Im Zeitraum vom 01.10.2022 bis zum 17.02.2023 habe ich mein Praktikum bei der P. gGmbH in Lichtenberg gemacht. Der Schwerpunkt des Praktikumsberichtes liegt für mich vor allem auf der Fragestellung: "Kann ich mir in Zukunft eine Arbeit in diesem Berufsfeld vorstellen?"
Im vorliegenden Bericht werde ich erst einmal das genaue Handlungsfeld der Einrichtung vorstellen, um einen besseren Überblick über bestimmte Strukturen und Rahmenbedingungen zu schaffen. Meine Arbeit in der Kontakt- und Beratungsstelle war sehr vielseitig und einige Aufgaben und Schwerpunkte, welche mir im Laufe des Praktikums begegneten, möchte ich im Anschluss näher beleuchten. Zu einer meiner Aufgaben gehörte die Krisenintervention, auf welche ich theoriebezogen in der vorliegenden Arbeit genauer eingehe. Die nächsten großen Teile des Praktikumsberichtes bilden die Auswertung des Praktikums, auf der Grundlage des Ausbildungsplans und die Reflexion der gesammelten Erfahrungen. Im Fazit am Ende klärt sich dann die Frage: "Ist dies für mich eine Arbeit für die Zukunft?" und wenn nicht: "Würde ich mein Praktikum trotzdem anderen Studierenden der Sozialen Arbeit weiterempfehlen?"
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Darstellung der Praktikumsstelle
2.1 Arbeitsauftrag und Betrachtung der gesellschaftlichen Aufgabe
2.2 Zielgruppe und Ziele
2.3 Organisatorische Rahmenbedingungen und Finanzierung
2.4 Mitarbeitende und Qualifikation
3. Schwerpunkte, Aufgaben und Methoden im Praktikum
4. Auswertung des Praktikums
4.1 Welche Ziele wurden erreicht und welche konnten aus welchen Gründe nicht erreicht werden?
4.2 Was waren Herausforderungen und wie bin ich mit diesen umgegangen? Welche Erlebnisse haben mich besonders beeindruckt?
4.3 Welche typischen Ambivalenzen Sozialer Arbeit konnte ich während des Praktikums erleben?
4.4 Wie war die Interaktion und Zusammenarbeit mit Kolleg*innen, der Anleiterin und den Adressat*innen?
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dient als Reflexion des absolvierten Praktikums in einer psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle. Der Fokus liegt dabei auf der theoretischen Einbettung erlebter Kriseninterventionen, der Analyse der professionellen Beziehungsgestaltung zwischen Nähe und Distanz sowie der persönlichen Auseinandersetzung mit den Aufgaben im Berufsfeld der Sozialen Arbeit.
- Praktische Arbeit in einer psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle
- Methodische Reflexion der Krisenintervention nach Schnyder
- Auseinandersetzung mit dem Spannungsfeld Nähe und Distanz
- Analyse von Teamstrukturen und interdisziplinärer Zusammenarbeit
- Evaluation der persönlichen Eignung für das Berufsfeld
Auszug aus dem Buch
4.3 Welche typischen Ambivalenzen Sozialer Arbeit konnte ich während des Praktikums erleben?
Während des Praktikums habe ich immer wieder typische Ambivalenzen Sozialer Arbeit erlebt. Sehr intensiv habe ich mich mit dem Thema ,,Nähe und Distanz“ auseinander setzen müssen. In einen Fall der Kindeswohlgefährdung, in welchem eine Oma ihren Enkel mit in die Einrichtung brachte und der Enkel so fokussiert auf mich war, dass er mir nicht mehr von der Seite wich, baute sich so schnell Nähe auf, dass ich gezwungen war, gewisse Distanz wieder herzustellen. Da gerade in der Sozialen Arbeit häufig mit Menschen mit einer verletzten Intimitätsphäre gearbeitet wird, ist die Fähigkeit zu Nähe und Distanz, zu Bindung und achtsamer Abgrenzung, sowie zu reflexiver Rationalität von großer Bedeutung. (vgl. Dörr 2017, S.202-204) Hilfreich waren für mich zunächst die vom Arbeitgeber klaren, festgelegten Regeln, wie beispielsweise das Siezen, der Verbot seine eigene Handynummer herauszugeben und klare Arbeitszeiten, um Distanz zu halten. Die Nähe erfolgt im Beziehungsaufbau. Ohne Vertrauen kann Soziale Arbeit nicht funktionieren. Nähe und Distanz sind hier zunächst nicht als Gegensatzpaar zu begreife. Nähe alleine führt zu Enge und Beschränkung und Distanz zu Gleichgültigkeit. ,,Erst eine angemessene Fähigkeit zu den eigenen Gefühlen in Kontakt zu bleiben und dennoch auf Distanz gehen zu können ermöglicht professionelles handeln“(vgl. Dörr 2017, S.204). P. ist ein gesicherter Ort der Verständigung, an dem Machtstrukturen aufgelöst und Gefühle besprochen werden können. Was mir zu dem im Laufe des Praktikums bewusst geworden ist: Nähe und Distanz betrifft nicht nur mich und das Klientel, sondern auch mich und das Team, mich und Angehörige oder Vorgesetzte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Praktikumsortes, der Motivation für die Standortwahl und der leitenden Fragestellung zur beruflichen Eignung.
2. Darstellung der Praktikumsstelle: Detaildarstellung des psychosozialen Beratungsangebots, der Zielgruppen, Rahmenbedingungen und der Teamstruktur.
3. Schwerpunkte, Aufgaben und Methoden im Praktikum: Beschreibung der praktischen Tätigkeiten, insbesondere der Gruppenaktivitäten und der Anwendung von Kriseninterventionsmethoden.
4. Auswertung des Praktikums: Reflektierte Analyse der erreichten Ziele, bewältigter Herausforderungen, erlebter Ambivalenzen und der Zusammenarbeit im Team.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Praktikums, Erkenntnisgewinn bezüglich der eigenen beruflichen Präferenzen und Beantwortung der Ausgangsfrage.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Praktikumsbericht, Kontakt- und Beratungsstelle, Krisenintervention, Psychosoziale Unterstützung, Nähe und Distanz, Beziehungsgestaltung, Reflexion, Teamarbeit, Niedrigschwelligkeit, Psychische Beeinträchtigung, Professionelles Handeln, Supervision, Angebotsstruktur, Berufsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Praktikumsbericht grundsätzlich?
Der Bericht dient der Dokumentation und wissenschaftlichen Reflexion eines studienbegleitenden Praktikums in einer psychosozialen Einrichtung für psychisch beeinträchtigte Menschen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Zentrale Themen sind die Arbeit in einer Kontakt- und Beratungsstelle, die Anwendung von Krisenintervention, das Spannungsfeld von Nähe und Distanz in der professionellen Beziehung sowie die Teamdynamik.
Was ist das primäre Ziel des Berichts?
Das Hauptziel ist die Reflexion der pädagogischen Praxis und die Klärung der persönlichen Eignung für das gewählte Berufsfeld der Sozialen Arbeit.
Welche methodischen Ansätze werden zur Krisenintervention beschrieben?
Der Autor orientiert sich methodisch am Kriseninterventionsplan von Ulrich Schnyder, strukturiert in Beziehungsaufbau, Problemanalyse, Zieldefinition und Problemlösung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der strukturellen Beschreibung der Einrichtung, der praktischen Unterstützung im Alltag der Nutzer*innen und der Reflexion kritischer Praxissituationen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie psychosoziale Beratung, Klientelorientierung, professionelle Abgrenzung und Reflexionsfähigkeit geprägt.
Warum spielt das Thema "Nähe und Distanz" so eine große Rolle?
Da in der Arbeit mit Menschen, die psychische Beeinträchtigungen haben, oft keine klaren Grenzen existieren, ist die professionelle Regulation von Nähe essenziell, um Überforderung und Abhängigkeit zu vermeiden.
Welches Fazit zieht der Autor bezüglich seiner beruflichen Zukunft?
Der Autor entscheidet sich gegen eine langfristige Tätigkeit in diesem spezifischen Bereich der Erwachsenenhilfe, da er eine stärkere persönliche Präferenz für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ausgemacht hat.
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- Anonym (Author), 2023, Kann ich mir eine Zukunft in der Sozialen Arbeit vorstellen? Praktikumsbericht einer psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358408