Ziel dieser Arbeit war die Entwicklung einer Unterrichtsverlaufsplanung für das Praktikum „Instrumentelle Analytik“/Teilgebiet HPLC-Analytik. Diese sollte den besonderen
Bedingungen von Praktika im Pharmaziestudium gerecht werden. Die dazu eingangs geschilderte Problematik macht deutlich, daß die vorhandenen Bedingungen nicht optimal für die Erfüllung der Funktion der Praktika geeignet sind. Auf motivationaler Ebene wirken sich die unzureichende Anerkennung guter Lehre gegenüber guter Forschung sowie die hohe Lehr- und Betreuungslast negativ auf die Lehrkräfte aus. Die unzureichende pädagogische Ausbildung akademischer Lehrkräfte führt dazu, daß die guten Voraussetzungen für eine problemorientierte Lehrform an der Universität nur ungenügend genutzt werden.
Im Praktikum „Instrumentelle Analytik“/Teilgebiet HPLC-Analytik sollen Fähigkeiten auf dem Gebiet der Pharmazeutischen Chemie erworben werden, die in aufbauenden Praktika zu Fertigkeiten ausgebaut werden können, um eine berufliche Handlungskompetenz des
Absolventen zu erlangen. Fähigkeiten und Fertigkeiten können im Praktikum schwerpunktmäßig durch rezeptives oder problemorientiertes Lehren vermittelt werden. Gerade weil in zukünftigen Berufsanforderungen das Fachwissen allein nicht ausreicht, sind problemorientierte Ansätze gefragt, um die nötige Selbständigkeit und Variabilität der Lernenden zu fördern.
Nach Einführung in die Thematik des problemorientierten Lernens (POL) wurde auf ein Konzept nach TÜMMERS (A-V-EB-E-Konzept) fokussiert. Innerhalb dieser Arbeit konnte gezeigt werden, wie dieses Konzept für den Teilabschnitt HPLC-Analytik des Praktikums „Instrumentelle Analytik“ angewendet werden kann und daß es den besonderen Bedingungen im Pharmaziestudium gerecht wird. Das Konzept bietet grundsätzlich die Möglichkeit ohne größeren Zeitaufwand in modifizierter Form auf andere Teilgebiete des Praktikums „Instrumentelle Analytik“ angewendet werden zu können. Der geringfügig höhere Zeitaufwand sollte dabei in Kauf genommen werden.
Inhaltsverzeichnis
1 VORBEMERKUNGEN
2 DIE PROBLEMATIK DER GESTALTUNG VON PRAKTIKA IN DER AUSBILDUNG VON PHARMAZIESTUDENTEN
2.1 ZUR FUNKTION VON PRAKTIKA IM PHARMAZIESTUDIUM
2.2 PROBLEME BEI DER GESTALTUNG DER PRAKTIKA IM PHARMAZIESTUDIUM
2.2.1 PÄDAGOGISCHE AUSBILDUNG UND MOTIVATION DER AKADEMISCHEN LEHRKRÄFTE
2.2.2 ANDERE BEDINGUNGEN FÜR DIE DURCHFÜHRUNG VON PRAKTIKA
2.3 FRAGESTELLUNGEN ZUR GESTALTUNG SOLCHER PRAKTIKA
2.4 METHODISCHES VORGEHEN
3 METHODEN ZUR HERAUSBILDUNG VON FÄHIGKEITEN UND FERTIGKEITEN IM PRAKTIKUM
3.1 BEGRIFFE: FÄHIGKEIT, FERTIGKEIT
3.1.1 INTENTIONALITÄT VON FÄHIGKEITEN UND FERTIGKEITEN
3.1.2 BEGRIFFLICHKEITEN
3.2 DIDAKTISCHE KONZEPTE FÜR DAS PRAKTIKUM
3.2.1 VORBEMERKUNGEN
3.2.2 PROBLEMORIENTIERTES LERNEN (POL) UND PROBLEMORIENTIERTE ANSÄTZE
3.2.2.1 Zum Begriff Problem
3.2.2.2 Problemlöseprozeß
3.2.2.3 POL nach TÜMMERS
3.2.2.3.1 Problemstellung
3.2.2.3.2 Problemstrukturierung
3.2.2.3.3 Lösungssuche
3.2.2.3.4 Lösungsprüfung
3.2.2.3.5 Lösungsbereitstellung
3.2.2.3.6 Schlußbemerkung zu den diskutierten Konzepten
3.2.2.3.7 A-V-EB-E-Konzeption
3.2.2.4 Die Rolle des Lehrenden und Bedingungen für POL
3.2.2.5 Die Herausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im Praktikum mit Hilfe von POL
4 PLANUNG DER STOFFEINHEIT „HPLC-ANALYTIK“ IM PRAKTIKUM „INSTRUMENTELLE ANALYTIK“ FÜR PHARMAZIESTUDENTEN
4.1 DAS PRAKTIKUM „INSTRUMENTELLE ANALYTIK“
4.2 UNTERRICHTSVERLAUFSPLANUNG DER STOFFEINHEIT „HPLC-ANALYTIK“
4.2.1 ALLGEMEINE UNTERRICHTSBEDINGUNGEN
4.2.2 VORBEREITUNG DES ARBEITSPLATZES UND DER ARBEITSMITTEL
4.2.3 LEHRZIELE
4.2.4 THEMATIK
4.2.5 ÜBERSICHT
4.2.6 BESCHREIBUNG DER UNTERRICHTSVERLAUFSPLANUNG
4.2.6.1 Problemstellung
4.2.6.2 Problemstrukturierung
4.2.6.3 Lösungssuche
4.2.6.4 Lösungsprüfung
4.2.6.5 Lösungsbereitstellung
4.2.6.6 Bewertung der Unterrichtsverlaufsplanung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein didaktisch-methodisches Konzept für die Stoffeinheit "HPLC-Analytik" innerhalb des Praktikums "Instrumentelle Analytik" im Pharmaziestudium zu entwickeln, um die Lernqualität durch problemorientiertes Lernen zu verbessern und den Studierenden notwendige berufsrelevante Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln.
- Analyse der Probleme aktueller Praktikumsgestaltung im Pharmaziestudium
- Fundierung didaktischer Ansätze durch das problemorientierte Lernen (POL)
- Einführung des A-V-EB-E-Konzepts nach Tümmers für die Unterrichtsplanung
- Entwicklung einer konkreten Unterrichtsverlaufsplanung für die HPLC-Analytik
- Förderung von Selbstständigkeit und Problemlösekompetenz bei Studierenden
Auszug aus dem Buch
3.2.2.3.7 A-V-EB-E-Konzeption
Dieses Konzept wurde von TÜMMERS (1980, S. 35ff.) etabliert und geht davon aus, daß ein Lernender mit geringen Lernschwierigkeiten die Probleme im Praktikum weitgehend selbständig lösen kann und die erforderlichen, phasenspezifischen Denkleistungen selbständig vollziehen kann. Dieser Lernende benötigt nur aufgabenorientierte (A) Lehrhilfen hinsichtlich der phasenspezifischen Teilaufgabe.
Kann der Lernende in der anschließenden Denkpause die phasenspezifische Aufgabe nicht lösen, so sollte der Lehrende zunächst verfahrensorientierte Hinweise (V) geben. Diese bezeichnen nur formal die erforderlichen Denkoperationen zur Bewältigung der Aufgabe, dabei werden noch keine inhaltlichen Lösungshinweise gegeben. Wird auch in der nächsten Denkpause keine Lösung gefunden, so werden vom Lehrenden nun Angaben über den ergebnisrelevanten Lösungsbereich (EB) bzw. bei hohen Lernschwierigkeiten Angaben zum präzisen Ergebnis (E) gemacht.
Diese Verfahrensweise nennt man auch A-V-EB-E-Konzept und verdeutlicht die empfohlene Reihenfolge von Aufgaben-, Verfahrens, Ergebnisbereichs- und Ergebnishinweisen mit integrierten Denkpausen zur Förderung möglichst problemlösenden Denkens (siehe Abbildung 3). Anhand dieses Schemas wurde eine Unterrichtsverlaufsplanung für den Teilabschnitt HPLC-Analytik im Praktikum „Instrumentelle Analytik“ entworfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 VORBEMERKUNGEN: Einführung in die aktuelle Problematik der universitären Lehrqualität und die Motivation zur Entwicklung praxisorientierterer Ausbildungskonzepte.
2 DIE PROBLEMATIK DER GESTALTUNG VON PRAKTIKA IN DER AUSBILDUNG VON PHARMAZIESTUDENTEN: Darstellung der funktionalen Rolle von Praktika und der Defizite durch fehlende pädagogische Ausbildung sowie hohe Lehrbelastung.
3 METHODEN ZUR HERAUSBILDUNG VON FÄHIGKEITEN UND FERTIGKEITEN IM PRAKTIKUM: Theoretische Auseinandersetzung mit Begriffen wie Fähigkeit und Fertigkeit sowie Begründung problemorientierter didaktischer Konzepte (POL).
4 PLANUNG DER STOFFEINHEIT „HPLC-ANALYTIK“ IM PRAKTIKUM „INSTRUMENTELLE ANALYTIK“ FÜR PHARMAZIESTUDENTEN: Praktische Anwendung des A-V-EB-E-Konzepts auf die spezifische Stoffeinheit HPLC-Analytik mit detaillierter Verlaufsplanung.
Schlüsselwörter
Pharmaziestudium, Praktikum, Instrumentelle Analytik, HPLC-Analytik, Problemorientiertes Lernen, Didaktik, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Unterrichtsplanung, A-V-EB-E-Konzept, Selbstständigkeit, Problemlösefähigkeit, Hochschullehre, Berufsvorbereitung, Arzneibuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der universitären Lehre im Pharmaziestudium, insbesondere im Praktikum "Instrumentelle Analytik", durch die Einführung problemorientierter Lernmethoden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit verknüpft Hochschuldidaktik mit speziellen Inhalten der pharmazeutischen Analytik, wobei der Fokus auf der Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten liegt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Erstellung einer didaktisch fundierten und in der Praxis anwendbaren Unterrichtsverlaufsplanung, die auch ohne aufwendige pädagogische Vorbildung der Lehrenden umsetzbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Modellierung nach Heimann sowie das problemorientierte Lehrkonzept nach Tümmers (A-V-EB-E-Konzept) auf die HPLC-Analytik angewendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die bestehenden Probleme der Praktikumsgestaltung, theoretisiert den Erwerb von Kompetenzen und präsentiert eine detaillierte Unterrichtsplanung für den HPLC-Teilabschnitt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind problemorientiertes Lernen (POL), HPLC-Analytik, Fähigkeiten/Fertigkeiten, A-V-EB-E-Konzept und handlungsorientierte Lehre.
Warum ist das A-V-EB-E-Konzept für dieses Praktikum besonders geeignet?
Es ermöglicht eine differenzierte Hilfestellung durch den Lehrenden (Aufgaben, Verfahren, Ergebnisbereich, Ergebnis), wodurch heterogene Leistungsniveaus der Studierenden besser aufgefangen werden können.
Welche Rolle spielt der Morphologische Kasten in der Unterrichtsplanung?
Er wird als Kreativitätsmethode eingesetzt, um den Studierenden die Parameter der HPLC-Analytik und deren Auswirkungen auf das Trennergebnis eigenständig entdecken zu lassen.
Inwiefern beeinflussen die aktuellen Bedingungen an Universitäten das Lehrkonzept?
Die Planung berücksichtigt die hohen Betreuungszahlen und die notwendige Einbindung bestehender Infrastruktur und Forschungsprojekte, um die didaktische Verbesserung unter realen Bedingungen zu ermöglichen.
Wie wird der Lernerfolg der Studierenden im vorgestellten Konzept kontrolliert?
Durch die Erstellung eines Protokolls, das den Problemlöseprozess dokumentiert, wird nicht nur die Fachleistung, sondern auch die Reflexion des eigenen Lernverhaltens gesichert.
- Quote paper
- Sylvia Kaap (Author), 2000, Didaktisch-methodisches Vorgehen im Praktikum „Instrumentelle Analytik“ für PharmaziestudentInnen zur Herausbildung von Fähigkeiten und Fertigkeiten in der HPLC-Analytik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135909