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Chancen der Christologie von heute

Title: Chancen der Christologie von heute

Term Paper , 2023 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit sollen die Grundlinien der Rahnerschen Christologie systematisch verfolgt werden, um Lösungsansätze und Antworten auf die Frage zu finden, wie und warum die Zwei-Naturen-Lehre des christologischen Dogmas, wenn sie richtig verstanden wird, zu einer Lösung von Missverständnissen und Spannungen, auch im schulischen Kontext, beitragen kann.

Zudem sollen Anreize und Perturbationen erkannt werden, die zeigen, dass die Christologie nicht „am Ende“ ist und es zahlreiche Ansatzpunkte für sinnstiftende und anregende Lernsituationen gibt, die einen Beitrag dazu leisten können, dass Christologie für die SchülerInnen konstruktivistisch erlebbar wird, statt lediglich zu einem Aufbau von trägem Wissen zu führen. Dazu muss vor allem die bleibende Aktualität Christi transparent werden, was zu jener existentiellen Frage dieser Untersuchung führt, inwiefern die Menschwerdung des Logos, vor allem auch in anthropologischer und soterologischer Perspektive, für uns Menschen bedeutsam ist.

Wenn über Jesus Christus im Religionsunterricht gesprochen wird geschieht dies häufig, indem der historische Jesus auf Sachebene thematisiert wird. Ähnlich verhält es sich, wenn man auf die Einheit Jesu Christi und Gottes blickt. Sie scheint faktisch festzustehen, ohne dass näher nach ihrem Wesen gefragt wird, was dazu führt, dass die Einheit formal existent ist, aber in der Alltagschristologie wenig zusammengedacht wird. Diese Problematik ist eine von vielen, die Rahner in seinen Ausführungen zu den Problemen der Christologie von heute anführt und weiterdenkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problematik in Schule und Unterricht ausgehend von Chalkedon und Phil 2

3. Zwei-Naturen-Lehre und unio hypostatica

3.1. (Miss-)Verständnisse der Zwei-Naturen-Lehre im Hinblick auf Jesus als Mittler

3.2. Erkennen der zwei Naturen und unio hypostatica aus anthropologischer Perspektive

3.3. Person als ontologisches Prinzip und Freiheitsproblematik

4. Christus als Urkonzeption der Anthropologie und Schöpfungslehre

4.1. Transzendentale Anthropologie Rahners als Möglichkeitsbedingung menschlicher Gotteserkenntnis und Christusgläubigkeit

5. Soterologie

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Rahnerschen Christologie für den Religionsunterricht, mit dem primären Ziel, Missverständnisse der Zwei-Naturen-Lehre aufzudecken und Wege aufzuzeigen, wie die Menschwerdung Christi konstruktivistisch und existenziell für Schülerinnen und Schüler erfahrbar gemacht werden kann.

  • Systematische Analyse der Rahnerschen Christologie im Kontext des Dogmas von Chalkedon
  • Kritische Reflexion der "Zwei-Naturen-Lehre" zur Vermeidung einer instrumentellen Sicht auf den Mittler
  • Verknüpfung von Christologie mit anthropologischen und soterologischen Fragestellungen
  • Bedeutung der Freiheit und Ontologie in Bezug auf die Person Jesu Christi
  • Konkretion didaktischer Ansätze für einen lebendigen Religionsunterricht

Auszug aus dem Buch

3.3. Person als ontologisches Prinzip und Freiheitsproblematik

Nun sind diese zwei Naturen im chalkedonischen Sinne erkannt worden, aber die Formulierung der einen Person führe, so Rahner, durch ein existentielles Begriffsverständnis an dieser Stelle leicht und vor allem missverständlich zu der Annahme, dass die Naturen auf eine personale Mitte rückführbar sind, was zugleich die Gefahr birgt, dass eine Eigenständigkeit der zwei Naturen in der einen Person ausgeschlossen werden könnte. Und genau diese mögliche (falsche) Annahme kann bei Jesus eben nicht zutreffen, da er so nicht hätte wahrhaft Mensch sein können und auch nicht „in echter menschlicher Freiheit auf Gott hin unser Mittler“. An diesem Punkt der gedanklichen Auseinandersetzung stellt sich auch Rahner begründet die Frage, wie ein christologisches Gesamtdogma so formuliert werden könnte, dass nicht nur die ontologische Vereinigung zweier Naturen transparent wird, sondern auch der wahrhafte Mensch, der dem Logos nicht nur passiv gegenübersteht.

Der Freiheitsbegriff, der im Grunde von einer wahrhaftigen, ungebundenen Freiheit, die sich aktiv rebellierend gegen jede vermeintliche Unterdrückung und Unfreiheit aufzulehnen scheint, bestimmt wird, trifft auf Jesus nicht zu und kann auch so nicht gedacht werden. Denn eine solche Vorstellung führt automatisch zu einer personenbezogenen Freiheit. Rahner löst diese Schwierigkeit auf, indem er konstatiert, dass nur eine göttliche Person eine von ihr real verschiedene Freiheit als Eigene besitzen kann.

Diese Einsicht lässt sich übertragen auf die Schöpfung, in der das Geschöpf, obgleich geschaffen durch den Akt des Schöpfers und im Grunde abhängig von ihm, in der Lage ist, zu einer aktiven Selbstwirklichkeit zu gelangen. Dies begründet erneut, dass das Natur-Person-Schema nicht ausreicht. Rahner überschreitet diesen Ansatz, indem in seinen Ausführungen die hypostatische Vereinigung dieser menschlichen Natur mit dem Logos mit der metaphysischen Einsicht zusammengedacht wird, dass die radikale Selbstoffenbarung Gottes in der menschlichen Geschichte zugleich die Freiste und Mittlerischte ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der "Alltagschristologie" im Religionsunterricht und setzt sich das Ziel, die Rahnersche Christologie für eine lebendige, nicht-reduktionistische Lernpraxis fruchtbar zu machen.

2. Problematik in Schule und Unterricht ausgehend von Chalkedon und Phil 2: Das Kapitel analysiert die Herausforderung, die Formel von Chalkedon im Schulkontext als Anfang einer Suchbewegung statt als Abschluss theologischer Reflexion zu begreifen.

3. Zwei-Naturen-Lehre und unio hypostatica: Es wird kritisch untersucht, wie ein missverstandenes Verständnis der Zwei-Naturen-Lehre das Mittlertum Jesu instrumentalisiert und wie eine anthropologische Perspektive zur Klärung beitragen kann.

4. Christus als Urkonzeption der Anthropologie und Schöpfungslehre: Hier wird die Menschwerdung als ontologisch angelegte Aufgipfelung des göttlichen Wirkens in der Schöpfung gedeutet, wodurch Christus als zentrale Entelechie der Geschichte erscheint.

5. Soterologie: Das Kapitel reflektiert, wie eine verkürzte Sicht auf das Mittlertum die Heilsbedeutung der Menschwerdung schwächt und betont die Notwendigkeit, Jesus als wahrhaft leidenden Menschen zu verstehen.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Rahnersche Systematik dabei hilft, einer Instrumentalisierung Jesu entgegenzuwirken und die existentielle Bedeutsamkeit der Menschwerdung Christi für den Religionsunterricht zu erschließen.

Schlüsselwörter

Karl Rahner, Christologie, Zwei-Naturen-Lehre, unio hypostatica, Mittlertum, Menschwerdung, Religionsunterricht, Transzendentale Anthropologie, Soterologie, Chalkedon, Logos, Heilsgeschichte, Freiheit, Gotteserkenntnis, Dogmatik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Christologie Karl Rahners und hinterfragt, wie deren zentrale Thesen – insbesondere die Zwei-Naturen-Lehre – für den modernen Religionsunterricht nutzbar gemacht werden können, ohne Christus theologisch zu verkürzen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören das Dogma von Chalkedon, das Verständnis des Mittlertums Jesu, die Bedeutung der Freiheit in ontologischer Sicht sowie die Verbindung von Christologie und menschlicher Anthropologie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Lösungsansätze für Missverständnisse der Christologie im schulischen Kontext zu finden und aufzuzeigen, wie eine tiefere, nicht instrumentalisierende Theologie zu einer sinnstiftenden Auseinandersetzung für Schülerinnen und Schüler führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer systematisch-theologischen Untersuchung, die Rahners christologische Grundlinien analysiert und diese ins Spannungsfeld von anthropologischen und soterologischen Fragestellungen einbettet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Zwei-Naturen-Lehre, die Untersuchung Christi als Urkonzeption der Anthropologie und eine kritische Auseinandersetzung mit der Soterologie im Lichte der Menschwerdung des Logos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Karl Rahner, Christologie, Zwei-Naturen-Lehre, unio hypostatica, Mittlertum, Menschwerdung, Religionsunterricht sowie Transzendentale Anthropologie.

Wie löst Rahner den Widerspruch zwischen göttlicher Unveränderlichkeit und menschlichem Leiden?

Rahner argumentiert, dass Gott, der in seiner Vollkommenheit "nichts wird", im Logos dennoch wahrhaft Mensch werden konnte, indem er am "anderen Ende" seiner selbst ein Anderes annahm, ohne dabei sein göttliches Wesen zu verlieren.

Warum ist die Unterscheidung zwischen "logischer" und "mythologischer" Christologie für den Autor so wichtig?

Die Unterscheidung ist entscheidend, um zu vermeiden, dass Jesus lediglich als "Gefäß Gottes" oder als historische Randnotiz betrachtet wird. Eine wahrhaftige Christologie muss die bleibende Aktualität der Menschheit Christi in seiner erlösenden Funktion betonen.

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Details

Title
Chancen der Christologie von heute
College
University of Duisburg-Essen  (Institut für Katholische Theologie)
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2023
Pages
18
Catalog Number
V1358718
ISBN (PDF)
9783346875730
ISBN (Book)
9783346875747
Language
German
Tags
chancen christologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2023, Chancen der Christologie von heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1358718
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