Spiral Dynamics und AQAL in der Mediation

Ein integraler Ansatz mit einem Praxisfall


Masterarbeit, 2009
77 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

LITERATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

A. VORBEMERKUNGEN

B. EINFÜHRUNG IN SPIRAL DYNAMICS
I. GRUNDLAGEN
II. DIE ACHT WMEME — DIE ACHT STUFEN
III. EINSATZMÖGLICHKEITEN IN DER MEDIATION

C. EINFÜHRUNG IN KEN WILBERS AQAL-MODELL
I. GRUNDLAGEN
II. DIE VIER QUADRANTEN
III. EINSATZMÖGLICHKEIT IN DER MEDIATION

D. VORSTELLUNG EINES INTEGRIERTEN ANSATZES BEIDER MODELLE FÜR DEN EINSATZ IN DER MEDIATION
I. GRUNDÜBERLEGUNGEN
II. ENTWICKLUNG DES MODELLS
III. EINSATZMÖGLICHKEITEN IN DER MEDIATION

E. DARSTELLUNG DER EINSATZMÖGLICHKEITEN DES MODELLS AM BEISPIEL EINES KONKRETEN FALLES
I. VORBEMERKUNGEN
II. VORGESCHICHTE
III. DER KONFLIKT
i. Die Konfliktparteien 29
1. Leander — Der Teamleiter
2. Charis, Ture und Mian — Die „alten Hasen"
3. Bernward und Co. — Die „Neuen"
ii. Der Konfliktgegenstand 31
Inhaltsverzeichnis: II
IV. DIE KONFLIKTLÖSUNG
i. Wie ich von dem Konflikt erfuhr 31
ii. Warum ich letztlich in dem Konflikt vermittelte 32
iii. Wie ich den Konflikt beilegte 33
1. Vorgespräche
a. Charis
b. Die anderen „alten Hasen"
c. Leander
d. Resultate der Vorgespräche
2. Einzelgespräche, Dokumentation der Positionen
a. Charis
b. Ture
c. Mian
d. Leander
e. Resultat der Einzelgespräche, Einschätzung der Konfliktkompetenz der Beteiligten
aa. Charis
bb. Ture
cc. Mian
dd. Leander
3. Aufbauphase
a. Charis
b. Leander
c. Mian
d. Resultat der Aufbauphase
4. Einzelgespräche, Analyse der Positionen und Herausarbeiten der Motive und Interessen
a. Charis
aa. Einsatz bei Voxacom — Arbeitsplatz
bb. Reine Testerin ohne Zusatzaufgaben
b. Ture
c. Mian
d. Leander
e. Resultat der Einzelgespräche
5. Aufbau von Verständnis für die anderen Positionen und Motive durch Rollentausch und die Entwicklung
von Lösungsoptionen
a. Charis
b. Ture
c. Mian
d. Leander
6. Finden einer gemeinsamen Lösung für die Zukunft
7. Überprüfung der Qualität und Nachhaltigkeit der Lösung mittels AQAL
iv. Regelmäßige Erfolgskontrolle der Konfliktlösung
V. RESÜMEE

F. SCHLUSSBEMERKUNGEN

Literaturverzeichnis:

Bandler, Richard ! Grinder, John: Metasprache & Psychotherapie - Struktur der Magie I, Pa-derborn 2005 (zit.: Bandler ! Grinder, Magie I)

Bandler, Richard ! Grinder, John: Kommunikation & Veränderung - Struktur der Magie II, Pa-derborn 2001 (zit.: Bandler ! Grinder, Magie II)

Beck, Don Edward ! Cowan, Christopher C.: Spiral Dynamics - Leadership, Werte und Wandel, Bielefeld 2007 (zit.: Beck ! Cowan, Spiral Dynamics)

Dilts, Robert B.: Die Veränderung von Glaubenssystemen - NLP-Glaubensarbeit, Paderborn 1993 (zit.: Dilts, Veränderung)

Dilts, Robert B.: Professionelles Coaching mit NLP - Mit dem NLP-Werkzeugkasten geniale Lösungen ansteuern, Paderborn 2005 (zit.: Dilts, Coaching)

Grinder, John ! DeLozier, Judith: Der Reigen der Daimonen - Vorbedingungen persönlichen Genies, Paderborn 1995 (zit.: Grinder ! DeLozier, Daimonen)

Haft, Fritjof ! Schlieffen, Katharina Gräfin von: Handbuch der Mediation - Verhandlungstechnik Strategien Einsatzgebiete, 2. Auflage, München 2009 (zit.: Haft ! Schlieffen, Handbuch)

Ponschab, Reiner ! Schweizer, Adrian: Schlüsselqualifikationen - Kommunikation · Mediation

- Rhetorik · Verhandlung · Vernehmung, Köln 2008 (zit.: Ponschab ! Schweizer, Schlüsselqualifi-kationen)

Wilber, Ken: Eine kurze Geschichte des Kosmos, Frankfurt am Main 1997 (zit.: Wilber, Ge-schichte)

Wilber, Ken: Eros, Kosmos, Logos - Eine Jahrtausend-Vision, Frankfurt am Main 2001 (zit.: Wilber, Eros, Kosmos, Logos)

Wilber, Ken: Integrale Psychologie - Geist, Bewußtsein, Psychologie, Therapie, Freiamt 2001 (zit.: Wilber, Integrale Psychologie)

Literaturverzeichnis: IV

Wilber, Ken: Das Wahre, Schöne, Gute - Geist und Kultur im 3. Jahrtausend, Frankfurt am Main 2002 (zit.: Wilber, Das Wahre, Schöne, Gute)

Wilber, Ken: Integrale Spiritualität - Spirituelle Intelligenz rettet die Welt, München 2007 (zit.: Wilber, Integrale Spiritualität)

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

A. Vorbemerkungen

Die hier vorliegende praxisorientierte Arbeit vermittelt dem Leser einen integralen Ansatz aus Spiral Dynamics und AQAL für den Einsatz in der Mediation. Hierzu werden zunächst die bei-den grundlegenden Theorien Spiral Dynamics (B.) und AQAL (C.) vorgestellt. Diese notwendi-gerweise recht kurzen Vorstellungen vermitteln dem Leser die erforderlichen Grundkenntnisse für die nächsten Abschnitte; die weiterführenden Literaturhinweise ermöglichen dem interessier-ten Leser, sich ein tieferes Wissen zu erarbeiten. Der dann folgende Abschnitt (D.) entwickelt aus beiden Theorien einen integralen Ansatz und zeigt auf, wie sich dieser für die Medianten und den Erfolg des Mediationsverfahrens Gewinn bringend in der Mediation einsetzen lässt. Den eigentlichen Hauptteil der Arbeit bildet der anschließend vorgestellte Praxisfall (E.), der dem Leser aufzeigt, wie - in welchen Phasen und in welchen Konstellationen - der vorgestellte integrale Ansatz nun seine Wirkung entfalten kann. Um dies möglichst plastisch zu gestalten, wurde die auf einem tatsächlich von mir begleiteten Fall basierende Schilderung in Form einer Geschichte verfasst. Den Abschluss bilden einige Schlussbemerkungen (F.), die die möglichen Risiken beim Einsatz des integralen Ansatzes beleuchten.

B. Einführung in Spiral Dynamics

I. Grundlagen

Spiral Dynamics ist eine kultursoziologische Theorie, die Don Beck und Chris Cowan auf Basis der Arbeiten von Clare W. Graves[1], einem US-amerikanischen Psychologen, entwickelt haben. Graves hatte auf Basis von weltweit gesammelten Forschungsdaten aus den Jahren 1952 bis 1959 eine unter anderem als „The Emergent Cyclical Levels of Existence Theory"[2] (ECLET) bezeichnete Theorie entwickelt; diese geht davon aus, dass der Mensch in Folge der zwischen äußeren Bedingungen und innerem neuronalen System stattfindenden Interaktion neue bio-psycho-soziale Aktionssysteme bildet, die fähig sind, aufgetretene existenzielle Probleme zu lösen und zudem in der Lage sind, das neue Szenario zu verstehen. Beck und Cowan bezeich-nen diesen Zusammenhang als die Abfolge von „Neue Zeiten, neues Denken", was zum Aus-druck bringen will, dass neue Herausforderungen zu einer kontroversen, ja vielleicht sogar revo-lutionären Sicht der menschlichen Natur führen[3]. Graves Model der Ebenen der menschlichen Existenz setzen Beck und Cowan nun in Zusammenhang mit dem Konzept der „Meme", das durch den britischen Biologen Richard Dawkins[4] eingeführt und durch den Psychologen Mihaly Csikszentmihalyi[5] erweitert wurde. Der von Dawkins eingeführte Begriff der Meme ist als psy-chologisches Gegenüber zu den biochemischen Genen zu verstehen: was Gene für unsere biochemische DNA sind, sind Meme für unsere psychologische DNA. Danach umfassen Meme Verhaltensanweisungen, die von einer Generation an die nächste weitergegeben werden[6].

In Spiral Dynamics wird zudem noch ein wellenartiges Meta-Mem angenommen, ein „System" bzw. „Werte-Mem". Diese kurz als WMeme bezeichneten Meme sind Organisationsprinzipien, die auf die von Dawkins und Csikszentmihalyi beschriebenen, inhaltlich angereicherten Meme wie Attraktoren wirken. Nach Beck und Cowan strukturieren WMeme das Denken, die Wertesys-teme und die politische Form sowie Weltsichten ganzer Zivilisationen[7].

Die WMeme verfügen über fünf zentrale Eigenschaften[8]:

1. WMeme bringen die zentralen Intelligenzen zum Ausdruck, die Systeme bilden und menschli-ches Verhalten bestimmen.
2. WMeme beeinflussen alle Lebensentscheidungen.
3. WMeme bringen sowohl gesunde (verbessernde) als auch ungesunde (verschlechternde) Eigenschaften hervor.
4. WMeme sind Denkstrukturen.
5. WMeme können sich mit veränderten Lebensbedingungen verstärken oder abschwächen.

Eine Betrachtung dieser fünf Eigenschaften lässt erkennen, dass WMeme hiernach keine starren oder sich nur langsam verändernden Strukturen sind, vielmehr sind die WMeme ständig in Ver-änderung, egal, ob in einem einzelnen Menschen oder in gesellschaftlichen Strukturen. Auch existieren in einem Menschen mehrere WMeme nebeneinander, nicht nur das zuletzt erreichte[9]. Trotz dieser unbestreitbaren Koexistenz mehrerer WMeme lässt sich festhalten, dass bei einer Momentaufnahme einer Person häufig ein das Denken dominierendes WMem identifiziert wer-den kann, aber auch, dass eine Jahre später vorgenommene Momentaufnahme ein anderes WMem als dominierend wird aufzeigen können oder gerade keine Veränderung im Denken zei-gen kann[10].

Nach dieser kurzen Darstellung der Grundlagen von Spiral Dynamics soll nun eine Vorstellung der acht charakteristischen WMeme erfolgen, die bisher in Erscheinung getreten sind.

II. Die acht WMeme - Die acht Stufen

Nach Beck und Cowan sind bisher acht charakteristische WMeme in Erscheinung getreten, um die herum sich Ideen und Glaubensvorstellungen gruppieren[11].

Die folgenden Tabellen geben eine Übersicht über diese acht WMeme, wobei die erste Tabelle neben der grundlegenden Einführung der Bezeichnungen bzw. Farbcodes[12] auch einen groben Zeitrahmen für das erste Auftreten der WMeme sowie den geschätzten Anteil an der Bevölke-rung, bei dem das jeweilige WMem dominiert und eine Beschreibung der gesellschaftlichen Or-ganisationsstruktur in durch das jeweilige WMem beherrschten Gesellschaften, gibt. Der Fokus der ersten Tabelle ist damit eher global, während derjenige der zweiten eher auf Individuen ge-richtet ist. Die zweite Tabelle gibt dementsprechend Auskunft über die Form der Ich-Identität, den entwicklungspsychologischen Zeitpunkt des Inerscheinungtretens des WMems, das Grund-thema, welches Menschen im Zustand eines dominierenden WMems primär bewegt sowie An-trieb und Haupttätigkeit dieser Individuen.

Anzumerken bleibt, dass beide Tabellen nur einen kurzen Ausblick gewähren können, die erste auf der gesellschaftlich, historisch, globalen Ebene, die zweite auf der Ebene des Individuums. Eine umfassende Beschreibung der acht WMeme findet sich im dritten Teil des Buches von Beck und Cowan[13], dem interessierten Leser sei die Lektüre empfohlen, insbesondere wenn er eine praktische Anwendung in Erwägung zieht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[14]

Tabelle 1: Zusammenfassende Darstellung der WMeme[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Darstellung der acht Stufen im Hinblick auf das, was Personen im jeweiligen Zustand primär bewegt[16]

Bevor ein Blick auf die Einsatzmöglichkeiten in der Mediation geworfen wird, sei der geneigte Leser noch auf einige verbreitete Illustrationen im Anhang hingewiesen, die auf das spiralförmi-ge Emergieren der WMeme hinweisen, dem Spiral Dynamics seinen Namen verdankt.

Die Spirale hat zwei Pole, einen individuellen, einen Elitepol und einen gemeinschaftlichen, ei-nen Kollektivpol. Dies zeigt sich deutlich in den Eigenschaften der WMeme, wie sie in den Tabel-len 1 und 2 vorgestellt wurden. So sind die WMeme des warmen Farbspektrums[17] stets auf das Ich ausgerichtet und repräsentieren Selbstausdruck, unterteilen soziale Einheiten in Hierar-chien, während die WMeme des kühlen Farbspektrums[18] auf das Wir ausgerichtet sind, eine Repräsentation der Selbstaufopferung darstellen und Gruppen bilden, in denen Hierarchien verflachen und Ressourcen umverteilt werden[19].

In der Spirale entstehen die WMeme wellenförmig, dadurch gliedert sich das aktive Leben eines WMems in die drei Phasen: Eingangsphase, Höhepunkt und Ausgangsphase[20]. In diesem Zu-sammenhang soll noch auf die Bezeichnungen dieser Abschnitte hingewiesen werden, wie sie später im Praxisfall zur Anwendung kommen. Der Höhepunkt wird dadurch kenntlich gemacht, dass das jeweilige WMem allein in Großbuchstaben geschrieben wird (z. B. ORANGE); wird eine Eingangs- bzw. Ausgangsphase beschrieben, so wird dem in Großbuchstaben geschrie-benen WMem das WMem der Vorphase in Normalschrift voran bzw. das WMem der Folgephase hinten angestellt (z. B. Eingangsphase: Blau/ORANGE, Ausgangsphase: ORANGE/Grün). Bei der Beteiligung mehrerer WMeme, werden sie in ihrer relativen Bedeutung für die konkret unter-suchte Situation aufgeführt (z. B. ORANGE-ROT/Blau)[21].

III. Einsatzmöglichkeiten in der Mediation

Nach der Vorstellung der acht WMeme und einiger wichtiger Grundlagen bleibt noch die Frage zu beantworten, wie sich Spiral Dynamics in der Mediation einsetzen lässt.

Zunächst lässt sich hierzu sagen, dass auch Spiral Dynamics ein wirksames Hilfsmittel dabei ist, als Mediator effektiver kommunizieren zu können, denn wenn man erst erkannt hat, welches WMem einen Medianten gerade dominiert, kann man sich hierauf einstellen und somit Missver-ständnissen in der Kommunikation vorbeugen.

Neben diesem eher allgemeinen Anwendungsfeld lässt sich aber auch ein konkreterer Ansatz finden, wenn man einen Blick auf die klassischen Konfliktlösungsformen wirft und hinterfragt, welche WMeme mit welcher Konfliktlösungsform kompatibel sind. Klassischerweise lassen sich fünf bzw. sechs Konfliktlösungsformen unterscheiden, welche sich danach einteilen lassen, ob sie auf Macht, Recht oder Interessen basieren[22]. Ein Blick auf die WMeme bzw. auf deren Moti-vatoren lässt erkennen, dass nicht jedes WMem mit jeder Konfliktlösungsform kompatibel sein kann. Vielmehr lässt sich festhalten, dass Individuen auf den ersten drei Stufen nur Konfliktlö-sungsformen zugänglich sind, die auf Macht basieren, auf den zwei folgenden Stufen können die Konfliktlösungsformen auf Macht und Recht basieren. Will man hingegen, wie es in der Me­diation der Fall ist, Konflikte auf der Basis von Interessen lösen, so sind dem nur Individuen zugänglich, die bereits das grüne WMem oder ein höheres für sich erschlossen haben[23]. Eine grafische Darstellung der Zusammenhänge zeigt Tabelle 3.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[24]

Tabelle 3: Konfliktlösungsformen und WMeme im Zusammenhang

Hält man sich nun diesen Zusammenhang vor Augen, wird deutlich, dass Spiral Dynamics dem Mediator eine Hilfe bei der Methodenwahl sein kann, denn Medianten, die einer Konfliktlösung auf Basis von Interessen an sich noch nicht zugänglich sind, erfordern eine andere Methodik als Medianten, die ohnehin Interessenausgleich praktizieren. Auch kann Spiral Dynamics helfen, Fälle zu identifizieren, die einer Mediation nicht zugänglich sind, da die Konstellation aus den Beteiligten und ihrer fehlenden Akzeptanz für eine Lösung auf Basis von Interessen und dem Konfliktgegenstand eine Klärung durch Recht sprich eine juristische Lösung verlangen.

C. Einführung in Ken Wilbers AQAL-Modell

I. Grundlagen

Ken Wilber[25] ist US-amerikanischer Philosoph und gilt als einer der Hauptvertreter der integra-len Theorie, die als systematisches Modell für eine holistische Welterklärung verstanden wer-den kann; er ist zudem Autor zahlreicher Bestseller. Die Zielsetzung der integralen Theorie be-steht darin, durch die Integration von östlichen und westlichen Weltsichten sowie spirituellen Einsichten und wissenschaftlichem Denken eine umfassende Sicht des Menschen und der Welt zu entwickeln. Zentrale Grundannahme hierbei ist, dass es nicht darum geht, aus den vielfäl-tigsten Theorien, die in Wissenschaft, Kunst und Spiritualität existieren, die richtige auszuwäh-len, sondern vielmehr herauszuarbeiten, in welchem Kontext die Gesamtheit all dieser Theorien richtig sei, denn letztlich existieren sie ja bereits und sind zu einem großen Teil fundiert begrün-det, sodass sie nicht wirklich falsch, wohl aber unvollständig und nur ein Teil des Ganzen sein können. Die integrale Theorie befasst sich auch mit dem Menschen selbst, mit dem „Ich", sie stellt klar, dass das „Ich" die zentrale Instanz individueller Handlungsfähigkeit darstellt, konsta-tiert jedoch auch, dass es nicht die höchste Qualität menschlicher Handlungsfähigkeit offenbart. Vielmehr kann das „Ich" in einem komplexeren transpersonalen Selbst aufgehen, welches fähig ist, andere Wesen in das eigene Denken, Fühlen und Handeln einzubeziehen. Da eine umfas-sende Darstellung der integralen Theorie und insbesondere der Arbeit Wilbers, der in seinen Werken Ansätze zur Integration unterschiedlichster Wissenschaftsdisziplinen und Theorien entwickelt, den Rahmen bei Weitem sprengen würde, sei der interessierte Leser an dieser Stel-le auf die Literaturhinweise verwiesen[26].

Vielmehr soll nun die Entwicklung des AQAL-Modells in ihren Grundsätzen umrissen werden, um dann einen genaueren Blick auf dieses Modell werfen zu können. AQAL (sprich „ah-kwal") ist eine Abkürzung, die f•r „alle Quadranten, alle Level, alle Linien, alle Zustände und alle Ty-pen" steht. In Wilbers AQAL-Modell bilden diese fünf Kategorien die zentralen Elemente zur Navigation in der Welt für seinen Vorschlag einer integralen, umfassenden Karte der Wirklich-keit.

Bei der Darstellung dieses Modells wird insbesondere auf das häufig als Wilbers Hauptwerk bezeichnete „Eros, Kosmos, Logos" aus dem Jahre 1995 Bezug genommen, in dem Wilber eine Theorie von allem entwickelt. Hierzu befasst er sich vornehmlich mit Systemtheorien und Philo-sophiegeschichte, in welche er Erkenntnisse aus Biologie, Physik, Soziologie oder Psychologie, aber auch religiöse Gedanken und Elemente der Naturphilosophie einfließen lässt. Wilber stützt sich bei seinen Ausführungen unter anderem auf die Arbeiten und Ideen von Plotin[27], Meister Eckehart[28], Sri Aurobindo[29], Ideen des deutschen Idealismus, des Advaita Vedanta Hinduismus, des tibetischen Buddhismus, so wie Gedanken von Jean Gebser[30], Ervin Laszlo[31], Jürgen Ha-bermas[32], Jean Piaget[33], Arthur Lovejoy[34], Lawrence Kohlberg[35], Teilhard de Chardin[36], Clare W. Graves[37], Erich Jantsch[38], Charles Taylor[39] und Alfred North Whitehead[40]. Bei seiner Arbeit greift Wilber Ideen und Argumentationen auf, bestätigt sie zum Teil, analysiert sie jedoch auch kritisch und weist sie zum Teil als unvollständig oder mit Mängeln behaftet zurück.

Nun wollen wir bei unserer Betrachtung von Wilbers Theorie vom Kleinen zum Großen gehen und damit beginnen, woraus die Welt aufgebaut ist: Holone.

Mit dem Begriff Holon[41] greift Wilber einen von Arthur Koestler[42] geprägten Begriff auf, der ein Ganzes meint, das Teil eines Ganzen ist[43].

Für Wilber besteht die gesamte Welt, die gesamte Realität aus Holons und zwar unabhängig von ihrer Eigenschaft als Materie, Energie, Idee oder Prozess. Wilbers Definition von Holonen als Ganze/Teile kann als Synthese aus dem Atomismus, der davon ausgeht, dass die Welt aus letztlich nicht mehr teilbaren Ganzen besteht und dem Holismus, der davon ausgeht, dass alles nur Teile eines größeren Ganzen sind, verstanden werden; zur Verdeutlichung seien ein paar einfache Beispiele genannt, wobei anzumerken ist, dass diese Beispiele nur Ausschnitte aus der gesamten Kette darstellen, letztlich ließen sie sich in beide Richtungen weiter fortsetzen[44]:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jedem Holon werden von Wilber vier Grundeigenschaften zuerkannt, die sich in die beiden ho-rizontalen Kräfte - Agenz (Selbsterhaltung) und Kommunion (Selbstanpassung) - und die bei-den vertikalen Kräfte - Selbsttranszendenz und Selbstauflösung - aufteilen. Die Wirkung der vier Grundeigenschaften soll hier nicht weiter vertieft werden, da ihre Kenntnis für die weitere Darstellung nicht zwingend erforderlich ist, zur weiteren Vertiefung sei daher auf Wilber selbst verwiesen[45].

Wir wollen nun den nächsten Schritt gehen und uns den Holarchien zuwenden. Wie bereits zu-vor anhand der Ausschnitte aus den Ketten der Ganzen/Teile aufgezeigt, bilden Holone Syste-me sprich Holarchien[46]. Im Rahmen der Holarchien sind zunächst die beiden Begriffe Tie-fe/Höhe und Spanne einzuführen. Der Begriff Tiefe/Höhe bezieht sich auf die Position in der Kette, komplexere Holone haben hiernach eine größere Tiefe/Höhe als die Holone, aus denen sie bestehen. Da es von den komplexeren Holonen jedoch weniger geben kann als von den Holonen, aus denen sie bestehen, ist ihre Anzahl und somit auch ihre Spanne kleiner. Somit lässt sich festhalten, dass die Tiefe/Höhe eines Holons mit zunehmender Komplexität zunimmt, während seine Spanne abnimmt[47].

Es lässt sich ein weiterer Zusammenhang aufzeigen; lösen sich die Holone (z. B. Moleküle), aus denen ein Holon einer höheren Ebene besteht (z. B. Zelle), auf, so kann auch dieses Holon - und die noch höheren Holone - nicht länger existieren, löst sich hingegen das Holon der hö-heren Ebene (Zelle) auf, so existieren die Holone der niedrigeren Ebene (Moleküle) weiter fort. Wilber sagt daher, dass die Holone der höheren Ebene bedeutender, die Holone der niedrige-ren Ebenen hingegen grundlegender sind[48].

Höhere Ebenen der Evolution umfassen stets ihre niedrigeren Ebenen. Mit der beispielhaften Darstellung dieses Zusammenhangs sollen zudem einige weitere von Wilber durchgehend ver-wendete Begriffe eingeführt werden. So teilt Wilber die Evolution in drei große Bereiche bzw. Domänen ein, womit er einer auch von Laszlo, Jantsch und Murphy[49] vorgenommen Dreiteilung folgt. Diese drei Ebenen bezeichnet Wilber als Physiosphäre, Biosphäre und Noosphäre[50] und betont, dass diese Ebenen in inneren Wechselbeziehungen stehen und zusammen eine Große Kette des Seins bilden[51]. Wilber greift dann auf den von den Pythagoräern eingeführten Begriff „Kásmos" zuriick, der in seiner urspriinglichen Bedeutung alle Seinsbereiche erfasste, womit der Kósmos sowohl Physiosphäre (Kosmos) als auch Biosphäre (Bios) und Noosphäre (Nous) enthält. Zudem führt Wilber nun mit der Theosphäre (Theos) eine vierte — noch nicht emergierte — Ebene ein, die zum einen die anderen drei Ebenen umfasst, zum anderen aber auch nur Teil eines Ganzen, des Kósmos ist[52]. Im nächsten Abschnitt wird deutlich werden, dass sich diese großen Ebenen noch in kleinere Abstufungen aufteilen lassen, zunächst soll jedoch Abbildung 1 das Grundsätzliche, die Wechselbeziehungen der Ebenen, das Umfassen der niedrigeren durch die höheren Ebenen verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Ebenen der Evolution[53]

Nachdem nun die Grundlagen gelegt sind, soll nun mit den vier Quadranten ein weiterführender Blick auf die vier Perspektiven geworfen werden, die jedes Holon hat.

II. Die vier Quadranten

In einem nächsten Schritt wird nun eine quantitative Größe eingefügt, die Unterscheidung zwischen dem Individuum und dem Kollektiv, mithin der Umgebung des Individuums[54]. So ist beispielsweise das individuelle Holon Student, der diese Arbeit verfasst, eines der vielen anderen Studentenholone, die gemeinsam mit den individuellen Holonen der Professoren und den indi-viduellen Holonen der Mitarbeiter das kollektive Holon Universität bilden.

Zu dem Begriffspaar Individuell/Kollektiv gesellt sich nun noch der Dualismus von Innen und Außen. Alle Holone verfügen sowohl über ein Inneres als auch über ein Äußeres. Die innere Perspektive ist nicht immer ohne Weiteres erfassbar, hingegen lässt sich die entsprechende äußere Perspektive sehr wohl beobachten. So ist z. B. das innere Holon Begriff nicht besonders greifbar, die für ein Denken in Begriffen notwendige äußere Manifestation hingegen, ein kom-plexer Neokortex ist — nach erfolgter Schädelöffnung — sehr wohl beobachtbar und greifbar[55]. Ähnliche Beziehungen wie mit dem Paar Begriffe/komplexer Neokortex auf der individuellen Seite lassen sich auch auf der kollektiven Seite aufzeigen. So lässt sich dem kollektiven Äuße-ren von Gartenbau treibenden Stammesgesellschaften mit ihren Schamanen ein kollektiv inne-rer Entwicklungszustand gegenüberstellen, den Piaget, Gebser und Habermas als magisch bezeichneten[56].

Es deutet sich nun bereits an, dass es hier nicht ausschließlich um duale Beziehungen der Form Individuell/Kollektiv oder Innen/Außen geht, die sich lediglich im Umfeld eines weiteren Parameters befinden — wie das Paar Begriffe/komplexer Neokortex im individuellen Umfeld —, viel mehr stehen alle vier Perspektiven miteinander in Zusammenhang. Hierzu ein Beispiel, das letztlich aus der Kombination der beiden zuvor aufgezeigten Teilaspekte besteht:

Im Laufe seiner Entwicklung bildete der Mensch die Fähigkeit zu sprechen aus, notwendig hier-für war die Fähigkeit, Begriffe verwenden zu können, eine Fähigkeit aus dem innerlich-individuellen Bereich. Hierfür notwendig ist ein entsprechendes Gehirn im äußerlich-individuellen Bereich. Wie wir bereits gesehen haben, ist dies der komplexe Neokortex. Zur Weiterentwicklung und Weitergabe der Sprache war es notwendig, dass der sprachfähige Mensch in einer äußerlich-kollektiven Umgebung lebte, die ihm Interaktionen zu anderen Indivi-duen ermöglichte, dies war die Stammesgesellschaft der Ära des Gartenbaus. Um dieses äu-ßerlich-kollektive Umfeld zu stabilisieren und zu bewahren, waren innerlich-kollektive, kulturelle Faktoren notwendig, die der Gemeinschaft Halt boten und ein Zerbrechen der Strukturen ver-hinderten. Dies wird durch den als magisch bezeichneten innerlich-kollektiven Entwicklungszu-stand beschrieben, in dem der gemeinsame Ahne oder die Verwandtschaftslinie eine gesellschaftliche Integration unterschiedlicher Interessen ermöglichte, in dem aber auch die Rituale der Schamanen den Menschen das Gefühl gaben, die sie umgebende Welt in einem gewissen Grade beeinflussen zu können. Für die Rituale und deren Weitergabe wiederum benötigten die Schamanen der magischen Stufe die Begriffe des innerlich-individuellen Bereichs, um sich über deren Wirken auf die Welt zu verständigen, womit sich der „Kreis" schlieflt[57].

Durch die Verknüpfung beider Dualismen hat man damit ein aus vier Quadranten bestehendes Modell erhalten, in dem die Holone einer Ebene mit den Holonen derselben Ebene in allen an-deren Quadranten in Beziehung stehen. So hat das obige Beispiel die Zusammenhänge auf der Ebene 10 in Abbildung 2 wiedergegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Die vier Quadranten[58] mit einigen ihrer Details[59]

In gewisser Weise lässt sich noch anmerken, dass die Darstellung sich vom Zentrum in Rich-tung der Pfeilspitzen an der zeitlichen Ausdehnung anhand des Bestehens des Universums orientiert.

Wilber gibt dem Leser einen umfangreichen Einblick in die Entwicklung der einzelnen Stufen bis zu unserer Zeit, welche letztlich als deren Teile von den großen Bereichen Physiosphäre, Bio-sphäre und Noosphäre umfasst werden. Dann geht er jedoch weiter darüber hinaus, indem er anhand von Texten einen Einblick in die Ebenen der in der breiten Gesellschaft noch nicht emergierten Theosphäre gewährt[60]. Dies sind die psychische (Ralph Waldo Emerson[61])[62], die subtile (Heilige Theresia von Ávila[63])[64], die kausale (Meister Eckehart)[65] und die nichtduale (Sri Ramana Maharshi[66])[67] Ebene[68].

Wiewohl diese Ausführungen von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die persönliche und auch globale Entwicklung sein können, soll auf sie hier nicht weiter eingegangen werden, da ihre Praxisrelevanz für die Mediation zurzeit (noch) gering ist, statt dessen soll ein Blick auf die Einsatzmöglichkeiten von AQAL in der Mediation heute geworfen werden.

III. Einsatzmöglichkeit in der Mediation

Wenn wir uns nun der Einsatzmöglichkeit von AQAL in der Mediation zuwenden, ist es zunächst notwendig, mit der Abbildung 3 eine andere Darstellung der vier Quadranten einzubringen. Die-se Darstellung konzentriert sich nicht auf die Evolution, wie sie sich in den einzelnen Quadran-ten widerspiegelt[69], sondern stellt stattdessen die wissenschaftlichen Richtungen, einige ihrer prominenten Vertreter sowie Perspektive und Geltungskriterium der einzelnen Quadranten zu-sammen.

[...]


[1] * 21. Dezember 1914 in New Richmond, Indiana; f 3. Januar 1986.

[2] Dt.: Die zyklisch auftauchenden Ebenen der Existenztheorie.

[3] Siehe Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 29.

[4] * 26. März 1941 in Nairobi, Kenia.

[5] * 29. September 1934 in Fiume (Rijeka), damals Italien, heute Kroatien.

[6] Ausführlich hierzu Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 33f.

[7] Siehe auch Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 34.

[8] Ausführlich zu den fünf zentralen Eigenschaften s. Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 48ff.

[9] Siehe hierzu auch das 6. Prinzip in Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 84f.

[10] Siehe auch die sechs Beispiele hierzu in Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 39ff.

[11] Siehe die erste kurze Vorschau hierzu in Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 49.

[12] Zur Frage der Bezeichnung s.a. Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 90f.

[13] Siehe Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 295ff.

[14] Die Prozentwerte wurden Beck/Cowan, Spiral Dynamics, S. 458f. entnommen und ergeben auch dort mehr als 100 %.

[15] Nach Beck/Cowan, Spiral Dynamics, S. 49, 55ff., 64f., Lesezeichen zum Buch.

[16] Nach Schweizer in Ponschab/Schweizer, Schlüsselqualifikationen, S. 56ff.; Beck/Cowan, Spiral Dynamics, S. 55ff., Lesezeichen zum Buch.

[17] Beige, Rot, Orange, Gelb.

[18] Purpur, Blau, Grün, Türkis.

[19] Siehe hierzu das 3. Prinzip in Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 74ff.

[20] Siehe hierzu das 4. Prinzip in Beck/Cowan, Spiral Dynamics S. 79ff.

[21] Mit dieser Notation folge ich Beck/Cowan, Spiral Dynamics, S. 91.

[22] Eine als „Rad der klassischen Konfliktlösungsformen" bezeichnete grafische Darstellung findet sich bei Schweizer in Ponschab/Schweizer, Schlüsselqualifikationen, S. 55.

[23] Vgl. Schweizer in Ponschab/Schweizer, Schlüsselqualifikationen, S. 56ff.

[24] Angelehnt an Schweizer in Ponschab/Schweizer, Schlüsselqualifikationen, S. 55.

[25] Kenneth „Ken" Earl Wilber Jr. (* 31. Januar 1949 in Oklahoma City, Oklahoma).

[26] Zur Integration von Systemtheorien und Philosophiegeschichte: Wilber, Eros, Kosmos, Logos; zu Psychologie, Anthropologie, Kunst und Kunstkritik, Feminismus: Wilber. Das Wahre, Schöne, Gute; Psychologie: Wilber, Integrale Psychologie; Spiritualität: Wilber, Integrale Spiritualität.

[27] Ilit&2fvoc oder Ilit&2ivoc/ P/ O ff nos, * um 205 in Lykonpolis (heute Assiut) in Ägypten; t um 270 in Minturnae, Kam-panien war ein griechischer Philosoph; er gilt als der Hauptvertreter des Neuplatonismus.

[28] Eckhart von Hochheim, * um 1260 bei Gotha - Hochheim, Tambach oder Wangenheim; t vor 30. April 1328 in Avignon oder Köln, bedeutender spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph.

[29] Aurobindo Ghose, ã Fi CET, Arabinda Ghos, Arabinda Ghosh; * 15. August 1872 in Kolkata; t 5. Dezember 1950 in Puducherry, indischer Politiker, Philosoph, Hindu-Mystiker, Yogi und Guru.

[30] * 20. August 1905 in Posen; t 14. Mai 1973 in Wabern bei Bern, Philosoph, Schriftsteller, Übersetzer und kultur-wissenschaftlich orientierter Bewusstseinsforscher.

[31] * 1932 in Budapest ist ein ungarischer Vortragsreisender und Autor.

[32] * 18. Juni 1929 in Düsseldorf, deutscher Philosoph und Soziologe.

[33] * 9. August 1896 in Neuchâtel; t 16. September 1980 in Genf, sEntwicklungspsychologe und Épistémologe.

[34] Arthur Oncken Lovejoy, * 10. Oktober 1873 in Berlin; t 30. Dezember 1962 in Baltimore, Maryland, einflussreicher Historiker und Begründer der Ideengeschichte.

[35] * 25. Oktober 1927 in Bronxville, New York; t 17. Januar 1987, US-amerikanischer Psychologe und Professor für Erziehungswissenschaft.

[36] Marie-Joseph Pierre Teilhard de Chardin, * 1. Mai 1881 im Schloss Sarcenat bei Clermont-Ferrand; t 10. April 1955 in New York, französischer Jesuit, Theologe, Philosoph, Anthropologe, Geologe und Paläontologe.

[37] * 21. Dezember 1914 in New Richmond, Indiana; t 3. Januar 1986 amerikanischer Professor für Psychologie.

[38] * 1929 in Wien; t 1980 in Berkeley, Kalifornien österreichischer Astrophysiker.

[39] * 5. November 1931, kanadischer Politikwissenschaftler und Philosoph.

[40] * 15. Februar 1861 in Ramsgate; t 30. Dezember 1947 in Cambridge (Massachusetts), englischer Philosoph und Mathematiker.

[41] von griechisch 6itoc, hólos und 6v, on „ganzes Seiendes".

[42] * 5. September 1905 in Budapest; t 3. März 1983 in London, österreichischer Schriftsteller ungarischer Herkunft.

[43] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 36ff., S. 57ff. (erste der 20 Grundaussagen).

[44] Zur Verdeutlichung dessen, lasse ich die Beispiele mit Alpha (a) beginnen und mit Omega (M) enden.

[45] Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 63ff. (zweite der 20 Grundaussagen).

[46] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 42ff., S. 74ff. (Grundaussage 4).

[47] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 83ff. (Grundaussagen 7 & 8).

[48] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 88ff. (Grundaussage 9).

[49] * 1930 in Salinas, Kalifornien ist Mitbegründer des Esalen-Instituts.

[50] Bei Laszlo finden sich die Begriffe: materiell, biologisch und historisch; bei Jantsch: kosmisch, biosozial und sozio-kulturell; bei Murphy: physikalisch, biologisch und psychisch; als allgemeinverständliche Varianten nennt Wilber auch die Begriffe: Materie, Leben und Geist.

[51] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 24f.

[52] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 60f.

[53] Nach Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 152, jedoch um die noch nicht emergierte Theosphäre erweitert.

[54] Wilber lässt auch das Begriffspaar Mikro und Makro zu und legt eindrucksvoll dar, dass in Darstellungen von Ho-larchien (z.B. bei Karl Popper (Sir Karl Raimund Popper (* 28. Juli 1902 in Wien; -I- 17. September 1994 in London) ,war ein österreichisch-britischer Philosoph)) häufig zu Vermengungen beider Bereiche gekommen ist; positive Hervorhebung findet hingegen die Arbeit von Erich Jantsch und seine Darstellung der Koevolution von Makro- und Mikrostrukturen; vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 110ff., insbesondere die Diagramme auf den S. 116f.

[55] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 142ff.; nachdem Wilber sich im dritten Kapitel mit dem Außen befasst hat, stellt er im vierten Kapitel das Innen dar; vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 145ff.

[56] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 210ff.

[57] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 211f., 218.

[58] Der obere rechte Quadrant (ES, Singular) wurde hier mit „ESƒ" bezeichnet um ihn vom mit „ES*" bezeichneten unteren rechten Quadranten (ES, plural) zu unterschieden, im englischen Original findet hierfür das Begriffspaar „IT/ITS" Anwendung. Die teilweise von deutschen Übersetzern vorgenommene Variation, die den unteren rechten Quadranten mit SIE bezeichnet, halte ich für verfehlt, da Wilber selbst sagt, dass die gesamte Rechte Hälfte (er be- zeichnet sie auch als „Rechten Weg") in Es-Sprache zu beschreiben ist, während der Begriff SIE keine Anwendung findet. Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 166f. Bestätigt wird dies nochmals dadurch, dass Wilber die mit den drei Begriffen ES, ICH, WIR bezeichneten Bereiche vielfach auch als die „Grollen Drei" bezeichnet, vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 186ff.; Wilber verwendet in der Folge auch Platons Begriffe „das Wahre, das Schone, das Gute", vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 187, 391ff.

[59] Nach Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 243; Wilber, Integrale Spiritualität, S. 58; die Bezeichnungen SF1-3 im obe-ren rechten Quadranten stehen für Strukturen und Funktionen des menschlichen Gehirns, die den Ebenen des obe-ren linken Quadranten entsprechen, vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 244.

[60] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 345ff.

[61] * 25. Mai 1803 in Boston, Massachusetts; t 27. April 1882 in Concord, Massachusetts, war ein US-amerikanischer Philosoph, einflussreicher Unitarier und Schriftsteller.

[62] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 345ff.

[63] Theresa von Ávila — eigentlich Teresa Sánchez de Cepeda y Ahumada, * 28. März 1515 in Ávila, Kastilien, Spani-en; t 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes, bei Salamanca — war Karmelitin und Mystikerin, Kirchenlehrerin und Heili- ge.

[64] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 360ff.

[65] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 370ff.

[66] Ramana Maharshi (Sanskrit, š!TR' T¡jŸ[ - Maharshi bedeutet „Groller Weiser" von maha = groll, rishi = Weiser,

Geburtsname Venkataraman ), * 30. Dezember 1879 in Tiruchuli im südindischen Tamil Nadu; t 14. April 1950 in Tiruvannamalai, Indien.

[67] Vgl. Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 378ff.

[68] Vgl. hierzu auch Anmerkung 8 in Wilber, Eros, Kosmos, Logos, S. 680ff.

[69] Dies ist der Schwerpunkt von Abbildung 2.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
Spiral Dynamics und AQAL in der Mediation
Untertitel
Ein integraler Ansatz mit einem Praxisfall
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
77
Katalognummer
V135575
ISBN (eBook)
9783640428465
ISBN (Buch)
9783640424566
Dateigröße
2726 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediation, AQAL, Spiral Dynamics, Integraler Ansatz, Praxisfall
Arbeit zitieren
Michael P. Wurst (Autor), 2009, Spiral Dynamics und AQAL in der Mediation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135575

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