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Zur Ethik der Ästhetischen Chirurgie

Title: Zur Ethik der Ästhetischen Chirurgie

Bachelor Thesis , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Thomas Wehrs (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Die Ästhetische Chirurgie versteht sich in den letzten Jahren zunehmend als eine Dienstleitung, die die Wünsche ihrer Kunden zur Basis ästhetischer Eingriffe macht. Eine rein wirtschaftlich orientierte Ästhetische Chirurgie steht in der Gefahr, Wünsche zu erfüllen und gleichzeitig zu wecken. Diese Problematik liegt in der getragenen Machbarkeit und Ideologie der Jugendlichkeit. Besonders der Profit basiert auf der Ausnutzung dieser Ideologie einer Leistungs- und Konsumgesellschaft. In ethischer Hinsicht manifestieren sich Grenzen und Grenzüberschreitungen in der Gefährdung der sozial-emotionalen Identität, die sich aus Sicht der Psychologie ergibt. Nicht die Machbarkeit stellen wesentliche Kriterien des Vorgehens in der Ästhetischen Chirurgie dar, sondern hohe Verantwortung, hohe Qualifikation und ethische Aspekte. Wenn die Ästhetische Chirurgie diese Aufklärungsarbeit weiterhin vernachlässigt, wird sie sich mittelfristig als ärztliche Institution abschaffen. ********* Aesthetic surgery has evolved to a mere commodity with focus on needs and wants of their clients in the past years. As a pure market oriented profession aesthetic surgerey includes the danger to fulfill and at the same time to create needs and wants. This problem is based on the ideology of youthness and its possibility of realization. Especially by making profit relies the sploitation of this ideology on a co-operative and achievement oriented society. From an ethical point of view the limits are manifested from a psychological standpoint in the respect of individual identity. High standards of responsibility, morality and qualification should be followed with the treatment, not the pure technical possibility. If aesthetic surgery fails to include these implications it will loose its medical identity which would be a great loss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Sind Glück und Schönheit Synonyme?

Was ist Schönheit?

Was unterscheidet Schönheit von Krankheit?

Ist Schönheit etwas Individuelles?

Ist Abweichung von der Norm eine Krankheit?

Ist Schönheit mit Identität gleichzusetzen?

Schönheit als individuelles Anti-Aging ?

Die Verantwortung der Ästhetischen Chirurgie

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht die ethischen Implikationen ästhetisch-chirurgischer Eingriffe an gesunden Menschen vor dem Hintergrund einer leistungsorientierten Gesellschaft, die körperliche Optimierung zunehmend als Mittel zur Identitätsstiftung und sozialen Anpassung begreift.

  • Ethik der ästhetischen Chirurgie und ärztliches Selbstverständnis
  • Spannungsfeld zwischen individueller Selbstbestimmung und gesellschaftlichem Anpassungsdruck
  • Die Transformation des Körpers zur „Ware“ und zum Optimierungsobjekt
  • Differenzierung zwischen medizinisch indizierter Therapie und „Enhancement“
  • Verantwortung der Chirurgen bei der Beratung und der kritischen Abwägung von Patientenwünschen

Auszug aus dem Buch

Die Verantwortung der Ästhetischen Chirurgie

In der traditionellen Medizin reguliert die Behandlungsbedürftigkeit den Einsatz der notwendigen Mittel. Maßnahmen werden von den Patienten akzeptiert, „die der Mediziner nicht deshalb vorschlägt, weil er sie vornehmen möchte, sondern weil es lege artis begründet ist dass er diese vornehmen sollte.“

In der Ästhetischen Chirurgie hingegen genügt für einen Einsatz des Wissens und Könnens, „dessen die Medizin mächtig ist, dass der Einsatz lege artis nicht schädlich ist […] und aus Expertensicht im Ergebnis verspricht, einen Nutzen zu bringen, wie ihn sich diejenigen versprechen, die den Mediziner als Helfer ihrer Wunscherfüllung engagieren.“

Die Ästhetische Chirurgie behandelt ihre Kunden nicht als Kranke, mit einem sozialstaatlichen Recht auf eine Behandlung, sondern vielmehr als Klienten, die eine erwünschte Dienstleistung nachfragen, und daher Rechte auf Wahlfreiheit nutzen.

In der herkömmlichen Medizin liegt die Verantwortung der Kontrolle des Angebots medizinischen Könnens auf Seiten der Ärzte. In der Ästhetischen Chirurgie gestaltet letztendlich die Nachfrage der Kunden das Angebot, auch wenn diese Nachfrage durch die Anbieter mehr oder weniger geschickt gesteuert werden, zum Beispiel mit der Erzeugung von neuen Erwartungen und Wünschen.

Zusammenfassung der Kapitel

Sind Glück und Schönheit Synonyme?: Das Kapitel beleuchtet den historischen und gesellschaftlichen Wunsch nach körperlicher Makellosigkeit und stellt die Frage, ob Schönheit tatsächlich das Versprechen auf ein glücklicheres Leben einlösen kann.

Was ist Schönheit?: Hier wird Schönheit als historisch und kulturell geprägte Variable analysiert, die in unserer Gesellschaft zunehmend durch ein Streben nach äußerer Perfektion und Jugendwahn dominiert wird.

Was unterscheidet Schönheit von Krankheit?: Es wird untersucht, welche ästhetischen Eingriffe heute angeboten werden und welche Schwierigkeiten sich bei der medizinethischen Grenzziehung zwischen notwendiger Therapie und rein ästhetischem Wunsch ergeben.

Ist Schönheit etwas Individuelles?: Anhand von Fallbeispielen wird diskutiert, ob ästhetische Chirurgie tatsächlich zur Heilung psychischer Belastungen beitragen kann oder ob sie primär soziale Anpassung erzwingt.

Ist Abweichung von der Norm eine Krankheit?: Dieses Kapitel behandelt die medizinethischen Risiken von Eingriffen an organisch gesunden Menschen und die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung über Nutzen und Gefahren.

Ist Schönheit mit Identität gleichzusetzen?: Die Autorin hinterfragt, inwieweit der Wunsch nach Veränderung des eigenen Körpers Ausdruck einer echten Identitätsfindung ist oder vielmehr Resultat gesellschaftlicher Konformität.

Schönheit als individuelles Anti-Aging ?: Hier steht die Verteuflung des Alters als Mangelerscheinung im Mittelpunkt, wobei kritisch hinterfragt wird, warum Altern in unserer Gesellschaft nur noch akzeptiert wird, wenn man jugendlich schön bleibt.

Die Verantwortung der Ästhetischen Chirurgie: Das Kapitel schließt mit einer Forderung nach ethischer Reflexion der Chirurgen, die nicht nur Dienstleister sein sollten, sondern eine Verantwortung gegenüber dem gesundheitlichen Wohl ihrer Patienten tragen.

Schlüsselwörter

Ästhetische Chirurgie, Bioethik, Körperoptimierung, Schönheitsideal, Enhancement, Selbstbestimmung, Medizinethik, Identität, Körperkult, Leistungsgesellschaft, Patientenautonomie, Normalität, Schönheitsoperation, Psychopathologie, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den ethischen Problemen und gesellschaftlichen Hintergründen der modernen ästhetischen Chirurgie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernpunkten zählen der Einfluss von Medien auf Schönheitsideale, die Rolle des Arztes als Dienstleister und die Auswirkungen von Optimierungsmaßnahmen auf das individuelle Selbstbild.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, eine kritische ethische Auseinandersetzung mit der ästhetischen Chirurgie anzustoßen und die Frage zu klären, wo die Grenzen zwischen medizinischer Verantwortung und reiner kommerzieller Wunscherfüllung liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse medizinethischer Debatten sowie die Auswertung soziologischer und psychologischer Perspektiven zum Thema Körperwahrnehmung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung, die ethische Diskrepanz zwischen Heilung und Optimierung (Enhancement) sowie die soziale Bedeutung von Schönheit in der modernen Leistungsgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Körperoptimierung, Bioethik, Schönheitschirurgie, Identität, Selbstbestimmung und ärztliche Verantwortung.

Warum wird das Thema „Anti-Aging“ als kritisch betrachtet?

Es wird kritisiert, weil es Altern als rein negativen Zustand markiert und eine Ideologisierung der mittleren Lebensphase betreibt, was ältere Menschen gesellschaftlich herabsetzt.

Inwiefern beeinflussen Ärzte die Nachfrage der Kunden?

Die Arbeit zeigt auf, dass Ärzte durch Beratungsgespräche oder beiläufige Bemerkungen neue Bedürfnisse und Erwartungen bei Patienten wecken können, was im Sinne einer rein ärztlichen Fürsorgepflicht als problematisch angesehen wird.

Welche Rolle spielt die „Dysmorphophobie“ in der ästhetischen Chirurgie?

Dysmorphophobie stellt eine große Herausforderung dar, da betroffene Patienten oft keine Krankheitseinsicht besitzen und durch operative Eingriffe keinen psychischen Gewinn erzielen, weshalb sie als kontraindiziert gelten.

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Details

Title
Zur Ethik der Ästhetischen Chirurgie
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,7
Author
Thomas Wehrs (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V135676
ISBN (eBook)
9783640428519
ISBN (Book)
9783640422630
Language
German
Tags
Ethik Chirurgie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Wehrs (Author), 2008, Zur Ethik der Ästhetischen Chirurgie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135676
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