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Die Greenpeace-Strategie

Erfolgskriterien von öffentlichen Thematisierungprozessen und Ausbildung einer Protestbewegung am Beispiel der „Brent Spar“-Kampagne

Title: Die Greenpeace-Strategie

Term Paper , 2009 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Doerr (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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Der Konflikt um die Ölverladestation „Brent Spar“, welche von ihrem Betreiber Shell U.K. im Nordatlantik versenkt werden sollte, entwickelte sich zu einem Prototyp „öffentlicher Thematisierungs- und Meinungsbildungsprozesse“ (Berens 2001: 40), da er „die typischen Phasen einer politischen Themenkarriere“ (ebd.) durchlief. Doch der Erfolg der Greenpeace-Kampagne gegen die Entsorgungspläne des Energiekonzerns zeigte sich nicht allein im erreichten Ergebnis – der letztlich verhinderten Versenkung –, sondern bereits zuvor: Sie mündete im größten landesweiten Verbraucher-Boykott in der Geschichte der BRD. Erst über dieses Mittel konnte das angestrebte Ziel der Umweltaktivisten erreicht werden.

Der Erfolg der Kampagne ist unumstritten. Doch konnten mit Shell keine gesetzlichen Regelungen über zukünftige Versenkungen von Ölplattformen im offenen Meer getroffen werden. Stattdessen verloren die Medien nach dem Einlenken des Konzerns so schnell das Interesse, als sei das Meer nun endgültig gerettet. Die Bevölkerung fuhr wieder Shell-Tankstellen an, und eine grundlegende Verhaltensänderung im Zusammenhang mit der Ressource Öl wurde nicht erreicht.

Und dennoch gilt die Kampagne als exemplarisch für Greenpeace. Im Folgenden soll die Auseinandersetzung daher zunächst noch einmal rekonstruiert werden, um darauf aufbauend die Erfolgskriterien der Kampagne herauszuarbeiten: Wie konnte ein derart breites öffentliches Interesse geweckt werden, welches letztlich im Boykott von Shell-Tankstellen gipfelte und so ausschlaggebend für das Verhindern der geplanten Versenkung sein sollte?

Die Medienanalyse Harald Berens (vgl. Berens 2001) erleichtert den Versuch, die Zusammenhänge zwischen den Aktionen der Aktivisten, deren Auswirkungen auf die Medien und so auch auf die Bevölkerung zu verstehen und soll daher auf die hier relevanten Tendenzen in der Berichterstattung untersucht werden.
Dies erleichtert den Versuch, darauf aufbauend die einzelnen Kriterien des Erfolgs auf der Ebene der Medienkommunikation herauszuarbeiten: Welche Faktoren sicherten die Präsenz der „Brent Spar“-Kontroverse in den Medien? Wie stachen die Aktionen aus dem „Rauschen der gesellschaftlichen Kommunikation“ (Vowe 2006: 87) hervor? Um die Erfolgsfaktoren der Kampagne in seiner Gänze zusammenfassend darzustellen, sollen zusätzlich auch die Aspekte auf den Ebenen der Binnen-, Konflikt- und Anschlusskommunikation beachtet werden.
Abschließend geht es um eine Kritik der „Greenpeace-Strategie“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Greenpeace – die Organisation

2.1 Geschichte und Strategie

2.2 Struktur und Finanzierung

3 „Brent Spar“ – der Fall

3.1 Ablauf

3.2 Medienresonanz

3.2.1 Thematisierung

3.2.2 Bewertung in der Berichterstattung

3.3 Erfolgskriterien

3.3.1 Binnenkommunikation

3.3.2 Konfliktkommunikation

3.3.3 Medienkommunikation

3.3.4 Anschlusskommunikation

4 Kritik und Grenzen der Arbeit von Greenpeace

5 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Erfolgskriterien von Greenpeace bei der öffentlichen Thematisierung der „Brent Spar“-Kampagne und untersucht, wie die Organisation durch eine medienorientierte Strategie öffentlichen Druck erzeugen konnte. Ziel ist es, die Mechanismen der Kampagnenführung zu dekonstruieren und die Grenzen symbolischer Politik innerhalb einer „Mediendemokratie“ aufzuzeigen.

  • Strukturen und Strategien der Organisation Greenpeace
  • Rekonstruktion des Falls „Brent Spar“
  • Analyse der Medienresonanz und Berichterstattung
  • Erfolgsfaktoren von Protestbewegungen in den Medien
  • Kritische Reflexion der Grenzen medienorientierter Politik

Auszug aus dem Buch

3.3.3 Medienkommunikation

Erst, wenn gesellschaftliche Ereignisse von den Medien thematisiert werden, werden sie zu „gesellschaftlicher Realität“ (Dorer 1997: 55). Doch wie weckte Greenpeace mit der Kampagne um die Entsorgung einer Öl-Verladestation das Interesse der Redaktionen?

„Das Thema Brent Spar erfüllte zahlreiche Aufmerksamkeitsfaktoren und schaffte so den Sprung auf die Medienagenda: das Überraschende in der Greenpeacestrategie, ihre Aktionsorientierung, der Negativismus der weiteren Verseuchung der Meere, die Schlichtheit der Argumentation, dass Schrott ins Meer gehört, die Personalisierung in Form der Identifizierung eines Schuldigen, die Unterstützung durch politische und andere Prominenz, schließlich die Emotionalisierung und die dadurch erreichte Betroffenheit und Mobilisierung.“ (Klaus 1997: 117)

Um die Medienkommunikation, diesen komplexesten Aspekt – das „Herzstück einer Kampagne, in der es um die öffentliche Meinung geht“ (Vowe 2006: 83) – übersichtlicher zu gestalten, lohnt sich eine weitere Untergliederung einzelner Erfolgskriterien. Gerade auf dieser Ebene überschneiden und ergänzen sich nämlich verschiedene Autoren mit der Ausarbeitung von zahlreichen Faktoren, die im Folgenden zusammengetragen werden sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in den Konflikt um die Ölverladestation „Brent Spar“ ein und benennt die Forschungsfrage bezüglich der Erfolgskriterien der Greenpeace-Kampagne.

2 Greenpeace – die Organisation: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung, die zentralen Strategien sowie die hierarchische Struktur und Finanzierung der Umweltorganisation.

3 „Brent Spar“ – der Fall: Hier wird der zeitliche Ablauf des Konflikts rekonstruiert, die Medienresonanz detailliert analysiert und die verschiedenen Erfolgskriterien in der Kommunikation von Greenpeace untersucht.

4 Kritik und Grenzen der Arbeit von Greenpeace: Das Kapitel reflektiert kritisch die Abhängigkeit der Organisation vom Mediensystem und die Grenzen rein symbolischer Politik bei der Durchsetzung nachhaltiger politischer Veränderungen.

5 Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Brent Spar, Greenpeace, Medienresonanz, Protestbewegung, Shell, Öffentlichkeitsarbeit, Symbolische Politik, Kampagnenführung, Thematisierung, Medienkommunikation, Binnenkommunikation, Umweltschutz, Boykott, Mediendemokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Greenpeace-Kampagne gegen die geplante Versenkung der Ölverladestation „Brent Spar“ im Jahr 1995 und analysiert, warum diese Kampagne so erfolgreich war.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die professionelle Medienarbeit von Greenpeace, die Steuerung öffentlicher Aufmerksamkeit und das Zusammenspiel zwischen Protestaktivitäten und medialer Berichterstattung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Identifizierung und Analyse der Erfolgskriterien, die es Greenpeace ermöglichten, das Thema „Brent Spar“ auf die Medienagenda zu setzen und massiven öffentlichen Druck aufzubauen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Medienanalysen, insbesondere der Arbeit von Harald Berens, um die Wirkungsweise der Kampagne zu dekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Rekonstruktion des Falles, eine detaillierte Untersuchung der Medienberichterstattung sowie eine systematische Aufarbeitung der Kommunikationsfaktoren auf Binnen-, Konflikt- und Medienebene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Brent Spar, Greenpeace, Medienresonanz, Symbolische Politik, Protestbewegung und Kampagnenführung.

Warum war der Boykott gegen Shell ein so wirksames Mittel?

Der Boykott bot der Bevölkerung eine kostengünstige und einfache Möglichkeit, umweltpolitisches Engagement zu zeigen und sich gegen einen eindeutig identifizierbaren „Gegner“ (den Shell-Konzern) zu positionieren.

Welche Rolle spielten die Medien bei der „Brent Spar“-Kampagne?

Die Medien fungierten als zentrale Bühne für Greenpeace, wobei spektakuläre Bilder und eine einfache „David gegen Goliath“-Narrativik entscheidend dazu beitrugen, das Thema in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.

Was sind die Grenzen der „Greenpeace-Strategie“?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die starke Medienorientierung zwar kurzfristig zu hohem öffentlichem Druck führt, aber oft an Nachhaltigkeit mangelt, da politische Gesetzgebungsprozesse schwerer zu beeinflussen sind als die öffentliche Meinung.

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Details

Title
Die Greenpeace-Strategie
Subtitle
Erfolgskriterien von öffentlichen Thematisierungprozessen und Ausbildung einer Protestbewegung am Beispiel der „Brent Spar“-Kampagne
College
University of Marburg
Grade
1,3
Author
Florian Doerr (Author)
Publication Year
2009
Pages
30
Catalog Number
V135408
ISBN (eBook)
9783640435951
ISBN (Book)
9783640436279
Language
German
Tags
Greenpeace Medien Brent Spar Protestbewegung Kampagne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Doerr (Author), 2009, Die Greenpeace-Strategie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135408
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