Mögliche Probleme sind unter anderem:
● Das Aneignung-Risiko, das als “unangemessene Nutzung oder Abänderung der übertragenen Technologie und des übertragenen Wissens, die im Vertrag nicht vorgesehen ist und dem Auftraggeber Schaden zufügt” definiert ist. Dies kann in zwei Szenarien geschehen:
○ Der Outsourcing-Auftragnehmer kann seine entwickelten Technologien/Produkten/Dienstleistungen an die Konkurrenten des Outsourcing-Auftraggeber zur Verfügung stellen, was zwischen IBM und Intel der Fall gewesen ist. Intel hat Compaq 1986 dabei geholfen, IBM den Rang abzulaufen, als Compaq den ersten PC auf der Basis des Intel-Mikroprozessors 80386 vorgestellt hat, der eine Verbesserung gegenüber den früheren Generationen von Mikroprozessoren war, die in IBM- und IBM-kompatiblen Maschinen verwendet worden ist.
○ Der Outsourcing-Auftragnehmer kann die entwickelten Technologien/Produkten/Dienstleistungen der Outsourcing-Auftraggeber nachmachen und künftig sich als ein Konkurrent des Outsourcing-Auftraggebers entwickeln. Microsoft hat sich an der Entwicklung von IBMs Betriebssystem “OS/2” beteiligt, aber gleichzeitig auch an seinem eigenen Betriebssystem “Windows” gearbeitet und sogar manche Kodierungen für “Windows” von seiner Arbeit an IBM OS/2 übernommen.
● Die Schwierigkeit bei der Integration von den “outsourced” Bereichen zum eigenen Geschäft, besonders wenn der Outsourcing-Auftraggeber keine Vorkenntnisse in diesen Bereichen hat.
● Informationsasymmetrie zwischen dem Outsourcing-Auftraggeber und dem Outsourcing-Auftragnehmer, die zu den unten angegebenen moralischen Fehlverhalten führen kann:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert F&E-Tätigkeiten nach OECD-Standards und führt in die Problematik ein, warum Unternehmen F&E-Grenzen öffnen und externe Ressourcen durch Outsourcing erschließen.
2. Vorteile bzw. Potenziale von Outsourcing: Erläutert die strategischen Vorteile wie Zeitersparnis durch globale Rund-um-die-Uhr-Arbeiten, Zugang zu externes Wissen und Beschleunigung von Innovationszyklen anhand praktischer Beispiele.
3. Nachteile bzw. Probleme beim Outsourcing: Analysiert die Risiken, insbesondere Aneignung-Risiken, Integrationsschwierigkeiten bei mangelndem Vorwissen und die Gefahren durch Informationsasymmetrie zwischen den Partnern.
4. Maßnahmen zum Umgang mit Outsourcing: Stellt Lösungsansätze vor, wie das Treffen korrekter Make-or-Buy-Entscheidungen mittels Matrix-Analysen sowie die aktive Kombination von internen und externen Ressourcen unter Wahrung von Kernkompetenzen.
5. Fazit: Fasst zusammen, dass F&E-Outsourcing bei korrekter Steuerung ein mächtiges Werkzeug zur Effizienzsteigerung ist, jedoch ein bewusstes Wissensmanagement erfordert, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Outsourcing, Forschung und Entwicklung, F&E, Technologie-Erwerb, Joint R&D, Beauftragte F&E, Aneignung-Risiko, Informationsasymmetrie, Wissensmanagement, Kernkompetenzen, Innovationsstrategie, Integrationsschwierigkeiten, Wettbewerbsposition, Wissensquelle, Technologietransfer.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategischen Potenziale und die spezifischen Herausforderungen von Outsourcing-Prozessen innerhalb des Bereichs Forschung und Entwicklung (F&E).
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den drei Wegen des F&E-Outsourcing, den Vorteilen (wie Zeit – und Wissensgewinn) und den damit verbundenen Risiken wie Aneignung oder Kontrollverlust.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen Outsourcing nutzen können, um ihre Innovationskraft zu steigern, während sie gleichzeitig die schädlichen Wirkungen durch geeignete Management-Maßnahmen minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse wissenschaftlicher Literatur und der Auswertung von Fallbeispielen aus der Wirtschaft (z.B. Microsoft, IBM, Toyota) zur Illustration der theoretischen Konzepte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Potenziale und Chancen von Outsourcing, die kritische Diskussion der damit verbundenen Probleme und schließlich in praxiserprobte Lösungsansätze zur Steuerung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind F&E, Outsourcing, Wissensmanagement, Aneignung-Risiko, Innovationsprozess, Strategische Steuerung, Informationsasymmetrie und Kernkompetenz.
Welches Beispiel wird für das Aneignung-Risiko angeführt?
Die Arbeit beschreibt den Fall von IBM und Intel, bei dem Intel durch die Zusammenarbeit seine Stellung als Zulieferer nutzte, um IBMs Marktposition durch Unterstützung des Konkurrenten Compaq zu schwächen.
Warum ist das Behalten von tiefgreifenden Kenntnissen trotz Outsourcing wichtig?
Die Arbeit verdeutlicht, dass der Auftraggeber ohne eigene tiefgreifende Kenntnisse die Ergebnisse der beauftragten Forschung nicht effektiv kontrollieren oder in das eigene Geschäft integrieren kann.
- Arbeit zitieren
- Christian Yonathan Wiratmo (Autor:in), 2022, Outsourcing in Forschung und Entwicklung. Potenziale & Steuerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1353808