Diese Studienarbeit bietet einen Überblick über die Dunkle Triade, wobei der Schwerpunkt auf der organisationswissenschaftlichen Forschung liegt. Ziel ist es herauszufinden, wie Organisationen Personen mit dunklen Persönlichkeitseigenschaften erfolgreich identifizieren können und welche Methoden im Umgang mit der dunklen Triade relevant sein könnten.
Mithilfe von vier Experteninterviews wurde zudem die praxisbezogene Perspektive eingenommen und der Umgang mit der dunklen Triade seitens der Organisationen dargelegt. Im Ergebnis wird deutlich, dass bestimmte Herangehensweisen wie persönliche Gespräche, Feedbacks und die Zusammenarbeit mit externen Psychologen als besonders erfolgreich angesehen werden.
Im Jahr 2022 machen Paulhus und Williams auf die dunkle Triade aufmerksam, eine Konstellation aus drei konzeptionell unterschiedlichen, aber sich empirisch überschneidenden Persönlichkeitsvariablen. Die drei Elemente - Machiavellismus, Narzissmus und subklinische Psychopathie - zeigen oft unterschiedliche Korrelate, haben aber einen gemeinsamen antisozialen Kern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
2 Die dunkle Triade
2.1 Machiavellismus
2.2 Narzissmus
2.3 Psychopathie
3 Auswirkungen auf die Organisation
3.1 Auswirkungen der DT-Persönlichkeitsmerkmale
3.2 Arbeitsleistung
3.3 Kontraproduktives Verhalten am Arbeitsplatz
3.4 Gruppen & Teams
4 Messung der Dunklen Triade
5 Forschungsfragen
6 Empirische Untersuchung
6.1 Auswahl der Methode
6.2 Auswahl der Interviewpartner
6.3 Durchführung
7 Auswertung
7.1 Kategorienbildung
7.2 Auswertungstabelle
8 Diskussion
8.1 Forschungsfrage 1
8.2 Forschungsfrage 2
8.3 Forschungsfrage 3
8.4 Forschungsfrage 4
9 Zusammenfassung & Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Organisationen Bewerber mit Eigenschaften der "Dunklen Triade" (Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie) identifizieren können und welcher Umgang mit diesen Persönlichkeitsprofilen im beruflichen Kontext, insbesondere unter Berücksichtigung von Chancen und Risiken, zielführend ist.
- Theoretische Grundlagen zu Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie
- Auswirkungen der "Dunklen Triade" auf Arbeitsleistung und Teamkultur
- Methoden zur Personalauswahl und das Messinstrument "TOP – Dark Triad of Personality at Work"
- Qualitative Analyse von Experteninterviews zur Identifizierung in der Praxis
- Handlungsempfehlungen für den Umgang mit betroffenen Mitarbeitern
Auszug aus dem Buch
2.3 Psychopathie
Der dritte und wohl giftigste Bestandteil der DT ist die Psychopathie. Psychopathen haben eine einzigartige affektive Empfindung, so dass vorgeschlagen wurde, dass das definitive Kennzeichen der Psychopathie das Fehlen der Emotion Schuld und das Fehlen des Gewissens ist. Darüber hinaus empfinden Psychopathen Angst und Furcht nicht in dem Maße wie normale Menschen. Folglich lernen sie oft nicht aus der Bestrafung für Fehlverhalten. In den letzten 30 Jahren wurde eine Reihe von dimensionalen Modellen der Psychopathie vorgestellt, die versuchen, der langen Liste an Merkmalen eine Gesamtstruktur zu verleihen. Frühe dimensionale Modelle betonten zwei Kernbereiche der Dysfunktion, nämlich emotionale/interpersonelle Abweichung (z. B. fehlende Reue, zwischenmenschliche Manipulation, Grandiosität, Mangel an Empathie) und Verhaltensabweichungen (z. B. Impulsivität, Sensationslust, antisoziales Verhalten.15 In jüngerer Zeit haben weitere Wissenschaftler drei- und vierdimensionale Modelle für die Zusammenfassung psychopathischer Merkmale angeboten. Die vorliegende Studienarbeit orientiert sich an dem vierdimensionalen Modell von Williams et al., welches Psychopathie in vier Schlüsseldimensionen zusammenfasst:
• zwischenmenschliche Manipulation (z. B. Grandiosität, Lügen, oberflächlicher Charme)
• gefühlloser Affekt (z. B. Mangel an Empathie, fehlende Reue)
• unberechenbarer Lebensstil (z. B. Impulsivität, Verantwortungslosigkeit, Sensationslust)
• kriminelle Tendenzen (z. B. kontraproduktives Verhalten).16
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Konzept der "Dunklen Triade" ein, erläutert die wachsende wissenschaftliche Relevanz im Arbeitskontext und definiert die Notwendigkeit für Handlungsempfehlungen.
2 Die dunkle Triade: Dieses Kapitel erläutert die drei zentralen Persönlichkeitsvariablen Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie anhand psychologischer Definitionen.
3 Auswirkungen auf die Organisation: Hierbei werden die komplexen Auswirkungen der Merkmale auf Arbeitsleistung, kontraproduktives Verhalten sowie die Dynamik in Teams und Gruppen analysiert.
4 Messung der Dunklen Triade: In diesem Kapitel werden etablierte Messinstrumente vorgestellt, mit Fokus auf den berufsbezogenen Fragebogen „TOP – Dark Triad of Personality at Work“.
5 Forschungsfragen: Dieses Kapitel formuliert die zentralen Fragestellungen der Arbeit, die sich auf die Identifizierung und den Umgang mit DT-Bewerbern konzentrieren.
6 Empirische Untersuchung: Hier wird das methodische Vorgehen der qualitativen Experteninterviews sowie die Auswahl der Interviewpartner detailliert beschrieben.
7 Auswertung: Dieses Kapitel erläutert die Kategorienbildung und den Prozess der inhaltlichen Auswertung der geführten Experteninterviews.
8 Diskussion: Die Ergebnisse aus den Experteninterviews werden hier reflektiert und die formulierten Forschungsfragen beantwortet.
9 Zusammenfassung & Ausblick: Das Fazit fasst die Kernaussagen zusammen und gibt einen Ausblick auf notwendige künftige Entwicklungen in der Personalauswahl und -entwicklung.
Schlüsselwörter
Dunkle Triade, Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie, Personalauswahl, Arbeitsleistung, kontraproduktives Verhalten, Experteninterviews, Eignungsdiagnostik, Personalmanagement, Onboarding, Führungskräfteentwicklung, Persönlichkeitseigenschaften, Organisationspsychologie, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Phänomen der "Dunklen Triade" (Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie) im beruflichen Kontext und wie Organisationen mit Bewerbern umgehen können, die diese Persönlichkeitsmerkmale aufweisen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Kernthemen sind die Identifizierung potenzieller Kandidaten während des Einstellungsprozesses, die Auswirkungen auf die Arbeitsleistung und Teamkultur sowie Strategien im Umgang mit bereits eingestellten Mitarbeitern.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob und wie Unternehmen Bewerber mit dunklen Persönlichkeitseigenschaften bereits vor Einstellung erkennen und ausschließen können oder wie sie diese konstruktiv in die Organisation integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Forschungsarbeit. Die Datengewinnung erfolgte durch leitfadengestützte Experteninterviews mit vier Fachkräften aus dem Personalbereich verschieden großer Unternehmen, die nach Mayring ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Persönlichkeitspsychologie, die Analyse der Auswirkungen in Organisationen, die Betrachtung von Messmethoden (speziell das TOP-Modell) sowie die empirische Untersuchung und Diskussion der Praxiserfahrungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernelemente sind die Dunkle Triade im Beruf, Identifizierungsstrategien, kontraproduktives Verhalten und der professionelle Umgang mit herausfordernden Persönlichkeitsprofilen.
Wie bewerten die befragten Experten den Einsatz von Persönlichkeitstests bei der Auswahl?
Die Experten stehen klassischen Persönlichkeitstests oft kritisch gegenüber, da diese eine geringe Vorhersagekraft besitzen und leicht manipulierbar sind; sie bevorzugen daher meist persönliche Gespräche und verhaltensorientierte Methoden wie Rollenspiele.
Welcher Umgang wird empfohlen, wenn sich dunkle Züge erst nach der Einstellung zeigen?
Es wird empfohlen, das Gespräch zu suchen, die Person zur Reflexion anzuregen und bei Bedarf externe Psychologen hinzuzuziehen, anstatt den Mitarbeiter sofort zu entlassen, um eventuell vorhandene Stärken gewinnbringend einzusetzen.
- Citar trabajo
- Shanna Saidgull (Autor), 2022, Die dunkle Triade. Inwieweit können Bewerber mit dunklen Persönlichkeitseigenschaften im Bewerbungsprozess identifiziert und ausgeschlossen werden?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1359269