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Kants Kritik des ontologischen Gottesbeweises. Eine Untersuchung anhand von Anselm von Canterbury

Title: Kants Kritik des ontologischen Gottesbeweises. Eine Untersuchung anhand von Anselm von Canterbury

Term Paper (Advanced seminar) , 2022 , 17 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit Kants Kritik des ontologischen Gottesbeweises anhand einer Untersuchung von Anslem von Canterbury. Anselm von Canterbury wollte mit seinem Versuch eines ontologischen Gottesbeweis den Zweifel an der Existenz Gottes endgültig beseitigen. Mit Hilfe der Vernunft soll es dem Menschen gelingen, so Canterbury, Gewissheit über die Existenz Gottes zu erlangen, wie der Mensch Gewissheit über Fragen der Mathematik erlangt hat. Er folgt damit der sich entwickelnden Schule der Scholastik und wird die Philosophie bis in unsere Gegenwart prägen und beschäftigen.

Doch schon weit vor unserer Zeit sollte sich bereits Kritik an jener Art der Beweisführung regen. Immanuel Kant beschäftigte sich lange mit der Scholastik und widersprach der Annahme, man könnte Gott auf diese Art tatsächlich beweisen. In der Kritik der reinen Vernunft legte Kant den Grundstein für die Gegenargumente, die Thema dieser Arbeit sein sollen. Die nachfolgenden Kapitel sollen sich mit einer Herleitung von Anselms Methoden, seiner Argumente sowie Kants Kritik an eben jenen beschäftigen.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wozu Gottesbeweise?

2.1 Was ist ontologisch?

3 Die Scholastik

4 Anselms Beweis

4.1 Der Gottesbegriff bei Anselm

4.2 Anselms Schritte zum Gottesbeweis

4.2.1 Über Gott kann nichts Größeres gedacht werden

4.2.2 Verstand und Wirklichkeit

5 Kants Kritik

5.1 Exkurs in die „Kritik der reinen Vernunft“

5.1.1 Transzendentale Ästhetik

5.1.2 Urteile

5.1.3 Begriffe, Wirklichkeit und Existenz

5.2 Kritik an Anselms Beweis

6 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Forschungsthemen

Diese Arbeit untersucht die philosophische Auseinandersetzung zwischen dem scholastischen Gottesbeweis, repräsentiert durch Anselm von Canterbury, und der kritischen Widerlegung durch Immanuel Kant. Das primäre Ziel ist es, die Systematik von Anselms Argumentation darzulegen und anschließend aufzuzeigen, wie Kant durch seine Erkenntnistheorie das Fundament der scholastischen Metaphysik und somit den ontologischen Gottesbeweis destabilisiert.

  • Die Motivation und methodische Vorgehensweise scholastischen Denkens
  • Strukturanalyse des ontologischen Gottesbeweises bei Anselm von Canterbury
  • Einordnung der Kantschen Erkenntnistheorie aus der "Kritik der reinen Vernunft"
  • Die Problematik der Existenz als synthetisches Prädikat in der kantschen Philosophie
  • Systematische Gegenüberstellung von Anselms Metaphysik und Kants Kritik

Auszug aus dem Buch

4.2 Anselms Schritte zum Gottesbeweis

Der Beweis, den Anselm anstrebt, erfolgt über mehrere Schritte und nutzt verschiedene Techniken der Logik. Die Stellen, in denen die genannten Schritte im Proslogion vorkommen, werde ich zusätzlich zu der Sekundärliteratur in Klammern kenntlich machen. Ich werde versuchen, sie möglichst verständlich dazulegen, um im Anschluss mit der kantschen Kritik den Kern dieser Arbeit auszuarbeiten.

4.2.1 Schritt 1: Das absolut Gute

Im ersten Schritt folgt Anselm, wie bereits erwähnt, der platonischen Idee des Guten und konstatiert, dass das höchste Gute auch zugleich das Größte sein muss. Größe und Güte stehen also demnach in einer relativen Beziehung zueinander und bedingen sich gegenseitig. Dieser relative Wert des Guten verschwindet im Proslogion und wird durch einen absoluten Wert ersetzt. Hier lässt sich die Entwicklung zwischen dem Proslogion und dem Monologion sehr gut nachvollziehen. Die Änderung hat folgenden Grund: Wenn ein Wert nur relativ zu etwas besteht, so kann er nur empirisch gefasst werden. Für den ontologischen Gottesbeweis bedarf es jedoch einer von Erfahrungen unabhängigen Beweis und demnach hält Anselm das Gute und das Größte nun für absolute Werte. (vgl. Röd, 1992, S. 24) Anselm schreibt nun im Proslogion: „Und zwar glauben wir, dass Du etwas bist, über das hinaus nichts Größeres gedacht werden kann.“ (von Canterbury, 2005, S. 21-23)

Im Monologion geht Anselm also davon aus, dass das größte Gute auch zugleich das Größte sein muss. Diese Relation der beiden Begriffe macht es Anselm dann einfach, indem er sagt, dass Gott als das notwendig größtmöglich gute Wesen auch zugleich das größte Wesen sein muss. Im Proslogion weicht er nun von dieser Argumentation ab und sagt, dass Gott einfach als das Größte gesetzt sei. Er umgeht damit die relative Argumentation und setzt den absoluten Wert von Anfang an als Ausgangspunkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung von Gottesbeweisen ein und umreißt die Struktur der Untersuchung, in der Anselms scholastische Argumentation Kants kritischer Metaphysik gegenübergestellt wird.

2 Wozu Gottesbeweise?: Das Kapitel thematisiert die Entstehung des Bedürfnisses nach Gottesbeweisen im Mittelalter als Symptom für den Verlust an unmittelbarer religiöser Gewissheit.

3 Die Scholastik: Hier wird der historische Paradigmenwechsel vom antiken zum christlich-mittelalterlichen Denken beschrieben, in dem die Logik als Werkzeug zur Rationalisierung des Glaubens etabliert wurde.

4 Anselms Beweis: Dieser Abschnitt analysiert das Proslogion und erläutert Anselms logische Schritte, um die Existenz eines "größten Wesens" rein aus dem Verstand abzuleiten.

5 Kants Kritik: Kant wird hier als Kritiker der rationalistischen Metaphysik vorgestellt, wobei seine Erkenntnistheorie dazu dient, die Möglichkeit eines rein analytischen Gottesbeweises zu widerlegen.

6 Fazit und Ausblick: Das Kapitel resümiert, dass Kants Kritik des ontologischen Gottesbeweises das metaphysische Gebäude der Scholastik grundlegend erschüttert hat und bis heute als Ausgangspunkt für modernes, kritisches Denken dient.

Schlüsselwörter

Gottesbeweis, Anselm von Canterbury, Immanuel Kant, Scholastik, Ontologie, Metaphysik, Kritik der reinen Vernunft, Existenz, Erkenntnistheorie, Vernunft, Glaube, synthetische Urteile, Proslogion, Rationalismus, Analytik.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die philosophische Konfrontation zwischen dem klassischen, ontologischen Gottesbeweis durch den scholastischen Denker Anselm von Canterbury und dessen systematischer Dekonstruktion durch Immanuel Kant in der "Kritik der reinen Vernunft".

Welche Hauptthemenfelder werden adressiert?

Die zentralen Felder sind die mittelalterliche Scholastik, die platonisch-augustinische Tradition, die Grundlagen der transzendentalen Erkenntnistheorie Kants sowie die Frage nach dem Verhältnis von Vernunft, Glauben und der Definition von "Existenz".

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, die logische Struktur des anselmschen Gottesbeweises freizulegen und verständlich zu machen, warum genau diese Struktur laut Kant gegenüber einer kritischen Erkenntnistheorie nicht standhalten kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine komparative historisch-systematische Analyse, bei der Primärquellen scholastischer und kantscher Philosophie systematisch gegenübergestellt werden, um die argumentative Tragweite der Debatte zu belegen.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil besonders im Fokus?

Im Hauptteil werden Anselms logische Schritte zur Deduktion Gottes über den Verstand und deren detaillierte Widerlegung durch Kants Unterscheidung von analytischen und synthetischen Urteilen sowie die empirische Bedingtheit von Existenz behandelt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit lässt sich durch Schlüsselbegriffe wie ontologischer Gottesbeweis, scholastische Metaphysik, Kritik der reinen Vernunft, synthetisches Prädikat und absolute Gewissheit definieren.

Wie unterscheidet sich der Gottesbegriff bei Anselm vom scholastischen Kontext im Allgemeinen?

Während Anselm im "Proslogion" den Schritt vom "Guten" hin zu einem absoluten "Größten" vollzieht, stützt er sich stärker auf eine philosophische Vernunftargumentation, die über rein religiöse Gebetsform hinausgeht, jedoch innerhalb der scholastischen Prämisse bleibt, dass Glaube und Vernunft kein Widerspruch sind.

Warum hält Kant den ontologischen Gottesbeweis für fehlerhaft?

Kant argumentiert, dass Existenz niemals Inhalt eines Begriffes sein kann, sondern immer eine empirische Setzung voraussetzt; da Gottesbeweise jedoch rein analytisch bzw. a priori operieren, scheitern sie laut Kant daran, die notwendige Brücke zur empirischen Wirklichkeit zu schlagen.

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Details

Title
Kants Kritik des ontologischen Gottesbeweises. Eine Untersuchung anhand von Anselm von Canterbury
College
University of Cologne
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2022
Pages
17
Catalog Number
V1355877
ISBN (PDF)
9783346873217
ISBN (Book)
9783346873224
Language
German
Tags
Kant Anselm von Canterbury Gottesbeweis Kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
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Anonym (Author), 2022, Kants Kritik des ontologischen Gottesbeweises. Eine Untersuchung anhand von Anselm von Canterbury, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355877
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