Die Schulzeit der meisten Schüler korreliert in erster Linie mit der Zeit eines heranwachsenden Kindes zu einem erwachsenen Menschen. In dieser Zeit treten grundlegende Prozesse ein, welche die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes bzw. Jugendlichen maßgeblich beeinflussen. Im Umkehrschluss kommt dabei natürlich der Schule eine nicht unerhebliche Bedeutung zu, da die Schüler in der Phase des Heranwachsen hier die meiste Zeit verbringen und damit eine Vielzahl an Faktoren auf den parallel stattfinden Sozialisationsprozess Einfluss haben.
Die vorliegende Arbeit behandelt diese Problematik und geht dabei der Frage nach, welche Auswirkungen die Institution Schule auf die Sozialisierung eines heranwachsenden Menschen haben kann. Dazu wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit zunächst der Begriff der Sozialisation definiert und abgegrenzt, um anschließend zwei klassische Theorien der Sozialisation darstellen zu können. Im dann nachfolgenden Kapitel wird die Sozialisation auf eine institutionelle Ebene herunter gebrochen. Dazu wird in einem ersten Schritt erklärt, was unter einer Institution zu verstehen ist, um abschließend die Schule inklusive ihrer Merkmale und Bedeutung in diesen institutionellen Rahmen einbetten zu können. Das vierte Kapitel fügt anschließend die Ideen und
Konzepte der ersten beiden Kapitel zusammen, und stellt dar, wie Sozialisation und Schule verbunden sind. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der zuvor herausgearbeiteten Aspekte, so dass die Frage der Sozialisation und ihrer Bedeutung im Rahmen der Schule im Umfang dieser Arbeit beantwortet werden kann.
Inhaltsverzeichnis der Arbeit
1 Einleitung
2 Der Begriff der Sozialisation – Seine Entstehung und Bedeutung
2.1 Definition und historische Entwicklung der Sozialisation
2.2 Überblick über ausgewählte Sozialisationstheorien
2.2.1. Emile Durkheim
2.2.2. Talcott Parsons
3 Die Schule als wichtige Institution in der heutigen Zeit
3.1 Definition von Institution
3.2 Die Schule als Institution und ihre Bedeutung
4 Sozialisation in der Schule
4.1 Interaktionen in der Schule
4.2 Schulbelastungen und ihre Auswirkungen
5 Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Institution Schule auf die Sozialisation heranwachsender Menschen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie schulische Bedingungen die Persönlichkeitsentwicklung beeinflussen und welche Rolle dabei institutionelle Strukturen und soziale Interaktionen spielen.
- Grundlagen und historische Entwicklung des Sozialisationsbegriffs
- Klassische Sozialisationstheorien nach Durkheim und Parsons
- Strukturelle Analyse der Schule als soziale Institution
- Interaktionsprozesse zwischen Schülern und Lehrern
- Schulbelastungen, Schulangst und ihre Folgen
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition und historische Entwicklung der Sozialisation
Der Begriff der Sozialisation wird auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgeführt und ist mit damaligem Verständnis definierbar als „to render social, to make fit for living in society“2. Mit dem Blick der heutigen Wissenschaft auf den Begriff der Sozialisation kann diese verstanden werden, als ein Prozess der Entstehung und Entwicklung einer menschlichen Persönlichkeit in Abhängigkeit und Auseinandersetzung mit dem vorliegenden sozialen und dinglich materiellen Umfeld.3 Dies bedeutet, dass sich ein Mensch durch die Sozialisation und das ihn umgebende Umfeld mit der Zeit zu einer eigenständig handelnden Persönlichkeit entwickelt. Dabei ist die Sozialisation abhängig von der zu diesem bestimmten Zeitpunkt entwickelten Gesellschaft, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Sozialisation ausübt. Demnach spielt sich die Sozialisation einer menschlichen Persönlichkeit auf unterschiedlichen, aber nicht trennscharfen Ebenen ab (vgl. Abbildung 1).
„Wenn Soziologen versuchen, Situationen unseres Alltags zu verstehen und zu analysieren, dann versuchen sie, die Situationen in einen größeren, überindividuellen Zusammenhang zu stellen. Indem Soziologen das Individuum, das es – per definitionem – als isoliertes Wesen gar nicht gibt, immer als ein soziales Wesen zu begreifen, suchen sie nach überindividuellen Einflussgrößen und Ausprägungen von dessen Lebensweise.“5 Der Mensch ergibt sich nicht durch Passivität dem Schicksal seiner persönlichen Entwicklung, sondern gestaltet diesen Entwicklungsprozess von Beginn an aktiv mit. Er eignet sich Kenntnisse und Fähigkeiten an, handelt nach Regeln und Vorschriften, besitzt Auffassungen und Gewohnheiten, kurz gesagt, er handelt nach und in einer bestimmten Kultur, welche von der Gesellschaft an ihn herangetragen wird. Auf diesem Wege spielt sich Sozialisation ab, in dem die bereits vorhandene Kultur von Generation zu Generation und damit auch von Individuum zu Individuum weitergegeben und übertragen wird. Die menschliche Persönlichkeit, die eigene Identität, entwickelt sich aus der Interaktion mit anderen Menschen und der Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Schulzeit als Sozialisationsphase ein und umreißt die Forschungsfrage nach den Auswirkungen der Schule auf den Heranwachsenden.
2 Der Begriff der Sozialisation – Seine Entstehung und Bedeutung: Dieses Kapitel definiert Sozialisation als lebenslangen Prozess der Persönlichkeitsentwicklung und stellt die soziologischen Theorien von Durkheim und Parsons vor.
3 Die Schule als wichtige Institution in der heutigen Zeit: Hier wird der Begriff der sozialen Institution geklärt und die Schule als spezifische Organisation mit eigenen Regeln und Kontrollmechanismen analysiert.
4 Sozialisation in der Schule: Dieses Kapitel fokussiert auf die konkreten sozialen Interaktionen innerhalb des Unterrichts und thematisiert Belastungsfaktoren wie Leistungsdruck und Schulversagen.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen gegen schulbedingte Belastungen im Sozialisationsprozess.
Schlüsselwörter
Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Schule, Institution, Soziologie, Emile Durkheim, Talcott Parsons, soziale Interaktion, Schulbelastung, Schulangst, Schulversagen, Leistungsdruck, Bildungssoziologie, Rollenhandeln, Erziehungswissenschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologische Perspektive auf die Schule als Ort der Sozialisation und wie dieser institutionelle Rahmen die Entwicklung junger Menschen prägt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Sozialisation, soziologische Klassiker, die Institution Schule sowie die Auswirkungen von Schulkultur auf den Schüler.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Kontext zwischen Persönlichkeitsentwicklung und der Institution Schule herzustellen und die Bedeutung sowie die Risiken dieses Sozialisationsraumes aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Anwendung soziologischer Begrifflichkeiten auf den schulischen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Sozialisationstheorien), die Definition der Institution Schule und die praktische Betrachtung von Interaktionen und Belastungen im Schulalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sozialisation, Institution, Schule, Persönlichkeitsentwicklung und schulische Belastungen stehen im Zentrum der begrifflichen Analyse.
Warum spielt Emile Durkheim für das Verständnis der Schule eine Rolle?
Durkheim liefert eine theoretische Basis, indem er Erziehung als soziale Angelegenheit betrachtet und der Schule explizit die Aufgabe der Disziplinierung zur moralischen Formung des Individuums zuweist.
Welche Folgen können aus Schulbelastungen resultieren?
Laut der Arbeit können Belastungen durch Leistungsdruck oder Konkurrenz zu Schulangst und im Extremfall zu Schulversagen führen, was den weiteren Sozialisationsverlauf negativ beeinflussen kann.
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- Diplom-Kaufmann André Kemper (Author), 2009, Sozialisation und ihre Bedeutung im Rahmen der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135390