Die Forschungsfrage, welcher ich mich widmen möchte, lautet: "Inwiefern beeinflussen Inhalte auf Instagram die politische Meinung von jungen Erwachsenen im Alter von 18-25 in Deutschland seit August 2016?". Grundsätzlich darf man in Deutschland ab 18 wählen, d.h. politischen Einfluss ausüben. Instagram zeigt sich viel mehr als Trend „der jüngeren Generation“ (nach 1994 geboren), der die befragte Zielgruppe auch angehört, weswegen die Obergrenze des Alters bei 25 gesetzt wird.
Das soziale Kommunikationsmedium Instagram wurde 2010 gegründet und ist nach Facebook mit mehr als 800 Millionen Nutzern das zweitgrößte, internationale soziale Netzwerk in der europäischen und amerikanischen Kultur.
Die Reichweite politischer Inhalte auf Instagram zeigt sich vor allem bei der Betrachtung sogenannter "Hashtags", wie #marchforourlives, welcher die längste und bevölkerungsreichste Massenbewegung für verstärkte Waffengesetze im März 2018 markierte, oder #metoo, welcher nach dem Weinstein-Skandal international zum Symbol gegen sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen und gegen sexuelle Belästigung wurde. Sie beginnen häufig in einem sozialen Netzwerk wie Facebook, Twitter oder Instagram und wachsen durch ihre häufige Verwendung zu riesigen, politischen Meinungs- bzw. Massenprotestbewegungen heran.
Dass man den sozialen Medien allgemein, beispielhaft zu nennen sind hier natürlich Twitter, Facebook oder auch Instagram, in den heutigen Zeiten eine neue Wichtigkeit in der politischen Kommunikation zusprechen kann, steht wohl außer Frage. Auch Jupp Legrand und Kolleg*innen beschreiben, dass sich der Zweck von sozialen Kommunikationsmedien wie Instagram, Facebook, Twitter etc. rapide gewandelt hat und dass jene aus der heutigen politischen Kommunikation nicht mehr wegzudenken seien. Ihm zufolge haben sich die sozialen Medien im Zentrum unserer Internetkultur zu einem "veritablen Mobilisierungsinstrument" entwickelt. Laut Leonard Mack liegt das vor allem an dem "doppelten demokratischen Emanzipationspotential", welches jene sozialen Medien in sich tragen. Dieses besteht darin, dass auf der einen Seite jeder etwas, sei es politisch oder privat, in den sozialen Kommunikationsmedien posten bzw. teilen und verbreiten kann, wodurch Hierarchien deutlich aufgebrochen werden und zum Anderen darin, dass soziale Medien wie Facebook, Instagram etc. eine völlig neue Möglichkeit bieten, Informationen, egal von welcher Herkunft und welcher Qualität, zu vernetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Das Forschungsproblem
2 Der Forschungsstand
3 Die Forschungsfrage
4 Der theoretische Rahmen
5 Die Methodik
6 Die exemplarische Umsetzung
7 Das vorläufige Ergebnis
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Plattform Instagram auf die politische Meinungsbildung junger Erwachsener im Alter von 18 bis 25 Jahren in Deutschland seit August 2016, um eine bestehende Forschungslücke im Vergleich zu anderen sozialen Medien zu schließen.
- Die Rolle von Instagram als politischer Resonanzraum
- Einfluss von Instagram-Inhalten auf die politische Meinungsbildung
- Nutzungsmotive junger Erwachsener am Beispiel von Instagram
- Die Bedeutung von Features wie „Stories“ für die politische Mobilisierung
- Vergleich der politischen Resonanz auf Instagram gegenüber anderen Medien
Auszug aus dem Buch
1 Das Forschungsproblem
Das soziale Kommunikationsmedium Instagram wurde 2010 gegründet und ist nach Facebook mit mehr als 800 Millionen Nutzern das zweitgrößte, internationale soziale Netzwerk in der europäischen und amerikanischen Kultur (Erxleben 2018: o.A., zitiert nach Bettendorf 2019: 2).
Die Reichweite politischer Inhalte auf Instagram zeigt sich vor allem bei der Betrachtung sogenannter „Hashtags“, wie #marchforourlives, welcher die längste und bevölkerungsreichste Massenbewegung für verstärkte Waffengesetze im März 2018 markierte, oder #metoo, welcher nach dem Weinstein-Skandal international zum Symbol gegen sexuelle Übergriffe gegenüber Frauen und gegen sexuelle Belästigung wurde. Sie beginnen häufig in einem sozialen Netzwerk wie Facebook, Twitter oder Instagram und wachsen durch ihre häufige Verwendung zu riesigen, politischen Meinungs- bzw. Massenprotestbewegungen heran (Maxwell 2019: 2).
Dass man den sozialen Medien allgemein, beispielhaft zu nennen sind hier natürlich Twitter, Facebook oder auch Instagram, in den heutigen Zeiten eine neue Wichtigkeit in der politischen Kommunikation zusprechen kann, steht wohl außer Frage. Auch Jupp Legrand und Kolleg*innen beschreiben, dass sich der Zweck von sozialen Kommunikationsmedien wie Instagram, Facebook, Twitter etc. rapide gewandelt hat und dass jene aus der heutigen politischen Kommunikation nicht mehr wegzudenken seien. Ihm zufolge haben sich die sozialen Medien im Zentrum unserer Internetkultur zu einem „veritablen Mobilisierungsinstrument“ entwickelt (Legrand et al. 2013: 1). Laut Leonard Mack liegt das vor allem an dem „doppelten demokratischen Emanzipationspotential“, welches jene sozialen Medien in sich tragen. Dieses besteht darin, dass auf der einen Seite jeder etwas, sei es politisch oder privat, in den sozialen Kommunikationsmedien posten bzw. teilen und verbreiten kann, wodurch Hierarchien deutlich aufgebrochen werden und zum Anderen darin, dass soziale Medien wie Facebook, Instagram etc. eine völlig neue Möglichkeit bieten, Informationen, egal von welcher Herkunft und welcher Qualität, zu vernetzen (Mack 2013: 44-45).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Forschungsproblem: Einführung in die Relevanz von Instagram als soziales Medium und dessen wachsender Stellenwert in der politischen Kommunikation und Mobilisierung.
2 Der Forschungsstand: Überblick über den aktuellen Stand der politologischen Forschung zu sozialen Medien, wobei Instagram als Medium für junge Rezipienten besonders betrachtet wird.
3 Die Forschungsfrage: Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Einflusses von Instagram auf die politische Meinungsbildung junger Erwachsener in Deutschland.
4 Der theoretische Rahmen: Anwendung der Resonanztheorie von Hartmut Rosa auf Instagram, unterteilt in Feedback- und Intuitive-Resonanz.
5 Die Methodik: Beschreibung des Forschungsdesigns durch einen Fragebogen, um subjektive politische Einflüsse bei der Zielgruppe zu messen.
6 Die exemplarische Umsetzung: Durchführung und Analyse einer Befragung unter 20 jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren.
7 Das vorläufige Ergebnis: Zusammenfassung der Erkenntnisse, wonach Instagram derzeit eher als Inspirationsmedium denn als primär politisches Instrument fungiert.
Schlüsselwörter
Instagram, politische Meinungsbildung, Sozialisation, Resonanztheorie, junge Erwachsene, politische Kommunikation, digitale Medien, soziale Netzwerke, Jugendstudie, politische Partizipation, Mobilisierung, Internetkultur, Medienforschung, Wahlverhalten, Resonanzraum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Nutzung der Plattform Instagram Einfluss auf die politische Meinungsbildung von jungen Erwachsenen in Deutschland hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Schwerpunkte liegen auf der Resonanztheorie, dem politischen Mobilisierungspotenzial sozialer Medien und dem Nutzungsverhalten junger Erwachsener im Alter von 18 bis 25 Jahren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine Forschungslücke zu schließen, da die politische Wirkung von Instagram im Vergleich zu anderen sozialen Medien wie Facebook bisher weniger untersucht wurde.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine qualitative und quantitative Annäherung durch eine Befragung mittels eines Fragebogens an eine Stichprobe von jungen Erwachsenen.
Welche wesentlichen Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil setzt sich mit der theoretischen Einordnung durch die Resonanztheorie, der methodischen Vorgehensweise und der anschließenden Auswertung der empirischen Daten auseinander.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem politische Meinungsbildung, Instagram als Resonanzraum, digitale Mediensozialisation und das demokratische Emanzipationspotenzial.
Warum wurde das Jahr 2016 als Zeitgrenze für die Untersuchung gewählt?
Das Jahr 2016 ist entscheidend, da mit der Einführung der „Stories“-Funktion die Art und Weise der intensiven Echtzeit-Kommunikation und Interaktion auf Instagram grundlegend verändert wurde.
Was lässt sich als Hauptergebnis zur politischen Wirksamkeit von Instagram zusammenfassen?
Die Arbeit kommt zu dem vorläufigen Schluss, dass Instagram für die befragte Zielgruppe aktuell primär ein persönliches und soziales Beschäftigungsmedium ist, während die direkte politische Meinungsbildung eher durch andere Quellen geprägt wird.
- Arbeit zitieren
- Sonja Ruf (Autor:in), 2020, Die politische Meinungsbildung junger Erwachsener durch Instagram, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1354039