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Die SPIEGEL-Affäre, Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess. Die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre

Title: Die SPIEGEL-Affäre, Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess. Die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre

Term Paper , 2021 , 27 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Sonja Ruf (Author)

History of Germany - Modern History
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden welche Rolle die Erinnerung an die Ereignisse um Carl von Ossietzky und den Weltbühne-Prozess für den Verlauf und die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre spielte. Außerdem soll ebenfalls analysiert werden, welche unterschiedlichen Rahmenbedingungen zu den ungleichen Ausgängen beider Geschehnisse geführt haben könnten. Dementsprechend soll die Frage: "Was für eine Rolle spielte die Erinnerung an den Fall Carl von Ossietzky und den Weltbühne-Prozess 1931 bei der Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre 1962?" im Zentrum der folgenden Arbeit stehen.

Am 10. Oktober 2022 wird das Erscheinen des anlassgebenden Artikels "Bedingt abwehrbereit" der SPIEGEL-Affäre 60 Jahre her sein. Im Verlauf der Affäre erfolgte damals die skandalöse Durchsuchung der SPIEGEL-Redaktion auf Anweisung der Bundesstaatsanwaltschaft, unter dem Deckmantel der damaligen Bundesregierung und die Verhaftung des SPIEGEL-Chefredakteurs Rudolf Augstein (*1923-2002). Große Teile der Bevölkerung solidarisierten sich in jenen Monaten mit den SPIEGEL-Redakteuren und vermuteten in den Geschehnissen einen Angriff auf die Pressefreiheit. Heutzutage wird mit dem Begriff der SPIEGEL-Affäre ein Triumph und eine Stärkung der Pressefreiheit, welche damals und heute im Grundgesetz festgeschrieben ist, in der Bundesrepublik Deutschland verbunden. Damals, im Jahr 1964, nach der Affäre erschien im SPIEGEL ein weiterer Artikel mit dem Titel Droht ein neuer Ossietzky-Fall? Der Artikel erkannte eine Verbindung, zu einem sehr ähnlichen Vorfall, der 30 Jahre vor der Affäre stattgefunden hatte. Zuvor 1929, veröffentlichte Carl von Ossietzky (*1889-1938), Herausgeber der Zeitschrift Die Weltbühne, den Artikel Windiges aus der deutschen Luftfahrt. In diesem Artikel wurde damals deutlich, dass die damalige Reichsregierung mit dem Aufbau einer deutschen Luftwaffe gegen wesentliche Teile des Versailler Vertrags verstieß. Ossietzky wurde daraufhin festgenommen und 1931 vom Reichsgericht wegen Landesverrat und Spionage zu einer Haftstrafe verurteilt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Neuere Forschungsansätze: Die SPIEGEL-Affäre 1962

3 Die SPIEGEL-Affäre, Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess

3.1 Der Verlauf der SPIEGEL-Affäre 1962

3.2 Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess 1931

4 Die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre

4.1 Die gesellschaftliche Dimension

4.2 Die juristische Dimension

5 Die Ereignisse: Kontexte, Parallelen und Unterschiede

6 Fazit: Die Rolle der Erinnerung an den Weltbühne-Prozess

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, welche Rolle die Erinnerung an die Ereignisse um Carl von Ossietzky und den Weltbühne-Prozess für den Verlauf und die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre 1962 spielte und welche Rahmenbedingungen zu den unterschiedlichen Ausgängen beider Fälle führten.

  • Analyse der Bedeutung kollektiver Erinnerungskultur in der Bundesrepublik der 1960er Jahre.
  • Vergleich der juristischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Prozesse von 1931 und 1962.
  • Untersuchung der Rolle von Pressefreiheit und Staatsverständnis in beiden historischen Kontexten.
  • Bewertung der SPIEGEL-Affäre als Zäsur für das demokratische Selbstverständnis nach 1945.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Verlauf der SPIEGEL-Affäre 1962

Der SPIEGEL verfügte zur Zeit der Veröffentlichung von Bedingt abwehrbereit am 10. Oktober 1962 über eine Auflage von rund 500.000 Stück und somit noch über eine recht dünne Kapitaldecke. Der Artikel, so heißt es, sei sehr sorgfältig und umsichtig recherchiert gewesen. In Bedingt abwehrbereit berichtete DER SPIEGEL über Einzelheiten des NATO-Manövers ‚Fallex 62‘, bei dem es sich um ein militärisches Planspiel gehandelt hatte und stellte in seinem Artikel die Verteidigungsfähigkeit der damaligen Bundesrepublik Deutschland in Frage. In ‚Bedingt abwehrbereit‘ wird detailliert der Frage nachgegangen, wie unter den Rahmenbedingungen des Kalten Krieges ein sowjetischer Erstangriff auf den westlichen Teil Europas aussehen würde und wie Deutschland sich verteidigen könnte. Schnell zeigte sich, dass die deutschen militärischen Mittel auch nach sieben Jahren deutscher Wiederbewaffnung für den skizzierten Großangriff nicht ausreichen sein wurden und die deutsche Bundeswehr allgemein als „zur Abwehr bedingt geeignet“ befunden wurde.

Das finale Urteil lautete verheerend: „Mit Raketen […] ist eine Vorwärtsverteidigung der Bundeswehr nicht möglich, eine wirksame Abschreckung bleibt fraglich.“

Der Artikel selbst ist an verschiedenen Stellen, gemäß der regierungskritischen Haltung des SPIEGELS gegenüber der konservativ geprägten Bundesregierung, polemisch zugespitzt. Das geschieht hauptsächlich an Stellen, in denen über Konrad Adenauer oder Franz Josef Strauß geschrieben wird. Es wird beispielsweise leicht zugespitzt beschrieben, dass sich beide trotz ihrer Positionen, beim NATO-Manöver Fallex 62, nicht vor Ort befanden, sondern wie in Strauß damals in seinem „Riviera-Reduit“ Andernorts wird sich kritisch mit Strauß verteidigungspolitischen Ansätzen auseinandergesetzt und seine „Scheindialektik“ beklagt. Insgesamt sollte sich der Artikel gegen eine, von Strauß forcierte, atomare Ausstattung der Bundeswehr einsetzen und für eine stärkere Ausrüstung der Bundeswehr mit herkömmlichen Waffen plädieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Herleitung der Forschungsfrage sowie Darstellung der Relevanz der historischen Vergleiche zwischen 1931 und 1962.

2 Neuere Forschungsansätze: Die SPIEGEL-Affäre 1962: Überblick über den aktuellen wissenschaftlichen Stand und verschiedene Forschungsperspektiven auf die Affäre.

3 Die SPIEGEL-Affäre, Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess: Zusammenfassung der Ereignisabläufe beider Fälle zur Vorbereitung auf den Vergleich.

4 Die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre: Analyse der gesellschaftlichen Reaktionen und der juristischen Dimensionen im Kontext der Affäre.

5 Die Ereignisse: Kontexte, Parallelen und Unterschiede: Gegenüberstellung der historischen Rahmenbedingungen und persönlichen Konstellationen beider Krisenmomente.

6 Fazit: Die Rolle der Erinnerung an den Weltbühne-Prozess: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage und Würdigung der Bedeutung der SPIEGEL-Affäre für die Demokratiegeschichte.

Schlüsselwörter

SPIEGEL-Affäre, Weltbühne-Prozess, Carl von Ossietzky, Pressefreiheit, Demokratiegeschichte, Landesverrat, Rechtsstaat, Politische Kultur, Erinnerungskultur, Bundesrepublik Deutschland, Aufarbeitung, Zeitgeschichte, Konrad Adenauer, Rudolf Augstein, Franz Josef Strauß.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen der SPIEGEL-Affäre von 1962 und dem Weltbühne-Prozess von 1931, insbesondere unter dem Aspekt der Erinnerungskultur.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Das Werk beleuchtet die Entwicklung der Pressefreiheit in Deutschland, die Rolle des Journalismus im Verhältnis zur Staatsgewalt und die Angst vor einem demokratischen Rückfall im 20. Jahrhundert.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, welche Rolle die explizite Erinnerung an das Fehlurteil gegen Carl von Ossietzky bei der Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre im Jahr 1962 spielte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Untersuchung, die primäre Quellen wie zeitgenössische SPIEGEL-Artikel sowie Petitionen analysiert und in den historischen Kontext einordnet.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf den Vergleich der beiden Ereignisse, die Analyse der gesellschaftlichen Schockreaktionen und der juristischen Auseinandersetzungen um staatliche Geheimhaltung und Pressefreiheit.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind SPIEGEL-Affäre, Pressefreiheit, Demokratiegeschichte, Rechtsstaat und Erinnerungskultur.

Wie bewertet der Autor die Rolle des "Ossietzky-Falls" für die Akteure von 1962?

Der Autor argumentiert, dass die Erinnerung an den Fall Ossietzky als „Schreckensfolie“ diente, die bei der Bevölkerung die Angst vor einem Ende der jungen Demokratie wachrief.

Welche juristischen Folgen werden für die Zeit nach 1962 hervorgehoben?

Als wesentliche Folge wird die Reform des Strafgesetzbuches und eine explizite Trennung zwischen publizistischem und gemeinem Landesverrat durch das Bundesverfassungsgericht sowie spätere Gesetzesänderungen identifiziert.

Warum war der Ausgang der beiden Fälle so unterschiedlich?

Dies wird auf die grundlegend verschiedenen gesellschaftlichen Prägungen der Bevölkerung und der Richterschaft sowie auf die existenzielle Bedrohungslage im Jahr 1930 im Vergleich zu 1960 zurückgeführt.

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Details

Title
Die SPIEGEL-Affäre, Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess. Die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
3,0
Author
Sonja Ruf (Author)
Publication Year
2021
Pages
27
Catalog Number
V1354035
ISBN (PDF)
9783346868220
ISBN (Book)
9783346868237
Language
German
Tags
spiegel-affäre carl ossietzky weltbühne-prozess aufarbeitung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sonja Ruf (Author), 2021, Die SPIEGEL-Affäre, Carl von Ossietzky und der Weltbühne-Prozess. Die Aufarbeitung der SPIEGEL-Affäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1354035
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