Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Konstruktion der verschiedenen Erzählebenen des Films "Gone Girl", die einen großen Anteil an der Spannung haben, welche der Film erzeugt. Es wird geklärt werden, wie es den Filmemachern gelingt, den Zuschauer immer wieder hinters Licht zu führen und auf falsche Fährten zu locken. Eng damit verwoben behandelt diese Arbeit auch die Rolle der Schrift in Gone Girl. Das Medium spielt eine nicht zu vernachlässigende Rolle in dem Thriller. Intermedialität besitzt eine große Wichtigkeit in Gone Girl, da das unzuverlässige Erzählen auch durch das altmodische Medium Schrift möglich gemacht wird. Die Schrift, die der Zuschauer zu sehen bekommt, enthält einen größeren Bedeutungshintergrund als auf den ersten Blick zu vermuten ist. Die Bedeutung dessen und die Verbindung zwischen der Konstruktion von unzuverlässigen
Narrativen durch Schrift soll in dieser Arbeit behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inhaltsangabe Gone Girl – Das perfekte Opfer
3. Begriffserklärungen
3.1 Intermedialität
3.2 Unzuverlässiges Erzählen
4. Unzuverlässiges Erzählen in Gone Girl – Das perfekte Opfer
4.1 Amy als unzuverlässiger Erzähler
4.2 Skandal Narration der Medien in Gone Girl
4.3 Falsche Anelepsen
5. Schriftlichkeit in Gone Girl
5.1 Gone Girl als Literaturverfilmung
5.2 Amys Bezug zur Schrift
5.3 Schrift im Film als Indikator für unzuverlässiges Erzählen
6. Zusammenfassung
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konstruktionsprinzip unzuverlässiger Narrative im Film „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ und analysiert dabei insbesondere die intermediale Rolle der Schrift sowie die manipulative Berichterstattung der Medien als treibende Kräfte der Erzählung.
- Analyse des Konzepts des unzuverlässigen Erzählens in fiktionalen Medien.
- Untersuchung der Rolle der Schrift als Instrument zur Manipulation und Täuschung.
- Dekonstruktion der Medienberichterstattung und deren Beitrag zur Skandalisierung.
- Betrachtung von Intermedialität beim Übergang von der Romanvorlage zur filmischen Adaption.
- Psychologische Aspekte der Charakterführung und der Motivation der Protagonistin.
Auszug aus dem Buch
4.1. Amy als unzuverlässiger Erzähler
„Sie erzählt nicht die bessere Geschichte, sie erzählt die perfekte Geschichte“
(Gone Girl – Das perfekte Opfer, 2014, Tanner Bolt: 01:21:00 – 01:21:08)
In der ersten Hälfte des Films ist die erzählende Figur Amy Dunne. Wir bekommen die Geschichte ihrer Ehe durch ihre Sicht der Dinge geschildert. Dies geschieht zum einen durch Szenen ihrer Ehe, die unkommentiert sind und andererseits durch voice-over von Amy selbst, in denen sie darstellt, wie sie langsam immer unglücklicher wird. Nach einer Stunde im Film steht Nick als Hauptverdächtiger da. Wie sich dann nach der Schlüsselszene herausstellt, hatte Amy den Zuschauer bis dahin auf eine falsche Fährte gelockt und ließ ihn in dem Glauben, Nick sei für ihr Verschwinden verantwortlich. Durch welche Mechanismen gelingt es, diesen Täuschungsversuch vor dem Zuschauer zu verstecken? Warum möchte man ihr vielleicht sogar Glauben schenken?
Nick kennt seine Frau schon sehr lange und trotzdem fiel im nicht auf, zu was Amy im Stande sein kann. Generell gibt es bis zur Schlüsselszene auch keine Anzeichen von anderen Menschen aus ihrem Umfeld, die auf ein derartiges Verhalten ihrerseits hinweisen würden. Nicks Schwester Margo mochte Amy zwar noch nie, sah aber auch keinen Psychopathen in ihr. Amy plant ihr Vorgehen sorgsam und lässt in den Rückblicken keine Ungereimtheiten, die den Zuschauer skeptisch werden lassen könnten. Amy ist Perfektionistin, weshalb sie auch keine Lücken oder Auffälligkeiten in ihren manipulierten Erzählungen hinterlässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die narrative Komplexität von David Finchers Film und führt in die zentrale Fragestellung zur Rolle von Schrift und unzuverlässigem Erzählen ein.
2. Inhaltsangabe Gone Girl – Das perfekte Opfer: Dieses Kapitel gibt einen chronologischen Überblick über die Filmhandlung, von der scheinbar perfekten Ehe bis hin zum komplexen Racheplan der Protagonistin.
3. Begriffserklärungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Arbeit, insbesondere Intermedialität und die narratologische Definition des unzuverlässigen Erzählens, erläutert.
4. Unzuverlässiges Erzählen in Gone Girl – Das perfekte Opfer: Das Hauptkapitel analysiert die Manipulationsstrategien der Erzählerin Amy Dunne, die Rolle der Medien bei der Skandalisierung und den narrativen Einsatz falscher Rückblenden.
5. Schriftlichkeit in Gone Girl: Dieser Abschnitt thematisiert das Verhältnis zwischen Literatur und Film sowie Amys bewusste Nutzung der Schrift als Werkzeug zur Inszenierung ihres Plans.
6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse und betont, wie durch die Interaktion von Schrift und unzuverlässiger Narration der Rezipient gezielt in die Irre geführt wird.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Gone Girl, David Fincher, Unzuverlässiges Erzählen, Intermedialität, Narratologie, Schriftlichkeit, Medienmanipulation, Literaturverfilmung, Erzählstruktur, Amy Dunne, Plot Twist, Medienskandal, Psycho-Thriller, Narration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie in dem Thriller "Gone Girl" durch ein unzuverlässiges Narrativ der Zuschauer gezielt getäuscht wird und welche Rolle Medien und Schrift dabei spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Narratologie, Intermedialität zwischen Literatur und Film sowie die psychologische Manipulation durch kontrollierte Information.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzudecken, durch welche Mechanismen – insbesondere den Einsatz von handschriftlichen Dokumenten und narrativen Lücken – die Protagonistin die Wahrnehmung des Zuschauers steuert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine medienanalytische Herangehensweise unter Einbeziehung narratologischer Modelle, um die Filmstruktur zu dekonstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Amy Dunnes Erzählweise, die Rolle der Medien bei der Konstruktion eines Skandals und die spezifische Bedeutung der Schriftlichkeit als Beweismittel im Film.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören unzuverlässiges Erzählen, Intermedialität, Narration, Manipulation sowie der spezifische Kontext der Literaturverfilmung.
Warum fungiert die Schrift als Indikator für Unzuverlässigkeit?
Da Schrift allgemein als vertrauenswürdig und rechtskräftig wahrgenommen wird, nutzt Amy die Handschrift, um ihre konstruierten Lügen für den Zuschauer glaubhaft erscheinen zu lassen.
Welche Rolle spielen die Medien im Film?
Die Medien im Film fördern die Desinformation, indem sie ungeprüfte Spekulationen aufgreifen und so den Racheplan der Protagonistin aktiv unterstützen.
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- Paul Volkert (Author), 2022, Die Konstruktion von unzuverlässigen Narrativen und die Rolle der Schrift im Film am Beispiel "Gone Girl. Das perfekte Opfer", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356414