Fachdidaktische Prinzipien im Politikunterricht – Problemorientierter Ansatz


Hausarbeit, 2009

12 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition

3. Unterrichtspraktische Umsetzung

4 Möglichkeiten und Grenzen

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 – Problemlösungsprozess

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit behandelt das Thema der Fachdidaktischen Prinzipien bzw. Ansätze im Politikunterricht. Einleitend wird die Entstehung dieser Prinzipien übergeordnet beschrieben, um daraus eine allgemeine Definition ableiten zu können. Anschließend wird ein Ansatz im Speziellen gewählt, mit dem im weiteren Verlauf der Arbeit dessen unterrichtspraktische Umsetzung sowie Möglichkeiten und Grenzen aufgezeigt werden.

2. Definition

Anfang der siebziger Jahre entwickelte sich in Deutschland, vorrangig in Hessen und Nordrhein-Westfalen, eine politische und didaktische Auseinandersetzung über neue Lehrpläne in Bezug auf die politische Bildung von Schülerinnen und Schülern in Deutschland (Vgl. H. Schneider 1999, S. 172). Es entstand ein Richtlinienstreit über die Reichweite der Politik sowie dem Versuch, „bisher getrennte Schulfächer wie Geschichte und Politik durch einen der Emanzipation dienenden Lernbereich Gesellschaftslehre abzulösen“ (ebenda). In diesem Zeitraum schieden sich die Geister der unterschiedlichen Didaktiker, um die entsprechende Auslegung politischer Bildung und deren Radius. Um in diesem Konflikt zu einer Art Minimalkonsens zu kommen, wurde von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württembergs im Jahre 1976 eine didaktisch-bezogene Fachtagung in Beutelsbach einberufen. Die aus dieser Konferenz abgeleiteten didaktischen Grundsätze sind als der so genannte „Beutelsbacher Konsens“ in die Geschichte eingegangen (Vgl. H. Wehling 1977, S. 179f.):

1. Überwältigungsverbot:

„Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer - im Sinn erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der Gewinnung eines selbständigen Urteils zu hindern. Hier genau verläuft nämlich die Grenze zwischen Politischer Bildung und Indoktrination. Indoktrination aber ist unvereinbar mit der Rolle des Lehrers in einer demokratischen Gesellschaft und der - rundum akzeptierten - Zielvorstellung von der Mündigkeit des Schülers.“

2. Kontroversitätsgebot:

„Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, mul3 auch im Unterricht kontrovers erscheinen. Diese Forderung ist mit der vorgenannten aufs engste verknüpft, denn wenn unterschiedliche Standpunkte unter den Tisch fallen, Optionen unterschlagen werden, Alternativen unerörtert bleiben, ist der Weg zur Indoktrination beschritten.“

3. Analysefähigkeit:

„Der Schüler mul3 in die Lage versetzt werden, eine politische Situation und seine eigene Interessenlage zu analysieren, sowie nach Mitteln und Wegen zu suchen, die vorgefundene Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen“

Der Beutelsbacher Konsens wurde von der gesamten Fachdidaktik akzeptiert und kann somit als ein geschichtliches Dokument gelten, welches aber im Zuge veränderter Ausgangs- und Rahmenbedingungen der politischen Bildung in Deutschland seitdem zur Reflexion sowie Interpretation anregt (Vgl. H. Schneider 1999, S. 177). Darüber hinaus entwickelten sich unterschiedliche fachdidaktische Prinzipien heraus. Didaktische Prinzipien im Allgemeinen können verstanden werden als "begriffliche Werkzeuge, mit deren Hilfe aus der komplexen Vielfalt des Politischen Themen für Lerngegenstände konstruiert und didaktisch strukturiert werden können. Didaktische Prinzipien sollen Politiklernbarmachen. Sie bündeln didaktisches Wissen für Zwecke der Planung von Lernangeboten" (W. Sander 2005, S. 29). Bei diesen Prinzipien stellt sich also die Frage, wie der Unterricht effektiv und ansprechend gestaltet werden kann. Sie enthalten Hinweise, um optimale Lernbedingungen, aus Sicht von Lehrern und Schülern, zu schaffen. Eine Ebene tiefer gehen dabei die fachdidaktischen Prinzipien. Sie sind Prinzipien, in denen sich didaktische und methodische Profile angeben lassen (Vgl. S. Reinhardt 2007, S. 13). Dabei können solche Prinzipien verstand werden, als die Verbindung von Theorie auf der einen Seite und Praxis auf der anderen Seite. Damit ermöglichen Sie es, dass Inhalte in einer effektiven Konzeption und Begleitung von Lehr-/Lernangeboten vor allem vermittelbar und damit lernbar sind. Sie „beschreiben professionelle Strategien des Politikunterrichts, die unterschiedliche Methoden im Unterricht einsetzen und darin unterschiedliche Verfahren nutzen“ (ebenda, S.16). In Anlehnung an das Überwältigungsverbot und Kontroversitätsgebot werden exemplarisch die folgenden fachdidaktischen Prinzipien der politischen Bildung unterschieden:

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Fachdidaktische Prinzipien im Politikunterricht – Problemorientierter Ansatz
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Grundzüge der Fachdidaktik Sozialwissenschaften
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V135391
ISBN (eBook)
9783640435883
ISBN (Buch)
9783640435852
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fachdidaktik, Politik, Unterricht, Schule, Problemorienter Ansatz, Schulwesen, Unterrichtsplanung
Arbeit zitieren
Diplom-Kaufmann André Kemper (Autor), 2009, Fachdidaktische Prinzipien im Politikunterricht – Problemorientierter Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135391

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