Bei dieser Bachelorarbeit geht es um Scherzonen in eklogitischen Glimmerschiefern, der Sesia Zone aus den Westalpen. Hier habe ich Glimmerschiefer aus zwei Bereichen in Hinblick auf Ihr Gefüge untersucht. Nach einem Methodischen Teil, der einen Überblick über angewandte Methoden (wie Rasterelektronenmikroskop, Kathodolumineszenzmikroskop, und Polarisationsmikroskop)gibt, wurde zunächst die geographische Lage beschrieben und im Anschluss der Begriff der Scherzone definiert. Daraufhin wurden die Proben auf ihr Gefüge (Mylonit Kataklasit, Pseudotachylyt; welches auch beschrieben wurde) untersucht und es wurde Versucht die Proben einem der Gefüge zuzuordnen. Abschluss dieser Arbeit liefert eine Zusammenfassung der Ergebnisse und ein Anhang mit einigen Fotos und Abbildungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Fragestellung und Zielsetzung der Studie
2 Geographisch-geologischer Überblick
2.1 Übersicht zur Geologie der Alpen
2.2 Geologie der Sesia Zone
3 Scherzonen
3.1 Gesteine in Störungszonen
3.1.1 Kataklasite
3.1.2 Mylonite
3.1.3 Pseudotachylyte
4 Methodik
4.1 Polarisationsmikroskop
4.2 Rasterelektronenmikroskop
4.2.1 Sekundärelektronen
4.2.2 Rückstreuelektronen
4.3 Kathodolumineszenzmikroskop
5 Darstellung der Ergebnisse
5.1 Probe ST1213
5.2 Probe CT32
5.3 Probe CT134
5.4 Probe CT208a, CT208d, CT 208f
6 Schlussfolgerung & Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht unterschiedliche Scherzonen in eklogitischen Glimmerschiefern der Sesia-Zone in den Westalpen, um Aussagen zur Gesteinsverformung und zur Deformationsgeschichte zu treffen. Durch die mikroskopische Charakterisierung von Gefüge, Mächtigkeit und Mineralbestand sollen Rückschlüsse auf die Deformationsbedingungen und die Art der vorliegenden Scherzonen gezogen werden.
- Petrologische Analyse von eklogitischen Glimmerschiefern
- Charakterisierung von Störungsgesteinen wie Kataklasiten, Myloniten und Pseudotachylyten
- Anwendung optischer Methoden (Polarisationsmikroskopie, REM, Kathodolumineszenz)
- Untersuchung von Proben aus dem unteren Aosta-Tal und vom Mt. Mucrone
- Interpretation von Deformationsbedingungen und -prozessen
Auszug aus dem Buch
3.1 Kataklasite
Kataklasite sind Gesteine, die durch verteilt spröde, kataklastische Deformation geprägt sind. Sie werden in geringen Tiefen und bei vergleichsweise geringen Drücken gebildet. Kataklasite zeichnen sich hauptsächlich durch ein richtungsloses Gefüge aus. Eine gebräuchliche Unterteilung der Kataklasite, als auch der Mylonite (Kapitel 3.2), wird vorgenommen nach Ihrem Matrixanteil (nach Sibson, 1977b und Scholz, 2002).
Die Unterteilung lautet:
• Protokataklasite
• (Meso-) Kataklasite
• Ultrakataklasite
Diese Unterteilung (Tabelle 1) ist jedoch willkürlich. Beispielsweise würde ein Matrixanteil von 10% (somit würde es sich um einen Protokataklasit handeln) bedeuten dass nur 10% des Gesteins „deformiert“ wurde, bzw. eine Veränderung durchlebt hat. Es gibt jedoch keine festgelegte Definition, die einen Kataklasit von einem Ultrakataklasit unterscheidet. Meist bestehen Kataklasite aus ungerundeten, eckigen, scharfen Komponenten, bedingt durch die spröde Deformation, die sie durchlebten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Fragestellung und Zielsetzung der Studie: Die Arbeit definiert das Ziel, mittels unterschiedlicher Scherzonen in Glimmerschiefern Aussagen über die Deformationsgeschichte und -bedingungen der Gesteine zu treffen.
2 Geographisch-geologischer Überblick: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Alpen sowie die geologische Einordnung und Unterteilung der Sesia-Zone als Teil der Austroalpinen Einheit.
3 Scherzonen: Hier werden theoretische Grundlagen zu Scherzonen und den zugehörigen Störungsgesteinen wie Kataklasiten, Myloniten und Pseudotachylyten in Abhängigkeit von Druck, Temperatur und Tiefe dargelegt.
4 Methodik: Es werden die für die Untersuchung der Dünnschliffe verwendeten optischen Methoden vorgestellt: Polarisationsmikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie (REM) und Kathodolumineszenzmikroskopie.
5 Darstellung der Ergebnisse: Dieses umfangreiche Kapitel präsentiert die detaillierten petrographischen Analysen und Untersuchungsergebnisse der sechs verschiedenen Gesteinsproben aus dem Aosta-Tal und vom Mt. Mucrone.
6 Schlussfolgerung & Zusammenfassung der Ergebnisse: Hier werden die Ergebnisse synthetisiert, wobei deutliche Unterschiede in der Deformation zwischen den Proben aus dem Aosta-Tal (Mylonite/Ultramylonite) und vom Mt. Mucrone (Pseudotachylyte) aufgezeigt und interpretiert werden.
Schlüsselwörter
Scherzonen, Sesia-Zone, eklogitische Glimmerschiefer, Deformation, Mylonite, Ultramylonite, Pseudotachylyte, Geologie der Alpen, Polarisationsmikroskop, Rasterelektronenmikroskop, Kathodolumineszenz, Metamorphose, Gesteinsgefüge, Aosta-Tal, Mt. Mucrone.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Verformung von Gesteinen anhand von Scherzonen in eklogitischen Glimmerschiefern der Sesia-Zone in den Westalpen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die geologische Einordnung der Sesia-Zone, die Klassifikation und Entstehung von Störungsgesteinen sowie deren petrographische Charakterisierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Deformationsprozess der untersuchten Gesteine nachzuvollziehen und Schlussfolgerungen zu den jeweiligen Deformationsbedingungen (Druck, Temperatur) zu ziehen.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Zur Analyse der Dünnschliffe werden das Polarisationsmikroskop, das Rasterelektronenmikroskop (REM) und das Kathodolumineszenzmikroskop verwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zu Scherzonen, die Erläuterung der Untersuchungsmethoden und die detaillierte Darstellung und Auswertung der Ergebnisse für die sechs gewählten Gesteinsproben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Scherzonen, Sesia-Zone, Mylonit, Pseudotachylyt, Deformation, Petrographie und Mikroskopie.
Wie unterscheiden sich die Scherzonen aus dem Aosta-Tal von denen am Mt. Mucrone?
Die Scherzonen aus dem Aosta-Tal sind als Mylonite bzw. Ultramylonite bei duktilen Bedingungen entstanden, während die Proben vom Mt. Mucrone eher auf spröde-duktile Deformation und die Bildung von Pseudotachylyten hindeuten.
Welche Rolle spielt die Insubrische Linie für die Ergebnisse der Arbeit?
Die Nähe der Proben vom Mt. Mucrone zur Insubrischen Linie macht diese Scherzonen zu potenziellen Hinweisen auf frühere Erdbebenaktivität, was die Entstehung der Pseudotachylyte erklärt.
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- Patrycja Jakschik (Author), 2008, Scherzonen in eklogitischen Glimmerschiefern der Sesia Zone, Westalpen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135903