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Vergleich des Stoffhaushaltes von Nieder- und Hochmoor

Title: Vergleich des Stoffhaushaltes von Nieder- und Hochmoor

Research Paper (undergraduate) , 2009 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Benner (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
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Faszination Moor – Bedeutung von Nieder- und Hochmooren

„O schaurig ist's übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ist's übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!
(Annette von Droste-Hülshoff, 1841).“

Moore faszinieren die Menschen, und das nicht erst seit heute, wie ANNETTE VON DROSTE-HÜLSHOFFs obige Strophe aus ihrem Gedicht „Der Knabe im Moor“ beweist. Assoziierte man Moore früher mit mystischen Plätzen, dunklen Ecken und gefährli-chen Orten, so hat sich diese Sichtweise heute grundlegend gewandelt:

„Lebende Moore zeichnen sich durch ihren Wasserüberschuss, bis zu mehrere Meter tiefe Torfschichten und eine torfbildende Vegetation aus. Die Entwicklung von Moo-ren dauert Jahrtausende. Weltweit gibt es Schätzungen zu Folge 4 Mio. km2 an so-genannten Torflandschaften, also Flächen mit Torfböden. 60% davon dürften (noch) aktiv torfbildende Moore sein. Diese Feuchtgebiete erfüllen wichtige Funktionen als globale Wasser-, Kohlenstoff- und Nährstoffspeicher. Moore haben damit für den Klimaschutz und für die Sicherung von sauberem und ausreichendem Trinkwasser globale Bedeutung. Feuchtgebiete und im speziellen Moore sind aber auch Lebens-raum einer einzigartigen Artenvielfalt. In intensiv genutzten Landschaften sind sie oft die letzten naturnahen Refugien seltener Arten. Moore gehören zu den bedrohtesten Lebensräumen. Der Grund liegt im hohen Nutzungsdruck durch Land- und Forstwirt-schaft, Torfabbau, aber auch Siedlungs- und Infrastrukturprojekte. Enorme Flächen wurden vor allem in Westeuropa bisher zerstört. Deshalb stehen Moore heute unter dem strengen Schutz nationaler und internationaler Gesetze (RAMSAR – KONVENTION, FAUNA – FLORA – HABITAT – RICHTLINIE, Naturschutzgesetze der [Bundes-] Länder) (WWF AUSTRIA 2009).“

Wie das obige Zitat des WORLD WIDE FUND FOR NATURE (WWF) AUSTRIA zeigt, leisten Moore einen essentiell wertvollen Beitrag im „Ökosystem Erde“. Ein solch wichtiger „Beitraggeber“ lohnt näher betrachtet zu werden; dies soll in den folgenden einzelnen Kapiteln geschehen, besonderes Augenmerk wird dabei auf den Stoffhaushalt der Nieder- und Hochmoore gelegt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Faszination Moor – Bedeutung von Nieder- und Hochmooren

2 Niedermoore

2.1 Auslösende Faktoren für die Entstehung von Niedermooren

2.2 Aufbau und Bildungsprozesse von Niedermooren

2.2.1 Die vertikale Gliederung natürlich wachsender Niedermoore

2.2.2 Wie Niedermoore entstehen und vergehen

2.2.2.1 Typische Niedermoor-Bildungsprozesse (nach: SCHWAAR 1994)

2.2.2.2 Das Ende der Niedermoorbildungsprozesse

2.3 Typologie und Wasserbilanz von Niedermooren

2.3.1 Hydrologische Moortypen des Niedermoors (nach: SUCCOW 2001)

2.3.2 Die Wasserbilanz eines Niedermoores (nach: GÖTTLICH 2 1980)

2.4 Mineralisierung

2.5 Stickstoff-Umsatz von Niedermoorböden

2.5.1 N-Mineralisierung und Nitratbildung

2.5.2 Denitrifikation

2.6 Die Phospat- bzw. Phosphordynamik in Niedermoorböden

2.7 Kohlenstoff-Umsatz von Niedermoorböden

2.8 Schwefel-Umsetzungsprozesse in Niedermooren

3 Hochmoore

3.1 Zum Typus der Hochmoore

3.2 Wasserhaushalt der Hochmoore

3.2.1 Zusammenhang zwischen Morphologie und Abflussregime eines Hochmoores

3.2.2 Wasserbilanz eines intakten Hochmoores

3.2.3 Sickerwasserverluste in Abhängigkeit von der Wasserdurchlässigkeit

3.2.4 Trockenlegung der Hochmoore

3.3 Stoffhaushalt der Hochmoorböden

3.3.1 Mineralisierung

3.3.2 Kalium im Hochmoorboden

3.3.3 Kohlenstoff im Hochmoorboden

3.3.4 Stickstoffumsetzung und Auswaschung

3.3.5 Phosphatdynamik von Hochmoorböden

3.4 Situation der Hochmoore heute

4 Fazit: Vergleich des Stoffhaushaltes von Nieder- und Hochmooren

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist die fundierte Gegenüberstellung und Analyse des Stoffhaushalts von Nieder- und Hochmooren unter Berücksichtigung ihrer unterschiedlichen Entstehungsbedingungen und hydrologischen Eigenschaften. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie sich die spezifischen standörtlichen Gegebenheiten beider Moortypen auf Mineralisierungsprozesse sowie die Dynamik von Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff auswirken.

  • Hydrogeologische Entstehung und Klassifizierung von Nieder- und Hochmooren
  • Vergleichende Analyse der Wasserbilanz und hydrologischer Regimes
  • Prozesse der Mineralisierung und Nährstoffumsetzung (Stickstoff, Phosphor, Kohlenstoff)
  • Auswirkungen menschlicher Eingriffe wie Entwässerung und Landnutzung
  • Funktion von Mooren als globale Stoffsenken versus Stoffquellen

Auszug aus dem Buch

3.2 Wasserhaushalt der Hochmoore

Da Hochmoore ausschließlich über Niederschläge mit Wasser versorgt werden (s.o.) ist Hochmoorentwicklung nur in Klimaten mit hohen Niederschlägen möglich. In Europa finden wir Hochmoore vor allem in küstennahen Regionen mit atlantischem Klima und in den Mittelgebirgen (Niederschläge über 700mm/Jahr) (POTT 1996: 73, Biotoptypen: Schützenswerte Lebensräume Deutschlands und angrenzender Regionen). In der Moorkunde werden verschieden Typen von Hochmooren unterschieden (OVERBECK 1975). Das für Nordwestdeutschland typische ist das Plateauhochmoor, dessen ‚uhrglasförmiger’ Aufbau (siehe Abb. 3) ein charakteristisches Abflussregime mit speziellen hydromorphologischen Strukturen bedingt.

Eine natürliche Entwässerung findet durch einen zentrifugal gerichteten Wasserfluss an den Randböschungen der Hochmoore statt. Der Abstand des Hochmooreigenen Grundwassers von der Mooroberfläche ist hier größer als in den zentralen Bereichen des Hochmoores. Das ‚Randgehänge’ wird somit zu einer trockeneren Zone, die stärker verheidet. Der das Moor umsäumende Randsumpf wird umso nasser. In diesem Bereich sammelt sich das vom Moor abgegebene Wasser zusammen mit dem mineralreicheren Wasser aus der Umgebung, weshalb hier eine mesotrophe Vegetation charakteristisch ist. Wenn bei größeren Hochmooren oder in regenreichen Perioden oder nach der Schneeschmelze der Wasserüberschuss zu groß wird, um allein am Randgehänge abgegeben zu werden sammelt das Wasser sich in Hochmoorseen (‚Kolken’), oder es sucht sich in Rinnsalen (‚Rüllen’) einen oberflächlichen Abfluss zum Moorrand. In diesen Bereichen trifft man auf eine von der übrigen Hochmoorfläche abweichende Vegetation mit etwas höheren Nährstoffansprüchen. (OVERBECK 1975: 55f).

EGGELSMANN veröffentlichte im Jahr 1967 Daten, nach denen Moorgebiete mit oberflächennahem Grundwasser eine etwa 10-15% höhere Verdunstung als Mineralböden im selben Klimabereich aufweisen (EGGELSMANN 1967, Oberflächengefälle und Abflussregime der Hochmoore). Unter trockenen Bedingungen hingegen wird die Verdunstung der Torfmoose aufgrund einer beschränkten Wassernachlieferung eingeschränkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Faszination Moor – Bedeutung von Nieder- und Hochmooren: Einführung in die ökologische und klimatische Relevanz von Mooren als Wasser- und Kohlenstoffspeicher.

2 Niedermoore: Detaillierte Betrachtung der Entstehungsfaktoren, hydrologischen Typologie und der spezifischen Stoffumsatzprozesse in grundwasserbeeinflussten Mooren.

3 Hochmoore: Analyse der ombrotrophen Wasserverhältnisse, der physikalischen Struktur und der Nährstoffdynamik von durch Regenwasser gespeisten Hochmooren.

4 Fazit: Vergleich des Stoffhaushaltes von Nieder- und Hochmooren: Zusammenfassende Gegenüberstellung der wesentlichen Unterschiede in der Mineralisierung und der Nährstoffdynamik zwischen den beiden Moortypen.

Schlüsselwörter

Niedermoor, Hochmoor, Stoffhaushalt, Wasserbilanz, Mineralisierung, Stickstoffumsatz, Phosphordynamik, Kohlenstoffspeicher, Akrotelm, Katotelm, Torfbildung, Hydrologie, Stoffsenke, Denitrifikation, Humifizierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den geographischen und bodenkundlichen Unterschieden im Stoffhaushalt von Nieder- und Hochmooren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder umfassen die Hydrologie, die Mineralisierung sowie die Dynamik von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor in verschiedenen Moortypen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Auswirkungen der unterschiedlichen Wasserspeisung auf die biogeochemischen Stoffkreisläufe dieser Ökosysteme vergleichend darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bodenkundlicher sowie hydrologischer Daten und Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Niedermoore und Hochmoore, wobei Aufbau, Wasserbilanz und spezifische Stoffumsetzungsprozesse erläutert werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Stoffbilanz, Torfbildung, ombrotroph, topogen, Kohlenstoffsenke und Stoffquelle.

Warum ist das Verständnis der Wasserbilanz für Hochmoore so kritisch?

Da Hochmoore nur von Niederschlag abhängig sind, ist ihr Wasserhaushalt extrem empfindlich gegenüber Klimaschwankungen und Entwässerungsmaßnahmen, was ihre Existenz als Kohlenstoffspeicher direkt bedroht.

Inwieweit unterscheiden sich Niedermoore und Hochmoore bezüglich ihres Phosphataustrags?

Hochmoore zeigen aufgrund schwacher P-Rückhaltemechanismen einen wesentlich höheren Phosphataustrag in Oberflächengewässer als Niedermoore.

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Details

Title
Vergleich des Stoffhaushaltes von Nieder- und Hochmoor
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Geographisches Institut)
Grade
1,0
Author
Christian Benner (Author)
Publication Year
2009
Pages
30
Catalog Number
V135732
ISBN (eBook)
9783640445943
ISBN (Book)
9783640446063
Language
German
Tags
Moor Niedermoor Hochmoor Stoffdynamik Stoffhaushalt Wasserhaushalt Moortypen Wasserbilanz vertikale Gliederung Typologie Mineralisierung Mineralisation Stickstoff Schwefel Phosphat Ammonium Phosphor Umsatz Denitrifikation Nitrifikation Ammonifikation Prozesse Kohlenstoff Abflussregime Trockenlegung Auswaschung Kalium Der Knabe im Moor Droste-Hülshoff Torf Schichten Horizonte Nährstoffspeicher WWF Grundwasser Katotelm Akrotelm Zech Hintermaier Verlandung Versumpfung Überflutung Succow Landschaftsökologische Moorkunde Quellmoor Hangmoor Durchströmungsmoor Kesselmoor Verlandungsmoor Göttlich Stahr Immobilisation Scheffer Joosten Sphagnum Moos Ökosystem
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Christian Benner (Author), 2009, Vergleich des Stoffhaushaltes von Nieder- und Hochmoor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135732
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