Exkursion 'Ruhrgebiet' – Wandel einer Region

Ein ausführliches Exkursionsprotokoll


Hausarbeit, 1999

23 Seiten, Note: 2-3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Das Ruhrgebiet
1.1 1.1 Die Geschichte des Ruhrgebiets
1.2 1.2 Der RAG – Konzern
1.3 1.3 Die IBA Emscher Park
1.4 1.4 Der Kommunalverband Ruhrgebiet

2. Standort 1: Essen

3. Standort 2: Zeche Zollverein / Schacht XII

4. Standort 3: Die Revierparks im Ruhrgebiet am Beispiel Revierpark Nienhausen

5. Standort 4: Siedlung Schüngelberg

6. Standort 5: Halde Hoppebruch

7. Standort 6: Die Hochschulen im Ruhrgebiet

8. Standort 7: Zeche „Fröhliche Morgensonne“ in Bochum-Wattenscheid

9. Standort 8: Zeche „Holland“

10. Literaturverzeichnis

1. Das Ruhrgebiet

„ Das Ruhrgebiet liegt im Schnittpunkt naturräumlicher Zonen: Rheinisches Schiefergebirge, Westfälische Tiefebene, Niederrheinische Ebene. Im Süden reicht das Gebiet bis ins Bergische Land mit den letzten Höhenzügen des Steinkohlengebirges südlich der Ruhr. Nördlich der Ruhr schließen sich die Lößebenen der Hellwegzone und die Emscherniederungen an. Jenseits des Lippetals im Norden geht das Ruhrgebiet in die Münsterländische Bucht über.“

(Baedekers (Hrsg.) (1990): Allianz Reiseführer – Ruhrgebiet, Ostfildern-Kemnat bei Stuttgart, 3. Auflage, 212 Seiten)

In der preußischen Zeit verlief die Grenze der Provinzen Westfalen (Regierungsbezirke Arnsberg und Münster) und Rheinland (Regierungsbezirk Düsseldorf) durch das Ruhrgebiet. Da das Gebiet bis heute keine verwaltungspolitische Einheit ist und immer noch von den drei Städten Arnsberg, Münster und Düsseldorf aus verwaltet wird, wird seit 1920 das Ruhrgebiet mit dem Gebiet des Kommunalverbandes Ruhrgebiet gleichgesetzt. Dieses Gebiet besteht aus (Von Westen nach Osten):

- Kreis Wesel im Westen
- Kreis Recklinghausen im Norden
- Kreis Unna und Stadt Hamm im Nordosten
- Stadt Duisburg im Südwesten
- Oberhausen und Mühlheim
- Bottrop und Essen im Süden
- Gelsenkirchen
- Herne und Bochum
- Dortmund
- Ennepe-Ruhr-Kreis und Hagen im Südosten

1.1 Die Geschichte des Ruhrgebiets

Die Geschichte des Ruhrgebiets läßt sich in drei verschiedene Zeitabschnitte untergliedern:

„Die Jahrzehnte des Aufbaues und des Ausbaues, die von den 1840er Jahren bis 1914 reichen, die Kriegs- und Krisenjahre 1914 – 1945, die Jahre des Wiederaufbaues, der Strukturkrise und des Strukturwandels von 1945 bis heute.“

(Steinberg, Heinz Günter (1994): Menschen und Land in Nordrhein-Westfalen – Eine kulturgeographische Landeskunde, Köln , S. 140)

Das Ruhrgebiet gewinnt erstmals an Bedeutung, als 1847 die Eisenbahn zwischen Köln und Minden ihren Betrieb aufnimmt und 1849 der erste Kokshochofen und das erste Dampfschiff eingesetzt werden. Damit wird die Verbindung von Kohle und Stahl vollzogen, die sich nicht nur im Altrevier, sondern auch entlang des Hellwegs und südlich der Emscher ausbreitet.

Obwohl von 1857 bis in die1860er Jahre eine Krise stattfindet, die zur Schließung einiger Zechen führt, steigt die Produktion an.

In den durch eine Großkonjunktur eingeleiteten Gründerjahren rückt der Bergbau nach Westen und Norden vor. Neue technische Verfahren ermöglichen die Massenherstellung von Stahl. Da aber auch der Erzbedarf steigt, breitet sich die Industrie in den Rhein-Ruhr-mündungsraum und nach Dortmund aus.

Von 1873 bis in die 1880er findet eine erneute Krise statt, die besonders den Bergbau trifft, so daß viele Zechen geschlossen werden müssen.

Die Krise wurde 1894 überwunden und ein neuer Aufschwung findet statt. Das Revier tritt in die Ausbauphase, dieser industrielle Aufschwung löst eine Masseneinwanderung aus, hauptsächlich durch das Anwerben von Arbeitskräften für die Zechen und anderen industriellen Betriebe dieser Zeit.

Die Kriegsjahre bringen dem Ruhrgebiet erneute Einbußen, da auch zwischen den Kriegen nur kurze Aufschwungphasen auftreten. Es wird rationalisiert und zwei Stillegungswellen (1923-25 und 1928-31) führen zur Stillegung von 116 Zechen. Die Krisen lösen eine Massenarbeitslosigkeit aus.

Der Beginn des nationalsozialistischen Regimes führt zunächst zu einem Aufschwung, doch die Alliierten konzentrieren sich bei ihren Luftangriffen von Beginn an auf die Hellweg- und Emscherstädte, die stark zerstört werden. Als 1945 die Alliierten das Revier besetzen, bricht es zusammen.

Der Wiederaufbau nach dem Krieg stellt sich als schwer heraus, erst der Marshallplan bringt Besserung.

Eine erneute Absatzkrise ergibt sich durch die Konkurrenz der Brennstoffe Erdöl und Erdgas 1957/58. Der Schwerpunkt der eisenschaffenden Industrie hat sich bis 1973 endgültig in das westliche rheinnahe Gebiet verlagert.

Auch bildet sich nun auch der Dienstleistungssektor aus, der somit die wirtschaftliche Vormachtstellung der verarbeitenden Industrie beendet.

Die Krise geht allmählich in eine Strukturkrise über, die Anzahl der Beschäftigten im Steinkohlenbergbau vor allem in den Emscherstädten geht drastisch zurück. Gleichzeitig werden in den Hellwegstädten mehr Leute in den Dienstleistungsgewerben eingestellt, da diese Städte entwicklungsbedingt vielseitiger sind als die Emscherstädte.

In den Hellwegstädten ist heute deshalb der Steinkohlenbergbau verschwunden, während der Dienstleistungssektor weiter zunimmt.

Die weiter zurückgehenden Beschäftigung in der Schwerindustrie führen in den Emscherstädten, die sich noch immer auf diesen Sektor konzentrieren, zu hohen Arbeitslosenquoten.

Durch die Strukturkrise ist das Ruhrgebiet in eine neue Entwicklungsphase eingetreten, die einen Wechsel vom Sektor der produzierenden und verarbeitenden Industrie hin zum Dienstleistungssektor bevorzugt. Dieser Strukturwandel bedarf einiger Projekte, mit denen sich verschiedene Organisationen und Gesellschaften befassen.

Während die Hellwegstädte wie Dortmund und Essen den Strukturwandel schon vollzogen haben, hinken die Emscherstädte dieser Entwicklung hinterher.

(sinngemäß aus: Steinberg, Heinz Günter (1994): Menschen und Land in Nordrhein-Westfalen – Eine kulturgeographische Landeskunde, Köln , S. 140 ff.)

1.2 Der RAG - Konzern

Der RAG - Konzern ( ehemals Ruhrkohle AG) wurde in den 60er Jahren als Dachverband aller Zechen gegründet. 1970 bezog er seinen Umsatz zu 90 % aus dem Bergbau, heute ist dieser Anteil weit unter 50 % gesunken. Er hat eine Diversifizierung vollzogen in verschiedene Aktiengesellschaften und GmbH, die wiederum verschiedene Aufgabengebiete haben:

- Deutsche Steinkohle AG (Steinkohle- und Koksproduktion)
- RAG International Mining GmbH (RIM)
- RAG Vertrieb und Handel AG (Auslandsbergbau, Brennstoffhandel, Bergbautechnik und Vertrieb fester Brennstoffe)
- RAG EBV Aktiengesellschaft (Wohnimmobilien, Gewerbeimmobilien, Flächen- und Projektentwicklung, Immobiliendienstleistungen und Sortimentshandel)
- STEAG (Kraftwirtschaft, IPP - International und Electronic Systems/ Prozeßtechnik, mit umweltfreundlicher Technologie ; auch Recycling)
- RAG Immobilien AG
- RAG Bildung GmbH (Umschulung etc.)
- RAG Informatik GmbH
- RAG Versicherungs- Dienst GmbH

Die letzen vier genannten RAG - Unternehmen sind Dienstleistungsbetriebe.

Der RAG – Konzern ist beispielhaft für den internen Strukturwandel im Ruhrgebiet, da er sich vom Dachverband der Zechen hin zum Unternehmen mit Angeboten in den verschiedenen Sektoren entwickelt hat.

Um auch im Bergbau weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, hat der RAG - Konzern

über seine Tochter RIM die Cyprus Coal Corporation (CAAC) gekauft. Dieses US-amerikanische Unternehmen ist eines der führenden Kohleunternehmen mit Bergwerken in Pennsylvania und dem Powder-River Bassin in Wyoming, Utah, Colorado und Illinois. Ein Grund für den Kauf ist auch, daß die Kohle mit 80 DM statt 300 DM je Tonne in den USA wesentlich billiger als in Deutschland ist.

Durch diesen Kauf will der RAG - Konzern sein Ziel weiter verfolgen, sich zu eine der führenden Kohleproduzenten zu entwickeln.

( Informationen sinngemäß aus: Kölner Stadt - Anzeiger, 19.05.1999 und 22./23.05.1999 sowie http://www.rag.de)

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Exkursion 'Ruhrgebiet' – Wandel einer Region
Untertitel
Ein ausführliches Exkursionsprotokoll
Hochschule
Universität zu Köln  (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Tagesexkursionen
Note
2-3
Autor
Jahr
1999
Seiten
23
Katalognummer
V13589
ISBN (eBook)
9783638192033
ISBN (Buch)
9783638642972
Dateigröße
512 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exkursion, Ruhrgebiet, Wandel, Region, Tagesexkursionen
Arbeit zitieren
Jasmin Brück (Autor), 1999, Exkursion 'Ruhrgebiet' – Wandel einer Region, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/13589

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