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Vorurteile gegen mehrsprachige Menschen. Mythen, Phänomene und Stigmatisierung der Mehrsprachigkeit

Title: Vorurteile gegen mehrsprachige Menschen. Mythen, Phänomene und Stigmatisierung der Mehrsprachigkeit

Term Paper , 2021 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Paula Fischer (Author)

Pedagogy - Intercultural Pedagogy
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Mit meiner Arbeit stelle ich Phänomene der Mehrsprachigkeit vor. Ich beleuchte vorherrschende Mythen, die durch Unwissenheit fälschlicherweise kursieren, ich kläre auf und stelle richtig. Denn diese halten sich, trotz zahlreicher Aufklärungsversuche, beharrlich. So werden Betroffene durch Vorurteile von ihrem direkten sozialen Umfeld oder auch indirekt durch die Mehrheitsgesellschaft diskriminiert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mehrsprachigkeit

3. Mythen der Mehrsprachigkeit

4. Phänomene der Mehrsprachigkeit

5. Stigmatisierung der Betroffenen

6. Konsequenzen für das unterrichtliche Handeln

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen mehrsprachig aufwachsender Kinder und Jugendlicher im deutschen Bildungssystem, mit einem besonderen Fokus auf die Vorurteile und Stigmatisierungen, denen diese Schülerinnen und Schüler seitens ihrer sozialen Umgebung und der Mehrheitsgesellschaft begegnen.

  • Analyse verbreiteter Mythen und Vorurteile gegenüber Mehrsprachigkeit.
  • Untersuchung der kognitiven und sozialen Aspekte mehrsprachiger Entwicklung.
  • Erörterung der institutionellen Diskriminierung innerhalb des Bildungswesens.
  • Entwicklung von Strategien für einen kompetenzorientierten, bilingualen Unterricht.
  • Plädoyer für die Wertschätzung sprachlicher Diversität als Bildungsressource.

Auszug aus dem Buch

3. Mythen der Mehrsprachigkeit

Zahlreiche Mythen in Bezug auf Mehrsprachigkeit sind im Umlauf. Zu diesen zählt beispielsweise die Vorstellung, dass es sich in der Verbreitung von Zwei- und Mehrsprachigkeit um ein seltenes Phänomen handle. Tatsächlich wächst aber etwa die Hälfte der Weltbevölkerung zweisprachig auf (vgl. Grosjean 2020, 13).

Ein weiterer kursierender Mythos ist die Auffassung, dass mehrsprachig sprechende Menschen keine der Sprache altersentsprechend sprechen können (vgl. Universität Konstanz 2021, o.S.). Gesprochen wird hier oftmals von der „doppelten Halbsprachigkeit“ (Tracy, 2014, S. 13). Also dem Vorwurf keine der beiden Sprachen „richtig“ und „echt“ sprechen zu können. So zeigen mehrsprachig sprechende Kinder in beiden Sprachen, sowohl der Muttersprache als auch der Zielsprache, Defizite auf (vgl. Tracy 2014, 13). In diesem Zusammenhang wird auch häufig das sogenannte „Code- Switching“ kritisiert. Also die Sprachmischung von zwei Sprachen innerhalb einer Äußerung. Fehlt im mentalen Lexikon der gewünschte Ausdruck so wird der passende aus der jeweils anderen Sprache eingesetzt. Diese Sprachmischung wird oftmals mit Verwirrung gleichgesetzt, da sich die Sprecher eigentlich auf eine dieser beiden Sprachen beschränken könnten (vgl. Tracy 2014, 17).

Vielmehr sollten die vermeintlichen lexikalischen Lücken als alternative Ausdrucksmittel bezeichnet werden, wenn ein Ereignis womöglich trefflicher durch eine andere Sprache beschrieben werden kann (vgl. Tracy 2014, 18). Ihr großes stilistisches Repertoire setzen mehrsprachig sprechende Kinder dementsprechend strategisch und funktional ein (vgl. Fürstenau 2011, 32). Hier liegt also keine mangelnde Beherrschung vor, sondern ein Merkmal von Mehrsprachigkeit und damit ein Ausdruck von Kompetenz (vgl. Universität Konstanz 2021, o.S.). Generell sind Kinder früh in der Lage zwischen den Sprachen zu unterscheiden und die sprachlichen Formen situationsspezifisch einzusetzen (vgl. Tracy 2014, 26). So kann ein Kind mit der englischsprachigen Mutter und dem deutschen Kindergarten mit der jeweils richtigen Sprache kommunizieren. „Dieses metasprachliche Bewusstsein ist ein typisches Nebenprodukt früher Mehrsprachigkeit“ (Tracy, 2014, S. 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Anstieg mehrsprachig aufwachsender Kinder in Deutschland und umreißt das Ziel, Vorurteile abzubauen sowie die Chancen eines bilingualen Unterrichts hervorzuheben.

2. Mehrsprachigkeit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Mehrsprachigkeit und grenzt ihn von einer pauschalen Verknüpfung mit Migrationshintergrund ab, um eine differenzierte Betrachtung zu ermöglichen.

3. Mythen der Mehrsprachigkeit: Hier werden weit verbreitete Fehlannahmen wie die „doppelte Halbsprachigkeit“ oder die vermeintliche Überforderung durch Spracherwerb wissenschaftlich widerlegt.

4. Phänomene der Mehrsprachigkeit: Das Kapitel beschreibt Mehrsprachigkeit als positive Fähigkeit des menschlichen Gehirns, die sich in metasprachlicher Kompetenz und schneller situativer Anpassungsfähigkeit äußert.

5. Stigmatisierung der Betroffenen: Die Untersuchung zeigt auf, wie institutionelle Diskriminierung und Vorurteile den Bildungserfolg von Kindern aus sprachlichen Minderheiten gefährden können.

6. Konsequenzen für das unterrichtliche Handeln: Das Kapitel bietet didaktische Ansätze für einen bewussten Umgang mit sprachlicher Vielfalt und wirbt für eine inklusive Pädagogik in heterogenen Klassenzimmern.

7. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine ressourcenorientierte Perspektive auf Mehrsprachigkeit für das Zusammenleben in einer von Migration geprägten Gesellschaft essenziell ist.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Bilingualismus, Spracherwerb, Erstsprache, Zielsprache, Sprachliche Heterogenität, Interkulturelle Bildung, Diskriminierung, Bildungserfolg, Sprachbewusstheit, Code-Switching, Migration, Inklusive Pädagogik, Sprachliche Vielfalt, Kompetenzorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Publikation befasst sich mit der Situation von mehrsprachig aufwachsenden Kindern im deutschen Bildungssystem und untersucht, wie diesen Kindern im Kontext von Vorurteilen und gesellschaftlicher Stigmatisierung begegnet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der wissenschaftliche Status von Mehrsprachigkeit, die Dekonstruktion gängiger Mythen, der Einfluss von Vorurteilen auf Bildungskarrieren sowie didaktische Konzepte für einen produktiven Umgang mit Sprachenvielfalt.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Blick von einer defizitorientierten auf eine kompetenzorientierte Sichtweise zu lenken und für eine wertschätzende Pädagogik zu plädieren, die Mehrsprachigkeit als Ressource erkennt.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Die Autorin stützt ihre Argumentation auf eine fundierte Literaturanalyse aktueller Erkenntnisse aus der Spracherwerbsforschung, der Migrationspädagogik und der Didaktik der Mehrsprachigkeit.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Widerlegung von Mythen, die Beschreibung der individuellen Vorteile von Mehrsprachigkeit sowie eine kritische Auseinandersetzung mit institutioneller Diskriminierung und praktischen Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Mehrsprachigkeit, Bilingualismus, Sprachliche Heterogenität, Bildungserfolg, Inklusive Pädagogik, Stigmatisierung und Sprachbewusstheit.

Warum wird im Text die sogenannte "doppelte Halbsprachigkeit" kritisiert?

Die Kritik richtet sich dagegen, dass mehrsprachigen Kindern fälschlicherweise vorgeworfen wird, keine Sprache korrekt zu beherrschen, während die Forschung dies als eine individuelle, strategische Sprachnutzung interpretiert.

Welche Empfehlungen gibt die Autorin für den Unterricht?

Lehrkräfte werden dazu motiviert, eine offene Haltung gegenüber verschiedenen Sprachen einzunehmen, den Austausch zwischen Schülern zu fördern und Sprachenvielfalt aktiv in den Fachunterricht zu integrieren, ohne dabei nach Perfektionismus zu streben.

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Details

Title
Vorurteile gegen mehrsprachige Menschen. Mythen, Phänomene und Stigmatisierung der Mehrsprachigkeit
College
University of Frankfurt (Main)  (Institut für Sonderpädagogik)
Course
Schriftsprachlicher Anfangsunterricht in heterogenen Gruppen
Grade
1,0
Author
Paula Fischer (Author)
Publication Year
2021
Pages
14
Catalog Number
V1358239
ISBN (PDF)
9783346872555
ISBN (Book)
9783346872562
Language
German
Tags
vorurteile menschen mythen phänomene stigmatisierung mehrsprachigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Paula Fischer (Author), 2021, Vorurteile gegen mehrsprachige Menschen. Mythen, Phänomene und Stigmatisierung der Mehrsprachigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358239
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