„Und das virtuelle Unternehmen, einst ein Pünktchen am Horizont,
stürmt mit Riesenschritten auf uns zu“ (Davidow/Malone 1992, Seite 15)
Angesichts des starken Wandels in den heute immer wettbewerbsintensiver werdenden Märkten bedarf es nach neuen, flexibleren und effizienteren Formen der Kooperation und Organisation, um sich auf dem Markt gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können. Die Kunden verlangen Produkte, die speziell ihren individuellen Anforderungen entsprechen und fast überall und kostengünstig produziert werden können – virtuelle Produkte. Oftmals sind es kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit eher traditionellen Organisationsformen, die sich dem immer stärker werdenden Wettbewerbsdruck auf dem Markt beugen müssen. Während große Unternehmen mit gezielten Kostensenkungsmaßnahmen auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren können, kommt es bei KMU immer häufiger zu engen Kooperationen zwischen einzelnen rechtlich oder organisatorisch unabhängigen Unternehmen. Eine dieser Kooperation ist die Bildung von virtuellen Unternehmen (im Folgenden VU genannt). Die Vision dabei ist, die Wertschöpfungskette durch kooperative Zusammenarbeit von Partnern mit spezifischen Kernkompetenzen unter intensivem Rückgriff auf Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) zu optimieren und eine besonders kundenorientierte und wettbewerbsfähige Leistungserstellung zu erreichen.
In der vorliegenden Arbeit, soll ein Verständnis für VU geschaffen werden. Wie definieren sich VU, welche Arten gibt es und warum ist es überhaupt notwendig, dass neue Unternehmensformen entstehen? Im zweiten Teil dieser Arbeit setze ich mich mit der Frage auseinander, welche Vor- und Nachteile eine VU aufweist und welche Stärken und Schwächen bzw. Chancen und Risiken sich manifestieren lassen? Zudem ist es hilfreich, einen Vergleich mit den klassischen Organisationsformen vorzunehmen, um die Besonderheiten einer VU zu betonen. In diesem Zusammenhang soll die Web Site Bild.t-online.de näher betrachtet und an Hand dieser die Chancen und Risiken von Zeitungen im Internet analysiert werden. Das Schlusswort dieser Arbeit bezieht sich auf die Zukunftsaussichten für VU und klassisch organisierte Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Warum entstehen neue Unternehmensformen?
3. Das virtuelle Unternehmen
3.1 Definitionsversuche in der Literatur
3.2 Zwei Typen eines virtuellen Unternehmens
4. Vergleich zwischen virtuellen und klassischen Unternehmen
4.1 Was ist eine SWOT-Analyse?
4.2 Interne Stärken und Schwächen virtueller Unternehmen
4.3 Externe Chancen und Risiken virtueller Unternehmen
4.4 Betrachtung der Web Site: Bild.t-online.de
5. Schlusswort: Wie sieht die Zukunft aus?
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des virtuellen Unternehmens als zeitgemäße Organisationsform, um wettbewerbsfähige Leistungserstellung in dynamischen Märkten zu ermöglichen. Dabei wird analysiert, wie Kooperationen, unterstützt durch Informations- und Kommunikationstechnologien, zur Optimierung von Wertschöpfungsketten beitragen können.
- Grundlagen virtueller Unternehmen und deren Definition
- Vergleich zwischen virtuellen und klassischen Organisationsformen
- SWOT-Analyse zur Identifikation von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken
- Analyse des Fallbeispiels Bild.t-online.de
- Zukunftsperspektiven für virtuelle Organisationsmodelle
Auszug aus dem Buch
3.2 Zwei Typen eines virtuellen Unternehmens
Mahmoud Chatah geht in "Große Gewinne mit virtuellen Unternehmen“ von zwei verschiedenen Typen virtueller Unternehmen aus: Der erste Typ beschreibt ein Unternehmen mit mehreren virtualisierten Abteilungen, ein Unternehmen in welchem die "Mauern“ fallen, die Strukturen aufgebrochen werden.
Im zweiten Fall handelt es sich um mehrere, rechtlich unabhängige Unternehmen, die einen virtuellen Verbund, ein virtuelles Unternehmen formieren, auf Basis eines gemeinsamen Geschäftsverständnisses (mehr oder weniger rechtlich abgesichert). Das VU, das sich als Netzwerk verschiedener Firmen organisiert ist oft nur temporär, das heißt nicht auf längere Zeit geplant, sondern als Zusammenführung verschiedener Kernkompetenzen zur optimalen Kreation und Realisierung eines Produktes. Die Unternehmen erscheinen wie eines, wobei auf Hierarchie verzichtet wird. Ein Unternehmen übernimmt zwar die Koordination, jedoch agieren die einzelnen Teilnehmer am Netzwerk, innerhalb einer starken Kooperation, weiterhin eigenständig. Diese Form von Organisation ist sehr schlank, da wirklich nur die Unternehmen beteiligt werden, die für das Projekt benötigt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel in wettbewerbsintensiven Märkten und führt das virtuelle Unternehmen als Antwort auf die Notwendigkeit flexibler Kooperationsformen ein.
2. Warum entstehen neue Unternehmensformen?: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Treiber wie kurzlebige Märkte und Innovationsdruck, die Unternehmen zur Konzentration auf Kernkompetenzen zwingen.
3. Das virtuelle Unternehmen: Hier werden theoretische Definitionsansätze diskutiert und zwei spezifische Typen virtueller Organisationen voneinander abgegrenzt.
4. Vergleich zwischen virtuellen und klassischen Unternehmen: Dieser Abschnitt analysiert die strukturellen Unterschiede und nutzt die SWOT-Analyse, um die internen und externen Faktoren virtueller Unternehmen anhand des Fallbeispiels Bild.t-online.de zu bewerten.
5. Schlusswort: Wie sieht die Zukunft aus?: Das Fazit fasst zusammen, dass die Virtualisierung zwar eine unumgängliche Anpassung an moderne Marktanforderungen darstellt, aber noch Herausforderungen in der innerbetrieblichen Reife bestehen.
Schlüsselwörter
Virtuelles Unternehmen, Kooperation, Organisationsform, Kernkompetenzen, SWOT-Analyse, Informations- und Kommunikationstechnologien, Vernetzung, Wettbewerbsfähigkeit, Innovationszyklus, Medienmanagement, Internet, Markterschließung, Bild.t-online.de, Flexibilität, Kundenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des virtuellen Unternehmens als innovative und notwendige Organisationsform im 21. Jahrhundert angesichts eines intensiven globalen Wettbewerbs.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen der Virtualisierung, die Abgrenzung zu klassischen Modellen, die Analyse mittels SWOT und die praktische Anwendung in Medienunternehmen am Beispiel von Online-Zeitungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für virtuelle Unternehmen zu schaffen, ihre Vor- und Nachteile zu identifizieren und zu untersuchen, inwiefern sie eine tragfähige Lösung für die Anforderungen moderner Märkte darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse zur Definition und Charakterisierung virtueller Unternehmen sowie auf eine angewandte Analyse der Web-Site Bild.t-online.de unter Einbeziehung einer SWOT-Betrachtung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung neuer Unternehmensformen, die definitorische Einordnung virtueller Firmen, deren internen und externen Stärken und Risiken sowie eine empirische Betrachtung eines Online-Medienangebots.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Virtuelles Unternehmen, Kernkompetenzen, Kooperation, Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK) und Wettbewerbsvorteile geprägt.
Welche Rolle spielt die SWOT-Analyse in diesem Kontext?
Sie dient als strategisches Werkzeug, um die interne Flexibilität und die externen Marktchancen (sowie Risiken) virtueller Verbünde systematisch zu bewerten.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Fallbeispiel Bild.t-online.de?
Die Autorin stellt fest, dass die Online-Präsenz von Medienunternehmen durch Skaleneffekte und Reichweitenvorteile eine notwendige Strategie darstellt, trotz der Herausforderungen durch sich änderndes Nutzerverhalten.
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- Ellen Thießen (Author), 2007, Virtuelle Unternehmen – die Organisationsform des 21. Jahrhunderts?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135878