Dieser Unterrichtentwurf beschäftigt sich mit der zentralen Rolle des Stellspielers für den Angriffsaufbau über Position III im Volleyball und richtet sich an die Oberstufen des Gymnasiums.
Inhaltsverzeichnis
1. Angaben zur Lerngruppe
2. Thematische Einbettung und Funktion der Stunde in der Unterrichtseinheit
3. Sachanalyse
4. Didaktische Überlegungen
5. Lernziele
6. Methodische Überlegungen
7. Literatur
8. Anhang
8.1 geplanter Stundenverlauf
8.2 Kommentierte, anonymisierte Klassenliste mit Leistungseinschätzungen
8.3. Material
8.3.1 Hallenplan
8.3.2 Grundregelwerk
8.3.3 Regelwerk Erprobung
8.3.4 eingesetzte Videosequenz
8.3.5 erklärende Projektionen für die Spielform
8.4. Tafelbild mit antizipierten Schülerantworten (kognitive Phase II)
8.5. Antizipierte Schüleräußerungen (Maximallösungen)
8.6. Mögliche Impulse
8.7. Erklärungen zu eingesetzten Spielformen
8.7.1 Spielform Vertiefung
8.7.2 Kaiserturnier
8.8. Beobachtungsauftrag für passive Schüler
8.9. Mittelfristige Unterrichtsplanung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Unterrichtseinheit ist die Entwicklung einer spielfähigen Volleyball-Grundform, wobei in der Prüfungsstunde insbesondere die Rolle des Stellspielers und die taktische Bedeutung des zweiten Ballkontakts sowie der strukturierte Angriffsaufbau über Position III im Fokus stehen.
- Methodische Hinführung zur taktischen Gestaltung des zweiten Ballkontakts.
- Integration von Rollenverständnis und Spielpositionen im Midi-Volleyball.
- Nutzung von Videosequenzen und Spielanalysen zur Reflexion des eigenen Handelns.
- Differenzierungsmöglichkeiten innerhalb heterogener Lerngruppen.
- Strategischer Angriffsaufbau über die zentrale Netzposition.
Auszug aus dem Buch
3. Sachanalyse
Im Midi-Volleyball (4 gegen 4) setzt sich eine Mannschaft in positionsgebundenen Angriffsaufbau (über Pos. III aus dem Dreierriegel) aus drei Vorderspielern (Pos. II, III, IV) und einem Hinterspieler (Pos. VI) zusammen. Der zweite Ballkontakt ist dabei der Grundsituation „Zuspiel und Angriff“ (vgl. [PS], S. 13) zuzuordnen und wird (im Anfänger- und Hobbyvolleyball) im Regelfall vom Steller auf der Pos. III (zentral am Netz) gespielt. Das Ziel dieser Ballberührung ist, einen angenommenen/abgewehrten Ball des Mitspielers (erster Ballkontakt) kontrolliert zu einer aussichtsreichen Angriffsposition (Pos. II/IV) zu passen und sich die Chance auf einen erfolgreichen Angriff (dritter Ballkontakt) herauszuspielen (vgl. [KR], S. 9; vgl. [PS], S. 161). Mannschaftstaktisch bzw. gruppentaktisch ist der Steller für den Angriffsaufbau als zweiter Ballkontakt daher ein Schlüsselelement. Sein Stellspiel eröffnet den Angriff und organisiert dessen taktischen Ablauf. Aufgrund dieser spielgestaltenden Rolle sind auch individualtaktische Verhaltensweisen (Antizipation, Situationswahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit) von elementarer Bedeutung. Der Erfolg des Teams hängt maßgeblich von den taktischen Handlungen des Stellers und von dessen zielgerichtetem und zweckmäßigem Technikeinsatz in flexibler Anpassung an die Spielsituation ab; z. B., im Falle einer versprungenen Annahme des Hinterspielers. Dieses Beispiel zeigt jedoch auch, dass für die möglichen Handlungsoptionen des Stellers und den bevorstehenden Angriff ein kontrolliert gespielter erster Ballkontakt in Richtung Pos. III sehr wichtig ist. Durch sein Zuspiel legt der Steller fest, welcher Mitspieler den Ball angreift und was für eine Art des Angriffs gespielt wird. Im Sinne eines ritualisierten, taktisch sinnvollen Spielaufbaus sollte er daher vermeiden, den ersten Ball anzunehmen, da dann kein Stellspiel von Pos. III erfolgen kann. Im Optimalfall (kontrollierte Annahme zu Vorderspieler auf Pos. III) kann der Steller den Ball im oberen Zuspiel spielen, da so die beste Ballkontrolle gegeben ist (vgl. [MOG], S. 413). Gerade bei Anfängern sollte der Körper in Passrichtung ausgerichtet sein, um einen kontrollierten Ball spielen zu können. Der gestellte zweite Ballkontakt wird „hoch und parallel“ ([PS], S. 49) zum Netz (ca. einen Meter davon entfernt) gespielt, damit er vom Mitspieler auf Pos. II/IV aus dem Lauf in das Gegnerfeld gespielt (bzw. angegriffen) werden kann. Mitchell, Oslin und Griffin ([MOG], S. 413) verwenden den Begriff „high rainbow ball“ um die Flugkurve des gestellten Balles zu beschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Angaben zur Lerngruppe: Informationen zur Klassenzusammensetzung unter Berücksichtigung des Datenschutzes.
2. Thematische Einbettung und Funktion der Stunde in der Unterrichtseinheit: Verortung der Prüfungsstunde innerhalb der laufenden Volleyball-Unterrichtsreihe sowie Einordnung der kognitiven und prozessbezogenen Ziele.
3. Sachanalyse: Fachwissenschaftliche Grundlagen zum Spiel 4 gegen 4 und die taktische Notwendigkeit eines strukturierten Angriffsaufbaus über den zweiten Ballkontakt.
4. Didaktische Überlegungen: Begründung der Stundenwahl aus Sicht des Kerncurriculums und schulinterner Arbeitspläne unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen.
5. Lernziele: Definition der fachlichen und methodischen Grob- und Teilziele für die Schülerinnen und Schüler.
6. Methodische Überlegungen: Erläuterung des methodischen Vorgehens, der Lehr-Lern-Arrangements und der Differenzierungsmaßnahmen zur Sicherung des Spielaufbaus.
7. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen fachdidaktischen und curricularen Quellen.
8. Anhang: Detaillierte Unterlagen, darunter der Stundenverlauf, Hallenpläne, Regelwerke sowie Analysehilfen für Lehrkraft und Lernende.
Schlüsselwörter
Volleyball, Midi-Volleyball, Stellspieler, Angriffsaufbau, Spieltaktik, Unterrichtsentwurf, Schulsport, Ballkontrolle, Bewegungslehre, Spielform, zweite Ballkontakt, Gruppentaktik, Sportunterricht, Leistungsdifferenzierung, Bewegungsabläufe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen Entwurf für einen Prüfungsunterricht im Fach Sport dar, der sich auf Volleyball spezialisiert und insbesondere den Angriffsaufbau im Midi-Volleyball thematisiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Rolle des Stellspielers, die Taktik des zweiten Ballkontakts sowie die effiziente Gestaltung von Angriffsspielzügen in einer 4-gegen-4-Situation.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichts?
Das Hauptziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler die zentrale Funktion des Zuspiels begreifen und in der Lage sind, einen zugespielten Ball zielgerichtet für einen eigenen Angriff zu nutzen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es wird das „Taktik-Spiel-Modell“ angewandt, welches durch prozessorientierte Reflexionen und gezielte methodische Spielformen eine spielerische Erarbeitung taktischer Kompetenzen ermöglicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der taktischen Abläufe im Midi-Volleyball, didaktische Begründungen im Kontext der Lehrpläne sowie eine detaillierte methodische Planung der Unterrichtsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Volleyball, Stellspieler-Rolle, Angriffsaufbau, Methodik der Spielvermittlung und taktisches Handeln definieren.
Warum spielt der „Zweite Ballkontakt“ in diesem Konzept eine solch tragende Rolle?
Der zweite Ballkontakt fungiert als „Gelenk“ im Spielaufbau; er entscheidet darüber, ob aus einer defensiven Abwehrsituation ein organisierter und erfolgsversprechender Angriff entstehen kann.
Wie wird in dieser Prüfungsstunde mit heterogenen Leistungsniveaus umgegangen?
Die Arbeit nutzt Differenzierungsmaßnahmen wie gezielte Regelanpassungen (z.B. Fangen des ersten Balls bei Schwächen in der Annahme), um allen Schülern Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und das Gesamtziel des Stellspiels nicht zu gefährden.
Welchen Stellenwert nimmt die Videoanalyse im Unterricht ein?
Die Videosequenz dient als visuelle Unterstützung, um den Schülern ein „Modell“ des gewünschten Bewegungsablaufs zu zeigen und die Reflexion über das eigene Stellspiel zu erleichtern.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Der zweite Ballkontakt. Die zentrale Rolle des Stellspielers für den Angriffsaufbau über Position III im Volleyball (Oberstufe Sport), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356249