Die Rechte Presse in der BRD

Ein Überblick der Rechten Publikationen in Deutschland, mit einer genaueren Betrachtung der NATIONAL-ZEITUNG


Hausarbeit, 2009

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Autorenkreis und Verlagslandschaft/Leserschaft
2.1 Autorenkreis
2.2 Leser und Adressaten
2.3 Verlagslandschaft und Vertrieb

3 Publikationen der Neuen und Alten Rechten
3.1 Überblick über Presseorgane rechter Parteien und Auflagenstarke rechte Publikationen

4 Die Deutsche Nationale Zeitung
4.1 Entwicklung von der Deutschen Soldaten- Zeitung zur National-Zeitung
4.2 Inhalt und Erscheinungsbild der DNZ und NZ

5 Zusammenfassung der rechte Presse in Deutschland

6 Personenregister

7 Quellen

1 Einleitung

Rechtsextremismus ist in der Bundesrepublik Deutschland ein immer wieder sporadisch in der Presse aufkeimendes Thema. Gesteigertes Interesse ist besonders vor diversen Landtagswahlen zu beobachten. Häufig verursacht durch Wahlwerbung der NPD, DVU oder vergleichbaren Parteien. Aber auch durch Gewaltexzesse, ausgeartete Konzerte oder Sportveranstaltungen fällt die Aufmerksamkeit auf die Rechte Szene. Das Bewusstsein der deutschen Bevölkerung wird erst durch das gezielte öffentliche Auftreten Rechter Parteien oder Gruppierungen oder durch diverse Straftaten auf die Aktualität von Rechtsextremismus aufmerksam. Dass jedoch mehr als Taten, nämlich Worte, welche zu eben jenen auffordern, tagtäglich in der Bundesrepublik kursieren, das ist den Wenigsten im vollen Ausmaße bewusst. Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung e.V. hat in den 1980er Jahren 130 regelmäßig erscheinende rechte Zeitungen und Zeitschriften gezählt (vgl. Lange, 1993, S. 9). Laut des Berichts 2007 des Bundesverfassungsschutzes wurden 96 periodische rechtsextremistische Publikationen gezählt, was laut Verfassungsschutz einen Anstieg gegenüber den vorhergehenden Jahren darstellt (2006: 86, 2005: 90). Rechte Publikationen beschränken sich jedoch nicht nur auf Zeitungen und Zeitschriften, auch wächst der Markt für diverse Literatur in Deutschland.

In der folgenden Arbeit soll ein Abriss über die Rechte Presse in Deutschland geschaffen, sowie das populärste Beispiel in der deutschen Presselandschaft näher betrachtet werden.

2 Autorenkreis und Verlagslandschaft/Leserschaft

Das rechtsextremistische Weltbild wird von nationalistischen und rassistischen Anschauungen geprägt. Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse entscheide über den Wert eines Menschen. Da nach rechtsextremistischem Verständnis diesem Kriterium auch die Menschen- und Bürgerrechte untergeordnet werden, stehen Rechtsextremisten in einem fundamentalen Widerspruch zum Grundgesetz.[1] Diese Art der Weltanschauung wird auch heutzutage offen publiziert und das mit mehr oder weniger scharfen Argumenten und Ausprägungen. Rechtsradikalität ist jedoch nichts Einheitliches und kann bei weitem nicht mit dieser kurzen Beschreibung im vollen Rahmen erfasst werden. Viele unterschiedliche Formen herrschen in unserer Gesellschaft vor. So ist auch der Zeitungsmarkt breit gefächert und deckt abwechslungsreich das rechte Publikum mit Literatur ab. Einige Hintergrundinformation zu dieser Vielfalt soll das folgende Kapitel liefern.

2.1 Autorenkreis

Auf die Mannigfaltigkeit der rechten Presse wurde schon hingewiesen, doch in welchen Grautönen sie sich tatsächlich ausprägt zwischen konservativ und rechtsextrem, darauf soll nun im Detail eingegangen werden. Ein Überblick wird hier anhand des Autorenkreises gegeben.

Zur aussterbenden Sorte zählen die sogenannten Alt-Nazis, welche jedoch immer noch präsent sind und ihr geistiges Erbe in Form von Verlagen und unter diesen veröffentlichten Zeitungen unters Volk bringen. Bezeichnet werden mit diesem Begriff Personen, welche zur NS-Zeit aktiv waren. Beispielsweise in Organisationen wie der Hitlerjugend oder als Funktionäre der so genannten Eliteeinheiten wie SS und SA (vgl. Lange, 1993, S. 21). Bei ihnen trifft man auf Beschönigungen des Nationalsozialismus sowie auf die Leugnung der begangenen Verbrechen.

Ein Beispiel ist Erich Kernmayr (†1991), der SS-Untersturmführer und Pressereferent für die Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Soldaten der ehemaligen Waffen-SS (HIAG) war . Er hat lange Zeit für diverse rechte Publikationen geschrieben, darunter NATION EUROPA und DEUTSCHE MONATSHEFTE, außerdem war er Herausgeber der DEUTSCHEN WOCHENZEITUNG und zeitweise Chefredakteur der DEUTSCHEN SOLDATENZEITUNG. Ein weiteres Beispiel ist Wilfred von Oven. Er war als persönlicher Referent von Josef Goebbels tätig und nach der NS-Zeit unter anderem Chefredakteur der Zeitschrift DEUTSCHLAND IN GESCHICHTE UND GEGENWART, sowie Mitarbeiter der DEUTSCHEN NATIONALZEITUNG und Autor von DEUTSCHE MONATSHEFTE und HUTTENBRIEFE.

Im hier verwendeten Zusammenhang sind mit Alte Rechte Publizisten diejenigen gemeint, die sich an den Ansichten der dreißiger und vierziger Jahre orientieren. Ihre Tendenz geht auf die Begriffe und das politische Verständnis der Weimarer Zeit zurück.

Durch das selbst zugelegte Attribut Neu wollte ein jüngerer Kreis von Rechten ihren Aufbruch in eine moderne Zeit propagieren. Die Neuen Rechten, welche sich als frontale Gegenbewegung zur Neuen Linken verstanden (vgl. Dietzsch, Rechtsdruck 1988, S.32), versuchten sich vom Hitler-Faschismus zu lösen. „…der Hitlerfaschismus ist durch seine Verbrechen auf absehbare Zeit im öffentlichen Bewusstsein so sehr diskreditiert, daß jede offene Identifikation mit ihm zur politischen Isolation führt…“.[2] Zwar wird weitestgehend auf Antisemitismus verzichtet, das Rassendenken bleibt jedoch Mittelpunkt der Ideologie. Verändert hat sich hauptsächlich die Argumentation. Mithilfe von pseudowissenschaftlichen, ideologischen Systemen versucht man die Idee der Apartheid zu beleben. Begriffe wie nationale Identität, Ethnopluralismus und realistisches Menschenbild werden verwendet, um die alte Anschauung in ein neues Gewand zukleiden. Ideengeber sind dafür unter anderem Carl Schmitt gewesen, der schon Hitler die passenden Stichworte gab.[3] Oder das bekannte Thule-Seminar unter der Leitung von Pierre Krebs.

Die Szene der Neonazis ist von Personen geprägt, die nach dem Nationalsozialismus geboren wurden. Sie bekennen sich offen zum Nationalsozialismus, verherrlichen das Regime und befürworten die Verbrechen der Zeit. Außerdem fordern sie die Wiederbelebung der NS-Partei und die Formung eines vierten Reiches.

Eine weitere Ausprägung des Rechten Denkens findet sich unter den Revisionisten. Auch wenn sie ihr Anliegen auf unterschiedliche Art kundtun, ist der Grundgedanke ähnlich. Sie verlangen eine Grenzverschiebung, beispielsweise wie in der Zeit um 1937 oder gar 1919. Sie streben nach einem Großdeutschen Reich und wollen ehemalige deutsche Gebiete annektieren. Viele von ihnen leugnen zudem unter den Nationalsozialisten begangene Verbrechen und beschreiben sie als Phantasiegebilde ihrer politischen Gegner (vgl. Lange, 1993 S. 22). Die Morde in Auschwitz werden in Abrede gestellt und als Auschwitzlüge oder Greuellüge bezeichnet. Grund für diese Verleugnungen ist häufig, den durch diverse Verbrechen gebrandmarkten Nationalsozialismus in einem neuen, besseren Licht darzustellen um das vorherrschende Gedankengut wieder salonfähig zu machen.

Militante Rechte verachten zusätzlich zur Verehrung der NS-Zeit und dessen Wirken, ein strategisch motiviertes Demokratiegebaren (vgl. Lange, 1993, S.22). Sie kämpfen offensiv gegen das moderne System, wobei ihnen meist politische Gegner zum Opfer fallen.

Während die oben genannten Gruppen sehr offensiv mit ihrer Rechten Meinung umgehen und diese zur Schau tragen, gibt es auch noch einige Grauzonen. Damit ist gemeint, dass nicht immer alle, die mit rechten Parolen und Demokratiefeindlichkeit Aufmerksamkeit erregen, auch tatsächlich im vollen Ausmaße zur rechten Szene gehören. Dazu gehören diverse Rechtspopulisten, welche im Regelfall auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind und mithilfe von vorherrschender Angst und Unsicherheit in der Gesellschaft ihre Chance nutzen. Durch herbeigeredete Probleme oder Schüren der Angst bringen sie radikale Lösungsansätze ein und erhoffen sich Zustimmung und Unterstützung aus der gebeutelten Bevölkerung.

Aber auch im konservativen Milieu trifft man immer wieder auf rechtes Gedankengut. Mithilfe von geschickt formulierten Abhandlungen drängen sich rechte Ideen in konservative Auffassungen. Besonders durch die Entwicklung der Neuen Rechten gibt es diese Grauzonen-Entfaltung zwischen konservativem und rechtem Lager (vgl. Lange, 1993, S.23).

Kaum ein Autor kann explizit in eine Gruppe eingeordnet werden. Die meisten überschneiden sich und passen sich ihrem Aufgabenbereich an. Während dem Leser der Jungen Freiheit ein Blatt im konservativeren Ton verkauft wird, fordern Abonnementen der NZ einen weitaus offensiveren Tonfall.

2.2 Leser und Adressaten

Die Adressaten sind so vielfältig wie der Kreis der Autoren. Ihre Ansichten können ähnlich gegliedert werden wie die der Autoren. Interessant sind hier die Hintergründe, aus denen heraus rechte Publikationen gelesen und welche Ansprüche gestellt werden. Nicht alle Leser einer rechten Zeitung sind im vollen politischen Ausmaße rechtsradikal. Viele hegen ein ganz anderes Interesse und finden ihre geforderten, radikalen Lösungsansätze für ihr ganz persönliches Thema in dieser Art von Publikation. Lassen wir also einmal die Leserschaft mit offensichtlich rechten Ambitionen beiseite und werfen einen Blick auf die, die sich eventuell gar nicht als rechts bezeichnen würden.

Bereiche, in denen rechtsradikale Lösungsansätze dargeboten werden sind beispielsweise der Tierschutz, Ökologie, Biologie, Religion und diverse Gesellschaftswissenschaften. Hier kann der Schutz des wertvollen Tiers diskutiert werden und gleichzeitig der Versuch an minderwertige Menschen als Lösung herhalten. Es kann der Erhalt der Rasse propagiert oder die durch Evolution geschaffene stärkste Art als natürlicher Vorgang beschrieben werden. Auch durch gezielte Auslegung der Bibel oder sozial- gesellschaftliche Theorien werden rechte Gedanken publik gemacht. Leser einer rechten Publikation sind also nicht grundsätzlich mit dem Rechten Milieu vertraut, sondern werden auch auf anderer Ebene geködert

[...]


[1] Verfassungsschutzbericht 2007 Seite 46

[2] Rechtsdruck 1988, Modernisierung der Rechten, Dietzsch, Martin S. 32

[3] Lange, Was Rechte Lesen, 1993 S.21

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Die Rechte Presse in der BRD
Untertitel
Ein Überblick der Rechten Publikationen in Deutschland, mit einer genaueren Betrachtung der NATIONAL-ZEITUNG
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Das journalistischeFeld
Note
1,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V135635
ISBN (eBook)
9783640437313
ISBN (Buch)
9783640437450
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechte, Presse, Rechten, Publikationen, Deutschland, Betrachtung, NATIONAL-ZEITUNG
Arbeit zitieren
Theresa Wiecha (Autor), 2009, Die Rechte Presse in der BRD, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135635

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