Die vorliegende Seminararbeit ist eine theoretische Literaturarbeit, die sich mit der Frage auseinandersetzt, inwiefern sich die Jenseitsvorstellungen von Himmel und Hölle voneinander unterscheiden.
Zu Beginn der Seminararbeit wird ein Überblick über das Jenseits als Konzept gegeben. Diesbezüglich werden die verschiedenen Arten des Jenseits, gängige Definitionen und Vertreter behandelt. Im mittleren Teil wird der Fokus auf die unterschiedlichen Disziplinen gelegt, die sich mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Darunter fallen die Soziologie und die Philosophie. In Kapitel vier wird das Hauptaugenmerk schließlich auf die Diskrepanz zwischen Himmel und Hölle gelegt. Hierbei wird neben diversen Sekundärquellen auch auf die Primärquelle „Himmel und Hölle“ von Emanuel Swedenborg Bezug genommen. Daraufhin folgt eine Auswertung und die Beantwortung der Forschungsfrage.
Als Basis der Seminararbeit dient neben Emanuel Swedenborgs Werk „Himmel und Hölle“ unter anderem auch „Beziehungen zwischen Diesseits und Jenseits – Vom Sozialcharakter des Todes in religiös-kulturellen Traditionen und der Moderne“ von Birgit Heller und darüber hinaus diverse Sekundär- und Primärquellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Jenseits
2.1 Verschiedene Arten des Jenseits
2.2 Jenseitsdefinition
3. Jenseitsvorstellungen aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen
3.1 Jenseitsvorstellungen aus Sicht der Soziologie
3.2 Sicht der Philosophie
4. Diskrepanz zwischen Himmel und Hölle
4.1 Himmel
4.2 Hölle
4.3 Himmel und Hölle nach Swedenborg
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht theoretisch-literarisch die konzeptionellen Unterschiede zwischen den Jenseitsvorstellungen von Himmel und Hölle. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern sich diese beiden Konzepte voneinander differenzieren lassen und welche Rolle sie in verschiedenen kulturellen sowie wissenschaftlichen Disziplinen spielen.
- Interdisziplinäre Betrachtung des Jenseitskonzepts (Soziologie, Philosophie, Religionswissenschaft)
- Analyse der historischen Entwicklung von Himmel- und Höllenvorstellungen
- Untersuchung der Bedeutung des Jenseits als kulturelle und gesellschaftliche Kategorie
- Auswertung von Primärquellen, insbesondere Emanuel Swedenborgs Werk "Himmel und Hölle"
- Der Wandel religiöser Jenseitsvorstellungen unter dem Einfluss von Säkularisierung und Moderne
Auszug aus dem Buch
4.1 Himmel
Kröhn zufolge ist der Himmel ein fester Bestandteil christlichen Denkens. Darstellungen dessen sind beispielsweise in der Literatur, aber auch in der Kunst zu finden. Dadurch wurde das Jenseits vorstellbar gemacht. Der Schriftsteller Martin von Cochem beschrieb höchst detailliert Paläste und Schlösser die im Himmel verortet seien und auch in Kirchen spielten ab dem 18. Jahrhundert Jenseitsvorstellungen eine Rolle. Der Himmel wurde dort durch Kunstwerke und Gemälde veranschaulicht (vgl. Kröhn 2007, S. 302). Diesen Aspekt bestätigt auch Thomas und erweitert ihn um zwei Bereiche. Jenseitsvorstellungen seien über die Jahrhunderte hinweg in verschiedensten Ausführungen verbreitet worden. Er berichtet diesbezüglich von dem Himmel in der säkularen audiovisuellen Populärkultur. Die Gegenwelt wird folglich in diversen Songtexten von SängerInnen und Bands aus unterschiedlichen Musikgenres dargestellt und darüber hinaus auch in Filmen wie „Der Himmel über Berlin“ (vgl. Thomas 2005, S. 49). In jüdisch-christlichen Traditionen ist der Himmel der Heimatort der Götter und Engel. Es handelt sich somit um einen Raum für eine außerweltliche Transzendenz. Erst nach dem Tod kann ein Mensch diesen Bereich betreten, allerdings nur dann, wenn er fromm gelebt hat. Im Himmel gibt es überdies kein Leid oder Schmerz, sondern nur Liebe und Glück, weswegen es auch mit der Vorstellung des Paradieses übereinstimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Seminararbeit stellt den Forschungsrahmen vor, der sich theoretisch mit den Unterschieden zwischen den Konzepten von Himmel und Hölle befasst.
2. Das Jenseits: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über das Jenseitskonzept, diskutiert Definitionsschwierigkeiten und beleuchtet verschiedene kulturelle sowie historische Ausprägungen.
3. Jenseitsvorstellungen aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen: Hier wird die interdisziplinäre Perspektive eingenommen, wobei der Fokus insbesondere auf den Ansätzen der Soziologie und der Philosophie liegt.
4. Diskrepanz zwischen Himmel und Hölle: Das Hauptkapitel untersucht detailliert die beiden Konzepte Himmel, Hölle sowie deren spezifische Einordnung bei Emanuel Swedenborg.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die das Jenseits als komplexes, individuelles und kulturell geprägtes Konzept bestätigt.
Schlüsselwörter
Jenseits, Himmel, Hölle, Religionswissenschaft, Soziologie, Philosophie, Postmortalität, Transzendenz, Emanuel Swedenborg, Diesseits, Eschatologie, Säkularisierung, kulturelle Konstruktion, Totenreich, Religionsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Untersuchung der unterschiedlichen Vorstellungen, die Menschen von Himmel und Hölle als Jenseitskonzepte haben.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen die Definition des Jenseits, die interdisziplinäre Sichtweise aus Soziologie und Philosophie sowie die spezifische Differenzierung und Wahrnehmung von Himmel und Hölle im kulturellen und religiösen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Himmel und Hölle als Jenseitskonzepte voneinander unterscheiden und warum diese Konzepte trotz fehlender empirischer Belegbarkeit eine konstante Rolle im menschlichen Denken spielen.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Die Verfasserin nutzt eine theoretische Literaturarbeit, die auf der Auswertung von Primär- und Sekundärquellen basiert, um das Thema wissenschaftlich aufzuarbeiten.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen fachwissenschaftlichen Sichtweisen auf das Jenseits und thematisiert im Anschluss die inhaltlichen Diskrepanzen zwischen Himmel und Hölle unter Einbeziehung des Werkes von Emanuel Swedenborg.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Jenseitsvorstellungen, Postmortalität, interdisziplinäre Analyse sowie religiöse und gesellschaftliche Symbolsysteme gekennzeichnet.
Welche Rolle spielt die Populärkultur bei der Darstellung von Himmel und Hölle?
Laut der Arbeit spielt die Populärkultur eine bedeutende Rolle, da sie Konzepte wie Himmel und Hölle in Filmen, Musik und Werbung verarbeitet und somit das Unvorstellbare greifbar und vorstellbar macht.
Wie unterscheidet sich die Sicht von Emanuel Swedenborg bezüglich der Hölle?
Im Gegensatz zu populären Vorstellungen regiert laut Swedenborg in der Hölle nicht der Teufel, sondern Gott; die Bewohner sind dort aufgrund ihrer eigenen Bosheit, die sie bereits im sterblichen Leben kultiviert haben.
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- Jessica Wulkesch (Author), 2021, Jenseits als Konzept. Die Diskrepanz zwischen Himmel und Hölle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1354194