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Lösung der Wohnraumfrage von unten? Wohnungsmarkt der Megacity Sao Paulo

Titel: Lösung der Wohnraumfrage von unten? Wohnungsmarkt der Megacity Sao Paulo

Hausarbeit , 2009 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Elena Scherer (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse des Wohnungsmarktes von Sao Paulo (Brasilien) mit besonderem Schwerpunkt auf der Bedeutung illegaler Siedlungsformen.Die Metropolregion Sao Paulo ist mit etwa 19 Millionen Einwohnern weltweit die fünftgrößte Metropolregion (UN Bericht, Urban agglomeration, 2007).In Anbetracht der Tatsache, dass die urbane Bevölkerung, besonders in Schwellen- und Entwicklungsländern, stetig wächst, ist es für die Stadtplanung von großer Bedeutung sich der daraus resultierenden Probleme (Wohnungsnot, Infrastrukturmängel, Umweltfragen, zunehmende Polarisierung und räumliche Segregation von Arm und Reich) anzunehmen. DAVIS´s Schilderungen über die Städte der Zukunft untermauern diese Notwendigkeit: „[...] die Städte der Zukunft (werden) nicht aus Glas und- Stahlkonstruktionen bestehen, [...], sondern eher aus grobem Backstein, Stroh, recyceltem Plastik, Zementblöcken und Abfallholz.“ (Davis, 2007: 23). Diese Problematik lässt sich am Beispiel der Stadtentwicklung Sao Paulos gut nachvollziehen. „Slums“ „Elendsviertel“, „Favelas“, „Marginalsiedlungen“- so vielfältig die Begriffe und Definitionen für Siedlungen der ärmeren Bevölkerung in der Literatur sind, so vielfältig sind die Gesichter dieser Siedlungen in der Realität. Oft folgt man als Planer dem Impuls, diese meist informellen Siedlungen per se als „schlecht“ zu bewerten, man assoziiert sie mit menschenunwürdigen Lebensbedingungen. In dieser Arbeit soll der Versuch gemacht werden diese Siedlungen aus einer anderen Sicht als Teil der Stadt zu betrachten, der bestimmte Funktionen erfüllt und für viele Menschen eine große Bedeutung hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. politische Rahmenbedingungen und historische Entwicklung

1.1.Die wirtschaftliche Entwicklung Sao Paulos im 19./20.Jhd.

1.1.1.Die vorindustrielle Phase

1.1.2 Kaffeekrise und Industrialisierung: das brasilianische Wirtschaftswunder

1.1.3 Die Rolle von Stadtplanung und Wohnungsbaupolitik zur Zeit der expandierenden Städte

1.1.4 Die verlorene Dekade und Wiedereingliederung in den Weltmarkt

1.2 Bewertung der Planungsepisoden

2. Migration und Verstädterung in Brasilien

2.1 Urbanisierung und regionale Disparitäten

2.2. (informelle) Siedlungsformen der Unterschicht und ihre Bedeutung in Sao Paulo

2.2.1 Corticos

2.2.2. Loteamentos Clandestinos

2.2.3 Favelas

2.2.4 kollektive Landbesetzung

2.2.5 andere Wohnformen

3. Habitatformen der Oberschicht

3.1 Die Jardims

3.2 Die Condominios

3. Räumliche Gliederung in Sao Paulo und im Modell der Lateinamerikanischen

3.1 Sao Paulo heute

3.2.Modell der lateinamerikanischen Stadt von Bähr (1976)

3.3 Räumliches Entwicklungsmodell von Gormsen (1981)

3.4 Zonierung der Stadt Sao Paulo

3.5 Bevölkerungsverteilung in der Stadt Sao Paulo

4. Zum Umgang mit illegalen Siedlungen

4.1 Vom Wandel im Planungsverständnis

4.2 Die Verfassung von 1988

4.3 Instrumente und Programme

4.3.1 Der Plano Diretor der Stadt Sao Paulo

4.3.2 ZEIS

4.3.3 Das Programm „Bairro legal“

4.3.4 Das Programm „Soziale Integration“

4.3.5 Weitere Programme

4.4 Grenzen der neuen Planungsinstrumente

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den Wohnungsmarkt der brasilianischen Metropole Sao Paulo mit einem besonderen Fokus auf informelle Siedlungsformen. Ziel ist es, die Wohnraumversorgung der einkommensschwachen Bevölkerung zu verstehen, die aufgrund des Ausschlusses vom formellen Markt gezwungen ist, selbst aktiv zu werden, und die sich wandelnden planerischen Ansätze zu bewerten.

  • Historische und politische Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung
  • Ursachen und Auswirkungen der Binnenmigration
  • Analyse informeller Siedlungsformen (Favela, Cortico, etc.)
  • Planerische Instrumente und deren Grenzen bei der sozialen Integration

Auszug aus dem Buch

2.2.1.Corticos- überbelegter Wohnraum

Die „Corticos“ entstanden gegen Ende des 19. Jahrhundert erstmals in Rio de Janeiro und Sao Paulo. Sie stellten bis in die 50 er Jahre für die Ärmsten beinahe die einzige Möglichkeit für Wohnraum in der Stadt dar (Santos, 1999:12). „Corticos“ sind eine Art kollektiver Wohnform: mehrere Mietparteien teilen eine Wohnung in mehrere Wohneinheiten auf, zum Teil leben Familien dann auf einer Wohneinheit von unter 10 m². Die verschiedenen Mietparteien leben zusammen ohne Privatsphäre auf engstem Raum und müssen Sanitäranlagen, Küche und andere Gemeinschaftseinrichtungen und -Flächen gemeinsam nutzen. Entstanden sind die „Corticos“ überwiegend im Stadtzentrum, zum Beispiel in verlassenen Wohngebieten der Oberschicht, die in Stadtvillen außerhalb der Kernstädte umgesiedelt waren. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wollten die Stadtverwaltungen den kostbaren Grund in der Stadt lukrativer nutzen : die Corticos sollten „aus der Stadt verschwinden“ (nach Santos, 2003:47) . So wurden Steuer- und Hygienegesetze erlassen denen die „Corticos“ nicht gerecht wurden4: dies führte zur die zur lautlosen Vertreibung aus der Innenstadt in die Peripherie. Nach der „Säuberung“ im Zuge der „Modernisierung“ verlor diese Wohnform in vielen Regionen an Bedeutung, in Sao Paulo stellt sie aber bis heute einen sehr großen Anteil für die Wenigverdiener dar. Drei Millionen Paulistas – wie die Einwohner Sao Paulos sich nennen- sind auf diese Wohnform angewiesen (Santos, 2003:47). Heute befinden sich diese jedoch auch wieder in der Innenstadt und in den Unterzentren in Gebieten die vorher der Mittel- und Oberschicht vorbehalten waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. politische Rahmenbedingungen und historische Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert, wie historische Wirtschaftsphasen wie der Kaffeeboom und die spätere Industrialisierung sowie eine zentralistische Planungspolitik die rasante Urbanisierung Sao Paulos prägten.

2. Migration und Verstädterung in Brasilien: Der Abschnitt analysiert die Push- und Pullfaktoren der massiven Binnenwanderung und untersucht informelle Siedlungsformen wie Corticos, Favelas und kollektive Landbesetzungen als Strategien der ärmeren Bevölkerung.

3. Räumliche Gliederung in Sao Paulo und im Modell der Lateinamerikanischen: Das Kapitel vergleicht die tatsächliche Struktur Sao Paulos mit stadtgeographischen Entwicklungsmodellen und zeigt die räumliche Segregation zwischen Oberschicht-Enklaven und den Siedlungen der Unterschicht auf.

4. Zum Umgang mit illegalen Siedlungen: Hier wird der Wandel im Planungsverständnis seit der Verfassung von 1988 beschrieben, inklusive der Analyse konkreter Instrumente und Programme wie ZEIS und Bairro legal sowie deren Grenzen.

Schlüsselwörter

Sao Paulo, Wohnungsmarkt, Informelle Siedlungen, Favelas, Stadtplanung, Urbanisierung, Brasilien, Sozialräumliche Gliederung, Binnenmigration, Wohnungsbaupolitik, Segregation, Armut, Landbesetzung, ZEIS, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Mechanismen des Wohnungsmarktes in der brasilianischen Megacity Sao Paulo unter besonderer Berücksichtigung informeller Wohnformen und der staatlichen Stadtplanung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die historische Stadtentwicklung, die Dynamik der informellen Besiedlung durch die einkommensschwache Bevölkerung sowie der politische Wandel im Umgang mit diesen Siedlungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Bevölkerung durch „Lösungen von unten“ auf Wohnungsnot reagiert und inwieweit moderne Planungsinstrumente zur sozialen Integration beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse basierend auf einer umfangreichen Literaturrecherche zu stadtgeographischen Modellen, historischen Daten und Dokumenten zur brasilianischen Wohnungsbaupolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Analyse der Migrationsprozesse und Siedlungsformen sowie die Bewertung aktueller stadtplanerischer Instrumente und deren Grenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind: Sao Paulo, Favelas, Informelle Siedlungen, Stadtplanung, soziale Segregation, Binnenmigration und Wohnungsbaupolitik.

Warum sind informelle Siedlungen ein zentraler Aspekt der Untersuchung?

Da ein Großteil des Wohnraums in Sao Paulo selbst geschaffen wurde, sind Favelas und andere informelle Formen keine Randerscheinung, sondern ein prägender Bestandteil der urbanen Struktur.

Welche Rolle spielt die Verfassung von 1988 für die Planung?

Die Verfassung von 1988 markierte einen Kurswechsel von der Ignoranz zur Anerkennung illegaler Siedlungen und schuf rechtliche Grundlagen für integrierte Entwicklungspläne wie den „Plano Diretor“.

Welche Grenzen der neuen Planungsinstrumente identifiziert die Autorin?

Zu den Grenzen zählen die Instabilität lokaler Regierungen, die Konzentration der Programme auf bereits konsolidierte Siedlungen sowie das demographische Wachstum, das die Kapazitäten der Maßnahmen übersteigt.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lösung der Wohnraumfrage von unten? Wohnungsmarkt der Megacity Sao Paulo
Hochschule
Technische Universität Berlin  (Institut für Stadt- und Regionalplanung)
Veranstaltung
Wohnungswesen
Note
1,3
Autor
Elena Scherer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
33
Katalognummer
V135887
ISBN (eBook)
9783640445592
ISBN (Buch)
9783640445264
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lösung Wohnraumfrage Wohnungsmarkt Megacity Paulo
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elena Scherer (Autor:in), 2009, Lösung der Wohnraumfrage von unten? Wohnungsmarkt der Megacity Sao Paulo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135887
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Leseprobe aus  33  Seiten
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