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Das bürgerliche Trauerspiel. Eine Gattungsbestimmung anhand von Lessings "Emilia Galotti" und "Miss Sara Sampson"

Title: Das bürgerliche Trauerspiel. Eine Gattungsbestimmung anhand von Lessings "Emilia Galotti" und "Miss Sara Sampson"

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit versucht die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels historisch einzuordnen und anhand von „Emilia Galotti“ und „Miss Sara Sampson“ eine Entwicklung festzustellen. Einzelne historische Aspekte sollen in den Stücken belegt werden, um deutlich zu machen, wie Lessing sie in seinen Dramen verhandelt. Ziel der Arbeit ist es, eine historische und literaturwissenschaftliche Bestimmung des bürgerlichen Trauerspiels vorzunehmen und jenen Begriff somit von zwei Seiten zu beschreiben.

Das bürgerliche Trauerspiel markierte im 18. Jahrhundert nicht nur einen Bruch mit der bisherigen antiken oder französischen Tradition des Dramas, sondern war darüber hinaus Produkt und Ausgangspunkt für eine neue Kultur. Das bürgerliche Trauerspiel fungierte zu seiner Zeit als Spiegelung einer kulturellen Veränderung und trieb gleichzeitig jene Veränderung weiter voran.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Bürgerliche Trauerspiel - eine historische Einordnung

2.1 Die Delegitimation des Adels

2.2 Das Bürgertum

2.3 Das Bürgerliche Trauerspiel und das Bürgertum

2.4 Lessings Dramentheorie

3 Von „Miss Sara Sampson“ bis „Emilia Galotti“ - eine Analyse der Veränderungen

3.1 Miss Sara Sampson - das Bürgertum und die Familie

3.2 Emilia Galotti - der Ständekonflikt

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das bürgerliche Trauerspiel als Gattung historisch einzuordnen und dessen Entwicklung anhand von Gotthold Ephraim Lessings Dramen „Emilia Galotti“ und „Miss Sara Sampson“ nachzuzeichnen, um den gesellschaftlichen Wandel und den Ständekonflikt des 18. Jahrhunderts zu analysieren.

  • Historische Einordnung des bürgerlichen Trauerspiels im Kontext der Aufklärung
  • Untersuchung der Delegitimation des Adels gegenüber dem erstarkenden Bürgertum
  • Analyse von Lessings Dramentheorie und deren Bezug zur moralischen Verbesserung durch Theater
  • Gattungsspezifische Untersuchung der Figurenkonstellation und Tragikfähigkeit
  • Vergleich der Ständekonflikte in „Miss Sara Sampson“ und „Emilia Galotti“

Auszug aus dem Buch

3.2 Emilia Galotti - der Ständekonflikt

In Emilia Galotti wandelt sich nun auch der Fokus der Handlung hin zum Konflikt zwischen dem Stand des Adels und der aufkommenden Klasse des Bürgertums. Nachdem die Tugenden, die es als anständige Bürger zu erlernen gilt, in „Miss Sara Sampson“ verhandelt und dargestellt wurden, rückt dieses Thema 20 Jahre später in den Hintergrund. In „Emilia Galotti“ beansprucht das Bürgertum eine eigene, für sich stehende Stellung in der Gesellschaft. Tugend- und Geburtsadel sollen gleichgestellt werden, was im Falle von „Emilia Galotti“ bedeutet, dass Ehen geschlossen werden. Hier tritt das sich entwickelnde Bürgertum nun offen gegen den Adel an und lehnt sich nun auch ganz deutlich gegen ihn auf.

Erkennbar wird dieses bereits an grundlegenden Elementen in der Exposition und der Handlung. Der Prinz Hettore Gonzaga öffnet zu Beginn des Stückes Briefe mit Bittschriften verschiedenster Menschen. Ganz im Sinne des adeligen Habitus entscheidet der Prinz nur anhand der seit Geburt feststehenden Form - dem Namen. Die Bittschrift einer Emilia wird bewilligt, nur weil sie denselben Vornamen wie Emilia Galotti trägt. Das Geburtsrecht im Sinne eines guten Namens ist hier also von Anfang an Thema des Stückes. Der Adel bleibt also vollständig in den ihm Macht bringenden Strukturen.

Deutlicher wird der Konflikt auf der Seite der Familie Galotti. Ein pensionierter Oberst, Odoardo Galotti, zog mit seiner Familie auf ein Landgut außerhalb der Stadt. Möglichst weit weg von dem Adel und dessen Position in den großen Städten möchte der Oberst eine größtmögliche Privatsphäre erreichen. Hier zeichnet sich bereits die später das Bürgertum auszeichnende Unterteilung von öffentlich und privat ab. Das Bürgertum legt demnach nicht nur Wert auf Rollen und Formen, die es zu erlernen gilt, sondern unterscheidet auch ganz klar, wo und wann diese gespielt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung steckt den kulturellen und historischen Kontext der Epoche ab und definiert das Ziel der Arbeit, die Gattung des bürgerlichen Trauerspiels mittels Lessings Dramen zu bestimmen.

2 Das Bürgerliche Trauerspiel - eine historische Einordnung: Dieses Kapitel erläutert die gesellschaftlichen Umbrüche durch die Aufklärung, den Bedeutungsverlust des Adels und den Aufstieg des Bürgertums sowie dessen Auswirkungen auf das Theater.

2.1 Die Delegitimation des Adels: Hier wird der historische Prozess beschrieben, in dem der Adel durch die Aufklärung seine unanfechtbare Legitimation durch das Gottesgnadentum verlor.

2.2 Das Bürgertum: Dieses Kapitel analysiert das Bürgertum als neue gesellschaftliche Klasse, die sich statt über Geburt primär über Tugend und eigene Leistung definiert.

2.3 Das Bürgerliche Trauerspiel und das Bürgertum: Es wird die Verbindung zwischen der neuen Gattung und ihrem bürgerlichen Publikum beleuchtet, wobei das Stück „Der Kaufmann von London“ als Referenz dient.

2.4 Lessings Dramentheorie: Lessings Ziel, das Publikum durch emotionale Identifikation mit bürgerlichen Charakteren moralisch zu verbessern, steht hier im Mittelpunkt.

3 Von „Miss Sara Sampson“ bis „Emilia Galotti“ - eine Analyse der Veränderungen: Dieser Abschnitt vergleicht die Herangehensweise Lessings in zwei seiner zentralen Werke hinsichtlich der Darstellung von Ständekonflikten.

3.1 Miss Sara Sampson - das Bürgertum und die Familie: Analyse der bürgerlichen Empfindsamkeit und der noch impliziten Kritik am Adel innerhalb des häuslichen Rahmens in diesem Stück.

3.2 Emilia Galotti - der Ständekonflikt: Hier wird der direkte, offene Konflikt zwischen dem Bürgertum und dem adeligen Machtapparat und die Radikalisierung bürgerlicher Erziehung behandelt.

4 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, wonach das bürgerliche Trauerspiel als Analogie für den gesellschaftlichen Emanzipationsprozess des Bürgertums im späten 18. Jahrhundert fungiert.

Schlüsselwörter

Bürgerliches Trauerspiel, Aufklärung, Gotthold Ephraim Lessing, Ständekonflikt, Emilia Galotti, Miss Sara Sampson, Tugendadel, Gottesgnadentum, Empfindsamkeit, Literaturgeschichte, Theaterwissenschaft, Emanzipation, Privatsphäre, Drama, Moral

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Gattungsbestimmung des bürgerlichen Trauerspiels im 18. Jahrhundert und analysiert, wie Gotthold Ephraim Lessing gesellschaftliche Umbrüche in seinen Stücken thematisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel von der Adelsherrschaft zum Bürgertum, die Rolle der Tugend, die Bedeutung der Empfindsamkeit im Theater sowie die Entwicklung der Dramentheorie bei Lessing.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das bürgerliche Trauerspiel historisch einzuordnen und anhand eines Vergleichs von „Emilia Galotti“ und „Miss Sara Sampson“ eine Entwicklungslinie in der Darstellung des Ständekonflikts festzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit einer dramaturgischen Interpretation der ausgewählten Primärtexte kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung des geschichtlichen Kontextes und eine vergleichende Analyse der beiden Dramen Lessings hinsichtlich ihrer Figuren und der Art der Konfliktdarstellung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie bürgerliches Trauerspiel, Aufklärung, Ständekonflikt, Tugendempfinden und Lessings Dramentheorie charakterisiert.

Wie unterscheidet sich Marwood in „Miss Sara Sampson“ von anderen Figuren?

Marwood fungiert laut der Analyse als Metafigur, die den alten Hofadel und dessen Verhaltensmuster verkörpert, während sie gleichzeitig die bürgerliche Tugendauffassung in Kontrast dazu setzt.

Welche Bedeutung hat der „Schatten der Tugend“ in „Emilia Galotti“?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass bürgerliche Tugendhaftigkeit eine fragile Angelegenheit ist, die durch den Kontakt zur städtischen Umwelt ständig in Gefahr gerät, was letztlich zu einer lebensfeindlichen Radikalisierung der Erziehung führt.

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Details

Title
Das bürgerliche Trauerspiel. Eine Gattungsbestimmung anhand von Lessings "Emilia Galotti" und "Miss Sara Sampson"
College
University of Cologne
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2021
Pages
15
Catalog Number
V1355602
ISBN (PDF)
9783346867902
ISBN (Book)
9783346867919
Language
German
Tags
Emilia Galotti Miss Sara Sampson bürgerliches Trauerspiel Lessing
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2021, Das bürgerliche Trauerspiel. Eine Gattungsbestimmung anhand von Lessings "Emilia Galotti" und "Miss Sara Sampson", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355602
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