Diese Hausarbeit behandelt das Thema "Schulangst und Schulabsentismus" und beschäftigt sich mit den Herausforderungen, die für die Schule, die Eltern und bei den Kindern assoziiert werden.
Im Rahmen eines Praktikums beim schulpsychologischen Dienst wurde die Relevanz des Phänomens des Schulabsentismus als Problem deutlich. Die Gründe für Schulabsentismus sind multifaktoriell. Das Elternhaus als auch die Schule können Auslöser sein. In diesem komplexen Zusammenspiel liegen die Herausforderungen für die Interessengruppen, um mit einem Maßnahmenplan Verhaltensänderungen zu bewirken. Daraus ergeben sich folgende Forschungsfragen: Wie können notwendige Verhaltensänderungen bestimmt werden? Welche Herausforderungen ergeben sich für die Interessengruppen hinsichtlich der Umsetzung eines Maßnahmenplans?
Die Beantwortung erfolgt basierend auf einem im Praktikum erlebten Fallbeispiels. Die vorliegende angstbedingte Schulverweigerung wird anhand des S-O-R-K-C Modells nach Kanfer und Saslow aufgezeigt. Dabei werden auslösende und aufrechterhaltende Faktoren betrachtet. Für das Ziel der Reduzierung der Absentismusquote an Schulen ist ein koordiniertes Vorgehen der Interessengruppen erforderlich sowie ein abgestimmter Maßnahmenplan, um die Verhaltensänderungen aller Beteiligten zu erreichen. Die zur Hilfenahme von multiprofessionellen Teams ist erforderlich.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Formen von Schulabsentismus
2.1 Schulschwänzen
2.2 Angstbedingtes Meidungsverhalten
2.3 Zurückhalten
3 Erscheinungsformen von Angst im schulischen Bereich
3.1 Trennungsangst
3.2 Mobbing/Gewalt
3.3 Lehrerangst
3.4 Versagensangst
3.5 Soziale Angst
4 Das SORKC-Modell nach Kanfer und Saslow
4.1 Erklärung des SORKC-Modells
4.2 Mikroanalyse von Verhalten anhand des SORKC-Modells
5 Auslösende und aufrechterhaltende Parameter der Schulvermeidung anhand eines konkreten Fallbeispiels
5.1 Darstellung des Fallbeispiels
5.2 Hauptschwierigkeiten und Bedingungsanalyse
6 Die Herausforderungen
6.1 Die besondere Herausforderung für Eltern
6.2 Die besondere Herausforderung für Lehrer und Schule
6.3 Die besondere Herausforderung für den Schüler selbst
7 Interventionsmaßnahmen
7.1 Maßnahmen der Schule
7.2 Maßnahmen der Eltern
7.3 Rechtliche Maßnahmen
7.4 Maßnahmen außerschulischer Dienste
8 Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert das Phänomen des Schulabsentismus und die damit verbundenen psychischen Ängste von Schülern, um ein besseres Verständnis für die multifaktoriellen Ursachen zu schaffen und effektive, multiprofessionelle Interventionsstrategien für die beteiligten Akteure Schule, Eltern und Kinder abzuleiten.
- Psychologische Grundlagen von Schulangst und Schulabsentismus
- Analyse des SORKC-Modells zur Verhaltensmodellierung
- Falldarstellung eines angstbedingten Schulabsentismus
- Herausforderungen für Eltern, Lehrer und Schüler
- Interventionsmöglichkeiten und rechtliche Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
2.1 Schulschwänzen
Um die Herausforderungen für die Schule, Eltern und Kinder zu verdeutlichen, wird hier zunächst auf die drei Formen von Schulversäumnissen und ihre Ausprägungen eingegangen, um die Struktur des Problems besser verständlich zu machen. Beim Schulschwänzen sind die Versäumnisse nicht entschuldigt oder es handelt sich um vorgetäuschte Entschuldigungen. Die Eltern oder Sorgeberechtigte wissen häufig nichts vom Fehlen ihres Kindes in der Schule. Der Aufenthaltsort des abwesenden Kindes während der Schulzeit ist häufig außerhalb des häuslichen Bereichs. Die schwänzenden Schüler halten sich gerne an Orten auf, die ihnen attraktiver erscheinen, wie z.B. Cafés oder Kaufhäuser. An diesen Orten verabreden sich die Schüler untereinander oder sie verbringen Ihre Zeit vor dem Fernseher oder Computer zu Hause mit ihrer Clique.
Bei den Schülern, die die Schule schwänzen, zeigt sich häufig eine sehr gering ausgeprägte Motivation zu lernen sowie eine geringe Leistungsbereitschaft. Als Begleiterscheinungen können sich Schulaversion, Schulversagen, Disziplinprobleme, Drogenmissbrauch sowie aggressive Verhaltensmuster entwickeln. Innerhalb der Familie liegt ein Mangel an Aufsicht vor, niemand zu Hause bemerkt das Schwänzen des Kindes und es mangelt an frühzeitiger Unterstützung durch die Eltern (Ricking & Albers, 2019, S. 13–16). In der Krefelder Studie von Ricking und Dunkake (Ricking et al., 2021a, S. 97–98) werden Risikofaktoren aufgeführt, wie unzureichende schulische Leistungen, ein als ein vom Schüler wahrgenommener streng und gleichgültiger Führungsstil des Klassenlehrers, wie auch eine übermäßige Kritik und Ablehnung durch die Eltern bis hin zur Gewalteinwirkung im familiären Umfeld. Die Schüler fühlen sich nicht wohl in der Schule und sind gefährdet auf Abwege zu kommen. Das Lernen macht ihnen keinen Spaß und mit der Zeit suchen sie sich einen anderen Zeitvertreib. Die Stellung der Schule und die Wichtigkeit des Lernens rückt in den Hintergrund, bis beides bedeutungslos wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Schulabsentismus ein, erläutert die Relevanz der Untersuchung basierend auf praktischen Erfahrungen und definiert den Fokus der Arbeit.
2 Formen von Schulabsentismus: Dieses Kapitel differenziert die verschiedenen Erscheinungsformen des Schulabsentismus, namentlich Schulschwänzen, angstbedingtes Meidungsverhalten und Zurückhalten.
3 Erscheinungsformen von Angst im schulischen Bereich: Hier werden verschiedene angstinduzierte Ursachen wie Trennungsangst, Mobbing, Lehrerangst, Versagensangst und soziale Ängste expliziert, die zum Schulfernbleiben führen können.
4 Das SORKC-Modell nach Kanfer und Saslow: Dieses Kapitel erläutert das SORKC-Modell als wissenschaftlichen Rahmen zur Analyse von Verhalten im Hinblick auf Stimulus, Organismus, Reaktion, Konsequenz und Kontingenz.
5 Auslösende und aufrechterhaltende Parameter der Schulvermeidung anhand eines konkreten Fallbeispiels: Anhand einer konkreten Fallstudie wird die Anwendung des SORKC-Modells illustriert, um die Entstehungsfaktoren und aufrechterhaltenden Bedingungen des Absentismus aufzuzeigen.
6 Die Herausforderungen: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Belastungen und Herausforderungen, die für Eltern, Lehrkräfte sowie für die betroffenen Schüler selbst im Kontext von Schulabsentismus entstehen.
7 Interventionsmaßnahmen: Hier werden praktische Handlungsansätze und präventive Strategien für Schule, Eltern sowie außerschulische Dienste präsentiert, um betroffene Schüler wieder in den Schulbetrieb einzugliedern.
8 Fazit und Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Reflexion über die Komplexität des Phänomens und die Notwendigkeit eines koordinierten, multiprofessionellen Vorgehens.
Schlüsselwörter
Schulabsentismus, Schulangst, Schulschwänzen, Zurückhalten, SORKC-Modell, Angststörung, Mobbing, Erziehung, Intervention, Prävention, Schulschwierigkeiten, Sozialpädagogik, Schüler, Elternarbeit, Schulvermeidung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Thema Schulabsentismus als eine vielschichtige Herausforderung, die aus verschiedenen Ängsten im Umfeld von Schule resultiert.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Formen des Schulabsentismus, die psychologischen Hintergründe von Schulangst, die Analyse von Fallbeispielen mittels des SORKC-Modells sowie Möglichkeiten der Intervention.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, die Herausforderungen für die beteiligten Interessengruppen zu identifizieren sowie Lösungswege aufzuzeigen, um Schüler frühzeitig zu unterstützen und eine Rückkehr in den Schulunterricht zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu den Themen Angststörungen und Intervention sowie das SORKC-Modell zur Verhaltensanalyse anhand eines konkreten, in einem Praktikum erlebten Fallbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über Schulabsentismus und Angststörungen, eine mikroanalytische Fallstudie mittels des SORKC-Modells sowie eine ausführliche Darstellung der Anforderungen an Akteure wie Eltern und Lehrkräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Schulabsentismus, Schulangst, das SORKC-Modell, Interventionsmaßnahmen sowie die Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern und Schülern.
Wie unterscheidet sich "Schulschwänzen" von "Angstbedingtem Meidungsverhalten"?
Beim Schulschwänzen ist das Fehlen in der Regel nicht entschuldigt, und die Schüler halten sich an anderen Orten auf. Beim angstbedingten Meidungsverhalten bleiben die Schüler meist zu Hause, oft aufgrund einer bekannten psychischen Problematik oder Leistungsangst.
Warum ist das SORKC-Modell für das Verständnis relevant?
Es dient dazu, das Verhalten auf der Mikroebene zu analysieren, indem auslösende Reize (S), organismische Bedingungen (O), die individuelle Reaktion (R), die Konsequenzen (C) und die Kontingenz (K) betrachtet werden, um Teufelskreise der Verstärkung zu identifizieren.
- Quote paper
- Andrea Windau (Author), 2023, Schulangst und Schulabsentismus. Eine Herausforderung für Schule, Eltern und Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358581