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Die Rolle der Sozialwissenschaften im Diskurs um den Beginn des Anthropozäns

Titel: Die Rolle der Sozialwissenschaften im Diskurs um den Beginn des Anthropozäns

Hausarbeit , 2023 , 23 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Philippe Frey (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die bei weitem kürzeste Epoche der Unterteilung in Erdzeit-Dynastien wird Anthropozän genannt. Sie zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie die Einflussnahme des menschlichen Daseins auf seine Natur und Umwelt beziehungsweise im Gesamten auf den Planeten Erde darlegt.

Zentral für die These des Anthropozäns ist die Einsicht über das Ende des Holozäns, welches auch als Nacheiszeit umschrieben werden kann und von knapp 12.000 Jahren vor heute bis in die Gegenwart reicht. Autoren wie Jan Zalasiewicz, Mark Williams, Will Steffen oder Paul Crutzen (2010), größtenteils aus dem Gebiet der Geologie, verstehen unter dem Begriff Anthropozän die zum Teil permanenten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Erde.

David R. Butler (2021) beschreibt das Anthropozän als eine Periode noch nie dagewesener menschlicher Einflüsse auf die Umweltsysteme der Erde. Doch wann hat das Anthropozän begonnen?

Während nahezu alle temporären Abschnitte der Erdgeschichte mehr oder weniger konkret abgesteckt werden können, befindet sich vor allem die zeitliche Bestimmung um den Beginn des Anthropozäns in einem hingebungsvoll geführten akademischen Diskurs, der durch Interdisziplinarität gekennzeichnet ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vom Holozän zum Anthropozän

1.1 Was ist das Anthropozän?

1.2 Methodische Vorgehensweise, Forschungsfrage, Erkenntnisinteresse

Wann ist das Anthropozän?

2.1 Die komplexe Formalisierung des Anthropozäns

2.2 Zur Bestimmung anthropozentrischer Anfänge

Zur Rolle der Sozialwissenschaften

3.1 Was können die Sozialwissenschaften in diesem Diskurs leisten?

3.2 Abwägung zur Sinnhaftigkeit der Inklusion der Sozialwissenschaften

Abschließende Bemerkung

4.1 Konklusion

4.2 Schließender Exkurs zur Formalisierungsproblematik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle der Sozialwissenschaften im wissenschaftlichen Diskurs um die Definition und den Beginn des Anthropozäns. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, welchen Beitrag diese Disziplinen zur interdisziplinären Debatte leisten können und ob ihre Inklusion einen Mehrwert für die wissenschaftliche Formalisierung der Epoche bietet.

  • Interdisziplinäre Diskursanalyse zur Definition des Anthropozäns
  • Geologische Kriterien vs. sozialwissenschaftliche Perspektiven
  • Kritische Reflexion der "Great Acceleration" und früher anthropogener Anfänge
  • Potenziale und Herausforderungen der Einbindung sozialwissenschaftlicher Expertise

Auszug aus dem Buch

3.1 Was können die Sozialwissenschaften in diesem Diskurs leisten?

Grundsätzlich lassen sich also viele fachliche Ansätze zu einer Bestimmung des Beginns des Anthropozäns auffinden. Da in dieser Arbeit vor allem eine Disziplin berücksichtigt werden soll, gilt es anzuführen, dass Autoren wie Tero Toivanen et al. (2017) von den Sozialwissenschaften fordern, die vielen unterschiedlichen Anfänge anzuerkennen. In der Debatte leicht untergehend, sollten die Sozialwissenschaften zudem auch frühere historische Perioden untersuchen (Toivanen et al. 2017: 191).

Der Diskurs um den tatsächlichen Beginn des Anthropozäns, so Lövbrand et al., ist (noch) von den Naturwissenschaften dominiert. Es wird deklariert, das Anthropozän sei lediglich in den Umweltwissenschaften zu Hause (Lövbrand et al. 2014: 212). Es gibt allerdings WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen, die dafür plädieren den gesamten Diskurs breiter aufzustellen, woran sich diese Arbeit anschließt. So gelingt es beispielsweise GeographInnen den formalen Zwängen, an die GeologInnen gebunden sind, zu entfliehen und breitere sowie uneingeschränktere Thesen zu wagen. Sie suchen kein konkretes Datum, sondern schlagen zur Ratifizierung des Anthropozäns eine Zeitspanne vor (Butler 2021: 635).

Zusammenfassung der Kapitel

Vom Holozän zum Anthropozän: Dieses Kapitel führt in die geologische Epochenlehre ein und stellt die methodische Herangehensweise sowie die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.

Wann ist das Anthropozän?: Hier werden die komplexen Anforderungen an die geologische Formalisierung einer neuen Epoche sowie verschiedene Datierungsvorschläge und Diskursansätze kritisch erörtert.

Zur Rolle der Sozialwissenschaften: Das Kapitel analysiert den spezifischen Mehrwert sozialwissenschaftlicher Perspektiven und prüft durch eine Pro-Contra-Abwägung die Sinnhaftigkeit ihrer verstärkten Inklusion in den Debattenkontext.

Abschließende Bemerkung: Der abschließende Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und ergänzt die Überlegungen durch einen Exkurs zur Bedeutung des menschlichen Handelns in der Erdgeschichte.

Schlüsselwörter

Anthropozän, Sozialwissenschaften, Interdisziplinarität, Erdgeschichte, Diskursanalyse, Geologische Formalisierung, Holozän, Globaler Wandel, GSSP, Umweltpolitik, Gesellschaftstheorie, Nachhaltigkeit, Epochenbestimmung, Anthropogen, Anthropozentrik

Häufig gestellte Fragen

Was ist das Hauptanliegen dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Debatte um den Beginn des Anthropozäns und hinterfragt, inwiefern eine verstärkte Einbindung sozialwissenschaftlicher Perspektiven den naturwissenschaftlich geprägten Diskurs bereichern kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Schwierigkeiten der geologischen Formalisierung, die Rolle menschlicher Aktivitäten auf das Erdsystem sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Natur- und Sozialwissenschaften.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage fragt nach dem Beitrag der Sozialwissenschaften in der akademischen Debatte um den "Onset of the Anthropocene" und ob die Einbeziehung dieser Fächer als erstrebenswerte Ausdehnung des Diskurses bewertet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Geführt wird eine theoretisch-methodische Diskursanalyse, wobei Literatur zur Thematik ausgewertet und Fachpositionen zur Definition des Anthropozäns gegenübergestellt werden.

Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Darstellung der geologischen Datierung (GSSP, Goldener Spike) und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Sozialwissenschaften, inklusive einer Pro-Contra-Abwägung ihrer Inklusion.

Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Anthropozän, Interdisziplinarität, GSSP, geologische Formalisierung, sozialwissenschaftliche Expertise und menschlicher Einfluss auf das Erdsystem.

Warum kritisieren manche Autoren die Fokussierung auf die Mitte des 20. Jahrhunderts als Beginn?

Autoren wie Ruddiman kritisieren diese Sichtweise als lückenhaft, da sie längerfristige menschliche Einflüsse, etwa durch frühe Landwirtschaft, und die historische Tiefe der anthropogenen Auswirkungen vernachlässigt.

Welche Bedeutung misst der Autor dem interdisziplinären Dialog bei?

Der Autor argumentiert, dass eine einzige wissenschaftliche Disziplin das komplexe Phänomen des Anthropozäns nicht erschöpfend erfassen kann und daher ein Stakeholder-Prozess über die Fachgrenzen hinweg notwendig ist.

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Details

Titel
Die Rolle der Sozialwissenschaften im Diskurs um den Beginn des Anthropozäns
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Internationale Beziehungen im Anthropozän
Note
2,3
Autor
Philippe Frey (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
23
Katalognummer
V1355942
ISBN (PDF)
9783346872685
ISBN (Buch)
9783346872692
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anthropozän Diskurs Sozialwissenschaft Beginn des Anthropozäns Erdzeitalter Geologisch umstritten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philippe Frey (Autor:in), 2023, Die Rolle der Sozialwissenschaften im Diskurs um den Beginn des Anthropozäns, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1355942
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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