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Cleavage Theorie. Lassen sich die vier historischen Konfliktdimensionen nach Lipset und Rokkan im gegenwärtigen belgischen und schweizerischen Parteiensystem wiederfinden?

Title: Cleavage Theorie. Lassen sich die vier historischen Konfliktdimensionen nach Lipset und Rokkan im gegenwärtigen belgischen und schweizerischen Parteiensystem wiederfinden?

Term Paper (Advanced seminar) , 2020 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katarina Resch (Author)

Politics - History of Political Systems
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In dieser Hausarbeit wird die Cleavage Theorie nach Seymour Martin Lipset und Stein Rokkan untersucht.

Die Cleavage Theorie ist der wichtigste Theorieansatz zur Erklärung der Herausbildung und Etablierung nationaler Parteiensysteme in Europa. Nach Erläuterung der Grundidee und der vier historischen Cleavages wird die Fragestellung geklärt, ob sich die vier historischen Konfliktdimensionen nach Lipset und Rokkan im gegenwärtigen belgischen sowie schweizerischen Parteiensystem wiederfinden lassen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Vorgehensweise

2. Der Cleavage-Ansatz nach Lipset und Rokkan

2.1 Grundidee und Definition

2.2 Die vier historischen Cleavages

2.3. Die Umsetzung der Cleavages in ein Parteiensystem

3. Cleavages in Belgien und der Schweiz

3.1. Belgien

3.2. Schweiz

4. Neue Cleavages: Ingleharts Postmaterialismusthese

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht auf Basis des soziologischen Cleavage-Ansatzes von Lipset und Rokkan, inwiefern die vier identifizierten historischen Konfliktdimensionen die Parteiensysteme Belgiens und der Schweiz geprägt haben und ob diese sowie neuere postmaterialistische Wertekonflikte nach Inglehart gegenwärtig noch von Bedeutung sind.

  • Historische Analyse des Cleavage-Ansatzes nach Lipset und Rokkan
  • Vergleichende Untersuchung der Parteiensysteme in Belgien und der Schweiz
  • Rolle des Zentrums-Peripherie-Konflikts und des Sprachenkonflikts
  • Einfluss der Postmaterialismusthese auf heutige Parteien

Auszug aus dem Buch

2.1 Grundidee und Definition

Der von Lipset und Rokkan (1967) formulierte soziologische Ansatz geht davon aus, dass sich die Strukturen gegenwärtiger westeuropäischer Parteiensysteme auf die Differenzen und sozialen Spannungen innerhalb einer Gesellschaft zurückführen lassen. Die Grundannahme dieses Ansatzes besteht darin, dass in der Vergangenheit bestimmte gesellschaftliche Gruppen voneinander abweichende Präferenzen beziehungsweise Interessen entwickelten, die wiederum in Konflikte resultierten. Verstärkt wurden diese sozialen Konflikte durch die Einführung des allgemeinen Wahlrechts im 20. Jahrhundert, was zu starken und langfristigen Bindungen zwischen bestimmten sozialen Gruppierungen und den jeweiligen Repräsentanten einer Partei führte. Nach Pappi repräsentiert eine Cleavage (englisch für Spaltung) eine [...] Konfliktlinie, die die Befürworter und Gegner bei einer politischen Entscheidung trennt. Man geht dabei von der Vorstellung aus, dass es nicht einfach zwei Gruppen von Befürwortern und Gegner gibt, sondern eine mehr oder weniger kontinuierliche Anordnung der Abstimmenden oder Wähler auf einer Policy-Dimension [...], auf der auch die Abstimmungsgegenstände oder Parteien angeordnet werden können (Pappi, 2010: 29).

Demzufolge liegen dauerhafte Konfliktlinien beziehungsweise Cleavages vor, wenn die inhaltliche Dimension ausschlaggebend für die Wahl einer Partei ist und die Wähler somit kontinuierlich immer wieder in die gleichen Gruppierungen von Gegnern und Befürwortern spaltet (vgl. ebd.). Bartolini und Mair dagegen weisen einer Cleavage drei Charakteristika zu. Zum einen muss eine sozio-kulturelle Eigenschaft erfüllt sein, indem sich eine gesellschaftliche Gruppierung aufgrund bestimmter Werte und Überzeugungen definiert und sich damit von anderen Bevölkerungsgruppen abspaltet (vgl. Bartolini/Mair, 1990: 216ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Vorgehensweise: Dieses Kapitel führt in die Unterschiede der Parteiensysteme Belgiens und der Schweiz ein und stellt die forschungsleitende Frage nach der Relevanz des Cleavage-Ansatzes.

2. Der Cleavage-Ansatz nach Lipset und Rokkan: Es werden die theoretischen Grundlagen des soziologischen Konzepts erläutert, insbesondere die Definition von Cleavages, die historischen Konfliktdimensionen und die Institutionalisierung in Parteiensystemen.

3. Cleavages in Belgien und der Schweiz: Dieser empirische Teil analysiert die historische Entwicklung der Parteienlandschaften in beiden Staaten unter Anwendung der theoretischen Konfliktlinien.

4. Neue Cleavages: Ingleharts Postmaterialismusthese: Hier wird der Werteumbruch in westlichen Gesellschaften beleuchtet und der Einfluss auf die Entstehung neuer politischer Bewegungen und Parteien diskutiert.

5. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, inwieweit die klassischen Konfliktlinien durch neue Phänomene ergänzt oder abgelöst wurden.

Schlüsselwörter

Cleavage-Ansatz, Lipset und Rokkan, Parteiensystem, Belgien, Schweiz, Zentrum-Peripherie-Konflikt, Konkordanzdemokratie, Postmaterialismusthese, Ronald Inglehart, Sprachenkonflikt, Kirche-Staat-Konflikt, politische Partizipation, Strukturwandel, soziale Gruppen, Wahlsystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Entstehung und Entwicklung der Parteiensysteme in Belgien und der Schweiz anhand der klassischen Theorie von Lipset und Rokkan.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Mittelpunkt stehen die historischen Konfliktlinien, die gesellschaftliche Spaltung, nationale Parteikooperationen und der Einfluss moderner Wertewandlungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob sich die vier historisch bedeutsamen Konfliktdimensionen nach Lipset und Rokkan gegenwärtig noch in den Parteiensystemen Belgiens und der Schweiz nachweisen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Politikfeldanalyse, die auf Literaturrecherche und der Anwendung bestehender politikwissenschaftlicher Theorien basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Herleitung der Cleavage-Theorie und eine darauf folgende empirische Fallanalyse der beiden Länder.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Cleavage-Theorie, nationalstaatliche Entwicklung, soziokulturelle Spannungen sowie die Transformation von Parteien seit dem 20. Jahrhundert.

Warum spielt der Sprachkonflikt in Belgien eine so zentrale Rolle?

Der Konflikt zwischen frankophonen Wallonen und flämischen Landesteilen prägte laut Analyse die nationale Identitätsbildung und die Parteienfragmentierung seit der Staatsgründung.

Welche Rolle spielt die Konkordanzdemokratie für das Schweizer Parteiensystem?

Die Konkordanzdemokratie fungierte als Integrationsmechanismus, der half, historische Konflikte durch Kompromiss und Miteinbeziehung politischer Kräfte zu entschärfen.

Wie bewertet der Autor die Thesen von Ronald Inglehart?

Die Arbeit bestätigt die Relevanz der Postmaterialismusthese, da grüne Parteien in beiden untersuchten Ländern erfolgreich postmaterialistische Werte in das Parteienspektrum integriert haben.

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Details

Title
Cleavage Theorie. Lassen sich die vier historischen Konfliktdimensionen nach Lipset und Rokkan im gegenwärtigen belgischen und schweizerischen Parteiensystem wiederfinden?
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Katarina Resch (Author)
Publication Year
2020
Pages
25
Catalog Number
V1358511
ISBN (PDF)
9783346874610
ISBN (Book)
9783346874627
Language
German
Tags
Cleavage Theorie nach Lipset und Rokkan Sprachen- und Nationenkonflikt Entwicklung des Parteiensystems in Belgien und der Schweiz neue Cleavages
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katarina Resch (Author), 2020, Cleavage Theorie. Lassen sich die vier historischen Konfliktdimensionen nach Lipset und Rokkan im gegenwärtigen belgischen und schweizerischen Parteiensystem wiederfinden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358511
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