Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bestandserfassung eines westfälischen Begriffsfeldes der Tierwelt (Fauna), mit Schwerpunkt auf den Begriffen der Ortsmundart von Oesdorf im Kontext der praktischen Umsetzung soziolinguistischer Forschungsmethoden. Es wurde der Frage nachgegangen, wie sich der derzeitige Bestand in seinem Heimatort Oesdorf, bezüglich der niederdeutschen Begriffe zur Tierwelt darstellt. Zudem sollen mit den erhobenen Daten, kombiniert mit den Daten aus anderen Quellen, mögliche Besonderheiten eines westfälischen Wortschatzes der Fauna herausgearbeitet werden.
Inhalt
1. Einleitung
2. Vorgehensweise während der Studie
2.1 Allgemeiner Ablauf
2.1.1 Die Datenbeschaffung im Vorfeld der Tabellenerfassung
2.1.2 Die Datenzusammenfassung und –sichtung in der gegenüberstellenden Datentabelle
2.2 Zur Arbeit mit einigen der gewählten Quellen
2.2.1 Möller, Erwin: Segg et up Platt
2.2.2 Wortmann, Felix et al.: Westfälisches Wörterbuch
2.2.3 Mundartarchiv Sauerland: Op Platt – Texte aus den Kreisen Hochsauerland und Olpe
2.2.4 Bertels, Ambrosius: Säo kui-ert man in Stoanhiusen
2.2.5 Wippermann, Ferdinand: Heime, leiwe Heime!
2.2.6 Der Wenkerbogen der Gemeinde Oesdorf und die Wortatlanten
3. Analyse der Daten
3.1 Bedeutungserweiterungen
3.2 Bedeutungsverengungen
3.3 Bedeutungsübertragung auf Tierbegriffe aufgrund metaphorischer Wortsemantik
3.4 Metonymische Bezeichnungen
3.4.1 Bezeichnungen aufgrund des Verhaltens der Tiere
3.4.2 Bezeichnungen aufgrund des Lebensraumes der Tiere oder eines Ortsbezuges
3.4.3 Bezeichnungen aufgrund der Nahrungsgewohnheiten der Tiere
3.4.4 Bezeichnungen aufgrund des Aussehens oder einer bestimmten Eigenschaft der Tiere
3.5 Bedeutungsverschlechterungen
3.6 Umschreibungen
3.7 Einzeln stehende, nicht untersuchte Begriffe
4. Grammatikalischer Exkurs
4.1 Diphtongwechsel bei den Oesdorfer Begriffen
4.2 Häufung von Verkleinerungen als feste Wortbestandteile in der westfälischen Fauna
5. Abschließende Betrachtung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel der Arbeit ist die aktive Forschung und Bestandserfassung niederdeutscher Begriffe aus der Tierwelt im Heimatort Oesdorf, um diese im Kontext westfälischer Dialekte und soziolinguistischer Forschungsmethoden zu analysieren und einzuordnen.
- Dokumentation und tabellarische Aufbereitung niederdeutscher Tierbegriffe
- Anwendung soziolinguistischer Forschungsmethoden zur Datenerhebung
- Analyse semantischer Prozesse wie Bedeutungserweiterung und -verengung
- Untersuchung metaphorischer und metonymischer Wortbildungen
- Morphologische Betrachtung von Diminutivbildungen im westfälischen Dialekt
Auszug aus dem Buch
3.1 Bedeutungserweiterungen
Bei Bedeutungserweiterungen ändert sich das Verhältnis zwischen alter und neuer Bedeutung eines Begriffes darin, dass der Begriff generalisierend verwendet wird, also eine allgemeinere Anwendung findet.
Die Blattlaus wird im Ravensberger Land als „Lömmel“ angesehen. Nimmt man Lömmel als Variante von Lümmel, so erfährt der Begriff Lümmel, mit dem ein unartiges Kind bezeichnet wird, eine Bedeutungserweiterung und schließt in dieser Region auch die Blattlaus mit ein.
Im Ravensberger Land ist die Eidechse als „Steiertuissen“ bekannt. Da sie als Reptil dem Amphibium „Kröte“ ähnlich sieht, die keinen Schwanz besitzt, wurde in der Region kurzum die dortige Krötenbezeichnung „Uisse“ in Ihrer Bedeutung in Form eines Kompositums mit dem Begriff „Steiert“, der das Wort für „Schwanz“ ist, auf die Eidechse erweitert. Die Eidechse ist dort also eine „Schwanzkröte“. Der Begriff hat zudem gleichzeitig umschreibenden Charakter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Motivation zur aktiven Forschung über niederdeutsche Tierbegriffe im Heimatort Oesdorf auf Basis erlernter sozialwissenschaftlicher Methoden.
2. Vorgehensweise während der Studie: In diesem Kapitel wird der Aufbau der Datenerhebung, der Auswahlprozess der Quellen sowie die methodische Erstellung und Optimierung der Datentabelle erläutert.
3. Analyse der Daten: Hier erfolgt die detaillierte fachsprachliche Untersuchung der gewonnenen Tierbegriffe hinsichtlich ihrer semantischen und morphologischen Eigenschaften.
4. Grammatikalischer Exkurs: Dieser Abschnitt widmet sich speziellen grammatikalischen Phänomenen, wie dem Diphtongwechsel im Oesdorfer Platt sowie der Häufung von Diminutivformen.
5. Abschließende Betrachtung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Zukunft der untersuchten Dialektbegriffe im Hinblick auf ihre Aussterbensgefahr oder mögliche Integration in den Sprachgebrauch.
Schlüsselwörter
Soziolinguistik, Niederdeutsch, Oesdorf, Tierbegriffe, Bedeutungserweiterung, Bedeutungsverengung, Metaphorik, Metonymie, Wortschatz, Fauna, Dialektologie, Sprachwissenschaft, Datenerhebung, Wortbildung, Diminutive
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Bestandserfassung von niederdeutschen Tierbegriffen im westfälischen Raum, speziell am Beispiel des Ortes Oesdorf.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der qualitativen und quantitativen Analyse von Dialektbegriffen, der Untersuchung von Wortbedeutungsprozessen und der morphologischen Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den aktuellen Bestand niederdeutscher Tierbegriffe in Oesdorf zu dokumentieren und dabei Besonderheiten des westfälischen Wortschatzes in Bezug auf Bedeutungsvariation zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung basiert auf der Erfassung von Primärdaten mittels Interviews, deren Aufbereitung in einer vergleichenden MS-Word-Datentabelle sowie der Analyse der Begriffe anhand fachwissenschaftlicher Kriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Begriffe in Kategorien wie Bedeutungserweiterung, -verengung, metaphorische Übertragungen und metonymische Bezeichnungsmuster unterteilt und analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Soziolinguistik, Dialektologie, westfälisches Platt, Semantik und Wortbildungsprozesse.
Wie geht der Autor mit dem „Beobachterparadoxon“ um?
Der Autor entscheidet sich aufgrund der spezifischen Rahmenbedingungen (Datenaufnahmen mit Familienmitgliedern) dazu, das Konzept des Beobachterparadoxons nach Schlobinski in dieser Studie nicht explizit zu berücksichtigen.
Warum spielt die Tabellenerstellung eine so zentrale Rolle?
Da die Daten vorwiegend aus Einzelbegriffen bestehen, ermöglicht die tabellarische Aufbereitung den direkten Vergleich verschiedener Quellen und Dialektvarianten zur qualitativen Analyse.
- Quote paper
- Christian Johannes von Rüden (Author), 2011, Westfälischer (niederdeutscher) Wortschatz der Fauna im Gebiet Oesdorf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358311