Der römische Limes

Beginn und weitere Entwicklung


Hausarbeit, 2009

12 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorgeschichte des Limes

2. Aufbau des Limes

3. Funktion und Weiterentwicklung

4. Aufbau der Gebäude am Limes

5. Bildverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Vorgeschichte des Limes

Julius Caesar eroberte zwischen 58 und 51 v. Chr. Gallien und „dehnte damit den römischen Machtbereich nach Norden bis zum Rhein aus“[1]. Erste Versuche, sich jenseits des Rheins festzusetzen, wurden unter Kaiser Augustus (28 v. Chr.-14 n. Chr.) gemacht[2]. Ab etwa 11 v. Chr. gab es immer wieder Feldzüge in germanisches Land, wobei die Römer bis zur Elbe vordrangen. Sie eroberten zwar nur sehr wenig Land, schlossen aber viele Verträge mit germanischen Stämmen. Diese Feldzüge setzten sich fort, bis 9. n. Chr. die verheerende Niederlage Roms im Teutoburger Wald folgte, bei der Rom bis zu 20 000 Soldaten eingebüßt haben soll[3]. Nach dieser Niederlage und weiteren verlustreichen Kämpfen unter dem Feldherren Germanicus wurden die Germanenfeldzüge 16. n. Chr. abgebrochen[4]. Die Legionstruppen wurden aus dem Alpenvorland abgezogen, wo nur Hilfstruppen verblieben, da aufgrund von Verträgen mit dem Stamm der Hermunduren keine akute Gefahr bestand.

Erst unter Kaiser Claudius (41-54 n. Chr.) wurden neben den Hilfstruppen am Rhein auch Auxiliartruppen an die Donau vorgezogen, wo sie Kastelle errichteten.

Die acht Legionen sowie einige Hilfstruppen, die bei Beendigung der Germanenfeldzüge am Rhein standen, waren in zwei Abteilungen gegliedert: eine obergermanische mit Kommandositz in Mainz und eine untergermanische mit Kommando in Köln. In Mainz wurde ein Brückenkopf gebildet um Angriffe germanischer Seite abzuwehren. Dieser wurde noch unter Claudius erweitert[5].

Unter den Kaisern Vespasian (69-79), Titus (79-81) und Domitian (81-96 n. Chr.) wurden Rhein und Donau erneut überschritten und neue Kastelle errichtet. Im den Jahren 83 und 84 wurde ein Krieg gegen die Chatten, die am Mittelrhein lebten, geführt. Diese verfolgten aufgrund ihrer starken zahlenmäßigen Unterlegenheit eine Taktik der militärischen Nadelstiche mit plötzlichen Überfällen gegen die Römer. Die Römer stärkten ihre Position, indem sie über etwa 180 Kilometer Länge Schneisen (limites) in den Wald schlugen[6]. Nach längeren Gefechten unterwarfen sich die Chatten und wurden Bündnispartner. Im Anschluss hieran gründete Domitian die Provinzen Germania inferior mit der Hauptstadt Köln und Germania superior mit der Hauptstadt Mainz[7].

Dies zog den Aufbau der Verwaltung nach sich und im Rahmen dessen besonders die klare Abgrenzung der Provinzgrenzen. Dies beschleunigte den Bau des obergermanischen Limes, um die Grenze nicht nur vertraglich, sondern auch militärisch zu sichern. Dieser erste Abschnitt hatte eine Länge von etwa 130 Kilometern[8].

2. Aufbau des Limes

Ab Ende der achtziger Jahre des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurden weitere Kastelle in der Nähe des östlichen Endes des Limes verlegt und weitere Limesstrecken abgesteckt. Dies hing zum einen mit dem Saturninusaufstand und zum anderen mit Kämpfen im Osten des römischen Imperiums zusammen. Der Saturninusaufstand 88/89 unter dem Provinzstatthalter Saturninus konnte schnell niedergeschlagen werden, aber die Kämpfe im Osten hatten einen großen Truppenabzug zur Folge was die Grenzen schwächte. Bis ins Jahr 100 wurde der Bau des Limes aus diesen Gründen weiter vorangetrieben, sodass der Limes zu dieser Zeit eine Gesamtlänge von knapp 300 Kilometern besaß[9] und es am niedergermanischen Limes 30 Lager und Kastelle gab[10].

Während der Regierungszeit Kaiser Trajans (98-117) wurden die Lücken in der obergermanischen Grenze durch den Limes oder durch Flussgrenzen geschlossen[11]. Auch an der Grenze der Provinz Raetien mit der Hauptstadt Augsburg wurde der Grenzschutz weiter ausgebaut, verlief hier allerdings langsamer, da die Grenze weniger bedroht war. Unter Trajans Nachfolger, Kaiser Hadrian (117-138), wurde der Limes durch eine Palisade als Annäherungshindernis gesichert.

Mitte des 2. Jahrhunderts, zu Beginn der Regierung von Antonius Pius (138-161), ergaben sich erhebliche Änderungen am Limes. Einige hölzerne Kastelle wurden durch steinerne ersetzt, während auch die Wachtürme am Limes durch steinerne ersetzt wurden. Es gab einen Feldzug außerhalb der Provinzgrenze, der sich erneut gegen die Chatten richtete. Der raetische Limes wurde nach Westen verlängert, sodass er bei Lorch an der Rems mit dem obergermanischen zusammentraf. Die Limeslinie zwischen Rhein und Donau war damit vollständig geschlossen[12].

Die gesamten Änderungen in der Limespolitik basierten auf Völkerbewegungen und damit einhergehenden Machtverschiebungen im germanischen Grenzgebiet. In den Sechziger Jahren des 2. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Bedrohungen der Grenze durch die Chatten, die allerdings abgewehrt werden konnten. Im Jahre 167 begann der achtjährige 1. Markomannenkrieg, der die Römer stark verunsichern sollte. Zwischen 178 und 180 folgte der 2. Markomannenkrieg. Die Markomannen verwüsteten Teile Raetiens, wobei größere Teile des Limes in Mitleidenschaft gezogen wurden. Auch die Provinzen Noricum und Pannonien wurden teilweise verwüstet, während die Markomannen zeitweise bis nach Oberitalien vorstießen[13].

Unter Commodus (180-192) wurden sowohl am obergermanischen als auch am raetischen Limes viele Militärgebäude repariert und verstärkt. Zu dieser Zeit könnten auch Wälle, Gräben und die raetische Mauer angelegt worden sein, um die Annäherung an den Limes weiter zu erschweren. Die Anlegung dieser Hindernisse ist allerdings noch nicht genau datiert, sodass sie auch erst später, Anfang des 3. Jahrhunderts, angelegt worden sein könnten. Der Limes besaß zu dieser Zeit eine Länge von etwa 500 Kilometern[14].

Unter Caracalla (211-217) gab es im Jahre 213 einen Feldzug gegen die Alamannen, die die Grenze massiv bedrohten. Dieser Krieg sicherte die raetische Grenze für die nächsten beiden Jahrzehnte, bevor ab 233 die Krise am Limes einsetzte, die mit dem Verlust des Limes endete.

3. Funktion und Weiterentwicklung

Der obergermanisch-raetische Limes war nie eine Anlage zur Verteidigung des römischen Reiches gegen Germanentruppen. Hierzu waren sowohl die Bauwerke zu schwach als auch die Besatzungszahl zu gering. Er sollte vielmehr dazu dienen, den Grenzverkehr an Limesdurchgängen aufgrund der Erhebung von Zöllen (5 % des Warenwerts) zu kontrollieren und größere Angriffe frühzeitig zu erkennen[15]. Zur Verteidigung gegen Invasionen wurden die nächstgelegenen Kastelle durch die Weitergabe von Rauchzeichen oder Hornsignalen informiert, die dann ausrückten[16]. Die wichtigste Aufgabe des Limes war das Aufhalten von kleineren, räuberischen Banden, die das romanisierte und wohlhabend gewordene Grenzgebiet ausrauben wollten. Nur so ist es zu erklären, dass der Limes so lange bestand und immer wieder ausgebessert und verstärkt wurde.

Die Organisation der Truppen am Limes hatte den Statthalter der Provinz als Oberbefehlshaber. Ihm waren alle Legionen und Auxiliartruppen unterstellt. Das Kommando über die einzelnen Limesabschnitte besaßen die Tribunen oder Präfekten der Alen (Reitertruppen) oder Kohorten. Die unterste Ebene besetzten Numeri (kleine Hilfstruppen).

In der baulichen Entwicklung des Limes lassen sich vier Phasen erkennen[17].

In der ersten Phase (ab 69 n. Chr.) wurde zuerst durch den dichten Wald eine Schneise geschlagen. Mitten durch diese Schneise verlief dann ein Posten- und Patrouillenweg. Weiterhin wurden in Sicht- und Hörweite (je nach landschaftlichen Bedingungen zwischen 200 und 1000 Metern) hölzerne Türme zur Grenzüberwachung angelegt. In dieser ersten Phase war die Grenze also offen und wurde nur durch die Besatzungen der Türme kontrolliert.

[...]


[1] Klee, Margot, Der Limes zwischen Rhein und Main. Vom Beginn des obergermanischen Limes bei Rheinbrohl bis zum Main bei Großkrotzenburg, Stuttgart 1989, S. 13

[2] Vgl. ebenda, S. 13

[3] Vgl. ebenda, S. 13

[4] Vgl. Bechert, Tilmann/Willems, Willem, Die römische Reichsgrenze. von der Mosel bis zur Nordseeküste, Stuttgart 1995, S. 24

[5] Vgl. ebenda, S. 13 f.

[6] Vgl. Klee, Limes Rhein Main, S. 15

[7] Vgl. ebenda, S. 16

[8] Siehe Abbildung 1 im Anhang

[9] Siehe Abbildung 2 im Anhang

[10] Vgl. Bechert, Tilmann/Willems, Willem, römische Reichsgrenze, S. 25

[11] Vgl. ebenda, S. 71

[12] Vgl. ebenda, S. 73

[13] Vgl. Bechert, Tilmann/Willems, Willem, römische Reichsgrenze, S. 74

[14] Siehe Abbildung 3 im Anhang

[15] Vgl. Fischer, Thomas, Die Römer in Deutschland, Stuttgart2 2001, S. 87

[16] Siehe Abbildung 5 im Anhang

[17] Siehe Abbildung 4 im Anhang

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Der römische Limes
Untertitel
Beginn und weitere Entwicklung
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
12
Katalognummer
V135831
ISBN (eBook)
9783640444700
ISBN (Buch)
9783640444762
Dateigröße
1729 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Limes, Beginn, Entwicklung
Arbeit zitieren
Fabian Hartl (Autor), 2009, Der römische Limes , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135831

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