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Psychische Belastungen im Rettungsdienst. Einfluss der Arbeitszufriedenheit auf PTBS-Symptome

Titel: Psychische Belastungen im Rettungsdienst. Einfluss der Arbeitszufriedenheit auf PTBS-Symptome

Bachelorarbeit , 2022 , 75 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Felipe Pérez (Autor:in)

Psychologie - Allgemeines
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Querschnittsstudie untersucht den Zusammenhang von Arbeitszufriedenheit im Rettungsdienst anhand des Ausmaßes der Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Zusätzlich werden potenzielle Einflüsse von soziodemografischen Daten auf die PTBS-Symptome erfasst.

Zu diesem Zweck wurde eine Onlineumfrage durchgeführt und die Daten von 440 Rettungskräften ausgewertet. Davon waren 146 weiblich, 293 männlich und eine Person divers. Das Durchschnittsalter betrug 32 Jahre. Zur Erhebung der Arbeitszufriedenheit wurde der Kurzfragebogen zu Formen der Arbeitszufriedenheit (FAZ) von Iwanowa verwendet. Die PTBS-Symptome wurden mithilfe der deutschen Version des PDS-5 gemessen.

Durch die Ergebnisanalyse zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit von Rettungskräften und ihrem Erleben von PTBS Symptomen. Die durchschnittliche Arbeitszufriedenheit ist besonders in den Bereichen niedrig, die nach dem aktuellen Forschungsstand wichtig für ein gesundes Arbeiten sind (Entlohnung, Anerkennung, Aufstiegsmöglichkeiten, selbstständige Organisation). Die PTBS-Werte weisen eine breite Streuung auf und 2,8% der Teilnehmer überschreiten den Schwellenwert für eine wahrscheinliche PTBS-Diagnose. Des Weiteren konnte die protektive Wirkung psychosozialer Unterstützungsteams, guter sozialer Beziehungen zu Kollegen und psychoedukativen Ausbildungsinhalten belegt werden.
Anhand dieser und weiterer Analyseresultate konnten Maßnahmen empfohlen werden, um die Arbeitszufriedenheit effektiv zu steigern und die Rettungskräfte besser vor der Entwicklung einer PTBS zu schützen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Rettungsdienst in Deutschland

2.1.1 Belastung im Rettungsdienst

2.2 Posttraumatische Belastungsstörung

2.2.1 Definition Trauma

2.2.2 Diagnostische Einordnung der PTBS

2.2.3 Modelle zur Ätiologie einer PTBS

2.2.4 Psychische Widerstandsfähigkeit

2.3 Arbeitszufriedenheit

2.3.1 Definition Arbeitszufriedenheit

2.3.2 Modelle der Arbeitszufriedenheit

2.3.3 Arbeitsbedingungen und psychische Gesundheit

2.4 Aktueller Forschungsstand

2.5 Hypothesenableitung

3 Methodik

3.1 Forschungsmethode

3.2 Rekrutierung der Stichprobe

3.3 Operationalisierung der Variablen

3.3.1 Soziodemographische Daten

3.3.2 Arbeitszufriedenheit

3.3.3 PSU-Team

3.3.4 Ausmaß der Symptome einer PTBS

3.4 Datenauswertung

4 Ergebnisse

4.1 Deskriptive Statistik

4.1.1 Stichprobe

4.1.2 Arbeitszufriedenheit

4.1.3 PTBS

4.2 Skalenbeschaffenheit & Reliabilitätsanalyse

4.3 Hypothesentests

5 Diskussion

5.1 Deskriptive Statistik

5.2 Hypothesen

5.3 Limitationen

5.4 Implikationen für Maßnahmen & Folgestudien

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht mittels einer empirischen Querschnittsstudie den Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit von Rettungskräften und dem Auftreten von Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) unter Berücksichtigung soziodemografischer Einflüsse.

  • Zusammenhang zwischen Arbeitszufriedenheit und psychischer Belastung bei Einsatzkräften.
  • Einfluss soziodemografischer Faktoren auf das PTBS-Risiko.
  • Rolle protektiver Faktoren wie psychosoziale Unterstützungsteams (PSU-Teams).
  • Evaluation des Einflusses von psychoedukativen Inhalten in der Rettungsdienst-Ausbildung.
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Steigerung der Arbeitszufriedenheit im Rettungsdienst.

Auszug aus dem Buch

2.2.3.1 Multifaktorielles Rahmenmodell der Ätiologie von Traumafolgen

Die Besonderheit des Multifaktoriellen Rahmenmodells liegt in seiner umfassenden Betrachtung an Einflussfaktoren, im Gegensatz zur monokausalen Sichtweise vieler anderer Modelle. Das Modell bezieht sich auf die Frage, wieso nach einem traumatischen Ereignis nur ein Teil der Betroffenen Traumafolgestörungen entwickeln und andere nicht. Daher schließt es nicht nur Ereignis-, Aufrechterhaltungsfaktoren und posttraumatische Prozesse und Resultate mit ein, sondern auch Risiko- bzw. Schutzfaktoren sowie gesundheitsfördernde Faktoren. Dabei wird auch die soziale Umwelt als Faktor einer PTBS-Genese berücksichtigt (Seidler et al., 2019) (vgl. Abbildung 1).

Das Modell beginnt mit den Risikofaktoren, welche hier gleichermaßen als Schutzfaktoren zu betrachten sind. Einige von ihnen können nach einem Trauma sowohl einen negativen als auch günstigen Effekt auf das Ausbilden einer Folgestörung haben. Die Risiko- bzw. Schutzfaktoren bestehen prätraumatisch und werden mit in das traumatisierende Ereignis genommen (Brauchle, 2011).

Es folgen im Modell die peritraumatischen Faktoren. Diese Ereignisfaktoren sind unterteilt in „Traumaschwere“ und „Initiale Reaktion“, welche von der Traumaschwere abhängt. Empirische Untersuchungen lassen keinen Zweifel, dass die Traumaschwere im direkten Zusammenhang mit dem Ausmaß der Folgen steht. Allerdings sind die Korrelationen nicht sehr hoch. Dies deutet wiederum auf psychologische Faktoren in der Ergebnisbewertung hin. Die initiale Reaktion ist ein wichtiger Prädiktor für das Entstehen einer PTBS. Damit ist die Einschätzung über die bestehende Autonomie in der Situation gemeint, die Entscheidung, sich in der Situation nicht selbst aufzugeben. Diese Interpretation der eigenen Lage während des Traumas hat einen Einfluss auf die Wirkung späterer gesundheitsfördernder Faktoren. Auch die psychische Dissoziation – die Abspaltung von Anteilen des eigenen Bewusstseins – ist ein Prädiktor für das Ausmaß der späteren PTBS (Maercker, 2019).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Beleuchtung der hohen Belastung von Rettungskräften und Einführung in die Fragestellung des Zusammenhangs zwischen Arbeitszufriedenheit und PTBS-Symptomatik.

2 Theoretischer Hintergrund: Vermittlung des notwendigen Wissens über den deutschen Rettungsdienst, die Pathologie der PTBS, theoretische Modelle der Arbeitszufriedenheit und relevante Forschungsergebnisse.

3 Methodik: Detailbeschreibung der Forschungsstudie, inklusive Online-Umfrage, Instrumenten zur Erhebung von Arbeitszufriedenheit und PTBS sowie des Vorgehens bei der statistischen Auswertung.

4 Ergebnisse: Ausführliche Darstellung der deskriptiven Statistiken, Reliabilitätsanalysen der Fragebögen sowie der Ergebnisse der Hypothesentests.

5 Diskussion: Interpretation der Studienergebnisse im Kontext des Forschungsstandes, kritische Reflexion der Limitationen und Ableitung von Empfehlungen für Politik und Praxis.

6 Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der zentralen Forschungsfrage und Bestätigung der wissenschaftlichen Relevanz der untersuchten Zusammenhänge.

Schlüsselwörter

Rettungsdienst, Arbeitszufriedenheit, PTBS, psychische Belastung, Retter, posttraumatische Belastungsstörung, Gesundheit am Arbeitsplatz, PSU-Team, Stressbewältigung, Prävention, Arbeitsbedingungen, Rettungssanitäter, Notfallsanitäter, Empirische Studie, Arbeitspsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Arbeitszufriedenheit von Rettungskräften und der Ausprägung von Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) im Rettungsdienst.

Welche Themenfelder werden zentral behandelt?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen des deutschen Rettungsdienstes, die Ätiologie der PTBS, verschiedene Modelle zur Arbeitszufriedenheit sowie der Einfluss von psychosozialen Schutzfaktoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet, ob die Arbeitszufriedenheit von Rettungskräften einen messbaren Einfluss auf das Auftreten von PTBS-Symptomen hat, wenn dabei soziodemografische Daten berücksichtigt werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine quantitative Querschnittsstudie, bei der eine Online-Umfrage unter 440 Rettungskräften durchgeführt und mittels statistischer Software (IBM SPSS) analysiert wurde.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Variablen, die methodische Operationalisierung der Online-Befragung sowie die detaillierte Ergebnisdarstellung und Diskussion der zehn aufgestellten Hypothesen.

Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis der Arbeit essentiell?

Wichtige Begriffe sind Arbeitszufriedenheit, PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), psychosoziale Unterstützung (PSU), Rettungskräfte, Arbeitsbedingungen und Burnout-Prävention.

Welche Bedeutung kommt der Ausbildung für die mentale Gesundheit zu?

Die Studie belegt, dass eine im Rahmen der Ausbildung erfolgte Psychoedukation zum Thema „mentale Belastung & Psychohygiene“ als präventiver Schutzfaktor wirkt.

Welches Fazit zieht der Autor bezüglich der PSU-Angebote?

Die Arbeit bilanziert, dass PSU-Teams einen wichtigen protektiven Faktor darstellen, jedoch ihre Verfügbarkeit oder die Aufklärung darüber im Rettungsdienst lückenhaft zu sein scheint, was die PTBS-Symptomatik bei Betroffenen beeinflussen kann.

Ende der Leseprobe aus 75 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Psychische Belastungen im Rettungsdienst. Einfluss der Arbeitszufriedenheit auf PTBS-Symptome
Hochschule
Rheinische Fachhochschule Köln
Note
1,3
Autor
Felipe Pérez (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
75
Katalognummer
V1356608
ISBN (eBook)
9783346875303
ISBN (Buch)
9783346875310
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rettungsdiens Arbeitszufriedenheit PTBS PTSD Trauma Belastung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felipe Pérez (Autor:in), 2022, Psychische Belastungen im Rettungsdienst. Einfluss der Arbeitszufriedenheit auf PTBS-Symptome, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1356608
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Leseprobe aus  75  Seiten
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