In der Psychologie kommt kein Thema dem Kern der Wissenschaft näher als das Lernen. Denn einerseits ist es Grundbaustein jeglicher evolutionärer Errungenschaften der Menschheit, andererseits ist es so komplex, dass uns die Forschung bis heute begleitet. Innerhalb dieser empirischen Arbeit soll herausgearbeitet werden, welche Rolle Kognitionen, bezogen auf die verschiedenen Lernprozesse spielen. Dabei soll das Modelllernen besonders betrachtet werden, indem es auf ein konkretes Beispiel im Sinne der Prävention angewandt wird. Weiter ist Ziel dieser Arbeit, das Medium der sozialen Medien kritisch zu hinterfragen im Zusammenhang mit den Prozessen des Modelllernens.
Dafür werden in Kapitel zwei die Grundlagen des Lernens erläutert, zunächst anhand von Gedächtnisprozessen, dann anhand von neuronalen Grundlagen.
In Kapitel drei werden die verschiedenen Formen des Lernens vorgestellt, um daran anschließend die Rolle der kognitiven Prozesse darzustellen.
Das Modelllernen wird in Kapitel vier besonders betrachtet, indem zunächst die vier basalen Prozesse zur Imitation beschrieben werden, welche dann auf ein konkretes, fiktives Beispiel angewandt werden. Diese Erkenntnisse fließen anschließen in die Diskussion über die Chancen und Risiken von sozialen Medien mit ein.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Lernens
2.1 Gedächtnis
2.2 neuronale Grundlagen
3 Formen des Lernens
3.1 explizites Lernen
3.2 Implizites Lernen
3.2.1 nicht assoziatives Lernen
3.2.2 Assoziatives Lernen
3.2.2.1 klassische Konditionierung
3.2.2.2 operante Konditionierung
3.2.2.3 Beobachtungslernen
3.2.2.4 Inzidentelles Lernen
3.3 Rolle der Kognitionen
4 Modelllernen
4.1 die vier basalen Prozesse von Imitation
4.2 Angewandtes Modelllernen in der Prävention
4.3 Soziale Medien
4.3.1 Risiken
4.3.2 Chancen
4.3.3 Schlussbetrachtung soziale Medien
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Kognitionen in verschiedenen Lernprozessen, mit besonderem Fokus auf das Modelllernen nach Albert Bandura. Ziel ist es, dieses Lernkonzept auf ein präventives Beispiel im Ernährungskontext anzuwenden und die Chancen sowie Risiken sozialer Medien im Hinblick auf Modelllernprozesse kritisch zu hinterfragen.
- Grundlagen und neuronale Prozesse des Lernens
- Klassifizierung expliziter und impliziter Lernformen
- Die Mechanismen des Modelllernens und der Imitation
- Prävention kindlicher Adipositas durch elterliche Vorbildfunktion
- Einfluss sozialer Medien und "Social Influencer" auf das Ernährungsverhalten
Auszug aus dem Buch
4.2 Angewandtes Modelllernen in der Prävention
Besonders in der Erziehung findet das Modelllernen Verwendung. Denn, dass Kinder im frühen Alter vor allem durch das Beobachten ihrer Eltern, beziehungsweise ihrer Bezugspersonen lernen ist ein natürlicher und unbewusst ablaufender Prozess. So soll im Folgenden dieses Kapitels die Anwendung des Modelllernens in Bezug auf Prävention an dem konkreten Beispiel vom Modelllernen im Ernährungskontext und dem Einfluss der Eltern bei der Prävention kindlicher Adipositas dargestellt werden.
Adipositas kann umgangssprachlich auch als Fettleibigkeit beschrieben werden. Es ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit, die starkes und gesundheitsschädigendes Übergewicht zur Folge hat.
Wie sich die Ernährung der Eltern generell in Form von Modelllernen auf die Kinder auswirkt, lässt sich anhand der genannten vier basalen Prozesse darstellen. In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, dass zwischen Kind und Elternteil eine normal gesunde Beziehung vorhanden ist.
Das Kind, beispielsweise im Alter zwischen fünf und acht Jahren und ein Elternteil befinden sich in der Küche und das Elternteil nimmt sich eine Frucht und verzehrt diese. Bei dem Kind beginnt nun die Aneignungsphase, wobei Aufmerksamkeitsprozesse und Gedächtnisprozesse eine Rolle spielen. Denn grundlegend ist es nötig, dass das Kind das Elternteil aufmerksam Beobachtet und nicht, wie zum Beispiel durch einen laufenden Fernseher, abgelenkt wird. Auch die Anwesenheit beider Parteien ist von Bedeutung, denn würde das Kind nur hören, wie das Elternteil eine Frucht isst, würde dies nicht zum Beobachtungslernen führen. Als Gedächtnisprozess ist es nötig, dass das Kind beispielsweise alt genug ist, um gesehene Handlung verstehen und speichern zu können. Wäre das Kind in diesem Szenario ein Säugling, würde kein Beobachtungslernen stattfinden können, da sich das Kind nicht an das Beobachtete erinnern könnte. Konnten beide Prozesse stattfinden, beginnt die Ausführungsphase.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definiert das Thema Lernen als komplexen Grundbaustein der Psychologie und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie den Aufbau.
2 Grundlagen des Lernens: Erläutert Lernprozesse als dauerhafte Verhaltensänderungen und erklärt die Bedeutung des Gedächtnisses sowie der neuronalen Informationsweiterleitung.
3 Formen des Lernens: Unterscheidet zwischen explizitem und implizitem Lernen, einschließlich nicht-assoziativer und assoziativer Lernformen sowie der Rolle kognitiver Prozesse.
4 Modelllernen: Analysiert Banduras Modelllernen, dessen basale Imitationsprozesse und die Relevanz in der Prävention sowie im Kontext sozialer Medien.
5 Fazit: Führt die verschiedenen Lernkonzepte zusammen und betont die Notwendigkeit, individuelle Wechselwirkungen dieser komplexen Prozesse bei Analysen zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Lernen, Kognitionen, Modelllernen, Imitation, klassische Konditionierung, operante Konditionierung, Prävention, Adipositas, soziale Medien, Social Influencer, Gedächtnis, Verhaltensänderung, synaptische Plastizität, Beobachtungslernen, Ernährung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die komplexen Prozesse des Lernens, von neurobiologischen Grundlagen bis hin zu sozialen und modellbasierten Lernformen im Alltag.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Lernformen (implizit vs. explizit), das Modelllernen nach Bandura, kognitive Prozesse bei der Verhaltenssteuerung sowie die Auswirkungen digitaler Medien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel besteht darin, das Modelllernen theoretisch fundiert zu erklären und diese Erkenntnisse auf praktische Anwendungsfelder wie die pädagogische Prävention und den Konsum sozialer Medien zu übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte der Allgemeinen Psychologie und empirische Erkenntnisse aus Dissertationsschriften verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lernformen (Konditionierung, Beobachtungslernen), die Analyse kognitiver Prozesse auf neuronaler Ebene und die Fallbeispiele zum Modelllernen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Neben dem zentralen Begriff "Lernen" stehen Begriffe wie Modelllernen, Kognition, Prävention und Soziale Medien im Fokus, da sie die Verbindung zwischen Theorie und gesellschaftlicher Praxis definieren.
Wie unterscheidet sich "echte Imitation" von "Emulation"?
Während bei der echten Imitation das spezifische beobachtete Verhalten präzise wiederholt wird, erreicht das Individuum bei der Emulation das gleiche Ergebnis durch selbst gewählte, ähnliche Verhaltensvarianten.
Warum ist im Kontext sozialer Medien die kritische Medienkompetenz so wichtig?
Da soziale Medien und Influencer einen starken Einfluss auf die Identitätsbildung und Ernährungsweisen junger Menschen haben, ist die Fähigkeit zur Differenzierung zwischen virtueller Repräsentation und Realität essenziell, um Risiken (wie Essstörungen) zu minimieren.
Welche Rolle spielen "Social Influencer" bei Lernprozessen?
Influencer fungieren häufig als Vorbilder, deren Verhalten – wie etwa Ernährungsstile – von Kindern und Jugendlichen unreflektiert im Sinne des Modelllernens übernommen wird, was sowohl positive als auch negative Auswirkung haben kann.
- Arbeit zitieren
- Antonia Rien (Autor:in), 2023, Die Rolle der kognitiven Fähigkeiten. Das Modelllernen in Bezug auf Prävention und soziale Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1357891