Das Thema Fabeln ist jedem einmal im Deutschunterricht in der Schule begegnet. Jeder kennt die sprechenden Tiere, die in der Regel am Ende eine Moral für den Leser bereit halten. „Der Wolf und das Lamm“ oder „Der Fuchs und der Rabe“ sind klassische Fabeln, die einen hohen Bekanntheitsgrad bei den Rezipienten haben. Diese Kanon-typischen Fabeln wurden aber auch oft umgeschrieben, von vielen verschiedenen Autoren und mit vielen verschiedenen Absichten. Daher kann es sein, dass manch ein Rezipient nicht „Der Wolf und das Lamm“ zu dieser Fabel sagt oder diese unter dieser Überschrift kennt, sondern als „Der Wolf und das Schaf“.
Doch wieso wurden diese Fabeln umgeschrieben? Um diese Fragen umfassend zu beantworten, würde der Umfang dieser Hausarbeit nicht ausreichen. Daher soll sich diese Hausarbeit nur auf die Fabeltheorie Lessings und zwei von ihm umgeschriebene Fabeln und auch der Frage nachgehen, wieso Lessing diese Fabeln umgeschrieben hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was sind Fabeln?
2.1. Die historische Geschichte der Fabel
2.2. Merkmale der Gattung Fabel
3. Inhaltsangabe der beiden Beispielfabeln
3.1. „Der Wolf und das Schaf“
3.2. „Der Rabe und der Fuchs“
4. Lessing und die Fabeln
4.1. Die Theorie Lessings über die Fabeltiere
4.2. Die Lehre und Moral nach Lessing
5. Die Aufklärung und die Denkweise Lessing
5.1. Das 18. Jahrhundert/ die Aufklärung
5.2. Lessing der Gestalter der Aufklärung?
5.3. Die Aufklärung anhand Lessings Fabeln
6. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Lessings Fabeltheorie und analysiert zwei von ihm umgeschriebene Fabeln, um aufzuzeigen, wie Lessing durch die Anpassung traditioneller Erzählungen die gesellschaftlichen Normen seiner Zeit hinterfragte und ein Umdenken in Richtung Mündigkeit und Vernunft anstrebte.
- Grundlagen und historische Entwicklung der Gattung Fabel
- Analyse von Lessings spezifischer Theorie zu Fabeltieren
- Untersuchung der moralischen Lehre in Lessings Werk
- Zusammenhang zwischen Lessings Fabeln und den Idealen der Aufklärung
Auszug aus dem Buch
4.1. Die Theorie Lessings über die Fabeltiere
Obwohl Pflanzen und auch Glieder Teil der Fabel oder sogar die Hauptakteure sein können, dominieren in vielen Fabeln die Tiere. Diese Tiere können sprechen und besitzen menschliche Eigenschaften. Sie sind somit die Reinkarnation menschlicher Eigenschaften und stellen Charakterzüge gewisser Menschen dar. Autoren, die Fabeln schreiben, nutzen die Tiere, um eine gewisse Distanz zu schaffen, damit sich die Menschen nicht direkt angegriffen fühlten, aber auch die Möglichkeit hatten, die Eigenschaften, die diesem Tier zugeschrieben werden, zu hinterfragen.
Auch Lessing schrieb in seinen Fabeln den Tieren eine wichtige Funktion zu, damit der Leser einen schnellen Zugriff und Adaption auf die Fabel erhält. Eine schnelle Adaption sollten vor allem dem Leser bekannte Tiere ermögliche, Tiere, die der Mensch aus seiner Umgebung kennt, mit denen in Kontakt ist. Dieser Effekt wird der Prosa-Romulus genannt. Dass Lessing den Prosa-Romulus nutzte, um dem Leser die Adaption der Fabel zu erleichtern, zeigen die oben genannten Beispiele. Jeder kennt einen Raben, einen Fuchs, ein Schaf oder einen Wolf und kann sich schnell etwas unter diesen Tieren vorstellen. Lessing ging davon aus, dass der Leser diese Tiere schon von den Fabeln Äsops kennt und den Tieren auch schon bestimmt Eigenschaften zuordnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Fabeln ein und definiert die Forschungsfrage, die sich mit Lessings Fabeltheorie und seiner Intention hinter der Umgestaltung dieser Texte beschäftigt.
2. Was sind Fabeln?: Hier werden die historische Entwicklung der Gattung sowie grundlegende Merkmale wie die Tierallegorie und die moralische Lehre erläutert.
3. Inhaltsangabe der beiden Beispielfabeln: Dieses Kapitel liefert eine inhaltliche Zusammenfassung der Fabeln „Der Wolf und das Schaf“ und „Der Rabe und der Fuchs“ als Grundlage für die spätere Analyse.
4. Lessing und die Fabeln: Hier wird Lessings spezifische Theorie zur Funktion von Fabeltieren und die inderekte Art der moralischen Belehrung detailliert herausgearbeitet.
5. Die Aufklärung und die Denkweise Lessing: Dieses Kapitel verknüpft Lessings Wirken mit den philosophischen Idealen der Aufklärung des 18. Jahrhunderts und beleuchtet seine Rolle als Gestalter dieser Epoche.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse darüber, wie Lessing durch Fabeln zur Humanisierung der Gesellschaft und zur Förderung der Vernunft beitrug.
Schlüsselwörter
Fabel, Lessing, Aufklärung, Fabeltheorie, Moral, Lehre, Humanismus, Prosa-Romulus, Tierallegorie, Toleranz, Vernunft, Gesellschaftskritik, Mündigkeit, Literaturanalyse, Äsop.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Lessings Fabeltheorie und untersucht, aus welchen Gründen und mit welcher Intention er traditionelle Fabeln umgeschrieben hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Fabel, die Gattungsmerkmale, Lessings spezifische Theorie zur Verwendung von Tieren sowie den Einfluss der Aufklärung auf sein Werk.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Lessing durch seine Fabeln ein Umdenken in der Gesellschaft einleiten wollte, weg von blindem Gehorsam hin zu eigenem vernünftigen Denken.
Welche wissenschaftliche Methode wird eingesetzt?
Die Arbeit nutzt einen literaturwissenschaftlichen Ansatz, indem sie Theoriekapitel mit der exemplarischen Analyse zweier spezifischer Fabeln verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Lessings Fabeltheorie im Detail, erklärt die Funktion der Charaktere und setzt Lessings moralische Lehren in den Kontext der aufklärerischen Denkweise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Lessing, Aufklärung, Fabeltheorie, Moral, Vernunft und Humanismus.
Welche besondere Bedeutung hat der Begriff „Prosa-Romulus“ für Lessing?
Der Prosa-Romulus bezeichnet die Nutzung bereits bekannter Tiere, um dem Leser den schnellen Zugang zur Fabel und deren moralischer Lehre zu ermöglichen.
Wie unterscheidet sich Lessings Umgang mit der Fabel von früheren Autoren?
Im Gegensatz zu früheren Fabeldichtern wie Phaedrus oder Luther formulierte Lessing die Moral nicht explizit und direkt, sondern indirekt, um den Leser zum eigenen Nachdenken anzuregen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Lessings Fabeltheorie anhand von 2 Textbeispielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357340