Integration von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund in den Schul- und Vereinssport


Examensarbeit, 2009
114 Seiten, Note: 1-2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2.GescheiterteIntegration von Migranten
2.1 Die ersten Gastarbeiter
2.2 Parallelgesellschaft
2.2.1 Situation am Beispiel Deutschlands
2.2.2 Schlussbemerkung
2.2.3 Situation in den Vereinigten Staaten
2.2.4 Unterschied zwischen Deutschland und den USA
2.2.5 Pluralismus
2.2.6 Kritik am BegriffParallelgesellschaft

3 Was wird unter Integration verstanden?
3.1 Definitionen
3.1.1 Soziale Integration
3.1.2 Integrationsdefinition nach Kobi
3.1.3 Integrationsdefinition nach Heckmann
3.2 Assimilierung und ethnische Identität
3.2.1 Historische Anmerkung
3.2.2 Assimilation
3.2.3 Schlussbemerkung
3.3 Multikulturalismus
3.3.1 verschiedene Konzepte des Multikulturalismus
3.4 Kulturelle Identität und Pluralismus

4 Integration von Migranten in Deutschland
4.1 Instanzen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland
4.1.2 Schlussbemerkung
4.2 Integration durch Sport
4.2.1 Integration als eineBereicherung und Chance
4.2.2 Schlussbemerkung
4.3 Das Programm „Integration durch Sport“
4.3.1 Programmstruktur
4.3.2START- Sport überspringt kulturelle Hürdenals Modellprojekt
4.3.3Schlussbemerkung

5 Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
5.1 Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund
5.1.1 Startchancen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen
5.1.2 Wichtigkeit der Bildung
5.1.3 Schlussbemerkung
5.1.4 Gewaltbereitschaft an Schulen
5.1.5 Sprachliche Kompetenz
5.1.6 Mitgliedschaft in Organisationen
5.1.7 Vereinszugehörigkeit der Deutschen und Migranten
5.1.8 Schlussbemerkung
5.2 Sportvereinsmitgliedschaft von Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
5.2.1 Sportvereine in Deutschland
5.2.2 Modernisierung der Sportvereine
5.2.3 Die Gründe für den Vereinsaustritt im Kindesalter sind vielfältig:
5.2.4 Sportvereinsmitgliedschaft und Schulkariere
5.2.5 Sportvereinsmitgliedschaft und Sozialschicht
5.2.6 Schlussbemerkung
5.2.7 Sportvereinsmitgliedschaft und Migrationshintergrund
5.2.8 Vereinsmitgliedschaft türkischer Kinder
5.2.9 Schlussbemerkung
5.3 Migrantenselbstorganisationen im Sport
5.3.1 Welche Gründe führen zu einem Vereinswechsel?
5.3.2 Schlussbemerkung
5.3.3 Handlungsempfehlungen

6 Mädchen und junge Frauen in der Migrationsforschung
6.1 Migrantinnen und Sport
6.1.1 Mädchen und junge Frauen mit türkischem Migrationshintergrund
6.1.2 Schlussbemerkung
6.1.3 Migrantinnnen und der Schwimmunterricht
6.1.4 Migrantinnen und eigenethnische Vereine
6.1.5 Wünsche nach organisierten Freizeitangeboten- Spezielle Einrichtungen für Mädchen
6.2 Leitideen für politisches und pädagogisches Handeln
6.2.1 Ressourcen der MigrantInnen stärken
6.2.2 Chancen müssen genutzt werden
6.2.3 Hindernisse abbauen und mehr Gemeinsamkeiten schaffen
6.2.4 Unterschiede wahrnehmen und respektieren
6.2.5 In den Schulen interkulturelle Kompetenzen fördern
6.3 Handlungskonzepte für die interkulturelle Öffnung der Sportverein
6.3.1 Interkulturelle Öffnung der Sportvereine

7 Umgang mit Fremdheit im Sportunterricht und in den Sportvereinen
7.1 Integration von Fremden in Sport
7.1.1 Wer oder was ist eigentlich fremd?
7.1.2 Unterschiedliche Reaktionen auf Fremdheit
7.1.3 Interkulturelle Bewegungserziehung in der Schule
7.1.4 Kriterien für das interkulturelle Lernen im Sport
7.1.5 Interkulturelle Erziehung im Fächerverbund Bewegung, Spiel, und Sport
7.2 Umgang mit Heterogenität im Sportunterricht in der Grundschule
7.2.1 Herausforderungen für Sportlehrkräfte
7.2.2 Schlussbemerkung
7.2.3 Didaktische Leitideen:
7.2.4 Schlussbemerkung

8 Weiterführender Ausblick

9 Schlussfolgerung

10 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Seit 1955 hat sich Deutschland allmählich zu einem Einwanderungsland entwickelt. Politisch wurde diese Tatsache jedoch erst im Jahre 2005 mit einem neuen Einwanderungsgesetz anerkannt.

Die Integration von Migranten verliert vor allem in den letzten Jahren in den Medien und in der Öffentlichkeit nicht an Aktualität, da die gesellschaftlichen Prozesse in Deutschland von einer erfolgreichen Integration der Migranten abhängig sind. Deswegen ist es erforderlich, den vielseitigen Integrationsbegriff aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um Zusammenhänge erkennen, weitere herstellen und einen Perspektivenwechsel vornehmen zu können.

Es ist eine Tatsache, dass Probleme der Menschen mit Migrationshintergrund, welche z. B. die derzeitige Situation im Bildungssystem mit einschließen, nicht nur eine Minderheit betreffen, sondern auf unterschiedliche Weise die gesamte Bevölkerung. Die Situation im Bildungssystem ist nur ein Beispiel von vielen, das die gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegelt. Insofern wird im Rahmen der wissenschaftlichen Hausarbeit das Thema Integration von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund in den Schul- und Vereinssport umfassend behandelt.

Wie können die Integrationsprozesse der Schüler und Schülerinnen im Schul- und Vereinssport vorangetrieben werden?

Können alle Zielgruppen von den Vereinen erreicht werden?

Zunächst wird im ersten Kapitel Gescheiterte Integration von Migranten, das Thema Integration von MigrantInnen, aus einem kritischen Blickwinkel betrachtet, da die Integration von MigrantInnen aufgrund der geschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen von vielen Autoren wie z. B. von Günther Lachmann als gescheitert empfunden wird. Die Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung und der Vergleich mit der heutigen Situation gibt darüber Auskunft, inwieweit die Annahmen bestätigt oder verworfen werden können und gibt einen Überblick, der für mögliche Lösungsansätze der zahlreichen Konflikte der heutigen Zeit unabdingbar erscheint. Gleichzeitig werden wichtige Begriffe wie z. B. Parallelgesellschaft [1] , Pluralismus [2] und Assimilation [3] anhand von Beispielen geklärt. Im weiteren Hergang werden im dritten Kapitel verschiedene Integrationsdefinitionen dargestellt und bereits bekannte Begriffe, wie z. B. Assimilation, mit anderen Begriffen verglichen und in den gesellschaftlichen Zusammenhang gebracht, wie es im Kapitel Assimilation und Identität ausgeführt ist. Dass die Begriffe nicht klar zu definieren sind und nicht von jedem auf gleicher Weise wahrgenommen werden, wird in diesem Kapitel z. B. durch die Beiträge nach der umstrittenen Erdogan-Rede des vergangenen Jahres über Assimilation verdeutlicht.

Auf die Definition des Integrationsbegriffes wurde im zweiten Kapitel eingegangen, weil zuvor die Thematik durch die Einwanderungsgeschichte vertieft wird. Nach der ausführlichen Beschreibung und der Vergleiche der gesellschaftlichen Situationen, wodurch eine Ausdehnung des Themas der wissenschaftlichen Hausarbeit auf politische und gesetzliche Ebenen stattfindet, die für das Verständnis der darauf aufbauenden Kapitel wie z. B. Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund im Sport, notwendig ist.

Aus diesem Grund werden im darauf folgenden vierten Kapitel die gesetzlichen Verankerungen und die Instanzen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland vorgestellt, die als grundlegende Basis für die integrative Arbeit zu verstehen sind. Danach wird ausführlich das Programm Integration durch Sport dargestellt, während Handlungsperspektiven für die Zukunft gegeben werden, die für die Durchführung weiterer Projekte eine besondere Rolle spielen, um naheliegende Schwierigkeiten vorzubeugen und klare Lösungsansätze geben zu können.

In meiner wissenschaftlichen Hausarbeit werde ich auf das Thema Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund erst im fünften Kapitel eingehen. Die dazugehörigen Aspekte, wie z. B. gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Wichtigkeit der Bildung, Gewaltbereitschaft an Schulen und Mitgliedschaft in Organisationen, werden hierbei in den gesellschaftlichen Zusammenhang gebracht. Sekundär wurde dabei das Ziel verfolgt, die Gründe für Vereinsaustritte im Kindes- und Jugendalter sowie die Gründung von Migrantenselbstorganisationen und dadurch entstehenden Konfliktsituationen wie z. B. im schulischen Kontext oder im Vereinssport, herauszufiltern.

Es wird dem Bildungswesen eine zentrale Rolle bei der sozialen Integration der MigrantInnen zugesprochen, zumal die Ausbildungs- und Berufschancen in Deutschland wesentlich von der schulischen Bildungskarriere abhängig sind. Aber nach den Ergebnissen der PISA- Studie 2003[4] sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund besonders von den strukturellen Defiziten des deutschen Bildungssystems betroffen, weil eine herkunftsabhängige Selektivität vorzufinden ist.[5] Die Untersuchungen nach Diskriminierungserfahrungen der SchülerInnen geben darüber Auskunft, wie sich diese Erfahrungen auf den Alltag sowie auf die sportliche Betätigung auswirken können.[6] Demzufolge definiert Heckmann Verhaltensdiskriminierung in Bezug auf Angehörige ethnischer Herkunft wie folgt:

Verhaltensdiskriminierung bedeutet ein individuelles oder kollektives Verhalten gegenüber ethnischen Minderheitenangehörigen, das universalistische und Gleichheitsgrundsätze verletzt [7]

Um diesen Ungleichheitserfahrungen sowohl in Schulen als auch in Sportvereinen entgegenzuwirken, spielt die Stärkung der Bildungsbeteiligung von MigrantInnen eine wesentliche Rolle. Deswegen wird im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Hausarbeit untersucht, inwieweit die zunehmende Bildungsbeteiligung gleichzeitig zu einer Steigerung der sportlichen Teilnahme bezüglich der Vereinsmitgliedschaften von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund führt. Hierzu werden zuerst die Sportvereinsmitglied-schaften der Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund allgemein betrachtet.

Folglich wird im Kapitel Sportvereinsmitgliedschaft von Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund der Schwerpunkt spezifisch auf die Vereinsmitgliedschaft der türkischen Kinder gelegt, so dass der Ablauf vom Allgemeinen zum Speziellen fortwährend in dieser wissenschaftlichen Arbeit beibehalten wird. Erwähnenswert ist noch, dass bei Zitaten bestimmte Schlagwörter besonders hervorgehoben werden, die für den Ablauf bedeutsam sind.

Aufgrund der stetigen Zunahme der Migrantenselbstorganisationen in den letzten Jahren hat die Untersuchung der eigenethnischen Vereine an Bedeutung gewonnen. Nachdem die Gründe für den Vereinsaustritt im Kindesalter benannt werden, wird im Kapitel Migrantenselbstorganisationen im Sport auch auf die Gründe des Vereinswechsels eingegangen.

Im nächsten Kapitel Migrantinnen und Sport wird insbesondere die Situation der Mädchen und jungen Frauen mit türkischem Migrationshintergrund beleuchtet. Zuvor werden sie mit den Mädchen und jungen Frauen aus verschiedenen Nationen verglichen, um festzustellen, inwieweit familiäre Lebensgewohnheiten, Religiosität und psychische Stabilität die sportliche Betätigung beeinflussen.

Außerdem geben im nächsten Abschnitt ausgewählte Interviewpassagen von befragten Leistungssportlerinnen darüber Auskunft, welchen Einfluss die sportliche Betätigung auf ihre Bildungs- und Berufslaufbahn nimmt. Darüber hinaus wird die Gründung von eigenethnischen Vereinen seitens der Migrantinnen in Betracht gezogen, weil im Vergleich zu den Jungen eine geringere Beteiligung im organisierten Sport zu verzeichnen ist. Allerdings ist diese Zielgruppe von den Sportvereinen am schwierigsten zu erreichen, obwohl in den letzten Jahren speziell für Migrantinnen zahlreiche Projekte[8] wie z. B. START- Sport überspringt kulturelle Hürden, Sport mit Migrantinnen usw. gemacht wurden.

Aus diesem Grund sind Leitideen für politisches und pädagogisches Handeln erwünscht, damit die interkulturelle Arbeit in den Schulen und in den Vereinen erleichtert, verbessert und in die Praxis umgesetzt wird.

Gerade weil dem Sport ein hohes integratives- Potenzial beigemessen wird, wird er oftmals als ein Allheilmittel betrachtet. Im Kapitel Umgang mit Fremdheit im Sportunterricht und in Sportvereinen wird der Fragestellung, ob Sport ein Allheilmittel ist, nachgegangen und die Integrationspotenziale eingehend erläutert, weil sie sowohl vom Schulsport als auch vom Vereinssport berücksichtigt werden müssen.

Zum Schluss der wissenschaftlichen Arbeit werden, bezüglich der Heterogenität[9] der SchülerInnen in der Grundschule und daraus entstehenden Herausforderungen für Sportlehrkräfte, wichtige didaktische Leitideen für die Praxis gegeben, um aktuellen Anforderungen im Sportunterricht gerecht zu werden.

2.Gescheiterte Integration von Migranten

Die Integration von muslimischen Migranten in Deutschland wird von verschiedenen Autoren als gescheitert betrachtet. Bisher wurde viel über Integration geredet aber entscheidende Begriffserklärungen und Voraussetzungen wurden aus der Sicht von Schymura nicht vorgenommen.[10]

Warum wird die muslimische Integration von vielen Autoren als gescheiterte Integration [11] oder als verkannte Integration [12] gesehen?

Können diese Annahmen bestätigt werden oder gibt es Wege aus den „Versäumnissen der Vergangenheit“ [13] zu lernen, die unter anderem von der Wissenschaftlerin, Boos-Nünning, im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Hausarbeit aufgezeigt werden?

Im Folgenden werden wichtige geschichtliche Ereignisse und politische Entscheidungen, seit dem Beginn der Einwanderung der Gastarbeiter nach Deutschland, ausgeführt. Der geschichtliche Rückblick gibt einen Überblick, damit die heutigen Probleme und Chancen der Integration besser verstanden werden können.

Abb. 1. Migrationshintergrund der Bevölkerung 2005 [14]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Laut dem statistischen Jahrbuch 2007 des statistischen Bundesamtes liegen der Anteil der Deutschen mit Migrationshintergrund im Jahr 2005 bei 10% und der Anteil der Ausländer bei 9%. Demzufolge hat ein Fünftel der Gesamtbevölkerung einen Migrationshintergrund in Deutschland.

Warum leben in Deutschland so viele Menschen mit Migrationshintergrund im Vergleich zu anderen Ländern in Europa?

2.1 Die ersten Gastarbeiter

Die Einwanderungswelle wurde durch den Bedarf an vielen Bauern auf dem Land ausgelöst, weil deutsche Arbeitskräfte in den fünfziger Jahren die Arbeit in Industrie- und Handwerksbetrieben bevorzugten. Der württembergische Bauernverband entschied sich für eine Ausleihe von günstigen Hilfskräften aus Italien und wandte sich an die Regierung. Das erste Abkommen zur Anwerbung von Arbeitskräften wurde 1955 mit Italien abgeschlossen und somit wurde der erste Schritt in eine unvorhersehbare Zukunft gemacht.[15]

Weitere Verträge wurden mit Spanien, Griechenland und am 31. Oktober 1961 mit der Türkei abgeschlossen. Zunächst waren es gebildete Männer mit qualifizierten Berufsausbildungen, die aus der Türkei nach Deutschland kamen. Später folgten ihnen zum Größten Teil Menschen aus dem Osten der Türkei. Die Menschen aus Anatolien hatten meistens keine Berufsausbildung. Niemand hatte sie gewarnt und gelehrt wie sie sich in einer freiheitlich- demokratischen Gesellschaft zurechtfinden sollten.[16]

Auf der anderen Seite machten sich in Deutschland nur wenige Menschen Gedanken, wie eine wachsende Gruppe von Menschen in einem christlich- demokratisch regierten Land leben soll. Die Voraussetzungen für ein harmonisches Zusammenleben waren für beide Seiten nicht vorhanden. Die Türken hatten kaum Vorstellungen über ihr neues Arbeits- und Lebensumfeld und die Deutschen kaum über ihre Lebensweise, Religion und Kultur.

Die türkische und die damalige deutsche Adenauer- Regierung wollten mit diesem Abkommen lediglich die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben. Die Gastarbeiter wurden in der Kosten-Nutzen- Rechnung von beiden Seiten als Kalkulationsgröße angesehen.[17]

Ist die Integration damals gescheitert?

Trotz des berauschenden Aufstiegs der deutschen Wirtschaft verfolgten viele Deutsche misstrauisch die Immigrationswelle. Ludwig Erhard, Nachfolger von Adenauer, hielt als Bundeskanzler 1965 eine historisch bedeutsame Rede. Er forderte das Volk auf, sich auf die deutschen Tugenden Fleiß und Bescheidenheit zurück zu besinnen und eine Stunde pro Woche mehr zu arbeiten, damit die Wirtschaft auf einen Teil der Fremdarbeiter verzichten kann. Die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften konnten jedoch nicht mehr auf billige Fremdarbeiter verzichten.

In der Rezessionszeit von 1967/ 68 wurden sogar weitere ausländische Arbeiter angefordert. Neben Marokko, Tunesien und Portugal wurde 1968 auch mit Jugoslawien ein weiteres Anwerbeabkommen unterzeichnet und somit eine weitere Immigrationswelle ausgelöst.

Niemand zweifelte daran, dass die Gastarbeiter nach bestimmter Zeit wieder zurück in die Heimat kehren würden. Die damaligen Politiker waren damit beschäftigt Maßnahmen für die Wiedereingliederung der türkischen SchülerInnen in das türkische Schulsystem zu ergreifen, wobei die Durchführung sehr realitätsfern war.

Es wurden keine wichtigen Entscheidungen getroffen, die das Zusammenleben von Türken und Deutschen erleichtern würden. Bildungsdefizite und mangelnde Sprachkenntnisse der türkischen Kinder wurden missachtet. Dadurch wurde die zweite Immigrantengeneration nicht wesentlich auf ein Leben in Deutschland vorbereitet, so Lachmann.[18] Das Fehlen von Integrationskonzepten machte sich schon bei vielen Gastarbeitern bemerkbar, weil viele wieder in die Heimat zurückkehrten.

Die Wirtschaft wuchs 1972 kräftig an aber die Lebensweise der Türken war für viele Deutsche etwas Fremdes[19] und bereitete Sorgen, weil sie immer mehr Lebensraum und Arbeitsplätze in Anspruch nahm. Es entstanden die ersten Ausländerviertel mit einer eigenen Infrastruktur.

Der soziale Wandel war bereits vollzogen und die Politik nahm erst durch das angespannte Verhältnis zwischen türkischen und deutschen Mitarbeitern die gesellschaftliche Veränderung wahr und reagierte darauf.[20] In einer Regierungserklärung des damaligen Bundeskanzlers, Willy Brand hieß es:

Es ist aber notwendig geworden, dass wir sorgsam überlegen, wo die Aufnahmefähigkeit unserer Gesellschaft erschöpft ist und wo soziale Vernunft und Verantwortung Halt gebieten. [21]

Kurz darauf wurde von der Regierung der Anwerbestopp bekannt gegeben. Doch es lebten bereits 910.500 Türken in der Bundesrepublik Deutschland. Sie mussten sich entweder für die Rückkehr in die Heimat oder für einen längeren Aufenthalt in Deutschland entscheiden. Ihre Entscheidungen wurden durch neu eingeführte Daueraufenthaltsgenehmigungen und durch neu erlassenen Gesetze der Familienzusammenführung erleichtert, so dass die meisten in Deutschland blieben und weitere 200.000 Angehörige dazu kamen. Mit dem neu erlassenen Gesetz blieb das Ausländerproblem weiterhin bestehen und zeigte, dass die Bedeutung der Gastarbeiter auf dem Arbeitsmarkt gesunken war. Gleichzeitig wurden sie besonders von vielen schlecht oder nicht ausgebildeten Bürgern als Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt angesehen.

Unter der Regierung von Helmut Schmidt wurde 1978 das Amt eines Integrationsbeauftragten geschaffen. Nach Heinz Kühn, dem ersten Amtsinhaber 1979, war die Entwicklung vom Gastarbeiter hin zum Einwanderer unumkehrbar. Er betonte in einer Stellungnahme die Wichtigkeit der Integration der in Deutschland lebenden Ausländer. Zum ersten Mal wurde von einem Politiker erwähnt, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist. Kein anderer Politiker wollte diese Tatsache zu diesem Zeitpunkt wahr haben.[22] In vielen Städten wie Köln, Düsseldorf und Duisburg bildeten sich die ersten Ballungszentren der Migranten. Umfragen im Mannheimer Zentrum (ZUMA) haben ergeben, dass 1980 nur 12 % der Deutschen nachbarschaftliche Verhältnisse zu Immigranten haben und nur 15% zählen Immigranten zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Die steigende Arbeitslosigkeit unter den Ausländern und die verbreitete Ängstlichkeit der Aufnahmegesellschaft wirkten sich wiederum auf die Politik aus. Kühn ging auf die Gefühlslage der Menschen ein und stellte 1980 fest:

Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer Nation leben, eine bestimmte Grenze überschreitet, gibt es überall auf der Welt Strömungen des Fremdheitsgefühls und der Ablehnung, die sich dann bis zur Feindseligkeit steigern. [23]

Was er damit zum Ausdruck bringen möchte ist, dass die Integrationsbemühungen zugleich mit Schwierigkeiten verbunden sind. Bundeskanzler Helmut Schmidt verschärfte dagegen seine Sichtweise: Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze. Alfred Dregger von der CDU forderte eindeutig die Rückkehr der Ausländer in ihre Heimat, indem er sagte: Es ist nicht unmoralisch zu fordern, dass der uns verbliebene Rest Deutschlands in erster Linie den Deutschen vorbehalten bleibt. [24]

Solche Formulierungen führten nach Ansicht von Lachmann zum Anstieg der Wählerstimmen von rechtspopulistischen Parteien und heizten die Stimmung im Volk noch mehr an.

Helmut Schmidt sprach in seiner Rede im Jahre 1983 die Reduzierung Ausländeranteils an. Daraufhin wurde im Bundestag noch in diesem Jahr schließlich das Gesetz zur Förderung der Rückkehrbereitschaft von Ausländern verabschiedet. Die finanziellen Anreize sollten die Heimreise erleichtern ohne den Integrationsgedanken von Kühn zu berücksichtigen. Die Kohl- Regierung verfolgte weiterhin eine Das- Boot- ist- voll [25] Politik und zeigte kein Interesse an Integration und Verbesserung der Lebensqualität der Ausländer.

Zu diesem Zeitpunkt waren aber bereits 4,3 Millionen Ausländer in Deutschland und ca. 315.000 Türken kehrten zwischen 1983 und 1984 zurück in die Heimat. Die Zahl der Rückkehrer war deutlich geringer als erhofft, weil es zur gleichen Zeit in der Türkei durch den Militärputsch keine politische und wirtschaftliche Stabilität zu finden war. Außerdem war das Angebot für viele nicht lohnenswert, um den gewohnten Lebensstandard in Deutschland aufzugeben und eine neue Existenz in der Türkei zu gründen.

Der Asylbewerberstrom veranlasste 1991 Innenminister Wolfgang Schäuble zur Verabschiedung eines neuen Ausländergesetzes. Damit wurde neben der Rechtssicherheit für die Ausländer auch die Reduzierung der Ausländerzahl angestrebt, um den inneren Frieden im Land zu sichern. Seit dem Anwerbestopp unter Willy Brandt 1973 wurden wichtige Schritte zur Integration von Ausländern vernachlässigt. Es gab bis dahin keine verpflichtenden Deutschkurse, die den Türken die Kommunikation mit Ämtern und Behörden erleichtert und den Zugang zu deutschen Medien eröffnet hätte. Ein verpflichtender Unterricht für Menschen, der das Wesen der bundesrepublikanischen Demokratie sowie in der Verfassung verankerten Grundrechte und Pflichten erläutert hätte, wäre ein fundamentaler Schritt zur Integration gewesen. Außerdem war die Bildungspolitik nicht bemüht, die Kultusminister, Lehrer und Erzieher auf die Eingliederung der Kinder der ersten Generation vorzubereiten. Somit wurden wichtige Schritte in der selbst geschaffenen Einwanderungssituation vernachlässigt, so Lachmann.

Die Mischung aus Ignoranz und tödliche Toleranz der Politik führte aus der Sicht von Lachmann zu Unverständnis und zu einer ausländerfeindlichen Stimmung im Volk. Die Verabschiedung der neuen Gesetze und radikale Formulierungen der Politiker in den 90er Jahren führten zur extremen Haltungsänderung der Einheimischen gegenüber den Einwanderern oder Asylanten.

Der Anfang dieser Haltungsänderung war 1991 in Hoyerswerda zu sehen. Erstaunlicherweise wurden die Randalierer sogar von den Bürgern unterstützt.[26] Später folgten Ausschreitungen in Rostock, Mölln und in Solingen. In Mölln wurden die Ausschreitungen nicht von den Bürgern unterstützt.

Über viele Jahre ging die Toleranzbereitschaft nicht über die Abgrenzung hinaus. Im weiteren Verlauf geht Lachmann auf die Konflikte ein und weist darauf hin, dass Konflikte im alltäglichen Zusammenleben zwischen Migranten und Deutschen zu sehr vermieden wurden, indem die Aufnahmegesellschaft die Gastarbeiter nicht an sich heran ließ. Es wird häufig außer Acht gelassen, dass diese Konflikte für ein Zusammenleben oder ein Zusammenfinden der Menschen notwendig sind.[27]

Sind die Parallelgesellschaften in Deutschland aus diesem Grund entstanden? Gibt es überhaupt eine Parallelgesellschaft in Deutschland?

2.2 Parallelgesellschaft

Der politische Begriff Parallelgesellschaft bezeichnet eine nicht akzeptierte, gesellschaftliche Selbstorganisation einer Minderheit.[28]

Demzufolge besteht in einer Parallelgesellschaft eine Gesellschaft, welche sich parallel zu einer anderen- bereits existierenden- Gesellschaft entwickelt und sich durch ihre Kultur von dieser unterscheidet. Je stärker sich die Minderheit abzugrenzen versucht, desto mehr ist sie durch ihr Anderssein- wollen jedoch von der anderen Gruppe abhängig. Auf der anderen Seite ist die Gefahr der Assimilation umso größer, wenn sich die Abgrenzungsbestrebung weiter ausdehnt.

Der Bielefelder Jugend- und Konfliktforscher, Wilhelm Heitmeyer, untersuchte die Ursachen zur Entstehung von Parallelgesellschaften und zeigte auf, dass die Subkulturen [29] das Produkt einer sozialen und kulturellen Segregation [30] sind. Der Begriff wurde zum ersten Mal in einer Studie zum islamischen Fundamentalismus unter Jugendlichen verwendet, in der die Situation der türkischstämmigen Jugendlichen in einer Aufnahmegesellschaft beschrieben wurde.[31]

Das Wort Parallelgesellschaft tauchte zwar 1996 zum ersten Mal auf, wurde aber nur zögerlich gebraucht. Die Bedeutung des Wortes wuchs erst in den letzten Jahren mit der sozio- kulturellen Entwicklung der Menschen und mit dem vermehrten Einfluss der Medien.

Insbesondere nach der Ermordung des islamkritischen Journalisten Theo van Gogh in den Niederlanden am 2. November 2004 hat der Begriff in den Medien und in der Politik an Bedeutung gewonnen. Als Gegenreaktion wurden Anschläge auf eine Koranschule, auf Moscheen, islamische Schulen und auch Kirchen in den Niederlanden verübt. Oftmals wurde der Begriff in Zusammenhang mit der gescheiterten multikulturellen Gesellschaft in Verbindung gebracht. Nach dem Terroranschlag in London am 7. Juli 2005 und die Unruhen in Frankreich 2005 tauchte der Begriff erneut in den Medien auf.[32]

In diesem neu hervorgerufenen Kulturkampf kann nach Heitmeyer der Anstieg von feindseligen Mentalitäten gegenüber schwachen Gruppen zu einer Gegenreaktion wie Abwehr, Distanz oder aber zu meist verdeckter Aggression führen.[33] Des Weiteren verstärkt dieser Kulturkampf die vorhandene Kluft zwischen dem christlichen Europa und den eingewanderten Muslimen. Die Diskussion um den EU- Beitritt der Türkei oder die Terroranschläge vergrößert die Angst vor einer Parallelgesellschaft.

Welche Situation in Deutschland vorherrscht, wird durch die soziologische Analyse deutlich. Die Geschichte der Zuwanderung der muslimischen Bevölkerung gibt außerdem einen Einblick in die Entstehung von aktuellen Problemen.

2.2.1 Situation am Beispiel Deutschlands

In Deutschland waren bis 1933 einige Parallelgesellschaften zu sehen wie z. B. die Sinti und Roma, die Dänen in Schleswig- Holstein und nach dem zweiten Weltkrieg die Sudetendeutschen.[34] Später kamen die türkischen Gastarbeiter nach Deutschland und andere islamisch geprägten Subkulturen folgten (Marokkaner, Bosnier usw.). In Folge dessen entstanden große muslimische Minderheiten in nicht- muslimischen Ländern.

Roy zeigt die Situation der muslimischen Bevölkerung aus einer anderen Perspektive auf und verweist auf das Neue in der Geschichte. Für ihn ist es neu, dass heute Muslime den persönlichen Beschluss fassen, in ein anderes Land auszuwandern, obwohl sie wissen, dass sie dort zu einer Minderheit gehören werden. Dadurch findet nicht nur eine Beseitigung der Grenzen zwischen dem Islam und dem Westen statt, sondern auch eine Entterritorialisierung,[35] d. h. der Islam gehört immer weniger einem bestimmten Territorium oder Kulturkreis an. Die Entterritorialisierung des Islam bezeichnet Roy als ein Ergebnis der Globalisierung und habe nichts mit dem Islam zu tun.

Dabei besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Entterritorialisierung des Islam und der Verbreitung von Religiosität und radikalem Neofundamentalismus.[36]

Die Immigranten haben während der Zuwanderung auch ihre Kulturaspekte wie z. B. der Besuch der Moschee, eigene Wertvorstellungen und Normen in ihre neue Heimat mitgebracht. Die radikalisierte Islamauffassung nahm nach Roy erst in den 80er Jahren ihren Lauf. Besonders in der zweiten und dritten Generation erreichten die Neofundamentalisten ihre Ziele bei den jungen Migranten, deren Ziel die Durchsetzung der islamischen Normen bei muslimischen Minderheiten war.[37] An dieser Stelle macht Roy deutlich, dass die Radikalisierung nicht aus den islamischen Ländern mitgenommen wurde, sondern erst in den westlichen Ländern entstanden ist.

Im weiteren Verlauf verweist er darauf, dass mittlerweile ein Drittel der Muslime in der Minderheitensituation leben und vergleicht andere Minderheiten aus der Geschichte wie z. B. die Tataren, die Muslime in Indien mit den Muslimen in Europa. Demzufolge hatten diese Minderheiten länger Zeit ihre eigene Kultur aufzubauen oder sich der Kultur anzuschließen. Aber er findet, dass die Muslime in den letzten drei Generationen, länger Zeit brauchten, um nachzudenken, was sie zu Muslimen macht.[38]

2.2.2 Schlussbemerkung

Deswegen müssen meiner Ansicht nach die verschiedenen Wertvorstellungen und Normen alle gleichberechtigt berücksichtigt werden, so dass vorurteilsfrei jede kulturelle Neigung vertreten werden kann. Ansonsten werden z. B. durch den fehlenden Islamunterricht an deutschen Schulen sogar zunehmend eigene Privatschulen mit arabischer oder türkischer Unterrichtssprache errichtet,[39] wodurch weitere Schwierigkeiten und Vorurteile nicht ausgeschlossen werden können. Aus diesem Grund wurde die schwierige Lage in Europa von Heitmeyer als Kampf der Kulturen bezeichnet.

Hierbei bringt Oliver Roy in kurzen Sätzen die emotionalen Seiten, die Schwierigkeiten der Identitätsbildung und Reflexion über die eigene Kultur zum Ausdruck, dessen Auswirkungen im weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Arbeit sich z. B. durch Gewalt an Schulen und durch Konfliktsituationen in sportlichen Begegnungen bemerkbar machen.

Die muslimischen Wertvorstellungen und Traditionen stoßen immer wieder auf die westlichen Werten und der Demokratie. Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit wird erst durch bestimmte Ereignisse wie z. B. Zwangsheirat, Kopftuchstreit, EU- Beitritt der Türkei usw. auf die Kollision zwischen der westlichen und islamisch geprägten Lebensweise gerichtet.

Nach dem Ehrenmord an Hatun Sürücü, die in 2005 von ihrem Bruder in Berlin erschossen wurde, erreichte der Wertekonflikt zwischen der westlichen Welt und der islamischen Welt die Massenmedien.[40] Nach solchen Vorfällen wird deutlich, dass eine Isolation der Minderheiten die kulturellen, religiösen und sozialen Unterschiede nicht beseitigt, sondern eher eine Verschiebung der Konflikte herbeiführt.

Es ist eine Tatsache, dass lange Zeit die Notwendigkeit einer wirksamen Integrationspolitik nicht erkannt wurde, um in der multikulturellen Gesellschaft Chancengleichheit und Stabilität herzustellen.

2.2.3 Situation in den Vereinigten Staaten

Anders als in Europa wird in den USA mit dem Thema Zuwanderung nicht gleich der Islam verbunden. Die Europäer sind historisch z. B. durch die koloniale Vergangenheit intensiver mit dem Islam konfrontiert worden. Die geographische Nähe zum Süden und die Erfahrungen mit den muslimischen Zuwanderern sind weitere Gründe warum die Europäer die Zuwanderung gleich mit dem Islam in Verbindung bringen und warum der Islam bei den meisten Misstrauen weckt. In der kurzen Geschichte als Kolonialmacht hatten die Amerikaner nie mit einem muslimischen Land zu tun. Noch vor den Anschlägen am 11. September 2001 gehörte die deutlich zur Schau gestellte Religiosität zum Teil des gesellschaftlichen und politischen Lebens.[41]

In den USA gibt es Millionen von Menschen unterschiedlicher Sprachen, Nationalitäten und Religionen. Die Parallelgesellschaften sind in sehr verschiedenen Kategorien vorzufinden und wurden vor allem von ostasiatischen Einwanderergruppen (Chinesen, Koreaner) gebildet.[42] Zahlreiche Gemeinschaften, wie die Amischen [43], hatten wegen der Religionsfreiheit die Möglichkeit bekommen, ein gesellschaftlich isoliertes Leben führen zu können. Eine weitere Parallelgesellschaft bildete sich im Süden des Landes die afroamerikanische Bevölkerung, die trotz der rechtlichen Gleichstellung wegen der fortschreitenden Diskriminierung eine eigene Lebenskultur behielt.

2.2.4 Unterschied zwischen Deutschland und den USA

Der maßgebliche Unterschied zwischen Deutschland und den USA liegt darin, dass in Deutschland die politische Gleichberechtigung der ethnischen Minderheiten nicht den gleichen Stellenwert hat wie in den USA. Deswegen ist der Integrationspfad länger und mühsamer. Die ersten rechtmäßigen Maßnahmen zur Integration von auf Dauer lebenden Zuwanderern sind durch das neue Zuwanderungsgesetz ergriffen worden.

Auf den Inhalt des Zuwanderungsgesetzes wird im Kapitel Integration von Migranten eingegangen.[44]

2.2.5 Pluralismus

Reichen Gesetze aus, um ein friedliches Zusammenleben zu fördern?

Ist Pluralismus ein geeigneter Weg?

Oliver Roy hält es für wichtig, dass für den Islam Raum geschaffen werden soll, ohne dabei die Gesetze oder Grundsätze zu ändern. Um die Radikalisierung der Denkweisen und Konflikte zwischen den Gemeinschaften vorzubeugen, ist seiner Ansicht nach der echte Pluralismus der beste Weg. Die Politik sollte sich auf Anerkennung der Muslime auf einer pluralistischen Ebene richten und gleichzeitig die Eingliederung des Islam fördern, um eine Gettoisierung zu verhindern.

Heutzutage wird der Islam als Religion oft mit der muslimischen Kultur vermischt. Zur islamischen Religion gehören der Koran und die Sunna [45] und die islamische Tradition ist von den Literaturen, Traditionen, Wissenschaften, soziale Beziehungen geprägt.

Viele Menschen und besonders die Medien bringen die Probleme der muslimischen Welt wie z. B. die Stellung der Frau oder Terrorismus sofort mit dem Islam bzw. mit dem Koran in Verbindung und versuchen sie analytisch zu erklären. Aber dabei wird oft vergessen, dass es sich hierbei um ein heiliges Buch handelt, das auf verschiedener Art und Weise interpretiert werden kann, und nicht um ein Code Civil. [46]

Außerdem wird bei den Erklärungsversuchen oft übersehen, dass es wichtiger ist, die Messlatte nicht nach dem Inhalt des Korans zu legen, sondern was der Koran nach Auffassung der Muslime sagt.

Zusammenfassend hält Roy fest, dass die Konfrontation zwischen dem Islam und dem Westen in westlichen Kategorien stattfindet. In einer globalen Welt, in der territoriale Grenzen zwischen den Kulturen an Bedeutung verlieren, treten mentale Grenzen in Erscheinung: Multikulturalität, Minderheiten, Kampf der Kulturen oder Dialog, Vergemeinschaftung (Kommunitarisierung) usw. sind Begriffe, die erst durch solche mentale Grenzen entstanden sind. Diese ethnischen und religiösen Grenzen existieren alleine in den Köpfen, Einstellungen und Redeweisen der Menschen und betreffen nicht die geographischen Grenzen.[47] Für ein friedliches und gemeinschaftliches Zusammenleben hält Roy den pluralistischen Weg am geeignetsten.

2.2.6 Kritik am Begriff Parallelgesellschaft

Wenn die Parallelgesellschaft der Identitätsstiftung der Mehrheitsgesellschaft durch Abgrenzung von den Anderen dienen soll, müssen gleichzeitig zunehmende polizeiliche, politische und pädagogische Zwangsmaßnahmen gegen die Parallelgesellschaft eingeführt werden.

Der Begriff wurde erst vor paar Jahren von den Medien und wird als Schlagwort verwendet. Die historischen Phänomene können jedoch nicht mit diesem Begriff erklärt werden.[48]

Der Begriff wird zum ersten Mal 1995/ 96 von Wilhelm Heitmeyer, verwendet und macht darauf aufmerksam, dass sieben Bedingungen existieren müssen, damit man von einer Parallelgesellschaft sprechen kann.

Man muss sagen, Segregation lax gesagt: gleich zu gleich gesellt sich gern ist erst mal kein Problem. Menschen gleicher Herkunft hoffen auf Hilfe von Ihresgleichen. Ich möchte noch mal grundsätzlich sagen, was das Wort „Parallelgesellschaft“ eigentlich beinhaltet. Das ist von Politikern als Kampfbegriff eingeführt oder instrumentalisiert worden. Ich kann nur davor warnen, eine schlichte Beschreibung dergestalt zu wählen, dass immer dann wenn Menschen eine unterschiedlichen Lebensstil haben, dann schon eine Parallelgesellschaft sind. Wir verwenden sieben Indikatoren bevor wir von Parallelgesellschaften sprechen. Wenn vor allem kulturelle Differenz betont wird gegenüber der Mehrheitsgesellschaft: „Also wir sind anders und wir wollen auch anders bleiben“. Und da gibt es in der türkischen Gemeinschaft auch eine hohe Anzahl, die das auch tun. Was dabei herumkommt, das zugleich die soziale Ungleichheit zementiert wird. Die Menschen forcieren über die kulturelle Differenz den eigenen Sprachgebrauch, die jungen Männer holen sich wieder vermehrt Frauen aus der Türkei, damit der Integrationsprozess immer wieder von neuem anfängt. [49]

Er kritisiert hauptsächlich den populistischen Gebrauch des Begriffes, der von Politikern als Kampfbegriff eingeführt und instrumentalisiert wurde. Der Begriff müsse nach Heitmeyer dann bei jedem unterschiedlichen Lebensstil der Menschen verwendet werden. Außerdem wird bei jedem weiteren Gebrauch die soziale Ungleichheit zementiert d. h. das Reden über den Begriff ist kein Lösungsansatz, sondern Teil des Problems, so Klaus J. Bade. [50]

Klaus J. Bade kritisiert auch den inflationären Gebrauch des Wortes. In einem Spiegel- Online- Interview führt er aus: [51]

Parallelgesellschaften im klassischen Sinne gibt es in Deutschland gar nicht. Dafür müssten mehrere Punkte zusammenkommen: eine monokulturelle Identität, ein freiwilliger und bewusster sozialer Rückzug auch in Siedlung und Lebensalltag, eine weitgehende wirtschaftliche Abgrenzung, eine Doppelung der Institutionen des Staates. Bei uns sind die Einwandererviertel meist ethnisch gemischt, der Rückzug ist sozial bedingt, eine Doppelung von Institutionen fehlt. Die Parallelgesellschaften gibt es in den Köpfen derer, die Angst davor haben: Ich habe Angst, und glaube, dass der andere daran Schuld ist. Wenn das ebenso simple wie gefährliche Gerede über Parallelgesellschaften so weitergeht, wird sich die Situation verschärfen. Dieses Gerede ist also nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. [52]

Bade erweitert die Kritik von Heitmeyer und betont die wachsende Angst und die Schuldzuweisung. Seinen Aussagen zufolge wird sich die Situation verschärfen, wenn der Begriff weiterhin inflationär gebraucht wird, statt konstruktive Lösungen zu suchen.

Auch Faruk Sen[53], ehemaliger Leiter des Essener Zentrum für Türkeistudien, geht auf die gesellschaftliche Situation der in Deutschland lebenden Zuwanderern ein.

Die Art und Weise, wie Deutsche und Zuwanderer inzwischen miteinander leben, wird unterschiedlich bewertet. In der politischen Debatte macht seit einiger Zeit das Schlagwort der „Parallelgesellschaften” die Runde, oftmals verknüpft mit der implizit oder explizit geäußerten Sorge um die Radikalisierung der muslimischen Zuwanderer.

Tatsächlich bilden sich bei der türkischen Minderheit, wie auch teilweise bei den anderen Zuwanderergruppen, immer weiter gehende ethnische Infrastrukturen. In Berlin und in den großen Städten des Rhein-Ruhr-Gebietes können vom Einkauf über den Friseurbesuch bis zur Mitgliedschaft in einer Fußballmannschaft alle Alltagsbeschäftigungen heute weitgehend innerhalb der türkischen Gemeinschaft erledigt werden. Mit der Dauer des Aufenthalts entwickelten sich Organisationsstrukturen weiter und etablierten sich mit der Zeit immer mehr Angebote in unterschiedlichen Lebensbereichen.

Besonders erfolgreich sind sie dort, wo Angebote entweder gar nicht bestanden oder die Integration in Strukturen der deutschen Gesellschaft als mangelhaft empfunden wurde. Diese ethnischen Selbstorganisationen können in einem eigendynamischen Prozess den Rückzug in die eigene Gruppe verstärken. Sie benötigen für den Erhalt und den Ausbau ihres Einflusses das ethnospezifische kulturelle Potenzial der türkischen Minderheit. Die Integration der Migranten würde dagegen mit den vitalen Eigeninteressen der ethnischen Selbstorganisationen kollidieren.

Die Abspaltung erfasst inzwischen auch gesellschaftliche Bereiche, denen traditionell ein großes Integrationspotenzial zugeschrieben wird. Das gilt insbesondere für die in Deutschland populärste Sportart Fußball. Hier offenbart sich der Rückzug in ethnische Nischen in der steigenden Anzahl eigenethnischer Mannschaften. [54]

In seinen Aussagen führt Sen die Vorteile auf, die bei der Gründung von ethnischen Infrastrukturen entstehen. Seiner Ansicht nach wird das Wort Parallelgesellschaft zu oft mit der Radikalisierung der Muslime in Verbindung gebracht. Dies empfindet er es als eine Dramatisierung, die aus einer anderen Betrachtungsweise nicht entstanden wäre. Im weiteren Verlauf erwähnt er auch den großen Einfluss der ethnischen Selbstorganisationen auf die Migranten, und weist daraufhin, dass die Integration der Migranten mit den vitalen Eigeninteressen der ethnischen Selbstorganisation kollidieren werde. Sen betrachtet den Rückzug in die eigene Gruppe als eine gesellschaftliche Abspaltung, wohingegen in seinen Äußerungen nicht deutlich wird, inwieweit dadurch ein Integrationspotenzial verschenkt oder neu dazugewonnen wird.

Bevor die Gründe für die Bildung von ethnischen Selbstorganisationen besonders im sportlichen Bereich näher erläutert werden, ist es zweckmäßig den Integrationsbegriff im nächsten Kapitel genauer zu beschreiben.[55]

3 Was wird unter Integration verstanden?

3.1 Definitionen

Das Wort Integration kommt aus dem Lateinischen (lat. integer, griechisch entagros: unberührt, unversehrt, ganz) und bedeutet Wiederherstellung und Erneuerung. Im Allgemeinen wird unter Integration die Eingliederung in ein Ganzes, Anpassung oder Angleichung verstanden.[56]

3.1.1 Soziale Integration

Der Begriff Integration wird sowohl in der Wissenschaft wie z. B. in der Soziologie und Pädagogik als auch in der Praxis verwendet. Insofern handelt es sich dabei um einen mehrdeutigen Begriff, so dass bei der Verwendung zunächst der Kontext beurteilt werden muss.[57]

Soziologisch betrachtet, werden Positionen und Funktionen einem sozialen Gebilde zugewiesen, die aufeinander angewiesen sind und sich zu einem Ganzen zusammensetzen. Dementsprechend ist die Integration ein sozialer Prozess, in dem ein Mensch oder mehrere Menschen in einem sozialen System aufgenommen werden. Dieses Gebilde soll im weiteren Integrationsprozess zur Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls führen.[58]

3.1.2 Integrationsdefinition nach Kobi

Kobi sieht die Integration nicht nur als eine Lösung eines gesellschaftlichen Konflikts, sondern als eine gemeinsame Aufgabe, die nur von beiden Seiten erwünscht und erarbeitet werden kann. Dafür brauchen sie echtes Interesse, damit die Integrationsbemühungen auch in schwierigen Lebenssituationen standhalten:

Integrale Daseinsgestaltung verheißt nicht Friede, Freude Eierkuchen, sondern lässt Grenzen, Unterschiede, Konflikte, stigmatisierende Präsentationsformen und Eigenheiten, Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdbildern und argumentativ nicht wegzuschaffende Antipathien in oftmals bedrängender Nähe weit deutlicher hervortreten als aus distinguierter Distanz. „Klar siehet, wer von ferne siehet- nebelhaft, wer Anteil nimmt! [59]

3.1.3 Integrationsdefinition nach Heckmann

Heckmann definiert die Integration 1985 als eine vollständige und umfassende Teilnahme und Teilnahmefähigkeit und Teilhabe und Teilhabefähigkeit in den Institutionen der Gesamtgesellschaft [60]

Er unterscheidet dabei drei Integrationsvorstellungen. Die vorherrschende Integrationsvorstellung in den 80er Jahren war die assimilative Integration.

- Die assimilative Integration, bei welcher die integrierte Minderheit die Kultur der Mehrheit und legt ihre Herkunftskultur ablegt.

- Die pluralistische Integration, die ermöglicht wird, wenn die ethnischen Minderheiten einen Teil ihrer Herkunftskultur bewahren und auch offen bewahren können, d. h. die Praktizierung einer Minderheitenkultur anerkannt wird.

- Die interaktive (interaktionistische) Integration, die eine wechselseitige Übernahme von Kulturelementen durch die Minderheits- wie auch die Mehrheitsgesellschaft impliziert.

Die pluralistischen Integrationsvorstellungen gewannen erst seit den 90er Jahren zunehmend an Bedeutung. Erst die gesetzlichen Regelungen von Zuwanderung in den Jahren 2000/ 2001 führten zu einer pragmatischen Debatte über die Notwendigkeit für ein Zusammenleben der unterschiedlichen ethnischen Gruppe. [61]

Eine pluralistische und vermutlich auch interaktionistische Integration existiert in der Bundesrepublik bereits seit vielen Jahren im Verhältnis der dänischen Minderheit zur deutschen Mehrheit in Schleswig- Holstein [62]

Heckmann verdeutlicht, dass diese Form der Integration schon seit längerer Zeit bereits existiert und funktioniert. Es ist also durchaus möglich, dass mindestens zwei Gesellschaften unterschiedlicher Kulturen in einem ausgeglichenen Verhältnis miteinander auskommen, was jedoch erst nach einem langen Widerstand erkämpft werden musste.

3.2 Assimilierung und ethnische Identität

Wenn man unter Assimilation die weitgehende Auflösung kultureller Eigenarten der eingewanderten Gruppe und die fast vollständige Verschmelzung mit der einheimischen Bevölkerung versteht, dann ist genau dies im öffentlichen Sprachgebrauch in der Regel nicht mit Integration gemeint. Wenn überhaupt die Integration mit der Assimilation in Verbindung gebracht wird, so wird die Integration bestenfalls als Zwischenphase angesehen [63]

Schrader sieht die Assimilation als eine „Zwischenphase der Integration“. Er bringt zum Ausdruck, dass sich die Integrationsvorstellungen im Laufe der Zeit geändert haben und im öffentlichen Sprachgebrauch teilweise durcheinander gebracht werden. Seiner Ansicht nach führe die interaktionistische Integrationsform als ein Prozess ständiger Interaktion zur Eingliederung von Menschen in Deutschland.

3.2.1 Historische Anmerkung

Im Jahre 1864 hatte Dänemark die Herzogtümer Schleswig an Preußen und Holstein an Österreich verloren. 1871 wurde Schleswig- Holstein mit einer dänischen Bevölkerungsgruppe Teil des Deutschen Reiches. Die dänische Bevölkerung litt unter Assimilierungspolitik und musste ihre dänische Sprache und Kultur in der Öffentlichkeit aufgeben. Viele dänische Angehörige widersetzten sich dieser Assimilierungspolitik, die als historisches Beispiel einer Zwangsassimilierung gilt.[64] Eine weitere Assimilierungspolitik in der deutschen Geschichte war zwischen Preußen und Polen zu sehen. Auf die Assimilierungsversuche reagierten die Polen im Ruhrgebiet mit ethischer Mobilisierung und waren bemüht ihre kulturelle und ethnische Identität zu erhalten, indem sie ethnische Kolonien bildeten.[65] Die Einwanderer in den Vereinigten Staaten waren ebenfalls von einer Assimilierungspolitik betroffen. Nach dem Prinzip des unitarischen [66] Nationalstaates wurde die ethnische Vielfalt und der kulturelle Pluralismus nicht als Ziel angestrebt, sondern als Hindernis gesehen. Trotz der Assimilierungsgedanken gibt es immer noch einige Juden, Italiener, Polen und andere Gruppen, die an ihrer Kultur festhalten.

3.2.2 Assimilation

Unter Assimilation wird ein Zustand der Angleichung oder der Weg zu einem Zustand der Angleichung verstanden. Demnach ist die Integration nur durch Assimilation möglich. Es gibt nach Esser[67] verschiedene Assimilationsprozesse. Im Folgenden werden davon vier dargestellt und näher betrachtet:

- Kognitive Assimilation
- Identifikatorische Assimilation
- Soziale Assimilation
- Strukturelle Assimilation

Die kognitive Assimilation führt zur Aneignung des Wissens über die neue Kultur. Bei der identifikatorischen Assimilation werden nach Esser fremde Eindrücke vom Ausländer wahrgenommen, bewertet und verinnerlicht. Die sozialen Kontakte und die fremde Umwelt verändern ebenfalls die Persönlichkeit des Fremden. Außerdem findet eine weitere Anpassung in struktureller Ebene durch Institutionen wie z. B. Behörden, Schule usw. der Aufnahmegesellschaft statt.[68]

Warum ist Assimilation immer wieder ein umstrittener Begriff?

Dass diese Prozesse nicht klar zu trennen sind und dass es unterschiedliche Auffassungen zur Assimilation gibt, zeigt sich auch nach der heftig umstrittenen Rede von Recep Tayyip Erdogan vom 12. Februar 2008. Der türkische Ministerpräsident, Recep Tayyip Erdogan, sorgte nach seiner Rede in der deutschen Öffentlichkeit für Verunsicherung. In seiner Rede vor 16.000 Türken in Köln ruft er die türkischstämmige Minderheit klar zur Integration auf:

[...]


[1] (vgl. Hofer. Parallelgesellschaft- ein Angstbegriff? Zugriff am 20.02.09 www.dioezese-linz.at/redaktion/data/sozialreferat/PARALLELGESELLSCHAFT.doc.)

[2] zentrales Leitbild moderner Demokratien, deren politische Ordnung und Legitimität ausdrücklich auf der Anerkennung und dem Respekt vor den vielfältigen individuellen Meinungen und Interessen beruht. (vgl. Bundeszentrale für politische Bildung. Pluralismus. Zugriff am 11.02.09 unter http://www.bpb.de/popup/popup_lemmata.html?guid=D1632M)

[3] Anpassung, Angleichung (vgl. Wahrig, 1987, S. 77)

[4] ( vgl. Deutsches PISA- Konsortium, 2003)

[5] (vgl. Diefenbach, 2008, S. 135)

[6] (vgl. ebd.)

[7] (vgl. Heckmann, 1992, S. 125. In: ebd.)

[8] (vgl. Deutscher Olympischer Sportbund. Integration durch Sport. Zugriff am 12.12.08 unter http://www.integration-durch-sport.de/fileadmin/fm-dsb/downloads/auszug_ib.pdf)

[9] Verschiedenartigkeit

[10] (vgl. Schymura, 2007, S.11)

[11] (vgl. Lachmann, 2006, S. 7)

[12] (vgl. Mannitz, 2006, S.3)

[13] ( vgl. Boos- Nünning, 2005, S. 470)

[14] (vgl. statistisches Bundesamt, statistisches Jahrbuch 2007)

[15] (vgl. Schwehn, 2008. Gastarbeiter in Deutschland. Zugriff am 02.02.09 unter http://politik-gesellschaft-deutschland.suite101.de/article.cfm/gastarbeiter_in_deutschland)

[16] (vgl. Lachmann, 2006, S. 18)

[17] (vgl. ebd.) Kosten- Nutzen- Rechnung Dieser Gedanke ist auch in den heutigen Sportvereinen wie z. B. im Profifußball zu sehen. Die Fußballer werden akzeptiert, wenn sie zum Erfolg der Mannschaft beitragen.

[18] (vgl. Lachmann, 2006, S. 21)

[19] Im siebten Kapitel wird auf den Umgang mit Fremdheit im Sportunterricht und in Sportvereinen eingegangen.

[20] (vgl. Lachmann, 2006 S. 22)

[21] (Lachmann, 2006, S. 23)

[22] (vgl. Lachmann, 2006, S. 25)

[23] (vgl. Lachmann, 2006, S. 26)

[24] (vgl. ebd.)

[25] (vgl. ebd.)

[26] (vgl. Lachmann, 2006, S. 36)

[27] (vgl. Lachmann, 2006, S. 42)

[28] (vgl. Hofer. Zugriff am 20.02.09 unter www.dioezese-linz.at/redaktion/data/sozialreferat/PARALLELGESELLSCHAFT.doc.)

[29] Kultur einer Gruppe innerhalb eines größeren Kulturbereichs, die oft in bewusstem Gegensatz zu diesem entstanden ist. (Wahrig, 1987, S. 728)

[30] Trennung bestimmter gesellschaftlicher Gruppen von einer größeren sozialen Einheit. (vgl. Wahrig, 1987, S. 684)

[31] (vgl. Heitmeyer,1996. Zugriff am 12.12.08 unter www.zeit.de/1996/35/heitmey.txt.19960823.xml)

[32] (vgl. Halm. Zugriff am 04.02.09 unter http://www.bpb.de/popup/popup_fussnote.html?guid=HZXF9F#id_1

[33] (vgl. Grafstat, 2004. Zugriff am 13.03.09 unter http://www.bpb.de/popup/popup_grafstat.html?url_guid=TS8FVV)

[34] (vgl. Bade 1992. Zugriff am 11.02.09 unter https://books.google.de/books?id=MB50DN-958MC&pg)

[35] (vgl. Roy, 2006, S. 34),

[36] (vgl. Roy, 2006, S. 20)

[37] (vgl. Roy, 2006, S. 16)

[38] (vgl. Roy, 2006, S. 35)

[39] (vgl. Grafstat. Zugriff am 13.03.09 unter http://www.bpb.de/popup/popup_grafstat.html?url_guid=TS8FVV)

[40] (vgl. Reimann. Zugriff am 02.03.09 unter http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,533755,00.html.)

[41] (vgl. Roy, 2006, S. 32)

[42] (vgl. Grafstat. Zugriff am 13.03.09 unter http://www.bpb.de/popup/popup_grafstat.html?url_guid=TS8FVV)

Amische: Der Name „Amische“, „Amischen“ entwickelte sich aus dem Namen Jakob Ammanns, der Ältester, also Gemeindeleiter, einer Mennonitengemeinde in der Schweiz war und sich 1693 mit Gleichgesinnten vom Hauptzweig der Mennoniten abtrennte. (vgl. Begriffserklärung Amische. Zugriff am 12.03.09 unter http://www.mennoniten.de/amische.html

[44] (vgl. Rommelspacher, 2002, S. 204)

[45] Die Ausübung der Religion durch den Propheten

[46] (vgl. Roy, 2006, S. 25)

[47] (vgl. Roy, 2006 S. 36)

[48] (vgl. Halm. Zugriff am 06.02.09 unter http://www.parallelgesellschaft.de/berichte/vortrag-halm.pdf)

[49] (vgl. Heitmeyer, 2005. Segregation. Zugriff am 12.02.09 unter www.db.swr.de/upload/manuskriptdienst/wissen/wi20040901_2682.rtf.(nichtmehr verfügbar)

[50] (vgl. ebd.)

[51] (vgl. Bade, J. Klaus. Parallelgesellschaft. Zugriff am 14.03.09 unter http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,329285,00.html (im Archiv)

[52] (vgl. ebd.)

[53] Am 3. Juli 2008 wurde Şen als Direktor des Zentrums für Türkeistudien (ZfT) suspendiert. Nach Kritik an seiner Person, nachdem er die Lage der türkischen Migranten in Deutschland mit der Situation der Juden im Dritten Reich verglichen hatte, gab Şen seine Stelle zum Jahresende. Zugriff am http://www.welt.de/politik/article2179999/Faruk_Sen_und_sein_finsteres_Deutschlandbild.html

[54] (vgl. Sen, 2002. Zugriff am 16.03.09 unter http://www.bpb.de/publikationen/7LG87X,5,0,T%FCrkische_Minderheit_in_Deutschland.html)

[55] (vgl. ebd.)

[56] (vgl. Begriffserklärung Integration. Zugriff am 12.02.09 http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/slex/seitendvd/konzepte/l52/l5211.htm)

[57] (vgl. ebd.)

[58] (vgl. Artikel „Integration“, S. 303-304)

[59] (Kobi, 2006, S. 237)

[60] (vgl. Heckmann, 1985, S. 22)

[61] (vgl. Sen. Zugriff am 20.03.09 unter http://www.turkischweb.com/D-Migration/seite13.htm)

[62] (Heckmann, 1985, S.23)

[63] (Schrader u.a. 1976, S.41)

[64] (vgl. Heckmann, 1992, S. 163)

[65] (vgl. Heckmann 1992, S. 164)

[66] Streben nach einem Einheitsstaat (Wahrig, 1987, S. 789)

[67] (vgl. Hartmut Esser 2001)

[68] (vgl. Hartmut Esser 2001)

Ende der Leseprobe aus 114 Seiten

Details

Titel
Integration von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund in den Schul- und Vereinssport
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1-2
Autor
Jahr
2009
Seiten
114
Katalognummer
V135896
ISBN (eBook)
9783668086173
ISBN (Buch)
9783668086180
Dateigröße
2882 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
integration, schülern, schülerinnen, migrationshintergrund, schul-, vereinssport
Arbeit zitieren
Gökhan Yumuk (Autor), 2009, Integration von Schülern und Schülerinnen mit Migrationshintergrund in den Schul- und Vereinssport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135896

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