In dieser Hausarbeit wird der Fragestellung auf den Grund gegangen, wie Emotionen auf Basis des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus entstehen.
Nachdem zu Beginn die Bezeichnung "Emotion" genauer definiert wird, geht die Autorin im zweiten Kapitel näher auf deren motivierende Funktion ein. In diesem Kontext werden ursächliche physiologische Abläufe und der Zusammenhang zwischen Motivation und Emotion geschildert. Im Anschluss wird ein Einblick in die Merkmale der kognitiven Emotionstheorien gegeben. Durch eine Erläuterung des Modells nach Lazarus werden daraufhin die Erkenntnisse der vorangehenden Abschnitte vereint. Anhand einer abschließenden Diskussion wird die Darlegung der einzelnen Themen abgerundet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Emotionsbegriff
3 Motivationale Komponente von Emotionen
4 Kognitive Emotionstheorien
5 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
6 Diskussion
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Entstehung von Emotionen unter besonderer Berücksichtigung des Transaktionalen Stressmodells nach Lazarus zu analysieren und den Zusammenhang zwischen emotionalen Prozessen und motivationalen Faktoren systematisch darzulegen.
- Grundlagen des Emotionsbegriffs und der Emotionsklassifikation
- Wechselwirkung zwischen Motivation und emotionaler Erregung
- Kognitive Bewertungstheorien als theoretischer Rahmen
- Detaillierte Analyse des zweistufigen Bewertungsprozesses nach Lazarus
- Rolle des autonomen Nervensystems bei der Bewältigung von Stressoren
Auszug aus dem Buch
5 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
Insbesondere dieses Kapitel ist bedeutend für die Beantwortung der Leitfrage, denn nun erfolgt ein Versuch, das Wissen der ersten Kapitel in einen konkreten Rahmen einzufügen. Der amerikanische Psychologe Richard Lazarus (1922-2002) hat die These aufgestellt, dass Emotionen das Ergebnis eines zweistufigen Einschätzungs-prozesses sind (Brandstätter et al., 2018, S. 214; Lück, 2019) und hat ein neues Modell begründet: Das Transaktionale Stressmodell. Dieses wird im Anschluss kurz beschrieben. Bei der primären Bewertung eines Ereignisses (primary appraisal) kann unterschieden werden zwischen der Einstufung als irrelevant, positiv oder stressig. Wenn etwas als stressig empfunden wird, kann diese Wahrnehmung wiederum aufgeteilt werden in schädlich, bedrohlich und herausfordernd (Lazarus, 1984, Kap. 2).
Lazarus widmet sich in seinem Modell hauptsächlich der Entstehung von Stress, wobei das Augenmerk hier auf der Wahrnehmung als Bedrohung oder Herausforderung liegt. Nach einer ersten kognitiven Bewertung erfolgt das secondary appraisal: Hier werden mögliche Bewältigungs-/Coping-Optionen durch das Individuum ausgewertet. Wenn eine Person zu dem Schluss gelangt, dass ein Ereignis bedrohlich wirkt und zudem das eigene Bewältigungspotential übersteigt, wird im Körper eine Stressreaktion ausgelöst (Lazarus, 1984, Kap. 2). Solch eine Feststellung könnte beispielsweise Emotionen wie Überforderung, Anspannung oder Furcht zur Folge haben. Als Herausforderung hingegen wird eine Situation betrachtet, die den Coping-Möglichkeiten der beteiligten Person entspricht. Außerdem finden nach den primären und sekundären Einschätzungen immer wieder Neubewertungen (reappraisals) statt, die ein Resultat von Coping-Strategien oder veränderten Umständen darstellen (Lazarus, 1984, Kap. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die wissenschaftliche Relevanz der Emotionsforschung ein und beschreibt das Ziel, die Emotionsentstehung mittels des Transaktionalen Stressmodells zu untersuchen.
2 Emotionsbegriff: Dieses Kapitel definiert Emotionen als affektive Reaktionen auf bestimmte Objekte und grenzt sie von Gefühlen sowie Emotionsepisoden ab.
3 Motivationale Komponente von Emotionen: Hier wird die zentrale Rolle von Emotionen für die Handlungsvorbereitung und die physiologische Energiemobilisierung des Organismus erläutert.
4 Kognitive Emotionstheorien: Der Abschnitt gibt einen Überblick über Ansätze, die Emotionen als Folge bewusster oder unbewusster Informationsverarbeitung und subjektiver Bewertungsprozesse sehen.
5 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus: Dieses Kernkapitel erklärt den zweistufigen Bewertungsprozess (primär und sekundär) und wie dieser zu emotionalen Reaktionen sowie Stressbewältigung führt.
6 Diskussion: Die Diskussion fasst die Kernaussagen zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit weiterer empirischer Forschung zur Komplexität der Emotionsentstehung.
7 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung aller in der Hausarbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Emotionen, Stressmodell, Lazarus, Appraisaltheorie, Motivation, Handlungsdisposition, Stressbewältigung, Kognitive Bewertung, Primäres Appraisal, Sekundäres Appraisal, Autonomes Nervensystem, Psychologische Stressforschung, Handlungssteuerung, Bewältigungsstrategien, Affektive Reaktion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung der Emotionsentstehung, insbesondere auf Basis des Modells von Richard Lazarus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt den Emotionsbegriff, die motivationale Funktion von Emotionen, kognitive Emotionstheorien und das Transaktionale Stressmodell.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Emotionen als Ergebnis bewusster und unbewusster Einschätzungsprozesse entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturarbeit, die verschiedene psychologische Konzepte und Modelle vergleicht und integriert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse motivationaler Aspekte, die Einordnung in kognitive Theorien und die Detailbeschreibung des Transaktionalen Stressmodells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Emotionen, Motivation, Lazarus, Appraisaltheorie, Stress, kognitive Bewertung und Handlungsdisposition.
Welchen Stellenwert nimmt die primäre Bewertung im Modell von Lazarus ein?
Die primäre Bewertung ist der erste Schritt, bei dem ein Ereignis als irrelevant, positiv oder stressig (schädlich, bedrohlich, herausfordernd) eingestuft wird.
Welchen Einfluss haben Coping-Strategien auf die emotionale Befindlichkeit?
Die Bewertung der eigenen Coping-Optionen (sekundäres Appraisal) entscheidet darüber, ob eine Bedrohung abgewendet werden kann oder ob Stressreaktionen wie Furcht entstehen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Entstehung von Emotionen am Beispiel des transaktionalen Stressmodells nach Lazarus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355231