[...] Die Didaktischen Prinzipien oder auch „Grundsätze des Lehrens“ sind von der Wissenschaft entwickelte und abgeleitete Prinzipien die bei der Unterweisung oder betrieblichen Ausbildung beachtet werden sollen.
Zu Beginn einer Ausbildung sind viele Auszubildende im Handwerk noch Jugendliche, daher muss der Ausbilder altersgerecht handeln d.h. auf Probleme der Altersgruppe eingehen, sowie seine Lernsituation und sein Umfeld kennen. Meist sind typische Probleme innere Unzufriedenheit oder familiäre Probleme sowie ein falscher Freundeskreis.
Um dem Auszubildenden ein besseres Verständnis für die an ihn gestellten Aufgaben näherzubringen, sollten sich die Aufgaben möglichst nahe an der Praxis orientieren.
Meine Formulierungen bei Unterweisungen und Auftragserteilungen sollten verständlich gegliedert und aufgebaut sein (Anschaulichkeit), damit der Lehrling diese möglichst schnell verstehen und umsetzen kann. Meine Lehr- und Lernziele müssen so klar und deutlich sein, dass keine andere Auslegung möglich ist d.h. die sogenannte Zielklarheit sollte gegeben sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Informationen zum Unterweisungsthema
1.1. Ausbildungsberuf und Ausbildungsthema
1.2. Unterweisungsthema und Quellen
1.3. Begründung der Themenwahl
1.3.1. Vorangegangene Unterweisung
1.3.2. Nachfolgende Unterweisung
2. Informationen zum Lehrling
3. Unterweisungsziel Strukturierung
3.1. Lernziele
3.1.1. Leitziele
3.1.2. Richtziele
3.1.3. Grobziele
3.1.4. Feinziele
3.2. Unterscheidung der einzelnen Lernzielklassifikationen
3.2.1. Kognitive Lernziele
3.2.2. Psychomotorische Lernziele
3.2.3. Affektive Lernziele
3.3. Handlungskompetenzen
3.3.2. Fachliche Kompetenzen
3.3.3. Persönliche Kompetenzen
3.3.4. Soziale Kompetenzen
4. Planung der Organisation
4.1. Didaktische Prinzipien
4.2. Wahl der Unterweisungsmethode
4.3. Lernort und Zeitpunkt
4.4. Unterweisungsdauer
4.5. Ausbildungsmittel
4.5.1. Arbeitsmittel
4.5.2. Lernmittel
4.5.3. Lehrmittel
5.Durchführung der Unterweisung nach der Vierstufen-Methode
5.1. Stufe 1: Vorbereitung des Auszubildenden ( Lehrlings )
5.2. Stufe 2: Vormachen und Erklären durch den Ausbilder
5.3. Stufe 3: Ausführungsversuche machen lassen
5.4. Üben und Festigen
5.5. Nachbesprechung und nachfolgende Arbeitsaufgaben
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterweisung besteht darin, dem Auszubildenden die theoretischen Kenntnisse und praktischen Fertigkeiten zur manuellen Herstellung eines Außengewindes zu vermitteln, um seine berufliche Handlungsfähigkeit als Feinwerkmechaniker zu fördern.
- Grundlagen der manuellen Gewindeherstellung
- Strukturierung von Lernzielen im Ausbildungsalltag
- Methodische Planung nach der Vierstufen-Methode
- Förderung der fachlichen, sozialen und persönlichen Kompetenzen
- Praxisnahe Anwendung und Erfolgssicherung in der Ausbildung
Auszug aus dem Buch
5.2. Stufe 2: Vormachen und Erklären durch den Ausbilder
Als erstes Spanne ich ein Werkstück (Rundstab∅ 5,9 mm) ein und weise NAME darauf hin das hier schon der erste Grundstein zum ordentlichen gelingen des Außengewindes gelegt wird. Eine senkrechte Ausrichtung des Rundstabes am Parallelschraubstock mit dem Haarwinkel ist unerlässlich um das Risiko des Schiefschneidens zu verringern.
Nun beginne ich am eingespannten Rundstab mittels meiner Feile eine Kegelkuppe oder bessergesagt eine Phase anzufeilen. ( Bild 1 )
Nach der Herstellung der Phase kontrolliere ich nochmal mittels Haarwinkel die Ausrichtung des Werkstücks und richte gegebenenfalls erneut aus.
NAME stellt mir die Frage warum ich eigentlich den Bolzendurchmesser kleiner gewählt habe als das eigentliche Endmaß des Bolzens? Ich erkläre ihm, dass das Schneideisen beim Schneidprozess den Werkstoff etwas nach außen drückt. Dadurch wir der Außendurchmesser des fertigen Gewindes später geringfügig größer als der Außendurchmesser des Bolzens. Er nickt und ich beginne mit dem nächsten Arbeitsschritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Informationen zum Unterweisungsthema: Dieses Kapitel erläutert den Ausbildungsberuf, die Quelle des Themas im Ausbildungsrahmenplan sowie die Begründung der Themenwahl für die Unterweisung.
2. Informationen zum Lehrling: Hier werden das Profil, die Lernvoraussetzungen und der Entwicklungsstand des Auszubildenden detailliert beschrieben.
3. Unterweisungsziel Strukturierung: Dieses Kapitel definiert die Lernziele (Leit-, Richt-, Grob- und Feinziele) und klassifiziert diese in kognitive, psychomotorische und affektive Bereiche.
4. Planung der Organisation: Hier werden didaktische Prinzipien, die Wahl der Vierstufen-Methode sowie die benötigten Arbeits- und Lernmittel für die Durchführung festgelegt.
5.Durchführung der Unterweisung nach der Vierstufen-Methode: Dieses Kapitel beschreibt den praktischen Ablauf der Unterweisung in den vier Stufen sowie die abschließende Nachbesprechung.
Schlüsselwörter
Feinwerkmechaniker, Außengewinde, Vierstufen-Methode, Ausbildung, Lernziele, Handlungsfähigkeit, Werkstück, Gewindeschneider, Fachkompetenz, Unterweisung, Metallbearbeitung, Spanen, Ausbildungsmittel, Handwerk
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten Planung und Durchführung einer betrieblichen Ausbildungsunterweisung zum Thema „Herstellung eines Außengewindes“ für einen angehenden Feinwerkmechaniker.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterweisung?
Zentrale Themen sind die fachgerechte Vorbereitung des Werkstücks, die Handhabung von Schneidwerkzeugen, die Anwendung der Vierstufen-Methode und die Förderung der verschiedenen Handlungskompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Unterweisung?
Das primäre Ziel ist es, dass der Auszubildende am Ende der Unterweisung selbstständig die notwendigen Werkzeuge auswählen und die Arbeitsschritte zur Anfertigung eines Außengewindes korrekt ausführen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Vermittlung verwendet?
Es wird die klassische Vierstufen-Methode eingesetzt, bestehend aus Vorbereiten, Vormachen, Ausführungsversuchen und Festigen/Üben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der strukturierten Planung der Lerninhalte, der didaktischen Aufarbeitung und der konkreten, schrittweisen Durchführung des Gewindeschneidens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Feinwerkmechaniker, Außengewinde, Vierstufen-Methode, Handlungskompetenz und Ausbildungspraxis.
Warum wird der Bolzendurchmesser beim Gewindeschneiden kleiner gewählt als das Endmaß?
Der Durchmesser wird kleiner gewählt, da beim Schneidprozess der Werkstoff leicht nach außen gedrückt wird, wodurch das fertige Gewinde das gewünschte Endmaß erreicht.
Welche Rolle spielt die psychomotorische Lernzielklassifikation in diesem Kontext?
Sie ist entscheidend, da sie sich auf die manuelle Handhabung der Werkzeuge bezieht, was für das korrekte Ansetzen und Führen des Schneideisens unerlässlich ist.
Wie geht der Ausbilder mit der Demotivation des Lehrlings bei Misserfolgen um?
Der Ausbilder setzt auf einen partnerschaftlichen Führungsstil, lobt Teilerfolge und schafft durch Vertrauensverhältnisse sowie sachliche Erläuterungen eine positive Lernatmosphäre.
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- Marvin Minkus (Author), 2009, Herstellung eines Außengewindes (Unterweisung Feinmechaniker/in), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135763