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Aktualität der Affektkontrolle. Prozessuale Entwicklung von Emotionen in der Gesellschaft nach Norbert Elias

Titre: Aktualität der Affektkontrolle. Prozessuale Entwicklung von Emotionen in der Gesellschaft nach Norbert Elias

Dossier / Travail , 2022 , 18 Pages , Note: 1.2

Autor:in: Maren Mank (Auteur)

Sociologie - Divers
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In der vorliegenden Hausarbeit soll herausgearbeitet werden, inwiefern die Theorie der Prozesssoziologie nach Norbert Elias hinsichtlich der Entwicklung von Emotionen das heutige Zeitalter beschreibt. Hierfür sollen die Prozesstheorie der Emotionen analysiert und relevante Kritiken überprüft werden. Sollte die Erkenntnis eintreten, dass die genannte Theorie heute an ihre Grenzen gelangt, soll betrachtet werden, an welchen Aspekten sie scheitert, wofür alternative Ansätze einbezogen werden sollen.

Im Fazit der Arbeit soll somit ein klares Bild über die Aktualität der Prozesstheorie nach Norbert Elias sowie gegebenenfalls über alternative Theorieansätze entstehen. Die daraus abzuleitende Forschungsfrage lautet: Inwieweit schreitet der Zivilisationsprozess in Bezug auf den individuellen Umgang mit Emotionen bis heute fort?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Ziel der Arbeit

1.2. Forschungsstand

1.3. Theoretische Rahmung der Arbeit

2. Affekt und Emotion

2.1. Soziologischer Hintergrund

2.2. Begriffliche Differenzierung

3. Affektkontrolle nach Norbert Elias

3.1. Überblick Norbert Elias

3.2. Über den Prozess der Zivilisation (1976)

3.3. Affekt und Emotion nach Norbert Elias

3.3.1. Begriffsdefinitionen

3.3.2. Affekt und Emotion im Zivilisationsprozess

3.3.3. Affektkontrolle

4. Kritik an Elias Emotionssoziologie

4.1. Kritikpunkte

4.2. Gegenargumente von Elias

5. Alternativer Ansatz: Die Webersche Religionssoziologie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Aktualität der prozesssoziologischen Theorie von Norbert Elias hinsichtlich der heutigen Entwicklung von Emotionen in der Gesellschaft, um zu klären, ob der Zivilisationsprozess in Bezug auf den individuellen Umgang mit Emotionen bis heute kontinuierlich fortschreitet.

  • Die Analyse der Prozesssoziologie nach Norbert Elias im Kontext zeitgenössischer Emotionsverläufe.
  • Die Gegenüberstellung von Elias' Theorie mit kritischen empirischen Studien zur Sexualmoral und Informatisierung.
  • Die Untersuchung der Rolle von Scham- und Peinlichkeitsschwellen bei der Affektkontrolle.
  • Die Einbeziehung alternativer Ansätze, insbesondere der Religionssoziologie nach Max Weber.
  • Die methodische Reflexion zur Frage des Fortbestands oder des Wandels zivilisatorischer Selbstzwänge.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

“Das Bewusstsein wird immer weniger triebdurchlässig und die Triebe werden immer weniger bewusstseinsdurchlässig, der Seelenhaushalt des Individuums wird so zunehmend gespaltet.” (Elias 1997b: 411, zitiert nach Adloff/Farah 2013: 111)

So beschreibt Norbert Elias in seinem Werk Über den Prozess der Zivilisation (E.A. 1939) die Veränderung der Zivilisation über die Zeit hinweg. Mit dem Verweis auf die Verschiebung von Scham- und Peinlichkeitsgrenzen lenkt der Soziologe somit den Blick auf eine Zunahme der Emotions- und Affektkontrolle, welche seinen Forschungen nach noch (mindestens) bis in die neunziger Jahre andauerte. Zu beobachten wäre diese Richtung des Wandels beispielsweise bei Betrachtung der Relevanz von Manieren oder der Rolle von Nacktheit. Vergleicht man Überbleibsel aus dem Mittelalter, welche Hinweise auf die damalige Lebensweise geben, mit der Handhabung dieser Faktoren heute bzw. vor einigen Jahren, so bestätigt sich die These Elias’, dass die zu unternehmende Kontrolle stetig wächst. Betrachtet man allein das Wort “zivilisiert”, aus welchem sich die “Zivilisation” ableitet, so stößt man auf Synonyme wie gesittet oder kultiviert (Duden 2022), was erneut die Prozess- und Zivilisationstheorie nach Elias unterstützt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung zur Aktualität der Zivilisationstheorie von Norbert Elias ein und legt das Ziel fest, den heutigen Zivilisationsprozess in Bezug auf den Umgang mit Emotionen zu beleuchten.

2. Affekt und Emotion: Hier wird der Hintergrund der Emotionssoziologie skizziert und eine begriffliche Differenzierung zwischen Affekt und Emotion vorgenommen, um die soziologische Verankerung des Themas zu verdeutlichen.

3. Affektkontrolle nach Norbert Elias: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen von Elias' Figurations- und Prozesssoziologie dar und erläutert seine Definitionen von Zivilisationsprozessen, Affekt und Selbstkontrolle ausführlich.

4. Kritik an Elias Emotionssoziologie: Nach der theoretischen Einführung werden kritische Gegenpositionen und empirische Studien diskutiert, die auf einen Richtungswechsel bei der Affektkontrolle hindeuten könnten.

5. Alternativer Ansatz: Die Webersche Religionssoziologie: Dieser Abschnitt bietet eine ergänzende Perspektive durch Webers Kulturansatz, um die Vernachlässigung kultureller Faktoren in Elias' Theorie kritisch zu hinterfragen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass trotz einiger Gegenindizien die Wirksamkeit zivilisatorischer Prozesse und des entstehenden Selbstzwangs weiterhin für eine differenzierte Betrachtung relevant bleibt.

Schlüsselwörter

Norbert Elias, Prozesssoziologie, Affektkontrolle, Zivilisationsprozess, Emotionssoziologie, Selbstzwang, Schamgrenzen, Peinlichkeitsschwellen, soziale Figuration, Affekt, Emotion, Triebkontrolle, Kultursoziologie, Handlungstheorie, Identitätsbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit die soziologische Theorie des Zivilisationsprozesses nach Norbert Elias heute noch zur Erklärung des menschlichen Umgangs mit Emotionen und Affekten taugt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Prozesssoziologie, die Entwicklung von Scham- und Peinlichkeitsgrenzen, die moderne Emotionskultur sowie die stetige Zunahme von Selbstzwängen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit der Zivilisationsprozess in Bezug auf den individuellen Umgang mit Emotionen bis heute kontinuierlich fortschreitet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der das Hauptwerk von Norbert Elias mit soziologischen Fachpublikationen und empirischen Kritiken abgeglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Elias, die historische Entwicklung der Affektkontrolle und setzt diese in Bezug zu modernen, teils widersprüchlichen empirischen Beobachtungen der Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Affektkontrolle, Prozesssoziologie, Zivilisationsprozess, Emotionen, Selbstzwang sowie Scham- und Peinlichkeitsgrenzen.

Wie erklärt Elias den Wandel des menschlichen Verhaltens?

Elias führt diesen Wandel auf eine zunehmende Bevölkerungsdichte, gesteigerte Konkurrenz und die Zentralisierung der Gewalt zurück, die den Einzelnen zu einer ständigen Selbstregulierung zwingen.

Gibt es Belege für die Kritik an Elias’ Theorie?

Ja, die Arbeit führt empirische Studien zur Sexualmoral und Informatisierung an, die zeigen, dass die Scham- und Peinlichkeitsschwellen in bestimmten gesellschaftlichen Bereichen heute tendenziell niedriger liegen als früher.

Was unterscheidet Webers Ansatz von dem von Elias?

Während Elias primär sozialstrukturelle Ursachen für Verhaltensänderungen anführt, legt Weber in seiner Religionssoziologie einen stärkeren Schwerpunkt auf kulturelle Einflüsse wie beispielsweise den Protestantismus.

Kommt die Arbeit zu einem abschließenden Urteil?

Das Fazit bleibt differenziert: Während manche Entwicklungen gegen eine lineare Fortführung der elias'schen Zivilisationsthese sprechen, lassen sich diese Phänomene teilweise auch als neue, subtilere Formen der Selbstkontrolle interpretieren.

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Résumé des informations

Titre
Aktualität der Affektkontrolle. Prozessuale Entwicklung von Emotionen in der Gesellschaft nach Norbert Elias
Université
University of Marburg  (Soziologie)
Note
1.2
Auteur
Maren Mank (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
18
N° de catalogue
V1355921
ISBN (PDF)
9783346871381
ISBN (Livre)
9783346871398
Langue
allemand
mots-clé
Emotionssoziologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Maren Mank (Auteur), 2022, Aktualität der Affektkontrolle. Prozessuale Entwicklung von Emotionen in der Gesellschaft nach Norbert Elias, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355921
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Extrait de  18  pages
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