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Pädosexuelle Täterstrategien im Internet

Title: Pädosexuelle Täterstrategien im Internet

Diploma Thesis , 2009 , 113 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christopher Sitter (Author)

Psychology - Personality Psychology
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Summary Excerpt Details

Ziel dieser Arbeit ist neben einer Untersuchung der aktuellen Nutzungsstrategien der neuen Medien durch Kinder im Alter von 10 bis 17 Jahren auch die Klärung von pädosexuellen Täterstrategien in der Wahrnehmung durch die (kindlichen) Opfer. Die Arbeit ist ein Beitrag zur viktimologischen Forschung und soll als Ausgangspunkt für weiter- und tiefergehende Forschung dienen. Informell wendet sie sich an die Strafverfolgungsorgane (Polizei und Staatsanwaltschaft) sowie an Personen der Opferschutzorganisationen.
Im einleitenden Teil wird zunächst die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen dargestellt. Im Anschluss daran wird die juristische, gesellschaftliche und sexual-wissenschaftliche Sichtweise auf die Pädosexualität dargestellt. Der letzte Abschnitt beschäftigt sich mit den Strategien pädosexueller Täter zur Realisierung ihrer sexuellen Interessen.
Im empirischen Teil soll anhand einer Fragebogenstudie die Mediennutzung von 10- bis 17-Jährigen und das daraus resultierende Gefahrenmoment dargestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Theoretischer Überblick

1.1 Mediennutzung und Gefahren für Kinder und Jugendliche

1.1.1 Nutzungsformen

1.1.2 Mediennutzung von Kindern

1.1.3 Mediennutzung von Jugendlichen

1.1.4 Gefahren neuer Medien

1.1.5 Internetsucht

1.2 Pädosexualität-Historie und Begriffsklärung

1.2.1 Historie

1.2.2 Begriffsklärung

1.2.3 Psychologische Merkmale Pädosexueller

1.3 Entstehungstheorien zur Pädosexualität

1.3.1 Störung der Impulskontrolle

1.3.2 Persönlichkeitsstörung

1.3.3 Erkenntnisse der Neuropsychologie

1.3.4 Integrative Verursachungstheorie zur Entstehung der paedophilia erotica

1.3.5 Psychoanalytische Theorie

1.3.6 Feministische Theorie

1.3.7 Lerntheorie

1.3.8 Vier-Stufen-Modell Finkelhors

1.3.9 Komorbidität

1.4 Gesetzeslage in der BRD

1.4.1 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

1.4.2 Pädosexuelle Straftaten im Internet

1.5 Statistiken zum sexuellen Missbrauch

1.5.1 Die Problematik des Dunkelfelds

1.5.2 Polizeiliche Kriminalstatistik

1.5.3 Studien zum sexuellen Kindesmissbrauch

1.6 Differenzierung von Tätertypen

1.6.1 Ausschließlicher vs. nicht-ausschließlicher Typ

1.6.2 trader, traveler, trader-traveler

1.6.3 Fixierter vs. regressiver Typ

1.7 Opfertypen

1.8 Folgen sexuellen Missbrauchs

1.9 Täterstrategien

1.9.1 Strategien jugendlicher Täter

1.9.2 Strategien erwachsener Täter

1.9.2.1 … im Internet

1.9.2.2 … außerhalb des Internets

2 Fragestellung und Hypothesen

3 Methode

3.1 Datenerhebung und Untersuchungsdurchführung

3.2 Beschreibung der Stichprobe

3.3 Material und Messinstrumente

3.4 Methoden der Datenauswertung

4 Ergebnisse

4.1 Hypothese 1: Mädchen und Jungen unterscheiden sich nicht in der Dauer der Chatnutzung

4.2 Hypothese 2: Mädchen machen mehr unangenehme Erfahrungen im Chat als Jungen

4.3 Hypothese 3: Mädchen bekommen mehr sexuelle Inhalte per Handy, E-Mail oder im Chat als Jungen

4.4 Hypothese 4: Je länger die tägliche Chatnutzung, desto mehr unangenehme Inhalte werden per Chat erhalten

4.5 Hypothese 5: Je länger die tägliche Chatnutzung, desto häufiger werden unangenehme Erfahrungen im Chat gemacht

4.6 Hypothese 6: Je länger die Jugendlichen ihre Chatbekanntschaft kennen, desto zufriedener sind sie vom ersten Treffen

5 Diskussion

5.1 Beachtenswertes zur Datengewinnung durch Fragebögen

5.2 Methodische Einschränkungen der vorliegenden Studie

5.2.1 Vorgehensweise bei der Datengewinnung

5.2.2 Anmerkungen zur Gestaltung des Fragebogens

5.2.3 Rücklaufquote

5.2.4 Anwendung nonparametrischer Testverfahren

5.3 Diskussion der Ergebnisse

5.3.1 Mädchen und Jungen unterscheiden sich nicht in der Dauer der Chatnutzung (Hypothese 1)

5.3.2 Mädchen machen mehr unangenehme Erfahrungen im Chat als Jungen (Hypothese 2)

5.3.3 Mädchen bekommen mehr sexuelle Inhalte per Handy, E-Mail oder im Chat als Jungen (Hypothese 3)

5.3.4 Je länger die tägliche Chatnutzung, desto mehr unangenehme Inhalte werden per Chat erhalten (Hypothese 4)

5.3.5 Je länger die tägliche Chatnutzung, desto häufiger werden unangenehme Erfahrungen im Chat gemacht (Hypothese 5)

5.3.6 Je länger die Jugendlichen ihre Chatbekanntschaft kennen, desto zufriedener sind sie vom ersten Treffen (Hypothese 6)

5.4 Zusammenfassende Beurteilung der Ergebnisse und Ausblick

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren sowie die damit verbundenen Gefahren durch pädosexuelle Täterstrategien im Internet. Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen Nutzungsverhalten und dem Erhalt unangenehmer Inhalte oder sexueller Belästigungen zu klären und daraus Präventionsansätze für verschiedene Akteure abzuleiten.

  • Mediennutzung und Internetverhalten von Kindern und Jugendlichen
  • Pädosexuelle Täterprofile und Kontaktanbahnungsstrategien (Grooming)
  • Empirische Analyse unangenehmer Erfahrungen und sexueller Belästigung im Chat
  • Zusammenhang zwischen Chatdauer und Viktimisierungsrisiko
  • Präventionsstrategien und Handlungsempfehlungen für den Jugendschutz

Auszug aus dem Buch

1.9.2.1 … im Internet

Über die Online-Strategien erwachsener Täter gibt es nur sehr wenige wissenschaftliche Arbeiten und Studien. Befinden sich die potentiellen Opfer nicht im direkten Umfeld des Täters, so eignet sich aus Tätersicht vor allem das Internet gut für die Kontaktaufnahme, da die natürliche Barriere zwischen Jung und Alt entfällt oder zumindest stark reduziert ist (Ohlmes, 2006). Aus der bereits erwähnten N-JOV-Studie (2007) geht hervor, dass nur 5 % der Täter vorgaben, jugendlich zu sein. 95 % gaben ihr Alter wahrheitsgemäß an, wenn sie mit Kindern und Heranwachsenden online kommunizierten. Auch über ihr sexuelles Interesse ließen nur wenige Pädosexuelle ihre potentiellen Opfer im Dunkeln (Wolak et al., 2008).

Pädosexuelle benutzen das Internet vermehrt, um in Kontakt mit Minderjährigen zu treten. Dabei verwenden sie diverse Kommunikationsmittel, wie E-Mail, Chat, Instant Messanger und soziale Netzwerkseiten. Vor allem Kinder und Jugendliche, die persönliche Informationen (z. B. Name, Alter, Name der Schule, Telefonnummer, Bilder) an Unbekannte weitergeben oder die mit Unbekannten über sexuelle Themen reden, gelangen ins Visier der Pädosexuellen. Durch diese Verhaltensweisen erregen sie das Interesse der Pädosexuellen und erleichtern ihnen den Grooming-Prozess (vgl. nächsten Abschnitt).

Die meisten Jugendlichen, die online einen Pädosexuellen kennen gelernt haben und sich mit ihm treffen, sind sich im Klaren, dass es zu sexuellen Handlungen kommen kann bzw. wird. Sie willigen ein, weil sie den Erwachsenen lieben oder zumindest eine tiefe Zuneigung für ihn verspüren. Deswegen ist es wenig verwunderlich, dass sich 73 % dieser Jugendlichen mehrmals mit dem Erwachsenen (zum Zwecke sexueller Handlungen) trafen. Dabei kann es vorkommen, dass die Pädosexuellen, deren primäres Interesse ein sexuelles ist, den Opfern Liebe vorspiegeln bzw. ihnen ihre wahre Liebe gestehen (Wolak et al., 2008).

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Zusammenfassung der zunehmenden Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen sowie die daraus resultierenden Gefahren im Kontext pädosexueller Täterstrategien.

1 Theoretischer Überblick: Umfassende Darstellung der Mediennutzung, Begriffsklärung der Pädosexualität, Entstehungstheorien, rechtliche Rahmenbedingungen, Statistiken zum Missbrauch und Täterstrategien.

2 Fragestellung und Hypothesen: Herleitung der Forschungsfragen und Hypothesen basierend auf Erkenntnissen der JIM- und KIM-Studien zum Nutzungsverhalten und zu Belästigungen im Internet.

3 Methode: Beschreibung der Fragebogenuntersuchung an einer niederbayerischen Realschule, der Stichprobendaten und der statistischen Auswertungsverfahren (nonparametrische Tests).

4 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Auswertungen der Hypothesen zu Nutzungsdauer, Häufigkeit unangenehmer Erfahrungen und Chatbekanntschaften.

5 Diskussion: Kritische Reflexion der Datengewinnungsmethode, methodische Limitationen, Interpretation der Ergebnisse im Vergleich mit anderen Studien und Ableitung von Präventionsmaßnahmen.

6 Zusammenfassung: Zentrale Schlussfolgerungen der Untersuchung bezüglich des Gefahrenpotenzials für Jugendliche im Internet und der Notwendigkeit medienpädagogischer Aufklärung.

Schlüsselwörter

Pädosexualität, Internet, Chatroom, Kinder- und Jugendschutz, Mediennutzung, Grooming, sexuelle Belästigung, Viktimisierung, Chat-Netiquette, Cyberbullying, Online-Strategien, Fragebogenstudie, präventive Maßnahmen, Missbrauch, Jugendliche.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahren moderne Medien wie Internet, Chat und Handy nutzen und welchen Gefahren durch pädosexuelle Täter sie dabei im digitalen Raum ausgesetzt sind.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Mediennutzung von Minderjährigen, den theoretischen Hintergründen zur Pädosexualität, dem Phänomen des "Groomings" (Anbahnung von Missbrauch) sowie der empirischen Auswertung negativer Erfahrungen im Chat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist die Untersuchung aktueller Nutzungsstrategien von Kindern und Jugendlichen sowie die Klärung pädosexueller Täterstrategien aus der Wahrnehmung der Opfer, um so Ansätze für die Prävention zu finden.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quantitative Fragebogenstudie unter 99 Kindern und Jugendlichen in einer bayerischen Realschule durchgeführt, deren Daten mittels nonparametrischer statistischer Verfahren (z.B. Mann-Whitney-U-Test, Korrelation nach Spearman) ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Überblick (Entstehungstheorien, Gesetzeslage, Statistiken, Tätertypen) sowie die empirische Untersuchung von Hypothesen zu Chatnutzung und sexueller Belästigung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pädosexualität, Grooming, Online-Viktimisierung, Medienkompetenz, Chaträume und Jugendmedienschutz.

Gibt es spezifische Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen bei Chat-Belästigungen?

Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen signifikant häufiger unangenehme Erfahrungen und sexuelle Belästigungen im Chat machen als Jungen, wobei Jungen jedoch häufiger Empfänger von pornografischen Dateien sind.

Wie gehen Täter bei der Anbahnung von Missbrauch ("Grooming") vor?

Täter nutzen Phasen wie den Vertrauensaufbau, die Isolation des Opfers und die Geheimhaltung, wobei sie Informationen über Vorlieben und Bedürfnisse der Kinder sammeln, um diese später für sexuelle Zwecke auszunutzen.

Warum konnte die Hypothese zum ersten Treffen statistisch nicht belegt werden?

Die Hypothese, dass längere Chatbekanntschaften zu weniger Enttäuschung beim ersten persönlichen Treffen führen, ließ sich statistisch nicht signifikant belegen, wobei eine Tendenz in die hypothesenkonforme Richtung erkennbar war.

Welche Empfehlungen gibt der Autor für die Prävention?

Empfohlen werden die Nutzung kindgerechter Chaträume mit moderaten Sicherheitsstandards (Alarm/Ignore-Buttons), eine bessere medienpädagogische Aufklärung von Kindern und Eltern sowie eine intensivere technische Schulung der Strafverfolgungsbehörden.

Excerpt out of 113 pages  - scroll top

Details

Title
Pädosexuelle Täterstrategien im Internet
College
University of Regensburg
Grade
2,0
Author
Christopher Sitter (Author)
Publication Year
2009
Pages
113
Catalog Number
V135828
ISBN (eBook)
9783640435784
ISBN (Book)
9783640435814
Language
German
Tags
Psychologie Kindesmissbrauch Medien Internet Prävention Pädophilie Pädosexualität Internetkriminalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christopher Sitter (Author), 2009, Pädosexuelle Täterstrategien im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135828
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