Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nursing Science - Nursing Management

Zukunftsmodell Sozialgenossenschaft?

Zur Tragfähigkeit genossenschaftlicher Selbsthilfe für die Gestaltung sozialer Dienste im Dritten Sektor

Title: Zukunftsmodell Sozialgenossenschaft?

Master's Thesis , 2009 , 131 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniela Elsner (Author)

Nursing Science - Nursing Management
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

2006 ist das Gesetz zur Einführung der Europäischen Genossenschaft und zur Änderung des Genossenschaftsrechts (GenG) in Kraft getreten. Eine der wichtigsten Veränderungen des GenG ist die Erweiterung des Förderzwecks. Genossenschaften sind demnach nicht mehr ausschließlich der wirtschaftlichen Förderung ihrer Mitglieder verpflichtet, sondern können auch deren soziale oder kulturelle Belange unterstützen.

Diese umfassende Änderung des GenG in der BRD fällt in eine Zeit umfangreicher sozialstaatlicher Transformationsprozesse. Unter der Programmatik des „aktivierenden Sozialstaates“ erodiert der wohlfahrtsstaatliche Konsens über die Gewährung von Rechten und sozialstaatlichen Ansprüchen. Damit einher gehen die Exklusion eines wachsenden Teils der Bevölkerung und die Gefahr einer Entsolidarisierung der Gesellschaft. Des Weiteren erhöhen abnehmende öffentliche Zuwendungen und Marktliberalisierung für Träger und Einrichtungen der Sozialen Arbeit den Druck, ohne Verlust ihrer originären Werte ihre Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit nachzuweisen und zu verbessern. Andererseits haben zur Erhaltung sozialer Kohärenz die Aufforderungen zur Selbsthilfe und zu bürgerschaftlichem Engagement Konjunktur.

Auf der Suche nach geforderten neuen Arrangements diskutiert die Autorin, inwiefern die Sozialgenossenschaft eine Rechts- und Organisationsform sein könnte, die im Kontext sozialer Kohärenz und Teilhabe der Bürger/innen sowohl wirtschaftlich und marktfähig als auch solidarisch und wertegebunden agiert.

Nach einer Analyse der Auswirkungen der neueren Aktivierungs- und Effizienzpolitik auf den Dritten Sektor, das Teilsystem der Wohlfahrtspflege und die Nutzer/innen sozialer Dienste wird der Frage nachgegangen, welche Möglichkeiten Sozialgenossenschaften bieten, um der Komplexität der Lebenswelten der Adressat/inn/en und der sozialen Räume auch im Kontext der Neuen Steuerungsinstrumente im sozialen Dienstleistungssektor gerecht zu werden. Darüber hinaus wird erörtert, inwiefern Sozialgenossenschaften geeignet sind, die Multifunktionalität sozialer Organisationen in den fortwährenden Modernisierungsprozessen zu gestalten. Abschließend stellt die Autorin dar, in welchen Handlungsfeldern und für welche Zielgruppen Sozialgenossenschaften eine Antwort auf die komplexen Modernisierungsanforderungen geben können, insbesondere wenn es um die in Zukunft wohl gewichtigere Frage der organisatorischen Kombination professionellen Helfens und freiwilligen Engagements geht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Genossenschaften und genossenschaftliche Selbsthilfe

2.1 Begriffsbestimmungen von Genossenschaft und Sozialgenossenschaft

2.2 Genossenschaftsverständnis in Deutschland und Europa

2.3 Wesensmerkmale genossenschaftlichen Handelns

2.4 Sozialgenossenschaftliche Typologie

2.4.1 Sozialgenossenschaftliche Organisationstypen

2.4.2 Sozialgenossenschaftliche Teilgruppen

2.4.3 Multi-Stakeholder-Genossenschaften

2.5 Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen für Genossenschaften

2.5.1 Empfehlungen und Rahmensetzung der Europäischen Union

2.5.2 Möglichkeiten und Hemmnisse für Sozialgenossenschaften nach der Novellierung des deutschen Genossenschaftsgesetzes

2.5.3 Rechtsformenvergleich e.V. – eG – GmbH

2.6 Herausforderungen an das Genossenschaftswesen in Deutschland

3 Transformation des Sozialstaates

3.1. Paradigma des „aktivierenden Staates“

3.2 Auswirkungen auf den Dritten Sektor

3.3 Modernisierungsprozesse in der Freien Wohlfahrtspflege

3.3.1 Neue Steuerung

3.3.2 Entkoppelungs- und Vermarktlichungsprozesse

4 Sozialgenossenschaften als Organisationsformen sozialer Dienste

4.1 Sozialgenossenschaften und Neue Steuerung

4.2 Sozialgenossenschaften – eine Antwort auf die Modernisierungserfordernisse der Freien Wohlfahrtspflege

4.3 Sozialgenossenschaften als Formen freiwilligen Engagements

4.3.1 Bürgerschaftliches Engagement

4.3.2 Selbsthilfe

4.3.3 Motive zum Beitritt und zur Mitarbeit in Sozialgenossenschaften

4.4 Anreize der Sozialgenossenschaft für Mitglieder

4.5 Sozialgenossenschaften als lokale Lösungsansätze

5 Zukunftsmodell Sozialgenossenschaft?

5.1 Mögliche Wirkungsbereiche und Zielgruppen

5.1.1 Ausbildung und Beschäftigung

5.1.2 Benachteiligte Stadtgebiete

5.1.3 Selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen

5.1.4 Selbstbestimmtes Leben im Alter

5.1.5 Familien mit Kinderbetreuungsbedarf

5.1.6 Integration und Bildung benachteiligter Jugendlicher

5.1.7 Existenzgründungen in sozialen Berufen

5.2 Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Etablierung von Sozialgenossenschaften im Dritten Sektor

6 Diskussion

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Sozialgenossenschaft angesichts der Transformationsprozesse des Sozialstaates eine geeignete Organisationsform für die Gestaltung sozialer Dienste im Dritten Sektor sein kann und welche Rahmenbedingungen für deren Etablierung notwendig sind.

  • Analyse genossenschaftlicher Prinzipien im sozialen Kontext
  • Transformation des Sozialstaates und Auswirkungen auf den Dritten Sektor
  • Sozialgenossenschaften als Antwort auf die Modernisierung der Freien Wohlfahrtspflege
  • Typologie und Implementierungsmöglichkeiten von Sozialgenossenschaften

Auszug aus dem Buch

Sozialgenossenschaften als Organisationsformen sozialer Dienste

Sozialgenossenschaften verbinden – wie bereits dargestellt – wirtschaftliche und solidarische Leitbilder. Als wirtschaftlich tätige Organisationen werden sie an ihrer Fähigkeit zu effektivem und effizientem Haushalten gemessen. Über ihre genossenschaftlichen Wesensmerkmale stellen sie eine Form solidarischen Helfens dar und damit einen Kontrast zur Ökonomisierung sozialer Dienste.

Ausgehend von den dargestellten Transformationsprozessen, denen der Dritte Sektor unterworfen ist und den Befunden zu sozialgenossenschaftlichen Modellen, werden im Folgenden die Implikationen der Erkenntnisse für die Ausgestaltung sozialer Dienste durch Sozialgenossenschaften dargestellt. Dabei werden Möglichkeiten und Grenzen sozialgenossenschaftlichen Wirtschaftens im Kontext der Neuen Steuerung, der Transformationsprozesse der Wohlfahrtsverbände und eigenständiger zivilgesellschaftlicher Angebotsformen im Rahmen des freiwilligen Engagements in Beziehung gesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Sozialgenossenschaft als neues Zukunftsmodell im Kontext der Transformation des deutschen Sozialstaates.

2 Genossenschaften und genossenschaftliche Selbsthilfe: Theoretische Grundlegung und Einordnung der Sozialgenossenschaft in den deutschen Kontext unter Berücksichtigung rechtlicher Rahmenbedingungen.

3 Transformation des Sozialstaates: Analyse der Veränderungen im Sozialstaat und deren Auswirkungen auf Organisationen des Dritten Sektors sowie die Modernisierungsprozesse der Freien Wohlfahrtspflege.

4 Sozialgenossenschaften als Organisationsformen sozialer Dienste: Diskussion der Eignung von Sozialgenossenschaften als innovative Organisationsformen zur Bewältigung der aktuellen Modernisierungsanforderungen.

5 Zukunftsmodell Sozialgenossenschaft?: Vorstellung konkreter Wirkungsbereiche und Zielgruppen für Sozialgenossenschaften sowie Erörterung notwendiger Rahmenbedingungen für deren Etablierung.

6 Diskussion: Synthese der Ergebnisse und Schlussfolgerungen für die Praxis und Forschung im Bereich des genossenschaftlichen Wirtschaftens.

Schlüsselwörter

Sozialgenossenschaft, Genossenschaftsgesetz, Dritter Sektor, Selbsthilfe, Transformation, Sozialmanagement, Bürgergesellschaft, Neue Steuerung, Wohlfahrtspflege, Gemeinwesenökonomie, Sozialpolitik, Solidarität, Demokratieprinzip, Förderprinzip, Identitätsprinzip.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Master Thesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Eignung und Tragfähigkeit der Sozialgenossenschaft als zukunftsorientierte Rechts- und Organisationsform für soziale Dienste im Dritten Sektor.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf den Prinzipien des Genossenschaftswesens, den Auswirkungen der Transformation des Sozialstaates (aktivierender Staat) und der Modernisierung der Freien Wohlfahrtspflege.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist zu überprüfen, ob Sozialgenossenschaften angesichts des aktuellen Wandels im Sozialstaat ein tragfähiges Modell zur Gestaltung professioneller sozialer Dienste darstellen können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung und Analyse sozialwirtschaftlicher Wissensbestände sowie sozialwissenschaftlicher Theoriebefunde zu genossenschaftlichem Wirtschaften.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil analysiert die Typologie von Sozialgenossenschaften, deren Anreizstrukturen für Mitglieder sowie deren Rolle als lokale Lösungsansätze im Spannungsfeld zwischen ökonomischem Druck und sozialen Ansprüchen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialgenossenschaft, Genossenschaftliche Selbsthilfe, Dritter Sektor, Aktivierender Staat und Neue Steuerung.

Wie unterscheidet sich die Sozialgenossenschaft von klassischen Wohlfahrtsverbänden?

Während Verbände häufig korporatistisch strukturiert sind, zeichnet sich die Sozialgenossenschaft durch partizipative Demokratieprinzipien und eine stärkere Identitätsbindung zwischen Mitgliedern, Nutzern und Trägern aus.

Welche Rolle spielt die Novellierung des Genossenschaftsgesetzes (GenG)?

Die Novellierung von 2006 ist zentral, da sie den Förderzweck der Genossenschaft auf soziale und kulturelle Belange ausweitete und somit die formale Grundlage für die breitere Anwendung im sozialen Bereich schuf.

Excerpt out of 131 pages  - scroll top

Details

Title
Zukunftsmodell Sozialgenossenschaft?
Subtitle
Zur Tragfähigkeit genossenschaftlicher Selbsthilfe für die Gestaltung sozialer Dienste im Dritten Sektor
College
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS
Grade
1,3
Author
Daniela Elsner (Author)
Publication Year
2009
Pages
131
Catalog Number
V135461
ISBN (eBook)
9783640428335
ISBN (Book)
9783640425082
Language
German
Tags
Genossenschaft Sozialgenossenschaft Dritter Sektor Sozialstaat Neue Steuerung Ehrenamt Selbsthilfe bürgerschaftliches Engagement Wohlfahrtspflege Zukunft Modell soziale Dienste Gestaltung Dienstleistung Bürgerschaft Versorgung Regionen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Elsner (Author), 2009, Zukunftsmodell Sozialgenossenschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135461
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  131  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint