Die Literatur zur Kulturförderung an Theaterbetrieben betrachtet die professionellen Betriebsformen. Über ein Jahrzehnt Praxis an Amateurtheatern und freien Theatern ohne feste Spielstätte prägten die Herangehensweise an diese Untersuchung. Erstmalig wurde der Einsatz von Fundraisinginstrumenten am Amateurtheater mit denen an professionellen Theaterbetrieben in einer Arbeit beschrieben. Die Darstellung des Fundraising wurde hierbei bewusst allgemein gehalten.
Vielmehr als bisher sollte sich die Literatur mit den nicht professionell betriebenen Kulturbetrieben befassen um gerade die hier generierten Wertschöpfungen darzustellen. Hierzu soll dieses Buch einen grundlegenden Beitrag leisten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Fragestellung
2 Mittel zur Finanzierung von Theaterbetrieben
2.1 Eigenmittel
2.2 Öffentliche Fördermittel
2.2.1 Finanzierungsformen
2.2.2 Finanzierungsmittel
2.3 Drittmittel
2.3.1 Stiftungen
2.3.2 Public-Private-Partnership
2.3.3 Fundraising
3 Fundraising
3.1 Herkunft und Entwicklung in Deutschland
3.2 Begriffsbestimmung
3.3 Methoden des Fundraising
3.3.1 Förderverein
3.3.2 Spendenbeschaffung
3.3.3 Sponsoring
3.3.4 Weitere Fundraisinginstrumente
3.4 Fundraisingmanagement
3.4.1 Grundlagen für wirksames Fundraising
3.4.2 Fundraisingstrategie
3.4.3 Kommunikationspolitik
3.4.4 Steuerliche Aspekte
4 Darstellung der Theaterlandschaft
5 Umfrage unter Theaterbetrieben
5.1 Methodenwahl und Verlauf der Erhebung
5.2 Auswahl der Theaterbetriebe
5.3 Umsetzung am Amateurtheater
5.3.1 Betriebliche Grundlagen
5.3.2 Haushaltssituation
5.3.3 Fundraising
5.4 Umsetzung am Privattheater
5.4.1 Betriebliche Grundlagen
5.4.2 Haushaltssituation
5.4.3 Fundraising
5.5 Umsetzung am Öffentlichen Theater
5.5.1 Betriebliche Grundlagen
5.5.2 Haushaltssituation
5.5.3 Fundraising
6 Auswertung und Diskussion der Ergebnisse
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Einsatz von Fundraising als Finanzierungsinstrument an unterschiedlichen Theaterbetriebsformen zu untersuchen und zu analysieren, ob und wie Kulturbetriebe durch Fundraising auf die sinkende Unterstützung der öffentlichen Hand reagieren können. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwiefern Fundraising generell für Theater anwendbar ist und ob die Betriebe ihre Möglichkeiten in diesem Bereich ausschöpfen.
- Methoden der Mittelbeschaffung für Theaterbetriebe (Eigenmittel, Öffentliche Fördermittel, Drittmittel)
- Grundlagen und Definitionen des Fundraising sowie Instrumente wie Fördervereine und Sponsoring
- Fundraisingmanagement, Strategieentwicklung und rechtlich-steuerliche Rahmenbedingungen
- Empirische Untersuchung des Fundraising-Einsatzes an Amateur-, Privat- und öffentlichen Theatern im Raum Freiburg
- Vergleichende Analyse der Betriebstypen und deren Kapazitäten für Fundraising-Aktivitäten
Auszug aus dem Buch
3.3.3 Sponsoring
Im Gegensatz zu anderen Methoden im Rahmen des Fundraising ist Sponsoring eine Methode die nur durch einen Leistungsaustausch der Sponsorpartner zu Stande kommt. Sämtliche Aktivitäten und Leistungen welche zur Förderung eines Theaterbetriebes beitragen sind Inhalt des Sponsorings. (vgl. Bruhn, 2003, S.5.). Beim Leistungsaustausch, welcher zwischen dem Sponsor und dem Gesponsertem stattfindet, wird in zwei Leistungsebenen unterschieden. Die erste Kategorie ist eine materielle, deren Wert am besten zu beziffern ist, die Zweite ist die immaterielle, dessen Wert ermittelt werden muss (vgl. ebd., S.201ff.). Sponsoring stellt für beide Parteien ein innovatives Kommunikationsinstrument dar. Hierdurch können kurzfristige, langfristige sowie strategische Veränderungen im Umfeld des Mittelempfängers oder Förderers im Rahmen des Marketings erreicht werden.
Leistungen des Sponsors
Finanzielle Mittel müssen nicht immer Gegenstand der Sponsorenleistungen sein. Es existiert eine Vielzahl von Sach- und Dienstleistungen, die für den Gesponserten von mindestens gleicher Bedeutung sind. Ausstattungsmöglichkeiten für Requisiten und Kostüme, Bereitstellung von Räumlichkeiten, Einbindung in Werbe- ,PR-Leistungen und Mailing, Übernahme von Transport- und Logistikleistungen, Versicherungsleistungen sowie Übernahme von Stipendien für Nachwuchskünstler gehören zu dem Inhalt des Leistungskatalogs welches der Förderer dem Leistungsempfänger zukommen lässt.
Gegenleistungen des Gesponserten
Der Gegenwert der Leistungen des Gesponserten bemisst sich an Erfahrungswerten oder ist Verhandlungssache. Wobei Freikartenkontingente, Exklusivvorstellungen für Kunden und Mitarbeiter, Merchandisingmöglichkeiten, Produktplacement, Namensnennung, Abbildung von Werbung auf Drucksachen, wie Plakaten und Programmheften, nur einige Möglichkeiten von Gegenleistungen darstellen. Das Leistungsangebot des Gesponserten bietet meist eine breitere Palette an Möglichkeiten an als die Leistung des Sponsors.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Fragestellung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung von Fundraising für Theater als Reaktion auf sinkende öffentliche Subventionen und definiert den Untersuchungsrahmen.
2 Mittel zur Finanzierung von Theaterbetrieben: Dieses Kapitel klassifiziert die Finanzierungsquellen in Eigenmittel, öffentliche Fördermittel und Drittmittel sowie deren spezifische Rahmenbedingungen.
3 Fundraising: Hier werden Definitionen, methodische Instrumente wie Fördervereine und Sponsoring sowie das notwendige Management für ein wirksames Fundraising detailliert erörtert.
4 Darstellung der Theaterlandschaft: Es erfolgt eine Übersicht über die Vielfalt und Strukturen der deutschen Theaterlandschaft, um die Basis für die empirische Analyse zu schaffen.
5 Umfrage unter Theaterbetrieben: Dieses Kernstück dokumentiert die empirische Bestandsaufnahme des Fundraising-Einsatzes an drei konkreten Beispielen (Amateurtheater, Privattheater, öffentliches Theater).
6 Auswertung und Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Umfrage werden zusammengeführt, um Erfolgsfaktoren und Hindernisse beim Fundraising in den untersuchten Theaterbetrieben kritisch zu beleuchten.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer strategischen Integration von Fundraising unter Beachtung der künstlerischen Freiheit.
Schlüsselwörter
Fundraising, Theaterbetrieb, Kultursponsoring, Spendenbeschaffung, Förderverein, Kulturfinanzierung, Theatermanagement, Eigenmittel, Öffentliche Fördermittel, Öffentlichkeitsarbeit, Public-Private-Partnership, Gemeinnützigkeit, Marketingstrategie, Kulturpolitik, Drittmittelfinanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Relevanz und praktische Anwendung des Fundraising als ergänzende Finanzierungsquelle für Theaterbetriebe vor dem Hintergrund schwindender öffentlicher Gelder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themenfelder umfassen die Finanzierungsstrukturen von Theatern, die Methoden des Fundraising (Spenden, Sponsoring, Fördervereine) und die strategische Einbindung in das Management.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird analysiert, ob Fundraising als Instrument generell auf Kulturbetriebe anwendbar ist und ob die unterschiedlichen Theaterformen ihre diesbezüglichen Potenziale effektiv ausschöpfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Untersuchung anhand von Fallbeispielen, gestützt auf standardisierte Fragebögen und Beobachtungen bei drei unterschiedlichen Theaterbetrieben im Raum Freiburg.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der Finanzierungsformen, eine Beschreibung der Fundraising-Instrumente sowie die detaillierte Auswertung der Umfrageergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Fundraising, Kultursponsoring, Theatermanagement und Finanzierungsstrategien definieren.
Wie unterscheidet sich die Fundraising-Praxis an Amateurtheatern im Vergleich zu öffentlichen Theatern?
Amateurtheater setzen stärker auf ehrenamtliches Engagement und lokale Spenden, während öffentliche Theater komplexere, oft stabsgebundene Managementstrukturen für Sponsoring und Corporate-Identity-Aufbau benötigen.
Welche Bedeutung hat das Sponsoring für die künstlerische Freiheit der Theater?
Das Sponsoring bietet Chancen auf zusätzliche Mittel, darf jedoch laut der Arbeit nicht zur direkten Einflussnahme auf die künstlerische Programmgestaltung führen, um die kulturelle Integrität zu wahren.
- Quote paper
- Marc D. Sommer (Author), 2009, Fundraising an Theaterbetrieben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135565