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Wiener Aktionismus: Die frühen Aktionen von Günter Brus

Körperbemalung der Ana, Selbstbemalung 1 und Selbstverstümmelung

Title: Wiener Aktionismus: Die frühen Aktionen von Günter Brus

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 21 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefan Möller (Author)

Art - Installation / Action/Performance Art / Modern Art
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit soll es sein, die frühen aktionistischen Arbeiten von Günter Brus zu untersuchen. Die Schwierigkeiten, die sich dabei ergeben, werden bereits im Eingangszitat von Günter Brus deutlich. Unter dem kunsthistorischen Oberbegriff Wiener Aktionismus werden die Arbeiten verschiedener Künstler zusammengefasst, deren Gemeinsamkeit vor allem im radikalen Bruch mit den zeitgenössischen Tendenzen der Kunst, ebenso wie der gesellschaftlichen Normen, zu finden sind. Mit Ausnahme von Nitsch, der Mitte der 80er Jahre die „Theorie des O.M. Theaters“ schriftlich fixierte, stellten die Wiener Aktionisten kein theoretisches System zu ihrer Arbeit auf. Die Aktionisten entzogen sich jeglicher kunsthistorischen Theorie oder anders gesagt: der Wiener Aktionismus wird durch die Beschreibung zu dem gemacht, „was er weder war noch sein wollte; er wird nachträglich in eine kulturelle Ordnung überführt, zu deren Subversion er angetreten war.“ Ausgehend von einigen kurzen Überlegungen zur zeitgenössischen Situation in Österreich und dem Versuch der Beschreibung von drei Aktionen, werden die zentralen Begriffe Sprache und Körper eingehender untersucht werden. Hierbei wird sich immer wieder die Verbindung zur Thematik des Schmerzes ergeben, der in den frühen Aktionen noch kein realer war, sondern symbolisch und metaphorisch angedeutet und verwendet wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Wiener Aktionismus

3 Künstlerische Biographie Günter Brus

4 Die Aktionen

4.1. Ana

4.2. Selbstbemalung 1

4.2.1. Herkunft der Aktion aus der Malerei

4.3. Selbstverstümmelung

5 Sprachbegriff bei Brus

5.1. Die Wiener Gruppe

5.2. Sprachbegriff der WA

6. Körper

7. Aktion

8. Schmerz

9. Epilog

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel dieser Arbeit ist eine tiefgehende Untersuchung der frühen aktionistischen Arbeiten von Günter Brus, wobei insbesondere die Transformation der Malerei in den Körper als Ausdrucksmedium und die damit verbundenen gesellschaftlichen sowie ästhetischen Grenzüberschreitungen analysiert werden.

  • Die Entwicklung von der bildnerischen Malerei zur radikalen Körperaktion.
  • Die Auseinandersetzung mit den Begriffen Körper, Sprache und Schmerz im Kontext des Wiener Aktionismus.
  • Die Untersuchung der Rolle von Öffentlichkeit und staatlicher Repression als Reaktion auf aktionistische Praktiken.
  • Die kunsthistorische Einordnung der Aktionen "Ana", "Selbstbemalung 1" und "Selbstverstümmelung".

Auszug aus dem Buch

4.2.1. Herkunft der Aktion aus der Malerei

„Selbstbemalung ist die Weiterentwicklung der Malerei. Die Bildfläche hat ihre Funktion als alleiniger Ausdrucksträger verloren. Sie wurde zum Ursprung, zur Wand, zum Objekt, zum Lebewesen, zum menschlichen Körper zurückgeführt. Durch die Einbeziehung meines Körpers als Ausdrucksträger entsteht als Ereignis ein Geschehen, dessen Ablauf die Kamera festhält und der Zuschauer miterleben kann.“

Die Selbstbemalung ist für Brus das spezifische Merkmal, welches sich am konsequentesten in seinem aktionistischen Schaffen durchgesetzt hat. Als Brus 1964 erstmals eine Selbstbemalung durchführte, war die klassische Ontologie der Kunst, wo Skulptur für Sein, Malerei für Schein stand, die Kunst insgesamt Schein war, durchbrochen.

Der Identitätskonflikt zwischen malerischer und realer Existenz war in der Kunst bereits thematisiert wurden. Der Konflikt hatte mit Action Painting begonnen, hier wurde erstmals das Problem der außermalerischen und außerkünstlerischen Wirklichkeit akut, indem der Maler sich selbst, wenn auch nur in Spuren, in den Mittelpunkt des Bildes setzte. Durch die Verbindung des Malers mit dem Bild während des Malprozesses fanden Spuren der Wirklichkeit Eingang in das Tafelbild. Der Ausstieg aus dem Bild in die Realität geschah also ursprünglich durch die Einbeziehung des Malers in das Tafelbild durch den Malakt selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die frühen aktionistischen Werke von Günter Brus und die Schwierigkeiten ihrer kunsthistorischen Einordnung sowie Dokumentation.

2 Der Wiener Aktionismus: Es werden die Ursprünge, Einflüsse und die kulturhistorische Situation Österreichs um 1960 als Entstehungshintergrund des Wiener Aktionismus erläutert.

3 Künstlerische Biographie Günter Brus: Dieser Abschnitt zeichnet den Weg von Brus' Anfängen in der klassischen Malerei bis hin zum Übergang zu informellen und schließlich aktionistischen Arbeitsweisen nach.

4 Die Aktionen: Eine detaillierte Analyse der Aktionen "Ana", "Selbstbemalung 1" und "Selbstverstümmelung", die den Kern von Brus' Körperkunst bilden.

5 Sprachbegriff bei Brus: Die Arbeit beleuchtet die Verbindung zwischen der österreichischen Tradition der Sprachskepsis und der Ablehnung sprachlicher Institutionen durch den Künstler.

6. Körper: Hier wird der Körper als Raum und Arbeitsmaterial in der aktionistischen Praxis theoretisch analysiert.

7. Aktion: Es wird untersucht, wie die Aktion als schockartige, unmittelbar perzipierte Erfahrung die Trennung von Kunst und Leben aufzuheben versucht.

8. Schmerz: Dieses Kapitel behandelt den Schmerz als subjektive Erfahrung, die sich der Sprache entzieht und in Brus' Arbeit eine radikale Funktion einnimmt.

9. Epilog: Abschließende Betrachtung zur Radikalität des Wiener Aktionismus und seinem bleibenden Einfluss auf die zeitgenössische Kunst.

Schlüsselwörter

Wiener Aktionismus, Günter Brus, Körperkunst, Selbstbemalung, Selbstverstümmelung, Sprachskepsis, Aktion, Schmerz, Perzeption, Grenzüberschreitung, Körper als Medium, Malerei, Provokation, Österreichische Avantgarde, Performance.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die frühen aktionistischen Arbeiten von Günter Brus im Kontext des Wiener Aktionismus und analysiert, wie der Künstler die Malerei durch die Einbeziehung des eigenen Körpers radikal transformierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Übergang von der Malerei zur Aktion, die Auseinandersetzung mit der eigenen Körperlichkeit, die Sprachskepsis der Wiener Moderne sowie das Verhältnis zwischen Kunst, Schmerz und gesellschaftlichen Normen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den aktionistischen Prozess von Günter Brus zu entschlüsseln, insbesondere wie er den Körper zum ausschließlichen Ort des künstlerischen Geschehens machte und damit die traditionellen Grenzen der bildenden Kunst überschritt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine kunsthistorische Analyse, die dokumentarische Belege (wie Aktionen und Partituren) mit theoretischen Konzepten (u.a. Foucaults Diskursanalyse und Konzepte der Wiener Gruppe) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die spezifischen Aktionen "Ana", "Selbstbemalung 1" und "Selbstverstümmelung" detailliert analysiert, gefolgt von einer theoretischen Untersuchung des Körper- und Sprachbegriffs bei Brus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wiener Aktionismus, Körperkunst, Selbstentleibung, Sprachskepsis, Provokation und Grenzüberschreitung charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Schmerz in den frühen Aktionen von Brus?

Der Schmerz dient bei Brus zunächst als symbolisches und metaphorisches Element, entwickelt sich jedoch zu einer radikalen Selbsterfahrung, die eine Grenze des Ausdrucks markiert, die schließlich zum Ende seiner aktionistischen Phase führt.

Wie verhält sich die Aktion zur staatlichen Ordnung und Öffentlichkeit?

Die Aktionen fungieren oft als Provokation gegenüber gesellschaftlichen Normen. Während private Aktionen ungestört blieben, führten öffentliche Aktionen wie "kunst und revolution" zu direkten Konflikten mit der Polizei und zu Gerichtsverfahren.

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Details

Title
Wiener Aktionismus: Die frühen Aktionen von Günter Brus
Subtitle
Körperbemalung der Ana, Selbstbemalung 1 und Selbstverstümmelung
College
University of Leipzig  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Schmerz in der Kunst nach 1960
Grade
2
Author
Stefan Möller (Author)
Publication Year
2002
Pages
21
Catalog Number
V13555
ISBN (eBook)
9783638191852
ISBN (Book)
9783638842082
Language
German
Tags
Wiener Aktionismus Aktionen Günter Brus Schmerz Kunst
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Möller (Author), 2002, Wiener Aktionismus: Die frühen Aktionen von Günter Brus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13555
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