Aufbau einer Steildachdämmung mit Muster und praktischem Zusammenbau (Unterweisung Groß- und Außenhandelskaufmann / -frau)


Unterweisung / Unterweisungsentwurf, 2003

11 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Lernsituationsbeschreibung

2. Strukturierung der Lernziele
1. Richtlernziel
2. Groblernziel
3. Feinlernziele
4. Feinlernzielkontrolle und Maßnahmen bei „Nicht-Erreichen“ des Lernzieles

3. Didaktischer Aufbau
a) Methoden
b) Unterweisungsformen
c) pädagogische Prinzipien
d) Medien und Hilfsmittel

4. Planung und Sicherung des Lernerfolges und Folgemaßnahmen

5. Verlaufsplanung

UNTERWEISUNGSENTWURF

Von: Jürgen Lübke-Naberhaus

Thema: Aufbau einer Steildachdämmung mit Muster und praktischem Zusammenbau

Dauer: ca. 23 Minuten

1) Lernsituationsbeschreibung

- Ausbildungsberuf:
Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung Großhandel, Schwerpunkt Holz- und Baustoffe
- Ausbildungsjahr:

2. Lehrjahr, 1. Halbjahr

- Zuordnung zum Ausbildungsrahmenplan:

gemäß §3 Abschnitt I. 4 Absatzwirtschaft, darunter als 4.3 Verkauf und Kundenberatung, darunter c) Beratungs- und Verkaufsgespräche planen, durchführen und nachbereiten

- Lernort:

Verkaufsraum / Konferenzraum

2) Strukturierung der Lernziele

2.1) Richtlernziel

Der Auszubildende soll nach Ablauf der Unterweisung ein Beratungsgespräch über Dämmung im Dachbereich durchführen können.

2.2) Groblernziel

Der Auszubildende soll nach Beendigung der Unterweisung den Aufbau einer Steildachdämmung mit Klemmfilz mit Hilfe eines Musters erstellen und erklären können.

2.3) Feinlernziel

1. Feinlernziel:

Der Auszubildende kann den Klemmfilz zwischen die Sparren klemmen.

Das Feinlernziel ist erreicht, wenn der Auszubildende, den Klemmfilz richtig zwischen die Sparren geklemmt hat.

2. Feinlernziel:

Der Auszubildende soll die blaue Dampfsperrfolie mittels eines Schlagtackers über die Dämmung an den Sparren festtackern.

Das Feinlernziel ist erreicht, wenn die Dampfsperrfolie durch den Auszubildenden selbständig und korrekt über die Dämmung an den Sparren getackert wurde.

3. Feinlernziel:

Der Auszubildende befestigt die Latten über die Folie mittels Akku-Schrauber und Spax-Schrauben auf den Sparren.

Das Feinlernziel ist erreicht, wenn der Auszubildende die Latten selbständig und ordnungsgemäß befestigt hat.

4. Feinlernziel:

Der Auszubildende soll eine Fermacell-Platte (Gipsfaserplatte) mittels Akku-Schrauber und Fermacell-Schrauben auf den Latten anbringen.

Das Feinlernziel ist erreicht, wenn der Auszubildende die Fermacell-Platte ohne Hilfe und richtig auf den Latten angebracht hat.

5. Feinlernziel:

Der Auszubildende soll den Aufbau der Steildachdämmung anhand des Musters demonstrieren und erklären können.

Das Feinlernziel ist erreicht, wenn der Auszubildende den Aufbau einer Steildachdämmung selbständig erstellen und erklären kann.

2.4) Feinlernzielkontrolle und Maßnahmen bei „Nicht-Erreichen“ des Lernzieles

Das 1. Feinlernziel wird durch die praktische Tätigkeit des Auszubildenden und von entsprechenden Kontrollfragen (z.B. Wie wird die Dämmung zwischen die Sparren geklemmt?) vom Ausbilder kontrolliert.

Sollte das Feinlernziel nicht erreicht werden, wird dieses erneut erläutert und gegebenenfalls praktisch vorgeführt.

Das 2. Feinlernziel wird durch die praktische Tätigkeit des Auszubildenden und von entsprechenden Kontrollfragen (z.B. Wo und wie wird die Dampfsperrfolie befestigt?) vom Ausbilder kontrolliert.

Sollte das Feinlernziel nicht erreicht werden, wird dieses erneut erläutert und gegebenenfalls praktisch vorgeführt, z.B. wo und wie die Dampfsperrfolie angebracht wird.

Das 3. sowie das 4. Feinlernziel wird durch die praktische Tätigkeit des Auszubildenden und durch Kontrollfragen (z.B. Wo und wie die werden die Latten bzw. wo und wie wird die Fermacell-Platte befestigt?) vom Ausbilder kontrolliert und bei Nicht-Erreichen, nochmals erläutert und gegebenenfalls vorgeführt.

Das 5. Feinlernziel wird durch

a) Fragen, zu den einzelnen Arbeitsschritten, wie z.B. Wie wird der Klemmfilz zwischen die Sparren befestigt? Wie befestige ich die Dampfsperrfolie? Wo müssen die Latten befestigt werden? Wie werden die Fermacell-Platten angebracht?

b) die Erläuterung des Auszubildenden und

c) durch praktische Tätigkeit des Auszubildenden

vom Ausbilder kontrolliert.

Sollte das Feinlernziel nicht erreicht werden, wird dieses nochmals erläutert und gegebenenfalls vorgeführt.

3) Didaktischer Aufbau

a) Methoden

- Lehrgespräch:

Hierbei wird der Auszubildende in das Thema eingeführt, das heißt, er erhält einen Überblick über die Unterweisung und deren Ziel. In dem einführenden Lehrgespräch sollen Ängste genommen und eine angenehme Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Ferner sollte der Auszubildenden dazu angehalten werden, seine persönlichen Erfahrungen mit ins Gespräch einzubringen.

- Vier–Stufen-Methode:

1. Stufe: Vorbereiten

Hierbei wird dem Auszubildenden im Lehrgespräch das Thema bzw. die Intention der Unterweisung erklärt, das heißt, welche Aufgabe gestellt wird und welche Ziele erreicht werden sollen. Zusätzlich soll durch Muster, Materialien, Werkzeuge und Prospekte Interesse beim Auszubildenden geweckt werden. Sämtliche Arbeitsmittel werden kurz erläutert. All dies sollte in einer angenehmen Gesprächsatmosphäre stattfinden, um dem Auszubildenden etwaige Hemmungen zu nehmen. Hierbei nimmt der Auszubildende die Position eines Zuhörers und Zuschauers ein.

2. Stufe: Vormachen und Erklären

Hierbei werden dem Auszubildenden, die Arbeitsschritte am Muster vorgemacht und erklärt, das heißt genauer, es wird dem zuhörenden und zusehenden Auszubildenden die Steildachdämmung vorgemacht und erläutert, warum die Arbeit auf diese Weise und nicht anders ausgeführt werden muss. Dabei arbeitet der Ausbilder zunehmend fragend-entwickelnd, impulsgebend und besprechend, um die Selbstständigkeit und die Aktivität des Auszubildenden zu fördern.

3. Stufe: Nachmachen und Erklären lassen

Der Auszubildende bekommt die Aufgabe, eine Steildachdämmung am Muster zu fertigen. Er macht die Arbeitsschritte, die er in der 2. Stufe gehört und gesehen hat, nach. Dabei erklärt er, was er macht, wie er es macht und warum er es in dieser Form macht. Dabei hört und schaut der Ausbilder zu, kontrolliert und gibt gegebenenfalls Erklärung und Hilfestellung.

4. Stufe: Selbständig arbeiten und üben lassen

Der Auszubildende bekommt die Aufgabe gestellt, ein weiteres Sparrenfeld selbstständig zu dämmen. Durch die weitere Übung soll er Sicherheit im Umgang mit dem Material bekommen (à Qualitätssicherung), welche ihm bei künftigen Beratungsgesprächen zugute kommen soll. Der Ausbilder beobachtet und kontrolliert die Arbeit, er lobt angemessen das Geleistete und korrigiert bei Bedarf. Durch das angemessene Lob wird der Auszubildende weiter motiviert.

b) Unterweisungsformen

Zu Beginn der Unterweisung wird dem Auszubildenden in vortragender Form (der Ausbilder spricht, der Auszubildende hört zu) die Aufgabe und das Ziel erklärt.

Die Arbeitsmittel werden in einer vortragenden (siehe oben) und vorführenden (der Ausbilder zeigt die Arbeitsmittel und gibt ergänzende Erläuterungen ab, der Auszubildende hört und sieht zu) Form präsentiert.

Der Aufbau der Steildachdämmung am Muster sollte in einer

fragend-entwickelnden (Fragen zwecks Erschließung des Themas durch die Antworten des Auszubildenden),

impulsgebenden (gezielte Anstösse an das Denken, Handeln und Empfinden des Auszubildenden durch den Ausbilder. Der Auszubildende erschließt gelenkt durch Anstösse.), und

besprechenden (Ausbildungsinhalte werden durch gemeinsame sprachliche Kommunikation von dem Ausbilder und dem Auszubildenden erschlossen.)

Form stattfinden (vgl. Feinlernziel 1-5).

Im weiteren Verlauf der Unterweisung vermittelt der Ausbilder in vortragender (siehe oben) und vormachender (der Auszubildende hört und sieht zu, während der Ausbilder selbst etwas tut und dabei Erläuterungen abgibt.) Form den praktischen Aufbau einer Steildachdämmung.

Der Auszubildende sollte am Ende der Unterweisung in

verarbeitender (erarbeitete Ausbildungsinhalte werden durch Wiederholung und Übung eingeprägt. Der Auszubildende agiert, während der Ausbilder organisiert und kontrolliert)

Form selbständig arbeiten bzw. üben können.

c) pädagogische Prinzipien

- Prinzip der Fasslichkeit

Lernschwierigkeiten durch fehlende Vorkenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten werden festgestellt und es wird darauf eingegangen, um diese zu kompensieren (leicht à schwer, konkret à abstrakt).

- Prinzip der Anschauung

Damit der Auszubildende den Aufbau einer Steildachdämmung besser verstehen kann, wird mit Originalmaterialien gearbeitet, z.B. Glaswolle, Latten. Folie, Fermacell-Platten.

- Prinzip der Praxisnähe

Da die Beratung zum Aufbau einer Steildachdämmung (Wissen um den Aufbau einer Steildachdämmung) zu den fast täglichen Aufgaben eines Kaufmanns im Groß- und Außenhandel mit der Fachrichtung Holz- und Baustoffe gehört, handelt es sich um eine praxisnahe Unterweisung und stellt somit keine abstrakte / berufsfremde Aufgabe dar.

- Prinzip der Selbstorganisation beim Lernen und Arbeiten

Durch das selbständige Arbeiten des Auszubildenden ( siehe a), Vier-Stufen-Methode, 4. Stufe),

wird der Auszubildende dazu angehalten, sich selbst zu organisieren und selbständig zu arbeiten (Selbständigkeit wird gefördert!)

- Prinzip der Handlungsorientierung

Durch die praxisnahe Aufgabe / Unterweisung handelt es sich um einen beruflichen Handlungsfall, das heißt, durch die Sozialformen beim Lernen und Arbeiten wird eine Sozial-Kompetenz gefördert und aufgebaut. Ferner wird durch die speziellen Methoden beim Lernen und Arbeiten die methodische und fachliche Kompetenz des Auszubildenden entwickelt.

- Prinzip der Arbeitsorientierung

Durch das Stellen von konkreten Aufgaben (siehe auch a), Vier-Stufen-Methode, 4. Stufe) wird das selbständige Arbeiten des Auszubildenden ermöglicht (vgl. Prinzip der Praxisnähe / Handlungsorientierung)

- Prinzip der Erfolgssicherung

Eine Erfolgssicherung findet bei jedem Feinlernziel statt, das heißt, dem Auszubildenden wird nach jedem „Schritt“ des Unterweisungsablaufes ein angemessenes Lob oder, je nach dem, Kritik (in Verbindung mit Ermutigung) ausgesprochen. Dieses geschieht ebenso bei der „Selbständig-Arbeiten-Phase“, um zu sichern, dass die Lernziele erreicht werden.

d) Medien und Hilfsmittel

Folgende Hilfs- bzw. Arbeitsmittel werden verwendet:

Muster, zugeschnittener Klemmfilz, zugeschnittene Dampfsperrfolie, zugeschnittene Latten, zugeschnittene Fermacell-Platte, Schlagtacker und die dazugehörigen Klammern, Dämmstoffmesser, Fermacell-Messer, Akku-Schrauber, Spax-Schrauben, Fermacell-Schrauben, Zollstock, Bleistift, Handschuhe, 1.-Hilfe-Kasten, diverse Prospekte

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Aufbau einer Steildachdämmung mit Muster und praktischem Zusammenbau (Unterweisung Groß- und Außenhandelskaufmann / -frau)
Veranstaltung
IHK-Prüfung Ausbildereignungsprüfung
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V13543
ISBN (eBook)
9783638191791
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dieses ist der Unterweisungsentwurf für die Ausbildereignungsprüfung, die ich im März diesen Jahres im praktischen Teil mit 100 % = sehr gut (sowohl Entwurf als auch müdlich) abgelegt habe. Der Entwurf besteht aus dem Unterweisungsentwurf selber, sowie Verlaufsplanung und einen Bewertungsbogen.
Schlagworte
Aufbau, Steildachdämmung, Muster, Zusammenbau, Groß-, Außenhandelskaufmann, IHK-Prüfung, Ausbildereignungsprüfung
Arbeit zitieren
Jürgen Lübke-Naberhaus (Autor), 2003, Aufbau einer Steildachdämmung mit Muster und praktischem Zusammenbau (Unterweisung Groß- und Außenhandelskaufmann / -frau), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13543

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