Was, wenn ein Autokrat tatsächlich eine Wahl verliert? Welche Strategien oder Mittel haben Autokraten diese unfairen Bedingungen zu erzeugen? Und warum halten Autokraten überhaupt Wahlen ab? Diesen Fragen widmete sich auch Jennifer Gandhi in ihrem Artikel "Authoritarian Elections and Regime Change". Besonders interessant an Gandhis Text erweist sich, dass sie sechs operationalisierbare Kriterien aufgestellt hat, durch die autokratische Herrscher Wahlen zu ihren Gunsten beeinflussen können. Des Weiteren bietet der Artikel die theoretische Grundlage für die Ableitung der Forschungsfrage dieser Arbeit: "Wie kann es passieren, dass langjährige autokratische Herrscher in kompetitiven Wahlen scheinbar überraschend verlieren?"
Diese soll durch die Durchführung eines Most Different Systems Designs beantwortet werden, in welchem die Fälle Nicaragua und die dortige Präsidentschaftswahl 1990 und Gambia mit der zugehörigen Wahl 2016 miteinander verglichen werden sollen. Hierzu werden auf Basis von Jennifer Gandhis sechs Variablen Hypothesen aufgestellt. Diese Variablen werden teilweise durch qualitative, teilweise durch quantitative Indikatoren gemessen. Die quantitativen Indikatoren bieten Varities of Democracy, die qualitativen Indikatoren werden durch Aussagen in den verwendeten Falltexten überprüft. Anschließend soll durch die Darstellung der verschiedenen Kontexte der Fälle das Untersuchungsdesign begründet aufgestellt werden, um die Analyse der einzelnen Indikatoren für die Fälle durchzuführen. Schließlich soll ein Fazit mit konkreter Beantwortung der Fragestellung und kurzem Ausblick, sowie kritischer Reflexion folgen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie und Hypothesen
2.1 Theorietext
2.2 Ableitung der Forschungsfrage
2.3 Ableitung der Hypothesen
3. Operationalisierung
4. Rahmenhistorie und Kontext
4.1 Gambia
4.2 Nicaragua
5. Untersuchungsdesign
5.1 Das Most Different Systems Design (MDSD)
5.2 Erstellen eines MDSD
6. Analyse
6.1 Gambia
6.2 Nicaragua
7. Fazit
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu ergründen, warum langjährige autokratische Herrscher in kompetitiven Wahlen scheinbar überraschend die Macht verlieren können. Auf Basis der sechs Strategien von Jennifer Gandhi zur Machterhaltung in Autokratien wird die Forschungsfrage in einem Most Different Systems Design anhand der Fallbeispiele Nicaragua (1990) und Gambia (2016) untersucht.
- Analyse autokratischer Herrschaftsstrategien nach Jennifer Gandhi
- Vergleich konkurrierender Wahlausgänge mittels Most Different Systems Design (MDSD)
- Operationalisierung politischer Indikatoren durch Varities of Democracy (V-Dem)
- Untersuchung der Fälle Nicaragua 1990 und Gambia 2016
- Evaluation der Faktoren für den Verlust autokratischer Macht in kompetitiven Wahlen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Valerie Bunce und Sharon Wolchik bezeichnen kompetitiv elektorale Autokratien in der Einleitung ihres Textes „Defeating Dictators“ als eines der bedeutsamsten Produkte der dritten Demokratisierungswelle. Als kompetitiv elektorale Autokratien verstehen sie Regime, die zwar politischen Wettbewerb ausgetragen durch Wahlen um politische Ämter zulassen, die Voraussetzungen sind jedoch unfair. Bunce und Wolchik führen an, dass solche unfairen Wahlen normalerweise zu Kontinuität statt Veränderung führen.¹
Doch was, wenn ein Autokrat tatsächlich eine Wahl verliert? Welche Strategien oder Mittel haben Autokraten diese unfairen Bedingungen zu erzeugen? Und warum halten Autokraten überhaupt Wahlen ab? Diesen Fragen widmete sich auch Jennifer Gandhi in ihrem Artikel „Authoritarian Elections and Regime Change“, erschienen 2010. Besonders interessant an Gandhis Text erweist sich, dass sie sechs operationalisierbare Kriterien aufgestellt hat durch die autokratische Herrscher Wahlen zu ihren Gunsten beeinflussen können. Des Weiteren bietet der Artikel die theoretische Grundlage für die Ableitung meiner Forschungsfrage, welche lautet:
Wie kann es passieren, dass langjährige autokratische Herrscher in kompetitiven Wahlen scheinbar überraschend verlieren?
Diese soll durch die Durchführung eines Most Different Systems Designs beantwortet werden, in welchem ich die Fälle Nicaragua und die dortige Präsidentschaftswahl 1990 und Gambia mit der zugehörigen Wahl 2016 miteinander vergleichen will. Hierfür werde ich auf Basis von Jennifer Gandhis sechs Variablen Hypothesen aufstellen. Diese Variablen werden teilweise durch qualitative, teilweise durch quantitative Indikatoren gemessen. Die quantitativen Indikatoren bietet Varities of Democracy, die qualitativen Indikatoren werden durch Aussagen in den verwendeten Falltexten überprüft. Anschließend soll durch die Darstellung der verschiedenen Kontexte der Fälle das Untersuchungsdesign begründet aufgestellt werden, um die Analyse der einzelnen Indikatoren für die Fälle durchzuführen. Schließlich soll ein Fazit mit konkreter Beantwortung der Fragestellung und kurzem Ausblick, sowie kritischer Reflexion folgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der kompetitiv elektoralen Autokratien ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie das beabsichtigte methodische Vorgehen.
2. Theorie und Hypothesen: Hier werden die sechs Strategien zur autokratischen Machterhaltung nach Jennifer Gandhi theoretisch hergeleitet und in operationalisierbare Hypothesen überführt.
3. Operationalisierung: In diesem Teil werden die theoretischen Variablen mit quantitativen und qualitativen Indikatoren verknüpft, um für die empirische Analyse messbar zu werden.
4. Rahmenhistorie und Kontext: Dieses Kapitel liefert den historischen Hintergrund zu den Fällen Gambia und Nicaragua und begründet die Fallauswahl für den Vergleich.
5. Untersuchungsdesign: Hier wird der methodische Ansatz des "Most Different Systems Design" (MDSD) erläutert und auf die vorliegende Fragestellung angewendet.
6. Analyse: Dieses Kapitel prüft die aufgestellten Hypothesen anhand der gewählten Fallbeispiele und wertet die Rolle der verschiedenen Variablen beim Wahlausgang aus.
7. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und reflektiert kritisch die Ergebnisse sowie die methodischen Limitationen der Untersuchung.
8. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und Internetquellen aufgeführt.
Schlüsselwörter
Autokratien, Wahlen, Most Different Systems Design, Jennifer Gandhi, Gambia, Nicaragua, Wahlniederlage, Machterhaltung, Demokratisierungswelle, Politische Institutionen, Opposition, Repression, Wahlbetrug, V-Dem, Politische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Bedingungen, unter denen autokratische Herrscher in kompetitiven Wahlsystemen ihre Macht verlieren können, obwohl sie über weitreichende Kontrollinstrumente verfügen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf den Instrumenten autokratischer Regimestabilität wie Medienkontrolle, Repression, Wahlbetrug und institutioneller Manipulation, sowie deren Wirksamkeit in Praxisbeispielen.
Was ist das Ziel oder die Kernforschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Wie kann es passieren, dass langjährige autokratische Herrscher in kompetitiven Wahlen scheinbar überraschend verlieren?
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Beantwortung genutzt?
Die Arbeit nutzt ein "Most Different Systems Design" (MDSD), bei dem zwei kontextuell sehr unterschiedliche Fälle mit identischem Ausgang verglichen werden.
Was ist Gegenstand des Hauptteils?
Im Hauptteil werden die Theorie von Jennifer Gandhi operationalisiert, die historischen Kontexte von Nicaragua (1990) und Gambia (2016) dargestellt und ein systematischer Vergleich der Variablen durchgeführt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Kritische Begriffe sind unter anderem "kompetitive Autokratie", "Wahlniederlage", "Machterhaltung", "Operationalisierung" und spezifische Analysemethoden wie die Daten von V-Dem.
Warum wurden gerade Gambia und Nicaragua als Fallbeispiele gewählt?
Diese Fälle wurden gewählt, da sie in völlig unterschiedlichen Kontexten stattfanden, aber dennoch das gleiche Ergebnis – den Machtverlust des Amtsinhabers nach einer Wahl – produzierten.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Machtverluste?
Der Autor schließt, dass Autokraten insbesondere dann eine Wahl verlieren, wenn sie die Opposition nicht erfolgreich spalten können und keinen systematischen Wahlbetrug durchsetzen können.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2021, Wahlen in Autokratien. Warum verlieren autokratische Herrscher kompetitive Wahlen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355343