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Die Darstellung von Heiden und Christen im Rolandslied

Title: Die Darstellung von Heiden und Christen im  Rolandslied

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Fabian Rühle (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Darstellung von Heiden und Christen im „Rolandslied“ des Pfaffen Konrad. Meine Arbeit steht unter der Fragestellung, welche Darstellungsabsicht der Pfaffe Konrad mit seiner Gestaltung der Heiden und Christen im Rolandslied verfolgt hat. Ist der starke Kontrast zwischen den Heiden und Christen nur reine Darstellung der zeitgenössischen Vorurteile oder verfolgt der Autor damit das klare Ziel, den Kampf gegen die Heiden zu legitimieren und zu unterstützen. Um die Fragestellung beantworten zu können, ist es nötig, zunächst die konkrete Darstellung der Heiden und Christen im Rolandslied näher zu beleuchten und einige Beispiele für die typische Gestaltung der beiden Gruppen durch den Pfaffen Konrad darzulegen. Ebenfalls Beachtung finden muss hierbei, dass der Kampf der Christen gegen die Heiden durch göttlichen Auftrag legitimiert wird, der zugleich die Motivation der Christen für den Kampf darstellt. Auch muss die Darstellung der heidnischen Religion näher beleuchtet werden, da sie besonders prägend für das (negative) Bild der Heiden ist. Genelun, als Verräter der Christen, bedarf besonderer Beachtung, da in ihm die schlechten Tugenden der Heiden, wie z.B. die superbia, gut sichtbar werden und er auch symbolisch als Antichrist von Konrad gestaltet wurde. Da Konrad das Rolandslied nach einer alt-französischen Vorlage gestaltet hat, muss natürlich auch seine Quelle das „Chanson de Roland“ auf die Darstellung der Christen und Heiden hin beleuchtet werden, um zu sehen welche Veränderungen Konrad in diesem Teilaspekt vorgenommen hat.
Im letzten Schritt möchte ich dann das „Rolandslied“ mit dem „Willehalm“ von Wolfram von Eschenbach auf die Darstellung von Heiden und Christen hin vergleichen. Dieses Werk bietet sich für einen solchen Vergleich an, da es ebenfalls auf einer französischen Vorlage basiert und zudem Anleihen beim Rolandslied nimmt. Es ist jedoch ca. 50 Jahre später entstanden, so dass man einen Eindruck von der Entwicklung des Heidenbildes in dieser Zeit bekommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Darstellung der Heiden und Christen im Rolandslied

2.1. Die Handlungsmotivation der Heiden und Christen

2.2 Die konkrete Gestaltung der heidnischen und christlichen Krieger

2.3 Der Polytheismus der Heiden und die Personifizierung des Teufels in ihren Göttern

2.4 Die Figur Geneluns als Verräter der Christen

2.5. Auffällige Veränderungen im Rolandslied im Vergleich mit dem Chanson de Roland

3. Vergleich der Darstellung von Heiden und Christen im Rolandslied und im Willehalm

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellungsabsicht des Pfaffen Konrad im „Rolandslied“ hinsichtlich der Rollen von Heiden und Christen. Dabei wird analysiert, ob die ausgeprägte Schwarz-Weiß-Zeichnung der Gruppen lediglich zeitgenössische Vorurteile widerspiegelt oder als gezielte Propaganda zur Legitimierung des Kreuzzugsgedankens und zur Darstellung der christlichen Überlegenheit dient.

  • Analyse der Handlungsmotivation von Heiden und Christen im Rolandslied.
  • Untersuchung der religiösen Charakterisierung (Polytheismus vs. Christentum).
  • Vergleich der Umformungen gegenüber der Vorlage „Chanson de Roland“.
  • Kontrastive Betrachtung der Heidendarstellung im „Rolandslied“ und Wolfram von Eschenbachs „Willehalm“.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Handlungsmotivation der Heiden und Christen

Der erste zu behandelnde Punkt ist die Frage nach der Handlungsmotivation der Heiden und Christen. Diese gibt im Prinzip schon die Charakterisierung der beiden Gruppen vor, da Konrad die Heiden als Kämpfer des Teufels darstellt und sie nach weltlichen Gütern streben lässt und im Gegensatz dazu, die Christen als Kämpfer Gottes dargestellt werden, die keine materiellen Gründen für den Kampf haben, sondern nur die Christenheit verteidigen wollen.

Auch die Anführer der beiden Gruppen, auf der Seite der Heiden Marsilie und auf der Seite der Christen Karl der Große, werden dementsprechend dargestellt. Wo der eine Herrscher auf eigenen Ruhm und Schätze hin seine Männer kämpfen lässt, tritt der andere als uneigennütziger Vollstrecker des göttlichen Willens auf. Diese unterschiedliche Motivierung der beiden Anführer ist auch der Grund für ihr unterschiedliches Verhalten nach einer Niederlage, so zertrümmert Marsilie nach der Niederlage die Götterbilder, da sie ihm nicht geholfen hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung der Arbeit, welche Darstellungsabsicht der Pfaffe Konrad mit der Gestaltung von Heiden und Christen verfolgt, und bettet das Thema in den Kontext der Kreuzzugsepik ein.

2. Die Darstellung der Heiden und Christen im Rolandslied: In diesem Kapitel wird aufgezeigt, wie Konrad durch eine Schwarz-Weiß-Malerei die Christen als Kämpfer Gottes und die Heiden als Diener des Teufels charakterisiert.

2.1. Die Handlungsmotivation der Heiden und Christen: Das Kapitel analysiert, dass die Heiden durch weltliches Streben nach Macht und Gold motiviert sind, während die Christen uneigennützig als Vollstrecker göttlichen Willens handeln.

2.2 Die konkrete Gestaltung der heidnischen und christlichen Krieger: Hier wird die Abwertung der Heiden als „Hunde“ oder teufelsgleiche Wesen untersucht, die im scharfen Kontrast zur positiven Darstellung der christlichen Krieger steht.

2.3 Der Polytheismus der Heiden und die Personifizierung des Teufels in ihren Göttern: Das Kapitel thematisiert das mittelalterliche Missverständnis des Islam als polytheistische Religion und die Instrumentalisierung dieser Vorstellung zur Verteufelung der heidnischen Glaubenswelt.

2.4 Die Figur Geneluns als Verräter der Christen: Die Analyse konzentriert sich auf Genelun als „exemplum diaboli“, der durch seine negativen Eigenschaften symbolisch als Antichrist innerhalb der christlichen Gemeinschaft gestaltet ist.

2.5. Auffällige Veränderungen im Rolandslied im Vergleich mit dem Chanson de Roland: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Konrad die französische Vorlage gezielt umformte, um das französische Nationalpathos durch ein universelles religiöses Motiv des Kreuzzugskampfes zu ersetzen.

3. Vergleich der Darstellung von Heiden und Christen im Rolandslied und im Willehalm: Hier erfolgt der Vergleich mit Wolfram von Eschenbachs „Willehalm“, wobei die Entwicklung des Heidenbildes hin zu einem differenzierteren, „edleren“ Verständnis des Fremden aufgezeigt wird.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit bejaht die Ausgangsfrage, dass Konrad das „Rolandslied“ bewusst zur Kreuzzugspropaganda nutzte, und konstatiert einen Wandel im Heidenbild zum späteren Mittelalter hin.

Schlüsselwörter

Rolandslied, Pfaffe Konrad, Heiden, Christen, Kreuzzugsepik, Mittelalter, Handlungsmotivation, Teufelsbild, Polytheismus, Willehalm, Wolfram von Eschenbach, Literaturvergleich, Religionsdarstellung, Genelun, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die spezifische Darstellung von Heiden und Christen im mittelhochdeutschen Rolandslied des Pfaffen Konrad.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Handlungsmotivation der Kämpfer, die religiöse Charakterisierung, der Verrat Geneluns sowie der Vergleich mit der französischen Vorlage und Wolfram von Eschenbachs Willehalm.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird geklärt, ob die negative Darstellung der Heiden lediglich ein zeitgenössisches Vorurteil spiegelt oder ein gezieltes Propagandainstrument des Autors für den Kreuzzugsgedanken ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische Analyse, indem sie das Rolandslied mit dem Chanson de Roland vergleicht und die Entwicklung des Heidenbildes bis hin zum Willehalm nachzeichnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Motivlagen, die körperliche und charakterliche Gestaltung der Krieger, die religiöse Symbolik und die strukturellen Veränderungen gegenüber der literarischen Quelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kreuzzugsideologie, christliche Überlegenheit, Teufelsdarstellung, mittelalterliche Epik und die Wandlung des Heidenbildes.

Inwiefern unterscheidet sich Konrads Rolandslied von seiner französischen Vorlage?

Konrad ersetzt das französische Nationalpathos durch eine rein religiöse Legitimierung des Kampfes und verstärkt die negativen Aspekte des Heidentums deutlich.

Wie verändert sich das Heidenbild laut der Arbeit im Willehalm?

Im Vergleich zum Rolandslied zeigt sich bei Wolfram von Eschenbach eine Entwicklung, die den Heiden mehr Menschlichkeit zubilligt und den Kampf als weniger einseitig „schwarz-weiß“ darstellt.

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Details

Title
Die Darstellung von Heiden und Christen im Rolandslied
College
University of Leipzig  (Institut für Germanisitk)
Course
Das Rolandslied des Pfaffen Konrad
Grade
2
Author
Fabian Rühle (Author)
Publication Year
2007
Pages
17
Catalog Number
V135932
ISBN (eBook)
9783640439614
ISBN (Book)
9783640439607
Language
German
Tags
Rolandslied Pfaffe Konrad Willehalm Wolfram von Eschenbach Eschenbach Heiden Christen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Rühle (Author), 2007, Die Darstellung von Heiden und Christen im Rolandslied , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/135932
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