Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age

Die Entwicklung der Landstände in Bayern

Schnaitbacher Urkunde und Ottonische Handfeste

Title: Die Entwicklung der Landstände in Bayern

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nico Bäro (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland scheint auf den ersten Blick eine verhältnismäßig junge Geschichte zu sein. Im europäischen Vergleich fällt bei der parlamentarischen Entwicklung der Blick zuerst auf England. Bereits 1257 sprach man dort von Parlamenten, einer Institution, die sich in ihren Grundzügen bis heute gehalten hat. Doch auch in den deutschen Landen gab es frühe Entwicklungen des Parlamentarismus an der Schwelle vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit. Ein Beispiel dafür bildet Bayern.
Der Bayerische Landtag stellt mit seiner fast 190-jährigen Geschichte eines der ältesten deutschen Parlamente dar. In der Entwicklung des europäischen Parlamentarismus steht er mit an der Spitze. Seine Anfänge reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die ersten Schritte dazu vollzogen sich in Ober- und Niederbayern. Anfang des 14. Jahrhunderts wurden in beiden Teilen des Landes von den lokalen Herrschern Urkunden manifestiert, die einen Teil der herrschaftlichen Macht in die Hände der so genannten Landstände oder auch Landschaften abgaben. In Oberbayern kam es 1302 zur Genehmigung einer einmaligen Steuer durch die oberbayerischen Stände nach Anerkennung des Steuerbewilligungsrechts durch die Herzöge Rudolf I. und Ludwig IV.. Neun Jahre später, am 5. Juni 1311, wurde auch in Niederbayern eine Urkunde unterzeichnet, die den Landständen Rechte und Privilegien zusicherte. In der Ottonischen Handveste bewilligen die niederbayerischen Stände dem Wittelsbacher Herzog Otto III. eine einmalige Steuer und bekamen dafür gleichzeitig eigene Rechte, vor allem die Niedergerichtsbarkeit, garantiert. Damit beginnt die eigentliche Entwicklung der bayerischen Stände in Ottos Regierungszeit. Gleichzeitig markiert die Ottonische Handveste den Beginn der parlamentarischen Geschichte Bayerns.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Schnaitbacher Urkunde 1302

3. Die Ottonische Handveste 1311

4. Die Entstehung der Landstände in Bayern

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursprünge des bayerischen Parlamentarismus an der Schwelle vom Mittelalter zur Frühen Neuzeit, mit einem Fokus auf die Schnaitbacher Urkunde (1302) und die Ottonische Handveste (1311) als fundamentale Dokumente für die Rechte der Landstände.

  • Historische Entwicklung der bayerischen Landstände
  • Die Rolle finanzieller Notlagen der Herzöge bei der Privilegiengewährung
  • Der Übergang von der unmittelbaren zur mittelbaren Herrschaft durch die Hofmarken
  • Die Bedeutung der Schnaitbacher Urkunde und der Ottonischen Handveste als "Magna Charta" Bayerns
  • Die Institutionalisierung der Stände als politischer Machtfaktor

Auszug aus dem Buch

Die Ottonische Handveste 1311

Ähnlich wie in Oberbayern entwickelte sich die Situation zu Beginn des 14. Jahrhundert auch in Niederbayern, das zum damaligen Zeitpunkt von Otto III. (1261-1312) regiert wurde. Auch Otto III. stammte aus dem Geschlecht der Wittelsbacher. Er war von 1290 bis 1312 Herzog von Niederbayern und als Béla V. von 1305 bis 1307 ungarischer König. Sein Vater war Herzog Heinrich XIII., sein Großvater Herzog Otto II. von Bayern. Über seine Mutter Elisabeth von Ungarn hatte er Anspruch auf den ungarischen Thron. Otto wurde nach einer von seinem Vater herbeigeführten Vereinbarung 1290 alleiniger Herrscher Niederbayerns und auch als seine Brüder Ludwig III. und Stephan I. seit 1294 mitregierten, ordneten sich diese seinem Befehl unter.

Sein besonderes Interesse galt dem Erwerb der Steiermark. Aus diesem Grund verfolgte er eine anti-habsburgische Politik. Nachdem ihm bereits 1301 die Stephanskrone angeboten worden war, die er aber wegen der problematischen innenpolitischen Lage Ungarns ablehnte, wurde er schließlich 1305 in Stuhlweißenburg als Béla V. zum ungarischen König gekrönt. Letztlich scheiterten jedoch sowohl seine Ungarn- als auch seine Österreichpolitik am Widerstand der Habsburger und wegen finanzieller Probleme verlor er in Niederbayern gegenüber dem Adel an Einfluss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel verortet den bayerischen Parlamentarismus historisch und führt in die Bedeutung der Schnaitbacher Urkunde und der Ottonischen Handveste als frühe Meilensteine ein.

2. Die Schnaitbacher Urkunde 1302: Es wird die finanzielle Zwangslage der Herzöge beschrieben, die zur Anerkennung erster Steuerbewilligungsrechte und zur Formierung des Adels als politisch handelnde Einheit führte.

3. Die Ottonische Handveste 1311: Das Kapitel analysiert die Handveste als umfassendes Dokument, das durch die Vergabe der Niedergerichtsbarkeit die Machtposition des Adels stärkte und die Grundlage für die spätere landständische Verfassung legte.

4. Die Entstehung der Landstände in Bayern: Abschließend wird der Zusammenschluss der drei Kurien (Prälaten, Adel, Städte/Märkte) dargelegt, der durch die ständige Notwendigkeit der Herzöge, Geld zu beschaffen, zu einem ernstzunehmenden politischen Machtfaktor heranwuchs.

Schlüsselwörter

Bayerische Landstände, Schnaitbacher Urkunde, Ottonische Handveste, Parlamentarismus, Wittelsbacher, Steuerbewilligung, Landesherrschaft, Hofmarken, Niedergerichtsbarkeit, Mittelalter, Verfassungsgeschichte, Adel, Geistlichkeit, Ständebildung, Einungsrecht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Anfänge der bayerischen Landstände und die Bedeutung zentraler Urkunden für die Entwicklung eines parlamentarischen Systems in Bayern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Machtverhältnisse zwischen den Wittelsbacher Herzögen und den Landständen, die Finanznot des Adels sowie die rechtliche Verankerung von Ständerechten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Entstehungsprozess der bayerischen Landstände durch die Ausstellung der Schnaitbacher Urkunde und der Ottonischen Handveste nachzuzeichnen und deren Bedeutung für die politische Partizipation aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Analyse von zeitgenössischen Urkunden sowie der Auswertung historischer Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den politischen Umständen in Ober- und Niederbayern, den spezifischen Inhalten der Urkunden von 1302 und 1311 sowie der Herausbildung der Landstände als Interessensvertretung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie bayerische Landstände, Schnaitbacher Urkunde, Ottonische Handveste, Steuerbewilligung und Verfassungsgeschichte charakterisieren.

Warum wird die Ottonische Handveste oft als "Magna Charta Bayerns" bezeichnet?

Aufgrund der Parallelen zur englischen Magna Charta, da sie grundlegende politische Freiheiten des Adels gegenüber dem Herrscher festschrieb und die Basis für die landständischen Rechte bildete.

Welche Rolle spielten die "Hofmarken" in der Entwicklung?

Die Hofmarken ermöglichten eine zunehmende mittelbare Regentschaft der Grundherren, was zur administrativen Dezentralisierung beitrug und ein Bindeglied zur kommunalen Selbstverwaltung darstellte.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Die Entwicklung der Landstände in Bayern
Subtitle
Schnaitbacher Urkunde und Ottonische Handfeste
College
University of the Federal Armed Forces München  (Historisches Institut)
Course
Seminar Stände- und Staatsbildung
Grade
1,3
Author
Nico Bäro (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V135571
ISBN (eBook)
9783640441914
ISBN (Book)
9783640441877
Language
German
Tags
Entwicklung Landstände Bayern Schnaitbacher Urkunde Ottonische Handfeste
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Bäro (Author), 2008, Die Entwicklung der Landstände in Bayern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135571
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  16  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint